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Wenn ein Ex-Scharfschütze zum Lebensretter wird!
In „The Marksman“ schlüpft Action-Ikone Liam Neeson in die Rolle des Ex-Marines Jim Hanson, der an der US-mexikanischen Grenze in einen gefährlichen Konflikt gerät. Als er auf eine flüchtende Mutter und ihren Sohn trifft, sieht er sich gezwungen, den Jungen vor einem mörderischen Drogenkartell zu beschützen. Was als routinemäßiger Fahrt entlang des Grenzzauns beginnt, entwickelt sich zu einem packenden Roadtrip voller tödlicher Gefahren, Fallen und unerwarteter Wendungen. Ob Liam Neesons neuster Thriller das Zeug hat zu überzeugen oder ob dieser nur Einheitskost präsentiert verrät die folgenden Filmkritik.
Worum geht’s eigentlich in The Marksman?
Ex-Marine Jim Hanson (Liam Neeson „Miami Vice„) zog es nach seinem Dienst nach Arizona, nahe dem US-mexikanischen Grenzgebiet. Dort lebte und arbeitete er mit seiner Frau als Rancher und Viehzüchter. Doch die Zeit sollte es nicht gut mit ihm meinen, so erkrankte seine Frau schwer. Die Rechnungen der Ärzte fraßen ihre Reserven auf und nach dem Tod seiner Frau blieb ihm nichts. Selbst seine Ranch steht kurz vor der Zwangsversteigerung und auch seine Tochter kann nicht viel für ihn tun. Bei einer seiner Fahrten entlang des Grenzzauns stolpern ihm zwei illegale Grenzgänger, die mexikanische Mutter namens Rosa, samt Sohn Miguel über den Weg. Zwiegespalten ob er die Border Patrol rufen soll, nähert sich dem Zaun ein schwarzer SUV. Jim ahnt, dass hier etwas im Gange ist.

Während die Mutter tödlich verletzt wird, kann Jim zumindest ihren Sohn Miguel retten, den er zu seiner Tochter auf die Polizeiwache bringt. Jim plagen Zweifel, als er erfährt das Miguel wieder zurückgeschickt werden soll. Einerseits versprach er Miguels Mutter ihn zu seinen Verwandten zu bringen, andererseits hätte er nicht erwartet das dieser abgeschoben werden soll. Wird er somit den Mistkerlen aus dem SUV in die Hände fallen? Dies kann Jim nicht zulassen und entführt selbst den jungen Miguel. Nichtsahnend dass die „netten“ Herren vom Grenzzaun, schon die Fährte aufgenommen haben. Denn nichts und niemand außer vielleicht Jim Hanson, kann die Handlanger des mexikanischen Drogenkartells aufhalten.

Liam Neeson kann die Actionfilme nicht sein lassen
Zusammen mit „Honest Thief“ geht es in „The Marksman – Der Scharfschütze“ schon wesentlich gesitteter zu, als in Neesons Actionkrachern „Taken“. Hier spielt er dieses Mal nicht den Top Ex-Agenten, der sich selbst reaktiviert. Dennoch erhielt seine Figur erneut eine kampferfahrene Charakterzeichnung. In diesem Fall ein Veteran und Ex-Marine. Als verarmter Rancher und Witwer, versucht er dennoch anständig durch das Leben zu kommen. Bis er auf seinen Trigger, in dem Fall die mexikanische Mutter Rosa, samt Sohn Miguel trifft. Diese wecken seinen Beschützerinstinkt und der Tod Rosas samt versprechen Miguel zu seinen Verwandten zu bringen ihn, wie gehabt in enorme Schwierigkeiten. Als er erfährt, dass Miguel zudem noch abgeschoben werden soll, entführt er diesen und es folgt ein Roadtrip zu Miguels Verwandtschaft. Die bösen Schergen eines mexikanischen Kartells immer im Anschlag.

Ja, der Plot dürfte mehr als bekannt sein: ein Unbeteiligter stolpert in eine gefährliche Situation und entschließt, wenn auch widerwillig, seine Hilfe anzubieten. Ebenso wurde nicht vergessen, die bekannte anfängliche Abneigung mit beginnender Freundschaft einzubauen. Man versucht zwar die Story mit zwei, drei Szenen aufzupeppen und mehr Spannung zu erzeugen. Dem Zuschauer ist aber bei jeder Filmminute klar, was als Nächstes passieren wird. Der Film beginnt mit der Rettung, es folgt der Roadtrip mit Versöhnung und das große Finale. In diesem muss Liam Neeson, gewaltig Federn lassen und die letzte Szene wird dann entsprechend konsequent zu Ende gebracht. Hierbei musste ich an Clint Eastwoods „Gran Torino“ denken. So geht „The Marksman“ zwar die gleichen Wege, schafft es aber nicht mit diesem gleichzuziehen.

Der Cast ist überschaubar und trotz weiterer Figuren wie Tochter, Mutter, Bandenmitgliedern, korrupten Bullen, etc. spielt sich alles nur zwischen Liam Neeson („Retribution„) als Jim Henson, Jacob Perez als Miguel und Juan Pablo Raba als Mauricio, der Handlanger des Kartells ab. Die Actionszenen wurden ordentlich umgesetzt und die Spannung ist recht solide. Wobei man hier niemals Gefahr läuft sich die Fingernägel abzukauen, da der Film doch recht vorhersehbar bleibt. Die restlichen Punkte wie Settings, Kamera und musikalische Untermalung bewegen sich auf ordentlichen Niveau, mehr aber auch nicht.
The Marksman (2021) Fazit:

Obwohl der Trailer einen anderen Eindruck vermittelt, geht es in The Marksman wesentlich ruhiger zu. Die Actionszenen halten sich bis auf das Nötigste in Grenzen, im Mittelpunkt steht klar die Dramatik: die Mission, den kleinen Miguel in Sicherheit zu bringen.
Die Figurenzeichnung bleibt ebenfalls recht oberflächlich, einzig Neesons Charakter Jim Hanson bekommt eine etwas größere Hintergrundgeschichte spendiert. Die Beweggründe von Miguels Mutter zur Flucht sind zwar nachvollziehbar, bedienen jedoch das genretypische Klischee: Mutter eines Sohnes will von ihrem gewalttätigen Mann, ein Drogenbaron, weg.
Neeson spielt hier auf dem gewohnt hohem Niveau und die Chemie zwischen ihm und seinem jungen Co-Darsteller passt. Die Spannungsmomente sind wie die Actionszenen rar gesät und dienen wenn sie nötig werden mehr der Dramatik. So bleibt ein unterhaltsames Thriller-Drama mit einem überraschend konsequenten Finale, welches durch die Interaktion zwischen dem alten Rancher und dem jungen Flüchtling besticht.
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