Neue Geschichten vom Pumuckl (2024) Review

Ist Pumuckls Rückkehr als Kinoevent geglückt?

Der freche rothaarige Kobold, der bereits Generationen von Kindern verzauberte, kehrt im Kinoevent „Neue Geschichten vom Pumuckl“ 2024 auf die  Leinwand zurück. Doch dieses Mal ist alles anders: Die alte Schreinerei steht verlassen da, Meister Eder ist verstorben, und unser kleiner Held steht vor der größten Herausforderung seines Lebens. Wird er sein geliebtes Zuhause verlieren? Wie geht ein unsterblicher Kobold mit dem Verlust eines geliebten Menschen um? Und kann er das Herz von Florian Eder, dem Neffen des alten Meister Eders, gewinnen? Das und vieles mehr verrät unser Review zur Blu-ray des Kinoevents natürlich samt Kritik.  

Neue Geschichten vom Pumuckl (Kinofilm): Inhalt

Es ist still geworden um die alte Schreinerei, nachdem der alte Meister Eder verstorben ist. Mehr als 30 Jahre lang stand Eders Werkstatt leer. Aber was soll mit dem scheinbar verlassenen Haus, in einem Münchner Innenhof, geschehen? Diese Frage stellen sich auch die Geschwister Florian (Florian Brückner)und Bärbel (Ina Meling), die von ihrem Onkel Franz Eder, dies alles geerbt haben. Verkaufen dürfte wohl naheliegend sein und so kommt es flugs zur Besichtigung mit einem Interessenten. Doch so verlassen wie die beiden geglaubt haben, scheint die alte Schreinerei nicht zu sein. 

florian eder mit puppenbett ihm gegenüber der pumuckl
Der Pumuckl weiß nun nicht mehr wohin, villeicht hat Florian eine Idee

Während Bärbel den Käufer der Schreinerei samt seiner Enkelin durch das Haus führt, macht Florian eine merkwürdige Entdeckung. Nach einem kurzen Tumult, wird ein kleines Männlein mit roten Haaren sichtbar, das einem Leimtopf klebt. Die Verblüffung könnte nicht größer sein, als der kleine rothaarige Kerl, Florian schimpfend auffordert ihn aus seiner Klebefalle zu befreien. Kein Männlein, sondern ein Klabautermann, besser gesagt ein Kobold mit den Namen Pumuckl, hat der junge Eder da erwischt.

pumuckl vor einem zeitungsauschnitt mit gustl bayrhammer drauf
Pumuckl steht vor einem alten Zeitungsauschnitt mit dem alten Eder drauf

Dieser lebt seit dem Tod des alten Eder allein in der Werkstatt und wartet darauf dass dieser wieder zurückkehrt. Eine äußerst merkwürdige Situation, noch verfahrener wird diese als sich die Enkelin, Pumuckls Puppenbett schnappt. Nachdem sich auch noch herausstellt, dass Pumuckel, nicht nur Bett sondern auch sein Zuhause verlieren soll, platzt dem rothaarigen Kobold der Kragen. Doch kann der kleine Kerl den Hausverkauf stoppen und was werden die Geschwister Florian und Bärbel tun?

Die Rückkehr der Kinder Kultfigur von Ellis Kaut 

Kinder der 70er und 80er Jahre wuchsen wohl wie ich mit den Hörspielen, dem Kinofilm (1982) und der Fernsehserie rund um „Meister Eder und sein Pumuckl“ auf. Die auf den von Ellis Kaut erdachten Reihe basieren. Nun wurden die ersten drei Folgen im Kino als Spielfilm zusammengeschnitten. So waren wir gespannt darauf, was die Filmemacher der NEUESUPER GmbH aus der bekannten Figur gemacht haben. Positiv: Die eher unrühmlichen Filmabenteuern „Pumuckls Abenteuer (1999)“ und „Pumuckl und sein Zirkusabenteuer (2003)“ wurden ignoriert.

Die Geschichte beginnt erneut in der alten Schreinerei, der Meister Eder ist tot und seine Erben Schreiner Florian und Bärbel gedenken das alte Haus zu verkaufen. Während der Verkaufsbesichtigung wiederholt sich die bekannte Geschichte. So ist es kein Wunder dass Kobold Pumuckl an einem Topf voller Leim kleben bleibt und für Florian Eder sichtbar geworden ist. Ebenso wird wie im Originalfilm Pumuckls Puppenbett zum Trigger. Etwas merkwürdig empfanden wir die konstruierte Geschichte rund um einen Opa, der seiner Enkelin besagte Schreinerei kaufen will.

pumuckl am grab vom alten meister eder
Pumuckl am Grab vom alten Eder

Überraschend war emotional war der zweite Akt. in dem die Autoren, den Pumuckl direkt mit dem Tod verstorbenen Meister Eders konfrontieren Hier spielt Florian Brückner äußerst einfühlsam, um dem kleinen Kobold wie auch den kleinen Zuschauern, das Thema Tod näher zubringen. Bei einer Szene jedoch, wird der ein oder andere dennoch schlucken müssen: denn als Pumuckl erkennt dass der alte Eder unter der Erde begraben liegt, wo es kalt und dunkel ist, versucht er panisch diesen auszubuddeln. Der dritte Akt ist dafür wieder überaus kinderfreundlich ausgefallen, wohl um die Gemüter zu besänftigen. 

Fun-Fact: Der alte Kinofilm enthält zwar die gleichen drei Geschichten, diese wurde jedoch für den Kinofilm und die Serie mit unterschiedlicher Besetzung zweimal gedreht. Für die Neuauflage wiederum schnitt man die ersten drei Episoden zu einem Langfilm zusammen.

Die Inszenierung des Kobolds mit dem roten Haar

Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Beckenrand Sheriff„) bewies ein Händchen dafür, das alte Flair in die Neuzeit zu transportieren. Das Produktionsteam hat sich ebenfalls sichtlich Mühe gegeben, eine zeitlich passende Fortsetzung zu schaffen. Dabei setzte man zwar auf Computer gestützte 3D-Technik, behielt aber den handgezeichneten Look bei, den man unter der Regie Ulrich König aus alten Folgen kennt. Die trotz des alten Looks dennoch keineswegs altbacken wirkt. 

Die Schreinerei, bzw. das alte Gebäude, welches in einem Münchner Innenhof stand, wurde kurz nach Ende der Dreharbeiten der alten Serie abgerissen. Um keinen Stilbruch zu begehen, begann man nicht nur die Fassade von Eders alter Schreinerei wieder aufzubauen, sondern gleich den ganzen bekannten Hinterhofs nachzubilden. Hier zeigen unsere deutschen Set-Bauer wieder einmal, dass sie sich nicht vor der ausländischen Konkurrenz zu verstecken brauchen. Besonders dann, wenn man was neues baut, um es dann alt und verwittert aussehen zu lassen. Mehr dazu erfährt man auf der DVD / Blu-ray in den Extras: Making of – aus dem Leben eines Kobolds.

florian eder mit puppenbett ihm gegenüber der pumuckl
Der Pumuckl weiß nun nicht mehr wohin, villeicht hat Florian eine Idee

Das größte Problem sollte jedoch Pumuckls Stimme werden. Dieser wurde einst von dem verstorbenen Schauspieler Hans Clarin gesprochen. Der nebenbei bemerkt auch die Hörspiel Stimme des Spuk-Gespenst „Hui Buh“ war und in der Realverfilmung den Butler spielte. Als neuen Sprecher engagierte man den deutschen Kabarettisten Maxi Schafroth. Dank künstlicher Intelligenz wurde die Stimme Clarins nachgebildet und Schafroth kurzerhand durch Deepfake in Hans Clarin umgewandelt wurde. Wer die alte Serie nicht ganz genau kennt, wird den Unterschied wohl gar nicht hören.

Der neue Meister Eder und der restliche Cast

Florian Brückner („Der Boandlkramer und die ewige Liebe„) übernahm das schwere Erbe der Rolle des Meister Eders. Unserer Meinung nach ist Brückner ist ein würdiger Nachfolger von Gustl Bayrhammer. Diesem gelingt es moderne und nostalgie zu verbinden. Maximilian Schafroth ist als Stimme von Ellis Kaut erdachten Figur Pumuckl zu hören. Seine Stimme erfuhr per K.I. ein Upgrade, um wie der Original-Sprecher Hans Clarin („Edgar Wallace„) zu klingen.

Ilse Neubauer („Eberhoferkrimi: Dampfnudelblues“) kehrt nach rund 40 Jahren zurück in ihre Rolle der Hausmeisterin Frau Stürtzlinger. Ina Meling („Hubert und / ohne Staller„) ist als Schwester Bärbel und Nicht des verstorbenen Eders zu sehen. In weiteren Rollen: Alexander Schubert („Warten aufn Bus„), Dela Dabulamanzi („Para, wir sind King„, „Krass Klassenfahrt„), Matthias Bundschuh („Es ist zu Deinem Besten„), Rapper Eko Fresh ist einer Szene als Paketbote zu sehen,

Neue Geschichten vom Pumuckel (2024) Kritik & Fazit:

neue geschichen vom pumuckl kinofilm blu-ray cover
Neue Geschichten vom Pumuckl – Der Kinofilm: Blu-ray
Wertung: 7 / 10 ★

Die neue Serie rund um den rothaarigen, quirligen Knilch namens Pumuckl hat uns positiv überrascht. Trotz unserer Zweifel ist es den Filmemachern gelungen, den Charme und Geist des Originals zu bewahren. Während sie gleichzeitig behutsam moderne und neue Elemente einführen: Womit der Neffe vom Meister Eder auf den einsamen Pumuckl trifft. Die Entscheidung, die Handlung in der vertrauten Umgebung der Schreinerei beginnen zu lassen, wie auch der Trigger mit dem Leimtopf, schaffte dabei einen unheimlichen Wiedererkennungswert.

Besonders überraschend war der mutige Schritt, das Thema Tod in die Geschichte einzubinden. Steht doch für den Pumuckl die Frage im Raum, wann der alte Meister Eder zurückkommt! Die einfühlsame Darstellung von Florian Brückner in diesen Szenen auf dem Friedhof dürfte für Kinder dennoch verständlich sein und nicht zu traurig sein. Selbst dann, wenn es unerwartet emotionaler wird. Ein paar Kritikpunkte gibt es dann doch. Die Geschichte, dass ein Opa seiner Enkelin eine Schreinerei kaufen will, ist doch recht vage. Ebenso empfanden wir die Geschichte bzw. das Spiel im letzten Drittel als „zu“ kindgerecht.

Die technische Umsetzung, insbesondere den Look trotz 3D-Technik, den handgezeichneten Animationen anzupassen, verleiht der Produktion eine nostalgische Note. Dies wirkt in Zeiten überbordender CGI dabei nicht altmodisch, sondern eher charmant. Der überaus aufwendige Neubau der alten Kulissen zeugte bei der Sichtung von großer Liebe zum Detail. Ebenso die Stimme von Hans Clarin, mittels KI-Technik zu rekonstruieren, empfanden wir als äußerst geglückt.

Fazit: Insgesamt sind wir der Meinung, dass „Neue Geschichten vom Pumuckl“ eine gelungene Fortsetzung der alten Serie geworden ist, womit es fortan Pumuckl und Florian heißt, statt der alte Meister Eder und sein Pumuckl. Die Macher bewahrten dabei den Geist des Originals und dürften dabei gleichzeitig eine neue Generation von jungen Zuschauern ansprechen können. Eltern können hier bedenkenlos ihre Kleinen mit dem lustigen Kobold „bekannt“ machen. 

Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2024 Constantin Film – alle Rechte vorbehalten!