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Kann die Fortsetzung des Boandlkramers überzeugen?
Michael „Bully“ Herbig kehrt in seine Paraderolle des „Boandlkramers“ zurück und muss sich mit der Liebe auseinandersetzen, stellt sich nur die Frage ob dieser Plot auch aufgeht. Wer die Geschichte vom Brandner Kaspar gesehen und Herbig als Tod erlebt hat, dürfte gemerkt haben, wie viel Spaß er an dieser Figur hatte. So ist es kein Wunder das Regisseur Joseph Vilsmaier und Michael Herbig dem Boandlkramer eine Fortsetzung gegönnt haben.
In dieser muss sich der Tod mit der Liebe auseinandersetzten und diese trifft ihn genau da, als er den kleinen Maxl, den Sohn der alleinerziehenden Gefi (Hannah Herzsprung) holen soll. Dies bringt er nicht über sein frisch erwärmtes Herz. Was passiert jedoch wenn er die himmlische Ordnung stört? Ein „Glück“ dass der Teufel (Hape Kerkeling) ihm seine Hilfe anbietet, das jedoch nicht ohne eigene Pläne zu verfolgen. Ob Vilsmaier und Herbig daraus nun eine runde Geschichte schaffen konnten, verrät wie immer meine nachfolgende Filmkritik.
Worum geht’s in Der Boandlkramer und die ewige Liebe?
Der Boandlkramer (Michael Herbig) hat eigentlich schon einen besch****eiden Job, aber diesmal kommt es richtig dick: Er soll den kleinen, schwerkranken Maxl abholen. Als er die Stube betritt und sieht, wie Mutter Gefi (Hannah Herzsprung) verzweifelt am Bett betet, schmilzt dem Tod das kalte Herz – er verliebt sich glatt in die hübsche Mama. Den Buben mitzunehmen bringt er nicht mehr übers Herz. Stattdessen schummelt er dem Himmel kurzerhand den frisch verblichenen Frauenhelden Max Gumberger (Sebastian Bezzel) als Ersatz unter und lässt sich auf einen verdammt faulen Deal mit dem Teufel ein. Der schenkt ihm zwar das ewige Leben als Sterblicher auf Erden, brummt ihm aber ein absolutes Arbeitsverbot als Seelensammler auf.

Während der Boandlkramer versucht, mit Gumbergers verstaubten Flirttipps und gegen einen lästigen Nebenbuhler bei Gefi zu landen, brennt im Himmel ordentlich die Hütte. Weil der Tod seinen Job an den Nagel gehängt hat, kommen keine Seelen mehr oben an und der göttliche Plan droht vollends vor die Hunde zu gehen. Da der liebe Gott auch noch im Urlaub weilt, versuchen die Erzengel um Gabriel (Eisi Gulp) panisch, das bürokratische Himmelschaos zu vertuschen. Am Ende muss ausgerechnet der verliebte Boandlkramer selbst den Karren wieder aus dem Dreck ziehen.
Die Inszenierung eines verliebten Todesboten
Auch wenn mir die Figur des Brandner Kaspars aus dem Film „Die Geschichte des Brandner Kaspars“, gerade wegen seiner Schlitzohrigkeit gefallen hat. War Michael Herbigs Nebenrolle als Boandlkramer, der Showstealer, sprich das Highlight des gesamten Films. Schon damals dachte ich, dass dieser auch in einen eigenen Film passen würde. Dabei stellt sich jedoch immer die Frage, ob solch eine Figur, einen ganzen Film allein tragen kann.

Mit der Fortsetzung haben Michael „Bully“ Herbig und Regisseur Joseph Vilsmaier tatsächlich eine passende Geschichte gefunden. Nach dem Drehbuch von Ulrich Limmer und Marcus H. Rosenmüller (Beckenrand Sheriff“, lassen sie den Tod auf Freiersfüßen wandeln. Wobei er beginnt die Mutter des todgeweihten Maxl zu umgarnen. Da der Tod wiederum nur von zukünftigen „Kunden“ gesehen werden kann, braucht es nun überirdische Hilfe.
Diese erscheint sogleich in der Form des Teufels, hervorragend teuflisch dargestellt von Hape Kerkeling (Horst Schlämmer sucht das Glück: Kritik). Dieser hat mit dieser vermeintlichen Hilfsaktion, jedoch ganz andere Dinge im Sinn. Denn wandelt der Tod nur noch auf Erden, bekommt der Himmel keine Seelen mehr. Dies könnte den göttlichen Plan gefährden. Was der Heilige Nantwein (Jürgen Tonkel) wie auch der Erzengel Gabriel (Eisi Gulp) und der Himmelspförtner (Rick Kavanian) nicht zulassen können.

Trotz der vielen turbulenten Ereignisse und dem hin und her, zwischen Erde und Himmel, schafften es Vilsmaier und Herbig einen ausgewogenen und witzigen Film zu kreieren, der die Geschichte rund um den Boandlkramer nachvollziehbar weiter erzählt. Dieser wird den Irrungen und Wirrungen der Liebe ausgesetzt und beißt sich eins ums andere Mal, die Zähne an seiner Angebeteten aus. Besonders herrlich wird die Geschichte, wenn er einerseits die holde Maid umgarnt und andererseits im Himmel Petrus eine Notlüge nach der anderen serviert. So gefällt mir persönlich die Fortsetzung etwas besser, obwohl die Ausgangslage im Vorgänger wesentlich philosophischer ausfällt. Dafür kämpft dieser auch mit ein paar Längen.
In dieser turbulenten Komödie konnten wieder einige deutsche Top-Komödien Darsteller vereint werden. Allen voran Michael „Bully“ Herbig, als der Boandlkramer, Hannah Herzsprung („Sweethearts) als Gefi, Rick Kavanien (Beckenrand Sheriff: Kritik) als Himmelspförtner, Sebastian Bezzel (Kaiserschmarrndrama: Kritik) als Max Gumberger, Petra Berndt als Wirtin.
Sigi Zimmerschied (Weissbier im Blut: Kritik) als Bürgermeister Brehm, Johannes Herrschmann („Hubert und Staller“), Eisi Gulp als Erzengel Gabriel und nicht zu vergessen Johannes Staller Darsteller Helmfried von Lüttichau („Hubert und Staller“) wie auch Ex „James Bond“ Bösewicht Götz Otto (Die Säulen der Erde: Kritik) sowie einige mehr.
Der Boandlkramer und die ewige Liebe (2021) Fazit:

Michael Herbig überzeugt erneut als der Boandlkramer, der sich dieses Mal nicht mit einem verschlagenen Bauern anlegen, sondern sich mit der Liebe auseinandersetzen muss. Zudem sind es die Ur-bayrischen Charaktere und der irrsinnige Plot, die den Film so herrlich unterhaltsam machen. Was auf der einen Seite nach einer schrägen Idee klingt, ist auf der anderen vielleicht gar nicht mal so abwegig – wer weiß das schon.
Die fehlende Zurechnungsfähigkeit des Boandlkramers nutzt der Teufel, teuflisch gut von Hape Kerkeling dargestellt, schamlos aus. Besonders herrlich wird’s, wenn Bully als Tod versucht, den Anweisungen des Max Gumberger zu folgen. Der herrlich trocken von Sebastian Bezzel gespielt wird.
Mit viel Wortwitz und schrägen Charakteren konnte mich der Film richtig gut unterhalten, auch wenn er nicht die Spitze deutscher Komödien darstellt. Dafür bietet der Film viele von mir gern gesehene Darsteller. Wer auf deutsch-bayrischen Humor steht, Fan von Herbig ist und auch mit dem Dialekt klarkommt, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren – die Lachmuskeln werden es einem danken. Wer die o.g. Kriterien nicht erfüllt sollte dennoch auch auf seine Kosten kommen.
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