The Florist – Sein letzter Auftrag – Kritik

In seinem neuesten Film thematisiert der iranisch-schwedische Filmemacher Babak Najafi das Doppelleben von Carl Rikker (Dennis Quaid). Ein vermeintlicher Blumenhändler, der mit seinem Partner Charlie (Jean Reno) als Auftragskiller arbeitet. Nachdem eine unschuldige Teenagerin durch ihn zum Ziel korrupter Polizisten geworden ist, gerät sein kontrolliertes Leben ins Wanken. Wer nun an Luc Bessons Klassiker „Léon – Der Profi“ denkt, liegt gar nicht so falsch. Doch kann Najafis Film an das große Vorbild anschließen?

„The Florist – Sein letzter Auftrag“ ist ein dramatischer Action-Thriller von Regisseur Babak Najafi mit Dennis Quaid als Auftragskiller. Der Film bietet zwar solide Unterhaltung, kämpft aber auch mit ein paar Mängeln. Zudem schafft es das Skript nicht, dem Thema neue Facetten abzugewinnen, wie das Bryan Fuller zuletzt mit seinem „Dust Bunny“ gelang.

Inhaltsverzeichnis

Worum geht’s in „The Florist – Sein letzter Auftrag“?

Der zurückgezogen lebende Ex-Militär Carl Rikker (Dennis Quaid) führt ein Doppelleben: Tagsüber betreibt der stille Gärtner einen unscheinbaren Blumenladen, nachts arbeitet er zusammen mit seinem langjährigen Partner Charlie (Jean Reno) als Auftragskiller. So bewegt er sich weit unter dem Radar der Behörden und gilt gerade deshalb als einer der Besten in seinem Gewerbe.

Dennis Quaid und Anna Anissimovan stehen sich im Abendlicht an einem Fluss gegenüber und diskutieren – Filmszene aus The Florist
Carl (Dennis Quaid) fühlt sich von seiner Auftraggeberin (Anna Anissimova) verraten

Als die junge Layla (Sky Katz) auf der Suche nach ihrem Bruder im Blumenladen auftaucht, ahnt dieser noch nicht, dass sein neuester Auftrag ihr Leben gefährden wird. Nachdem er erkannt hat, dass sie indirekt Zeugin seiner Taten geworden ist und dadurch ins Visier krimineller und käuflicher Cops gerät, bleibt ihm keine Wahl: Um das Mädchen zu retten, muss er nicht nur seine Tarnung aufgeben, sondern auch sein Leben riskieren.

Die Inszenierung eines dramatischen Action-Thrillers: 

Unter der Regie von Babak Najafi entstand mit „The Florist“ ein vermeintlicher Actionthriller, der erneut die Profikiller / Schutzengel Story erzählt. Einer der besten Filme dieser Art dürfte sicherlich „Léon – Der Profi“ mit Jean Reno von Luc Besson (Dracula – Die Auferstehung: Kritik) sein. Besonders interessant: Reno verkörpert als Carls Freund Charlie erneut einen Killer, dessen damalige Figur Leon, ebenfalls einen Beschützerinstinkt für ein junges Mädchen entwickelte.   Dennoch kann ich schon vorab sagen, das „The Florist“ weder dem großen Vorbild nahekommt, noch eine innovative Idee / Setting wie Bryan Fullers „Dust Bunny (Kritik)“ bietet.

Jean Reno als Charlie blickt mit Brille und Bart im Profil nach oben – Filmszene aus The Florist
Charlie (Jean Reno) fragt sich wohin das führen wird

So ist es nun in Najafis Film Dennis Quaid, der ein menschenscheues und freudloses Leben als Profikiller führt. Leider fällt die Charakterisierung im Drehbuch von Eran Creevy, Ethan Suess und Scott Windhauser recht dünn aus, da sein Lebensweg nur angerissen wird. Man kann sich bereits nach ein paar Minuten denken, wo die Reise hingeht: die hilflose junge Layla wird zum emotionalen Trigger. Als Antagonisten treten die kriminellen Cops Woodrock und Deckard als Woodrocks auf. Wobei Deckard und Auftraggeberin Hicks ziemlich blass bleiben und der Twist um Detective Hutton (Dylan Flashner) eher wie ein Lückenfüller wirkt, aber nichts zur Spannung beiträgt.

Sky Katz als Layla sitzt im braunen Kapuzenpullover mit ernstem Blick im Gewächshaus – Filmszene aus The Florist
Layla (Sky Katz) weiß nicht mehr weiter

Najafis Film wird als Actionthriller beworben, stellt jedoch eher ein Action-Drama dar, in dem der Protagonist die Wandlung vom einsamen Killer hin zum väterlichen Beschützer vollzieht. Obwohl der Filmemacher mit „London Has Fallen“ bewiesen hat, dass er Actionfilme inszenieren kann, wirken gerade die Actionszenen trotz der Freigabe ab 16 Jahren flach und teils auch mangelhaft: Bei einer Verfolgungsjagd werden zwei M16 Magazine auf einen SUV abgefeuert, ohne dass Schaden entsteht. In einer anderen Szene werden Heckscheiben zerschossen, die kurz danach wieder heil sind. Zig Messerstiche in Körper und besonders Hals bleiben ebenfalls folgenlos. 

Trotz zahlreicher Produzenten, wie beispielsweise Kurt Fethke (Bandit – Catch him if you can: Kritik) oder Jina Panebianco (Hunting Season: Kritik), merkt man dem Film das fehlende Budget an, worunter besonders die Glaubwürdigkeit der Actionszenen gelitten hat. 

Die Besetzung: Dennis Quaid & Jean Reno tragen den Film

Dennis Quaid (On a Wing and a Prayer: Kritik) übernahm die Hauptrolle als Auftragsmörder Carl Rikker. Dabei stellt er den in sich gekehrten und wortkargen Veteranen, der mit seiner eigenen Vergangenheit hadert, wie zu erwarten solide dar. Nur bewegt sich der gute Herr Quaid manchmal recht steif, wie ich mich nach meinen Bandscheibenvorfällen. Was vermutlich der Grund für die fehlenden physischen Actionszenen darstellt. 

Dennis Quaid sitzt lächelnd in einem VW Golf Cabrio - Filmszene
Carl (Dennis Quaid) freut sich Layla wieder fröhlich zu sehen

An seiner Seite ist der französische Schauspieler Jean Reno (Im Rausch der Tiefe: Kritik) als Rikkers Komplize und Freund Charlie zu sehen. Sein Spiel ist wie immer ohne Fehl und Tadel, und trotz seiner geringeren Screentime verleiht er seinen Szenen das gewisse Extra. Als verzweifelte Teenagerin ist die Sängerin Sky Katz als Layla zu sehen. Obwohl gerade ihre Rolle für Overacting prädestiniert wäre, bleibt ihr Spiel nachvollziehbar und auf den Punkt.

Sky Katz als Layla umarmt Dennis Quaid als Carl innig und sichtbar aufgewühlt – Filmszene aus The Florist
Layla ist Carl unglaublich dankbar und froh das er noch lebt

Als überzeugender Antagonist ist Leonidas Gulaptis als Polizist Woodrock zu sehen. In weiteren Rollen: Anna Anissimova, (Anna Schafer) als Profikiller-Vermittlerin Hicks, Dylan Flashner als interner Ermittler Detective Hutton, Jim Klock als Woodrocks krimineller Partner Deckard. Ebenfalls mit dabei: Elsa Mollien als  Rebecca, Gabriel „G-Rod“ Rodriguez als Jason (Renfield: Kritik), Garrett Andrew Ahrens als Detective Fox und Dominick LaRuffa Jr. als Lloyd.

Wissenswertes und häufige Fragen (FAQs)

The Florist (Film 2026) Fazit:

Blu-ray-Cover zu „The Florist – Sein letzter Auftrag“ mit Dennis Quaid und Jean Reno; FSK 16
The Florist – Sein letzter Auftrag: Blu-ray
5/10

Babak Najafis Film lebt vor allem von Dennis Quaids und Jean Renos Darstellungen als Carl und Charlie, was aus dem altbekannten Killer-mit-Herz-Stoff solide Unterhaltung macht. Dabei trägt die Wandlung von Quaids Figur, vom einsamen Profikiller hin zum väterlichen Beschützer, die 97 Minuten Laufzeit. Mit Leonidas Gulaptis als Woodrock hat Najafi zudem einen ordentlichen Gegenspieler zur Hand.

Was den Film jedoch ausbremst, ist ein Drehbuch mit schwacher Charaktertiefe und überschaubaren, teils mangelhaften Actionszenen, denen man das knappe Budget anmerkt: Zerschossene Heckscheiben, die in der nächsten Szene wieder heil sind, oder zig Messerstiche, die ohne jede Wirkung verpuffen, kratzen an der Glaubwürdigkeit.

Hardcore-Actionfans dürften wegen der schwachen Action nicht so glücklich mit „The Florist“ werden. Wer jedoch Lust auf einen ruhigen Drama-Thriller  hat und dabei nicht die Genre-Neuerfindung des Jahres erwartet, bekommt hier einen soliden Zeitvertreib.

Hinweis: Das Rezensionsexemplar von Whistle wurde mir von LEONINE HOME ENTERTAINMENT unentgeltlich und ohne Einfluss auf meine redaktionelle Bewertung zur Verfügung gestellt. Bild- und Trailermaterial © 2026 LEONINE STUDIOS – alle Rechte vorbehalten.

Marc Maurer
Marc Maurer

Als zertifizierter Online-Redakteur mit IT- und Mediengestalter-Hintergrund schreibe ich seit 2020 auf GlotzCleverTV Kritiken zu Filmen & Serien sowie Reviews zu Heimkino und Technik – unabhängig, kritisch und direkt aus dem Schwarzwald.