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Viel Action, einige Logiklücken, wenig Spannung
Jack Reacher (Alan Ritchson) geht in die dritte Runde und muss sich nicht nur einer gefährlichen Undercover-Mission stellen, sondern auch erneut einem Teil seiner Vergangenheit. Nachdem die erste Staffel mit einer packenden Kriminalgeschichte und kompromissloser Action überzeugen konnte, wirkte Staffel 2 schon etwas konstruierter. In Staffel 3 macht man zwar mit dem Undercover-Setting wieder einiges richtig, dennoch wiederholt man sich bei dem geheimnisvollen Hintermann. Zudem leistet sich das Drehbuch einige böse Logikfehler, und die obligatorische Romanze gegen Ende der Staffel darf auch nicht fehlen.
Alan Ritchson überzeugt auch diesmal als Hauptdarsteller und liefert erneut knallharte Action. Allerdings ignoriert das Drehbuch teils die selbst aufgestellte Logik und ändert Vorgaben, wenn es der Handlung gerade dient. Das tut der Glaubwürdigkeit der Story alles andere als gut. Ob mich die dritte Staffel trotzdem unterhalten konnte, verrät wie immer meine Serienkritik.
Worum geht’s in „Reacher“ – Staffel 3?
An der Küste von Maine sucht Jack Reacher (Alan Ritchson) nach Hinweisen, dass der tot geglaubte Mörder Xavier Quinn noch am Leben ist. Dabei trifft er auf die DEA-Agentin Susan Duffy (Sonya Cassidy), die hier versucht, hinter die dunklen Machenschaften von Geschäftsmann Zachary Beck (Anthony Michael Hall) zu kommen. Zudem vermutet sie, dass dieser hinter dem Verschwinden ihrer Informantin Teresa steckt.

Obwohl Reacher kein Interesse hat, der DEA zu helfen, könnte es dennoch sein, dass ihrer beider Interessen einen gemeinsamen Nenner haben. Durch Becks Sohn Richard findet Reacher einen Weg, sich undercover in dessen Organisation einzuschleusen. Je mehr Reacher mit Hilfe seiner alten Weggefährtin Frances Neagley (Maria Sten) aufdeckt, desto gefährlicher wird es für alle Beteiligten, und desto persönlicher wird die Sache für ihn.
- Undercover („Persuader“): Reacher rettet Richard Beck vor einer Entführung und erschleicht sich so das Vertrauen von Zachary Beck. Die Entführung war allerdings von der DEA inszeniert.
- Geheimnisvolle Fracht („Truckin’“): Beim ersten Auftrag fährt Reacher eine Lieferung für Beck und gerät mit Paulie aneinander.
- Die neue Nummer 2 („Number 2 with a Bullet“): Reacher räumt Becks Leute aus dem Weg und steigt zu dessen rechter Hand auf.
- Dominique („Dominique“): In einer Rückblende erzählt er Duffy von dem Tod seiner früheren Partnerin Dominique Kohl.
- Rückschlag („Smackdown“): Ein tödlicher Zwischenfall gefährdet die Tarnung, sodass Reacher und das DEA-Team improvisieren müssen.
- Russisches Roulette („Smoke on the Water“): Reacher muss vor Paulie in den Wald fliehen, während McCabe Beck und Richard bestraft.
- Trip nach L.A. („L.A. Story“): Reacher und Duffy jagen in Los Angeles einen Dealer, Neagley kommt dem Waffendeal auf die Spur.
- Offene Rechnung („Unfinished Business“): Im Finale kommt es im Beck-Anwesen zum tödlichen Showdown
Die Inszenierung: Harte Action, wenig Glaubwürdigkeit
Auch in Staffel drei stolpert der von Autor Lee Child erfundene wortkarge Ex-Militärpolizist in eine brandgefährliche Situation, dieses Mal in Maine. Dabei hat die Geschichte wie schon in der vergangenen Staffel 2 (Kritik) mit einem alten Bekannten zu tun, was in der Wiederholung nun wenig originell wirkt. Dafür bietet die neue Staffel wieder harte Action, auch wenn sich diese erst gegen Ende mit einem ziemlich deftigen Bossfight vollends entfaltet. Nichtsdestotrotz kämpfen sowohl Plot als auch Logik mit einigen Schwächen, was nicht zuletzt an Reachers Erzfeind liegt, dessen Figur nicht ganz durchdacht wurde.

Reachers Infiltration in eine kriminelle Organisation ist noch recht gelungen, dennoch wirkt der Plot konstruiert und zuweilen unlogisch. Welcher DEA-Agent würde das Risiko eines Kollateralschadens eingehen, um einen Informanten mit einer inszenierten und unkontrollierten Entführung einzuschleusen? Dem Rache-Trigger um den brutalen Mord an Reachers Kollegin Dominique fehlt es an Dramatik. Und als Krönung kann Reacher, obwohl er bewacht wird, Becks stark gesichertes Grundstück nachts nach Belieben ungesehen verlassen und betreten. Da er anscheinend weder unter Zeitdruck gerät noch auffliegen wird, löst sich jegliche Spannung in Luft auf.

Dadurch verliert die dritte Staffel erheblich an Glaubwürdigkeit. Dabei hätte man aus solchen Situationen einen cleveren Katz-und-Maus-Thriller basteln können. Stattdessen muss man als Zuschauer manche Entwicklungen einfach hinnehmen, obwohl sie wenig Sinn ergeben. Auch Reachers Reaktionen wirken teils naiv, und das bei einem Mann, der einmal als einer der besten Militärpolizisten galt. Obendrein wirft die übergeordnete Geschichte um Quinns Verbleibt, trotz mancher Rückblenden einige Fragen auf. Wie kann etwa ein schwer verwundeter Mann mit Amnesie in kurzer Zeit wieder ein riesiges Verbrechersyndikat anführen?
Die Darsteller: Alan Ritchson bleibt das Zugpferd
Alan Ritchson (Reacher Staffel 1: Kritik) überzeugt erneut in der Rolle des heimatlosen, umherziehenden Ex-Militärs, der auf die dubiosesten Begebenheiten trifft. Seine körperliche Präsenz passt perfekt zu Lee Childs Romanfigur, und sein trockener Humor sorgt wieder für einige unterhaltsame Momente. Ihm zur Seite stehen die DEA-Agenten Duffy und Villanueva, gespielt von Sonya Cassidy und Roberto Montesinos. Während Montesinos als die gute Seele der Staffel bezeichnet werden darf, wirkt Cassidys Darstellung von Susan Duffy auf mich überzogen hart und dadurch unglaubwürdig.

Auf der Gegenseite steht Anthony Michael Hall (Halloween Kills: Kritik), der als vermeintlicher Teppichhändler Zachary Beck zu gefallen weiß, da man ihm die zunehmende Zerrissenheit seiner Figur anmerkt. Beck gerät durch seinen Boss unter Druck, fürchtet aber auch um die Sicherheit seines Sohns Richard, gespielt von Johnny Berchtold. Dazu gesellt sich der bedrohlich wirkende Hüne Olivier Richters (Borderlands: Kritik) als Bodyguard und Handlanger Paulie, neben dem selbst Ritchson fast schon mickrig wirkt.

In weiteren Rollen sind Donald Sales als Becks rechte Hand Chapman Duke und Brian Tee (Hawaii Five-O: Kritik) als Reachers alter Feind Francis Xavier Quinn zu sehen. Obwohl die Macher dieser Figur eine eigene Handlung gönnten, lässt das Drehbuch Tee kaum Spielraum, etwas aus seiner Figur zu machen. Zu guter Letzt kehrt Maria Sten als Frances Neagley zurück, die nicht nur wieder an Reachers Seite kämpft, sondern zwischenzeitlich auch ihre eigene Spin-off-Serie namens Neagley erhielt.
Die Besetzung funktioniert insgesamt gut. Allerdings leidet sie unter dem Drehbuch: Mehrere Figuren, allen voran der Antagonist, bekommen zu wenig Raum, um mehr zu sein als nur Handlungsträger.
Wissenswertes und häufige Fragen (FAQs)
Staffel 3 basiert auf „Der Janusmann“ im Original „Persuader“, dem siebten Roman aus Lee Childs Jack-Reacher-Reihe.
Ja, Staffel 4 ist aktuell Amazon Prime Video verfügbar und kann dort für Prime Mitglieder kostenlos gestreamt werden.
Ja, es gab bereits zwei Hollywood Verfilmungen Jack Reacher (2012) und Jack Reacher: Kein Zurück (2026), welche auf Lee Childs Büchern „Sniper“ und „Die gejagte Frau“ basieren. Die Hauptrolle als Jack Reacher übernahm Tom Cruise (Mission Impossible 8: Kritik).
Reacher – Staffel 3 (2025) Fazit:

Die dritte Staffel liefert mit ihren acht Episoden das was man von der Serie erwartet: Alan Ritchson spielt den wortkargen Ex-Militärpolizisten erneut mit der nötigen Wucht, die Action ist hart und der Bossfight zum Schluss sitzt. Auch Maria Sten kehrt als Neagley zurück und sorgt mit ihrer Präsenz für die nötige Abwechslung. Auf der Antagonistenseite wissen besonders Anthony Michael Hall und Olivier Richters zu überzeugen, während Tees Figur Quinn blass bleibt und mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet.
Aus dem Undercover-Setting hätte man einen cleveren Katz-und-Maus-Thriller machen können, doch leider wiederholt die dritte Staffel das Muster der Vorgängerstaffel. Zudem wirkt einiges recht konstruiert, was auf Kosten der Logik und der Spannung geht. Hinzu kommt die obligatorische Romanze, die wie in den vergangenen Staffeln überflüssig und obendrein recht aufgesetzt wirkt, so als hätte man das noch unbedingt abhandeln müssen.
Unterm Strich bleibt eine unterhaltsame Actionserie, die von Alan Ritchsons Präsenz und einigen gelungenen Kämpfen profitiert. Die erste Staffel ist jedoch die Messlatte, an der sich die Fortsetzungen messen lassen müssen. Somit ist Staffel 3 solide Genrekost, verschenkt aber leider Potenzial.
Die Serie wurde mir unentgeltlich und ohne Einfluss auf meine redaktionelle Bewertung zur Verfügung gestellt. Bild & Trailermaterial © 2026 Paramount Pictures – alle Rechte vorbehalten.




