Kate Beckinsale als impulsgestörte Türsteherin!
Kate Beckinsale scheint sich im Action-Genre pudelwohl zu fühlen. Nachdem sie als Vampir Selene in der „Underworld“-Reihe oder an der Seite von Hugh Jackman in „Van Helsing“ bereits ihre Action-Tauglichkeit unter Beweis gestellt hat, schaltet sie in Tanja Wexlers „Jolt“ noch einen Gang höher.
Hier spielt sie die von einer massiven Impulsstörung geplagte Lindy. Seit ihrer Kindheit führen Aggressionsschübe dazu, dass sie zur wütenden Furie wird. Einzig ein spezielles Korsett – eine Weste mit Strominjektoren – hält sie im Zaum. Steigen die Aggressionen, genügt ein Knopfdruck für einen deftigen Impuls, der sie sofort „herunterdimmt“. Ob „Jolt“ als Rache-Actioner überzeugen kann, verrät meine Filmkritik
Worum geht’s?
Lindy (Kate Beckinsale) hatte schon als Kind mit unkontrollierbaren Wutausbrüchen zu kämpfen, die sie von Anstalt zu Anstalt wandern ließen. Erst der Psychiater Dr. Munchin (Stanley Tucci) fand mit der „Schock-Weste“ eine Lösung, die ihr ein halbwegs normales Leben ermöglicht. Doch Normalität hat ihren Preis: Lindy lebt unter totaler Kontrolle, vermeidet Dates und zieht sich komplett zurück. Als sie sich widerwillig auf ein Blinddate mit dem Buchhalter Justin einlässt, passiert das Unglaubliche: Sie spürt echte Nähe.

Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Kurz vor dem dritten Date erfährt Lindy, dass Justin ermordet wurde. Die Polizei tappt im Dunkeln, was Lindy – gelinde gesagt – extrem wütend macht. Und eine wütende Lindy ohne Stromstöße ist das Letzte, was Justins Mörder sich wünschen sollten. Ihr Rachefeldzug führt sie bis in die obersten Ebenen der Unterwelt, während sie selbst von einer mysteriösen „Namenlosen“ (Susan Sarandon) beobachtet wird.
Die Inszenierung: Von Null auf Hundert!
Wer den Inhalt liest, denkt sofort an Jason Stathams (The Beekeeper: Kritik) „Crank“. Während Statham dort Strom brauchte, um überhaupt auf Touren zu kommen, nutzt Beckinsale ihn, um den Wahnsinn zu unterdrücken. Regisseurin Tanya Wexler inszeniert das Ganze als stylischen, schnellen Rachethriller, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt.

Die Action-Sequenzen sind exzellent choreografiert und Kate Beckinsale scheint sich dabei körperlich nicht geschont zu haben. Dass manche Szenen – wie der Hochhaus-Stunt – völlig „drüber“ sind, gehört bei diesem Genre einfach dazu. Wer hier Realismus sucht, ist im falschen Film. Für Fans von „Nobody: Kritik“ oder „Killers Bodyguard 2: Kritik“ bietet „Jolt“ genau die richtige Dosis an kurzweiliger Action.
Die Besetzung von Jolt
Kate Beckinsale trägt den Film mühelos auf ihren Schultern. Sie schafft den Spagat zwischen der verletzlichen, isolierten Lindy und der unaufhaltsamen Kampfmaschine. Stanley Tucci (Konklave: Kritik) als ihr Mentor Dr. Munchin spielt gewohnt souverän, und Susan Sarandon (Jesus Rolls: Kritik) sorgt als „Namenlose“ für den nötigen mysteriösen Touch.

Besonders unterhaltsam ist das Cop-Duo: Bobby Cannavale gibt den verständnisvollen Cop, während Laverne Cox als „böser Cop“ für ordentlich Schwung sorgt. Auch Jai Courtney (100% Wolf: Kritik) macht als tragischer Auslöser des Rachefeldzugs eine gute Figur. David Bradley (Dr. Who: Kritik) spielt den Unterweltboss Gareth Fizel
H2: Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ)
Ist der Film ein reiner Abklatsch von „Crank“?
Obwohl die Prämisse mit dem Strom an „Crank“ erinnert, schlägt „Jolt“ eine eigene Richtung ein. Der Fokus liegt mehr auf dem Rache-Aspekt und Lindys persönlicher Backstory samt Verschwörung.
Ist der Film für Fans von Kate Beckinsale zu empfehlen?
Absolut. Wer Beckinsale in ihrer Rolle als toughe Action-Heldin mag, kommt voll auf seine Kosten. Sie dominiert den Film durch ihre Präsenz und das körperbetonte Spiel.
Wie realistisch fällt der Film Jolt aus?
Wie bei den meisten Filmen dieses Schlags (man denke an „Nobody“) ist Realismus ein Fremdwort. Die Story ist einfach gestrickt und dient primär dazu, die nächste actionreiche Sequenz einzuleiten.
Wie ist die Bild- und Tonqualität?
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Weitere Infos zu Laufzeit, FSK-Freigabe und Bonusmaterial der Blu-ray
Der Film hat eine Laufzeit von ca. 91 Minuten und wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.
An Bonusmaterial gibt es ein Featurette mit Cast & Crew
„Jolt“ überbietet die bekannten Genregrößen wie „Crank“ zwar nicht, kann in seinem Genre aber dennoch überzeugen. Die Action Sequenzen sind sehr gut choreografiert und Kate Beckinsale scheint sich bei diesen auch nicht geschont zu haben. Manche Szenen sind zwar schon weit drüber. Wie zum Beispiel die „wie erklimme ich ein Hochhaus“ Szene. Sind wir aber mal ehrlich, wer sich auf solche Filme einlässt, erwartet doch solche Szenen.
Wer hier meckert, dürfte dann in den bereits erwähnten „Crank“ oder auch Titeln wie „Killers Bodyguard 2“ oder „Nobody“ seine Unterhaltung finden. Bieten diese Genre-Titel den gleichen Vor- wie auch Nachteil, sprich Realismus ist ein Fremdwort. Die Geschichte, samt seiner Twists und Trigger sind zwar recht einfach gestrickt, für einen Rachethriller aber durchaus ausreichend. Die Actions Szenen sind natürlich das Highlight und selbst wenn die Twists keinen großen „Wow“ Effekt auslösen, so haben die Actionszenen ihre Momente.
Jolt (Film 2021) Fazit:

„Jolt“ ist sicher kein Highlight, das den Rache-Thriller neu erfindet, aber es ist ein verdammt unterhaltsamer Genrevertreter. Die Geschichte um Lindy und ihre „Hintermänner“ (bzw. Hinterfrauen) macht neugierig, die Action sitzt und an der schauspielerischen Leistung gibt es nichts zu meckern. Wer nach entspannter Action-Unterhaltung für den Abend sucht und nicht nach der Nadel im Heuhaufen sucht, dürfte hier genau richtig sein. Für mich liegt der Film im oberen Drittel des Mittelfelds – kurzweilig, knackig und genau das, was man erwartet.
Fazit: Ein solider, stylischer Rachethriller mit einer starken Kate Beckinsale, der trotz einfacher Story jede Menge Spaß macht. Wer auf „Crank“ steht, wird auch hiermit glücklich.
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