Eine Vampir-Ballerina mit mörderischen Appetit
Blut, Schreie und eine tödliche Überraschung: Der neue Horrorschocker „Abigail“ der „Scream VI“-Macher lässt einer Bande von Kidnappern die Nackenhaare zu Berge stehen! Was als simpler Entführungsplan beginnt, entpuppt sich als höllischer Albtraum für die sechs angeheuerte Entführer. In einem gruseligen Herrenhaus gefangen, müssen sie erkennen: Ihr Opfer Abigail ist kein gewöhnliches Mädchen, sondern ein blutrünstiger und hungriger Vampir im Ballettröckchen. Ob Bettinelli-Olpins und Tylers neuster Streifen eine explosive Mischung aus Splatter und schwarzen Humor geworden ist und dem Horrorgenre eine neue Kultfigur geschenkt hat oder doch nur ein zahnloser Flop geworden ist, erfahrt Ihr in unserem Film Review.
Die Handlung von „Abigail“
Der Plan war so einfach, was soll auch schieflaufen, wenn man ein kleines Mädchen entführen will? Das dachten sich auch Frank (Dan Stevens), Rickles (William Calett), Peter (Kevin Durand), Dean (Angus Cloud), Sammy (Kathryn Newton) und Joey (Melissa Barrera) und 50 Millionen Dollar entkräften jegliche Bedenken. Der Coup läuft planmäßig ab und die sechs Kidnapper können das kleine Mädchen unbehelligt zu einem verlassenen Anwesen bringen. In diesem wartet bereits ihr Auftraggeber Lambert (Giancarlo Esposito), nur um ihnen nochmals einzubläuen, wie wichtig es ist jetzt keine Fehler zu machen.

Langsam machen sich jedoch Fragen breit, zu wem gehört die Kleine Abigail (Alisha Weir) und wer hat so unglaublich viel Kohle? Nach einem tödlichen Zwischenfall flippt Frank aus und will von der Kleinen wissen, wer ihr Vater ist. Die Antwort lässt sein Blut in den Adern gefrieren, denn dieser ist niemand geringerer als der gefürchtetste Mann des Landes. Und einer seiner Handlanger, den noch nie jemand leibhaftig gesehen hat, ist dafür bekannt seine Opfer wortwörtlich in der Luft zu zerreißen. Doch was die sechs unfreiwilligen Kollegen nicht ahnen, dieses Monstrum ist bereits unter ihnen und ein Entkommen aus diesem Herrenhaus scheint plötzlich unmöglich geworden zu sein …
Die Filmemacher
Wer den Film anschaut, wird immer wieder an einen Horrorfilm der vergangenen Jahre erinnert: „Ready or Not – Auf die Plätze fertig los“. Und so stecken tatsächlich die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett hinter diesem Film. Wer nun glaubt, dass die Scream VI Macher nur eine schlappe Kopie ihres einstigen Überraschungshits abdrehten, der irrt. Denn wie schon in „Ready or Not“ bietet ihr neuer Film „Abigail“ wieder einen Haufen starker Einfälle und ist mindestens so unterhaltsam. Dennoch gibt es ein paar ähnliche Szenen, die nun etwas größer ausgefallen sind, doch dazu später mehr. Auch wenn dieser wirklich alle Erzählkonventionen des klassischen Vampirmythos beinhaltet, weiß dieser mit einigen coolen Ideen zu überzeugen.
Die Inszenierung
Nach einem erfolgreichen Coup landet eine buntgemischte Gruppe angeheuerte Krimineller in einem entlegenen Anwesen, welches sich zu einer Todesfalle entwickeln wird. Diese kidnappen die kleine Ballerina Abigail, die ein gruseliges Geheimnis birgt. Entgegen dem Film „Ready or Not“ wird nun statt einer Braut gleich eine ganze Bande von einer bissigen Ballerina gejagt. Die Entführung dient als Grundgerüst für den Film, die vermeintlichen Twists wie die Hintergrundgeschichte um das wie, warum, weshalb ist recht dünn ausgefallen. Der Schauplatz des abgelegenen Herrenhaus, mit seinen zig Räumen und Gängen, ist dem Regie-Duo wieder sehr gut gelungen.

Der Genre-Fan erwartet eine monströse und vor allen Dingen blutige Jagd und die bekommt er auch. Nachdem der kopflose Dean (also nicht der kopflose Nick aus Harry Potter) enthauptet aufgefunden wird, ist das Schlachtfest eröffnet. Und so lassen die Filmemacher so gut wie nichts aus, was man so aus den bekannten Vampir Vertretern kennt. Hier wird gebissen, geblutet, gerissen, verwandelt, explodiert und alles bekam noch ein recht blutiges Kunstblut Upgrade. Was den Film aus der Masse, wie schon „Renfield“ hervorhebt, ist der schwarze Humor und besonders die Nachwuchsdarstellerin.

Jedoch ist trotz meiner lobenden Worte nicht alles Gold was glänzt. Wer wie bereits erwähnt eine handfeste Story mit Tiefgang erwartet ist hier falsch. Die eingestreuten konstruierten Erklärungen unterbrechen dabei den Filmfluss immer wieder mal. Wer „Ready or Not“ gesehen hat, wird ab und an auch an diesen erinnert. Hier sei die Szene im Leichenpool erwähnt, die man aus besagten Film schon kennt, nur mit wesentlich weniger Leichen. Der Final Kampf ist zwar sehr gut choreografiert, dennoch hätten es ein, zwei Fontänen des roten Lebenssaft weniger auch getan.
Das Schauspiel
Der Cast besteht aus einem sehr spielfreudigen Ensemble. Dan Stevens als Frank ist der vermeintliche Kopf der Gruppe, der wahrlich über Leichen geht. Sammy, gespielt von Kathryn Newton ist die gelangweilte Prinzessin, die ihren Kick als Hackerin bekommt. Angus Cloud ist Dean der zugedröhnte Fluchtwagenfahrer während William Cattlet als der Rickles Ex-Marine und Scharfschütze zu sehen ist. Kevin Durand ist wie gehabt der Mann fürs Grobe und spielt den gutgläubigen Peter. Zuletzt wäre dann noch Melissa Barrera („Scream„) die undurchsichtige Joey und Sympathieträgerin des Films.

Diesen steht Alishia Weir als Abigail gegenüber, eine kleine, vermeintlich harmlose Ballerina und Tochter eines Multimilliardärs. Doch tief im Innern wohnt in ihr die Tochter des Bösen, seines Zeichens Draculas. Jahrhunderte alt und tödlicher als jeder Profikiller mit geladener Waffe. Dabei überzeugt die Nachwuchsdarstellerin auf ganzer Linie und lässt ihre Entführer mit wachsendem Entsetzen in Panik verfallen. Wir sind der Meinung, dass die kleine Alishia ihre Schauspielkollegen und selbst Esposito als Lambert an die Wand spielt. Der leider nur in einer winzigen Rolle zu sehen ist.
Abigail (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 6,5 / 10
Nachdem die Filmwelt mit Zombies und Vampiren überflutet wurde und man dieser überdrüssig wurde, müssen wie zugestehen, das „Abigail“ Universal Pictures gescheiterten Dark Universe wieder frischen Wind eingehaucht hat. Statt altgedienter Herren oder blutrünstigen Frauen, geht nun eine „bissige“ Ballerina auf Beutejagd. So bekommt der Zuschauer von dem Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillet ein wahrlich enthemmtes Splatterfest präsentiert, das zuweilen an deren Erfolgshit „Ready or Not“ erinnert.
Ebenso kann sich der Film Effekt-Technisch sehen lassen, zwar kennt man die gängigen Szenen des Ablebens eines Blutsaugers, aber entgegen dem CGI-Blut-Trend, fließt hier mal wieder richtiges Kunstblut in strömen. Nachteilig wiederum wirkt die Story, diese passt auf einen Bierdeckel und wirkt zum Ende hin langatmig, ebenso wie die konstruierten Hintergrundgeschichten. Was dem spielfreudigen Ensembles aber gut gelingt auszugleichen.
Jungdarstellerin Alisha Weir weiß in ihrer Rolle besonders dann zu überzeugen, wenn die kleine Vampirin von der Leine gelassen wird. Das bunt zusammengewürfelte Ensemble weiß mit seiner Spielfreude zu unterhalten um dann in ein furioses Finale überzugehen. „Abigail“ ist einer dieser Horrorfilme, welcher selbstironisch daherkommt und seine Stärken gekonnt auszuspielen weiß. Wer schon mit „Renfield“ oder „M3GAN“ seinen Spaß hatte, wird von „Abigail“ sicherlich nicht enttäuscht werden.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2024 Universal Pictures alle Rechte vorbehalten.



