Kann Gibsons neuer Survival Thriller überzeugen?
Mit „Hunting Season – Blutige Fährte“ aus dem Jahr 2025 schickt Regisseur Raja „RJ“ Collins Lethal-Weapon-Star Mel Gibson in die Wildnis. Dieser spielt den kauzigen Bowdrie, der mit seiner Tochter Tag zurückgezogen und friedlich in den Wäldern Oklahomas lebt. Mit dem Frieden ist es schnell vorbei, als sie eine halbtote Frau am Flussufer entdecken. Dabei wird Bowdrie schnell klar: hilft er dieser Frau, setzt er das Leben von sich und seiner Tochter aufs Spiel.
Der Film bietet jede Menge Potenzial für knallharte Action und Thrill: die Wildnis, eine brutale Gang, ein Mann mit einem Geheimnis und ein durchgeknallter Antagonist. Dennoch kann der Streifen sein Potenzial nicht zur Gänze ausschöpfen. Wo Collins‘ Film zu überzeugen weiß und wo ihm die Luft ausgeht, verrät meine Filmkritik mit einem kurzen Blu-ray Review.
Collins’ Action-Thriller-Familiendrama im Check
Worum geht’s?
Veteran Bowdrie (Mel Gibson) ist ein Mann weniger Worte, der mit seiner Tochter Tag (Sofia Hublitz) ein zurückgezogenes Leben in den Wäldern Oklahomas führt. Die Idylle findet ein jähes Ende, als sie am Flussufer eine angeschossene Frau namens January (Shelley Hennig) finden. Sie ist ein Kollateralschaden, die wegen ihrer Freundin Lizzy (Scarlet Rose Stallone) zur falschen Zeit, am falschen Ort war. So wurde sie das Opfer von Alejandro (Jordi Mollà), einem psychopathischen Anführer einer kriminellen Kartell Gang.

Bowdrie ist klar: Wenn die Männer, die das getan haben, erfahren, dass sie noch lebt, sind sie alle tot. Dennoch kann er nicht anders und verarztet die misshandelte und schwer verletzte Frau. Sein Gefühl soll ihn nicht täuschen, sein Kumpel Sheriff Brake (James DuMont) hat einen neuen Deputy, der für seinen Geschmack ziemlich viele Fragen stellt. So dauert es nicht lange, bis er ungebetenen Besuch bekommt, doch einen Vater, der seine Tochter beschützt, sollte man nicht unterschätzen.
Ist die Inszenierung des Survival-Thrillers gelungen?
Regisseur RJ Collins liefert mit „Hunting Season“ solide Genre-Kost ab, die sich zwischen einem modernen Action-Thriller und einem Familiendrama einreiht. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster und rau. Demgegenüber stehen die idyllischen Wälder Oklahomas, in denen Mel Gibson als Vater Bowdrie und Sofia Hublitz als seine Tochter Tag leben, fast so wie einst die Waltons. Mit den friedlichen Landschaftsaufnahmen von Kameramann Brandon Cox ist es jedoch schnell vorbei, als die Protagonisten eine angeschossene Frau finden.

Das Drehbuch von Adam Hampton bringt damit einen Vater in den Zwiespalt: Hilft er einer verletzten Fremden, wird er sich und seine Tochter damit einer tödlichen Gefahr aussetzen.Als Antagonist wird gleich zu Anfang die Figur Alejandro als gewalttätiger Psychopath samt seiner skrupellosen Kartell-Gang eingeführt. Bowdrie ist das absolute Gegenteil, ein Mann, der seinerseits versucht, ohne Ärger auszukommen und das Richtige zu tun.
Während Gibson seiner Figur erneut Tiefe verleiht, bleibt der Bösewicht trotz guter Performance von Jordi Mollà ziemlich blass. Obwohl seine Figur über Leichen geht, bleibt die Darstellung recht klischeehaft. Wesentlich besser funktionieren hier der beiden Frauen. Hublitz und Hennig harmonieren und agieren hier wunderbar miteinander, die Chemie stimmt und gemeinsam treiben sie die Story voran.

Entgegen dem Trailer gibt es weniger Action als erwartet und so dauert es recht lange, bis Regisseur Collins Gibson von der Leine lässt. Positiv fällt auf, dass auf übertriebene CGI-Effekte verzichtet wurde. Die Actionszenen sind handgemacht, dreckig und kompromisslos. Der Twist um das Geheimnis des Vaters, wirkt jedoch recht konstruiert.
Collins Werk erfindet das Genre zwar nicht neu und dieses wirkt stellenweise etwas generisch, kann Dank seiner Hauptdarsteller dennoch unterhalten. Die Spannung entsteht überwiegend durch die steigende Gefahrenlage und den Zwiespalt des Vaters, trotz der brenzligen Situation das Richtige zu tun. Letztlich sind es Gibson und Hublitz die die Schwächen des Skripts etwas relativieren.
Die Besetzung und Charaktere aus Hunting Season im Detail
Mad Max Star Mel Gibson (Monster Summer: Kritik) beweist einmal mehr, dass er auch mit 70 Jahren nichts von seinem Charisma eingebüßt hat. Sein Bowdrie ist kein strahlender Held, sondern ein gezeichneter Mann, dessen Figur teils an seine Rolle in Blood Father erinnert. Sofia Hublitz ist als Bowdries Tochter Tag zu sehen, dabei spielt sie ihre Figur nicht als Drama Queen, sondern als eine junge Frau, die aufgrund der Situation beginnt, eigenständig zu handeln und dabei über sich hinauswächst.

Shelley Hennig ist als January zu sehen, eine gebeutelte Frau, die zur falschen Zeit am falschen Ort war und von Alejandro und seiner Gang schwer misshandelt wurde. Sie wird zum Trigger, da Vater und Tochter sie nicht zum Sterben zurücklassen können und dabei selbst in Gefahr geraten. Jordi Mollà spielt den Psychopathen solide, wenn auch teils etwas überzogen. Seiner Figur fehlt es an Originalität, da hilft es auch nicht wenn er mit schrägen Dialogen um sich wirft und mit einem Springmesser rum fuchtelt.
In wenigen Szenen ist Scarlet Rose Stallone, die Tochter von Sylvester Stallone (Armor: Kritik), als Lizzie zu sehen, die zu Beginn nicht nur bedroht wird, sondern auch rasch das Zeitliche segnet. James DuMont spielt Sheriff Brake, ein alter Freund der Familie, der beim Versuch, das Richtige zu tun, ebenfalls zwischen die Fronten gerät.
In weiteren Rollen zu sehen sind: Oliver Trevena (The Bricklayer: Kritik) als Irish, A.J. Buckley als Davenport, Randall J. Bacon (Boneyard: Kritik) als Elroy, u. v. m.
Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ)
Kann die Action in Mel Gibsons neuen Film überzeugen?
Der Film ist weniger Survival-Thriller als mehr Actiondrama, welches sich langsam entwickelt und den Charakteren Zeit lässt sich zu entwickeln. Die Actionsequenzen entfalten sich mehr über den Film hinweg und sind entgegen dem Trailer aber recht dosiert vorhanden.
Ist Hunting Season auch für „Lethal Weapon“ Fans geeignet?
Hunting Season bietet wesentlich weniger Action und noch weniger Humor als der Kult-Actioner Lethal Weapon. Dafür brilliert Mel Gibson erneut in der Rolle eines Veteranen, obwohl er natürlich nicht mehr mehr die physische Präsenz seines Martin Riggs erreicht. Dafür weiß der Star mit seinem Spiel im finalen Standoff immer noch zu überzeugen.
Ist die Freigabe ab 18 Jahren gerechtfertigt?
Meiner Meinung nach Jein – der Film bietet zwar ein paar brutale Szenen, die jedoch nicht wie beispielsweise bei Terrifier explizit bis ins kleinste Detail gezeigt werden. Ich denke, die 18er-Freigabe erfolgte eher wegen des Selbstjustiz-Anteils, weniger wegen der überschaubaren Actionsequenzen, die ich in FSK-16-Filmen schon heftiger erlebt habe.
Welche Filme mit Mel Gibson lohnen sich?
Allen voran natürlich die Mad Max Trilogie und die vier Lethal Weapon Actionkracher. Neben Maverick (1994) mit Jodie Foster und James Garner (Rockford) oder Kopfgeld (1996), konnte Gibson auch in Der Mann ohne Gesicht (1993) und dem Historiendrama Braveheart (1995) als William Wallace überzeugen, bei denen er auch Regie führte. In den letzten Jahren blieben die Blockbuster aus, dennoch konnte er mich mit On the Line (2022) und Monster Summer (2024): Kritik immer noch sehr gut unterhalten.
Weitere Infos zu Laufzeit, FSK-Freigabe und Bonusmaterial der Blu-ray
Der Film hat eine Laufzeit von ca. 100 Minuten und bekam von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren. Bild und Ton der Blu-ray geben keinen Grund zur Klage, das Bild selbst ist scharf, kontraststark und bietet dank einem guten Schwarzwert auch Details in dunklen Szenen. Der Dialogton ist zu jederzeit verständlich.
Folgendes Bonusmaterial ist enthalten:
- Featurette mit Mel Gibson, RJ Collins, Sofia Hublitz, Jordi Mollà
- Trailer
- Trailershow
Hunting Season – Blutige Fährte (Film 2025) Fazit:

Unter der Regie von RJ Collins entstand mit „Hunting Season – Blutige Fährte“ solide Genre-Kost, die zwischen modernem Actionthriller und Familiendrama pendelt, ohne neue Akzente zu setzen. Der Look in der Wildnis erinnert an einen modernen Western, während Mel Gibson und Sofia Hublitz als Vater-Tochter-Gespann überzeugen. Das Drehbuch von Adam Hampton liefert zwar eine funktionale, aber stellenweise konstruierte Geschichte.
Mel Gibson trägt den Film mit gewohnter Souveränität und beweist, dass er auch mit 70 Jahren eine Leinwandpräsenz besitzt. Sofia Hublitz und Shelley Hennig überzeugen als Duo und sorgen für die emotionale Balance des Films. Schwächstes Glied bleibt Antagonist Alejandro, dessen klischeehafte Zeichnung es verhindert, ihn als wirklich bedrohlichen Gegenspieler zu etablieren.
Collins‘ Actionfilm liefert solide Actionkost mit kleinen Mängeln. Wer auf ein Action-Spektakel und ein mitreißendes, originelles Skript mit einem bitterbösen Antagonisten hofft, dürfte enttäuscht werden. Wer jedoch kurzweilige Abendunterhaltung mit Mel Gibson als Hauptdarsteller sucht und keine rasante und explosive Actionorgie erwartet, wird mit „Hunting Season“ gut bedient.
Transparenz-Hinweis: Das Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von LEONINE Studios zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Samuel Goldwyn Films & LEONINE Studios – Alle Rechte vorbehalten!


