Ralph Fiennes inmitten von Intrigen und Machtspielen
Ausgezeichnet mit dem Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch kehrt Edward Berger nach „Im Westen nichts Neues“ mit einem Thriller über die Machenschaften während der Papstwahl im Vatikan zurück. In“Konklave“ muss Ralph Fiennes als Kardinal Kardinal Thomas Lawrence, nach dem überraschenden Tod des alten Papstes, die Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts beaufsichtigen. Es stellt sich heraus, dass die Kardinäle alles andere als aufrichtig oder gar demütig sind. So wird er Zeuge von Intrigen, Komplotten und Machtspielen die sich innerhalb der sixtinische Kapelle abspielen. Ob uns Bergers Vatikan-Thriller, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Robert Harris, überzeugen konnte, erfahrt Ihr in unserer Filmkritik.
Worum geht’s in „Konklave“?
Nach dem plötzlichen Tod des Papstes versammeln sich die Kardinäle im Machtzentrum der katholischen Kirche, gilt es doch einen neuen Papst zu wählen. Dekan Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes) leitet das Konklave, doch die Lage wird komplexer, als der mysteriöse Kardinal Benítez (Carlos Diehz) aus Kabul auftaucht, den der Papst im Geheimen zum Kardinal ernannte – ein letztes Geheimnis der verstorbenen Eminenz? So buhlen vier Kandidaten um die Nachfolge: der liberale Kardinal Bellini (Stanley Tucci), der erzkonservative Kardinal Tedesco, der machthungrige Kardinal Tremblay (John Lithgow), wie auch Kardinal Adeyemi, der erste afrikanische Anwärter.

Doch statt in Demut und Güte ein neues Kirchenoberhaupt zu wählen, findet sich Lawrence in einem von Machtgier versuchten Wahlkampf wieder. Und während die Menge draußen darauf wartet, dass weißer Rauch aus dem Schornstein aufsteigt, taucht plötzlich eine Nonne auf, die mit einem der Kardinäle ein uneheliches Kind hat. Auch Schwester Agnes (Isabella Rossellini) scheint einige Geheimnisse zu wissen. Als obendrein noch eine Bombe nahe dem Vatikans explodiert, scheint die Konklave ernsthaft gefährdet, doch es wartet noch ein wesentlich brisantes Geheimnis auf seine Entdeckung.
Der Papst ist tot, es lebe der Papst, die Inszenierung
Mit „Konklave“ scheint Filmemacher Edward Berger nach „Im Westen nichts Neues: Review“ (2022 Oscar Gewinner als bester internationaler Film) erneut ein heißes Eisen für den besten Film des Jahres in petto zu haben. Die Idee hinter dem Film ist dabei gar nicht mal so abwegig. Wäre es doch denkbar, dass die verschiedenen Flügel / Kardinäle der Kirche ebenfalls versuchen, einen bevorzugten Kandidaten zu pushen. Während der Papst an einem Herzinfarkt in Bergers Film starb, machen die aktuellen Meldungen über den schlechten Gesundheitszustands des echten Papst Franziskus, den Film noch eindringlicher, in Hinblick auf eine reale Konklave.

Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Harris, der zusammen mit Peter Straughan für das Drehbuch verantwortlich ist, schuf Berger einen Film über Machtspiele und Komplotte einiger Kardinäle, die zu einer Konklave gerufen wurden (Papstwahl). So sieht sich sein Hauptdarsteller Ralph Fiennes (James Bond – Keine Zeit zu sterben: Review) als Konklave begleitender Dekan Kardinal Thomas Lawrence allerlei Verschwörungen ausgesetzt. So muss er diese nicht nur aufdecken, sondern sich selbst gegen Vorwürfe wehren

Neben all den Widrigkeiten gibt es noch etliche Geheimnisse im Film, die die Spannung steigern. Angefangen von den Papst-Anwärtern, bis hin zum Verstorbenen selbst. Der Twist, den aus Mexiko stammenden Kardinal Benitez als unbekannten Papstanwärter einzuführen, steigert zwar die Spannung, macht den Thriller aber auch vorhersehbar. Dennoch gibt es eine Wendung mit der wohl niemand gerechnet hat. Der Bombenanschlag wirkt jedoch recht konstruiert statt dramatisch. Man merkt dass dieser als Trigger für den weiteren Verlauf benötigt wird.

Um die Machtspiele hinter verschlossenen Türen intensiv zu inszenieren, setzte Berger auf eindringliche Kulisse des Vatikans. Die in den bekannten italienischen Cinecittà Studios nachgebaut wurden und eine unglaubliche Authentizität versprühen. Dazu wirkt das Setting, entgegen den knallroten Roben, ziemlich trist. Ganz zu schweigen von Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle, welche im Film überwiegend ziemlich düster gezeigt wird. Hier lieferte Kameramann Stéphane Fontaine wunderbare Bilder, die eine klaustrophobische Wirkung haben. Komponist Volker Bertelmann erschuf einen perfekten und intensiven Soundtrack.

Info: Wer sich für weitere Filme oder Serien interessiert, die sich mit dem Papst und machthungrigen Kardinäle beschäftigen, dem können wir die Serie „The Young Pope: Review“ mit Jude Law als Papst ans Herz legen.
Die darstellerischen Leistungen in Konklave
Der Film bietet ein hervorragendes Ensemble und wird von der grandiosen Darstellung von Ralph Fienes (bekannt als “M” aus James Bond oder auch Lord Voldemort aus Harry Potter) als Dekan Kardinal Lawrence angeführt. Der den Zuschauer die einerseits starke Entschlossenheit, wie auch dessen Glaubenskrise und Zerrissenheit seiner Figur miterleben lässt. Dieser muss sich gegen Kardinal Tremblay, gespielt von John Lithgow (Bigfoot und die Hendersons: Review), wehren. Lithgows Darstellung ist hervorragend, besonders gegen Ende, wenn seine Figur völlig am Boden zerstört ist, obwohl er kurz vor seinem Triumph stand.

Sergio Castellitto übernahm die Rolle des Kardinals Tedesco, der eine intensive Darstellung seiner Figur abliefert, fürchtet man doch, dass dieser gleich die nächste Inquisition ausruft. Ihm gegenüber steht Kardinal Bellini, der den liberalen Flügel der Kirche vertritt. Dieser wird von Stanley Tucci (Jolt: Review) überwiegend bedächtig und besonnen gespielt. Die wunderbare Isabella Rossellini (The Blacklist: Review) als Schwester Agnes, mit einem kurzen aber intensiven Auftritt. Die Rolle von Kardinal Benetiz wurde von Carlos Diehz übernommen.

In weiteren Rollen sind zu sehen: Lucian Msamati (Doctor Who: Review) als Adeyemi, Thomas Loibl (Hubert ohne Staller: Review) als Mandorff, Jacek Koman als Wozniak, Brían F. O’Byrne als O’Malley, Rony Kramer als Mendoza, Garrick Hagon (Doctor Who: Review) als Krasinski. Bruno Novelli spielt in Rückblenden den verstorbenen Papst.
Extras der Blu-ray und weitere Filminfos:
Die Blu-ray beinhaltet ein Featurette, bei dem Cast und Crew zu Wort kommen und auch Eindrücke der Set-Rekonstruktion, wie die Dreharbeiten selbst gezeigt werden. Dazu ist der Original Trailer, wie auch eine Trailershow enthalten. Der Film hat eine Laufzeit von 120 Minuten und hat eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren.
Konklave (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 8 / 10
Edward Bergers neuester Film „Konklave“ entführt die Zuschauer in die verborgene Welt des Vatikans, wo nach dem überraschenden Tod des Papstes eine folgenschwere Entscheidung ansteht. Im Zentrum steht Kardinal Thomas Lawrence (brillant verkörpert von Ralph Fiennes), der als Dekan die heikle Aufgabe hat, die Papstwahl zu überwachen. Was als heilige Zeremonie beginnt, entpuppt sich schnell als gefährliches Ränkespiel zwischen vier Kandidaten: dem liberalen Bellini (Stanley Tucci), dem ultra-konservativen Hardliner Tedesco, dem manipulativen Tremblay (John Lithgow) und dem afrikanischen Adeyemi. Die Ankunft des geheimnisvollen Kardinals Benítez aus Kabul verkompliziert die Situation zusätzlich, eine letzte Hinterlassenschaft des verstorbenen Papstes, die Lawrences Glauben ins Wanken bringt.
Der Oscar-prämierte Regisseur erschafft in den legendären Cinecittà Studios eine beeindruckend authentische Vatikan-Atmosphäre. Besonders die düster fotografierte Sixtinische Kapelle wird zum klaustrophobischen Schauplatz kirchenpolitischer Machtkämpfe. Die Kameraarbeit von Stéphane Fontaine und die eindringliche Musik von Volker Bertelmann unterstreichen die spannungsgeladene Atmosphäre des Films perfekt. Während draußen die Gläubigen auf weißen Rauch warten, enthüllen sich hinter den heiligen Mauern erschütternde Geheimnisse, persönliche Dramen und gefährliche Intrigen. Der Film erhielt den Oscar für das Best Adaptierte Drehbuch von Peter Straughan!
Fazit: „Konklave“ erweist sich als packender Kirchenthriller, der geschickt religiöse Tradition mit modernen Konfliktthemen verbindet. Trotz einzelner vorhersehbarer Momente überzeugt der Film durch seine erstklassige Besetzung, authentische Atmosphäre und kluge Dramaturgie. Edward Berger liefert nach „Im Westen nichts Neues“ erneut einen Film von internationalem Format, der die komplexen Mechanismen der Macht hinter den Vatikanmauern eindringlich durchleuchtet.
VÖ-Termin: Der Film Konklave ist ab dem 07. März 2025 überall im Handel auf DVD / Blu-ray erhältlich!
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2025 LEONINE Studios – alle Rechte vorbehalten



