Angela Merkel auf Verbrecherjagd!
Wer hätte das gedacht, unsere Ex-Bundeskanzlerin auf Mörderjagd. Natürlich nicht die echte Angela, sondern Katharina Thalbach als Kanzlerin im Ruhestand. Die in bester Miss Marple Manier in ihrem zweiten Fall zwei Bestatter-Familien auf den Zahn fühlt.

Mit dabei Thorsten Merten als Ehemann Joachim Sauer und Tim Kalkhof als leidender Leibwächter Mike. Gerade letzterem fällt es sichtlich schwer, seiner Aufgabe bei der umtriebigen Merkel gerecht zu werden. Ob mich die zweite Verfilmung von nach dem Roman von David Safier überzeugen konnte, erfahrt Ihr in meiner Rezension.
Überblick: Miss Merkel Mord auf dem Friedhof
Der übliche Spaziergang mit Mops Helmut führt die Ex-Kanzlerin Merkel (Katharina Thalbach) geradewegs über den Friedhof und wie schon des Öfteren, wird sie vom Gärtner des Klein-Freudenstädter Friedhofs in der beschaulichen Uckermark wieder einmal angepöbelt. Ein gar unangenehmer Zeitgenosse, ganz anders der kultivierte Steinmetz und Bestatter Kunkel (Sven Martinek), der ihr ebenfalls auf dem Friedhof begegnet.

Eine Begegnung, die Angelas Herz in Wallung geraten lässt. Ist es doch nicht nur seine Liebe zu Shakespeare oder seinem rauen Charme. Sondern auch die Ähnlichkeit zu Aramis, einem der „Drei Musketiere„, zumindest in Angies Fantasie. Etwas, das ihrem Mann Joachim nicht sonderlich gefallen wird. Tags darauf, erneut zugegen auf dem Friedhof begegnet ihr statt Kunkel eine Kuh und einige Meter weiter, ein gänzlich toter Friedhofsgärtner.

Für Angie ist klar, das war ganz und gar kein Unfall, sondern eindeutig Mord. Eine These, die Kommissar Hannemann so gar nicht mit ihr teilt. Kurzerhand beginnt unsere Bundeskanzlerin die Ermittlungen zur „Chefsache“ zu machen, ganz zum Unmut ihres Personenschützers Mike, der schon bei ihren vorigen Ermittlungen Blut und Wasser schwitzen musste. Denn wie soll man ein ehemaliges Staatsoberhaupt angemessen beschützen, wenn dieses beginnt Mörder zu jagen.

Aber auch für Angela wird es kniffelig, als ihr Ehemann sie und Kunkel bei einem Umtrunk erwischt. Dennoch kann sie nicht von Kunkel ablassen, scheinen er und sein verfeindeter Konkurrent doch mit der Tat in Verbindung zu stehen. Besonders dann als ein weiterer Mord geschieht. Nun gilt es für Miss Merkel mit Joachim, ihrem Mister Stringer und Personenschützer Mike, dieses Verbrechen aufzuklären.
Merkels Rückkehr: Nur Klamauk oder richtig gute Kriminal-Unterhaltung?
Krimis gibt es in der deutschen TV-Unterhaltungslandschaft wie Sand am Meer, angefangen von des deutschen All-Time-Favorites „Tatort“ über der bis zu meinem aktuellen deutschen Krimi-Highlight „Dünentod„. Hier trennt sich zwischenzeitlich wie bei amerikanischen Gegenstücken ala „NCIS“ oder „The Blacklist“ die Spreu vom Weizen und man muss die Innovativen zwischenzeitlich mit der Lupe suchen.
Doch Ausnahmen wie einst „Hubert und Staller“ (später dann „Hubert ohne Staller“) oder „Der Pass“ gibt es ab und zu doch. Wider Erwarten sind die „Miss Merkel“ Krimis von Autor David Safier eine positiv unterhaltsame Abwechslung vom Einheitsbrei. Obwohl sich der Gute Safier auch an großen Vorbildern vergreift. Damit wären einmal Agatha Christies „Miss Marple“ Romane / Filme zu nennen wie auch „Sherlock Holmes“ von Sir Arthur Conan Doyle.
Der Knüller, Autor Safier lässt dabei nicht eine einfache Rentnerin auf die Mörder los, sondern niemand Geringeres als unsere Ex-Kanzlerin Angela Merkel. Die Idee ist dabei so absurd wie genial, denn ein jeder hat sich bestimmt gefragt, was Angie nun in Freizeit so treiben wird. Ihr zur Seite steht ihr Ehemann Joachim Sauer und Bodyguard Mike, samt Mops Helmut. Zu herrlich, wenn man daran denkt, dass Ex-Kanzler Helmut Kohl ihr Förderer war.
„Mord auf dem Friedhof“ ist jetzt der zweite Fall der „Meisterdetektivin“ Miss Merkel in dem sie auf einem Friedhof die Leiche eines Gärtners findet. Das herrlich kuriose daran, dieser steckt kopfüber in der Erde eines frisch ausgehobenen Grabes und nur noch seine Beine ragen heraus. Eine Szene, die so unwirklich daherkommt, dass sie trotz der mörderischen Tat überaus lustig wirkt.
Allgemein schlägt die Serie einen humoristischen Ton, wie die Krimikomödie „Hubert ohne Staller“ an. Irrwitzige Situationen wie der zweifache Fall eines Hammers auf Angies Füße, der verzweifelte Bodyguard Mike der mit Angies Eskapaden zu kämpfen hat. Nicht zu vergessen Ehemann Joachim, der einen unglaublich trockenen Humor anschlägt. Hier sei nur die Szene mit ihm und Mike in der Pole-Dance Schule erwähnt.
Die Besetzung von Miss Merkel – Ein Uckermark-Krimi
Hätte man mir die Idee präsentiert Katharina Thalbach als Angela Merkel zu besetzen, hätte ich dies für eine recht mittelmäßige Idee gehalten. Doch jetzt muss ich sagen, dass wohl niemand besser in die Rolle einer investigativen Ex-Kanzlerin im Stil einer Jane Marple besser gepasst hätte, als Thalbach. Sie stiehlt einfach jedem weiteren Charakter die Show und man erlebt förmlich, wie viel Spaß sie an dieser Rolle hat. Wahrlich ein Genuss für Freunde alter und neuer Krimiunterhaltung.
Ihr gegenüber stehen Thorsten Merten als Gatte Joachim (Achim / Puffel) Sauer („Sauer wie Lustig“), der einen herrlich „furztrockenen“ Humor an den Tag legt. Hier sei die Pole-Dance-Schul-Szene erwähnt. Dabei sind seine One-Liner und Dialoge auf den Punkt. Dem „Ehepaar“ steht noch Personenschützer Mike bei, der von Tim Kalkhof gespielt wird und versucht die Eskapaden seiner Schutzbefohlenen unter Kontrolle zu halten. Was sich natürlich meist als auswegloses Unterfangen herausstellt.
Diesem Trio wird mit Sven Martinek als Kurt Kunkel, Bernhard Schütz als Ralph Borscht, sowie László Branko Breiding als Peter Kunkel, Paula Kroh als Jessica Kunkel, Johanna Polley als Mehrle Borscht, und Farina Flebbe als Charu Benisha Borscht als die möglichen Mordverdächtigen und Täter entgegengesetzt. Regisseur Torsten Wacker und die Autoren Anja Flade-Kruse und David Safier darauf, das man nicht allzu schnell die Zusammenhänge der o.g. Personen erkennt. Wobei der geneigte Krimi-Fan im ersten Drittel schon auf der richtigen Fährte sein dürfte.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum ersten Film: Miss Merkel – Ein Uckermark-Krimi
Obwohl der erste Film aus dem Jahr 2023 seine Momente besaß und auch recht nett anzusehen war, kann er nicht mit „Mord auf dem Friedhof“, der gen Ende des Films sogar noch angeteasert wird, mithalten. Man merkt der ersten Verfilmung an, dass die Charaktere bisher nicht gänzlich rund liefen und dieser noch einige Ecken und Kanten besitzt, die im zweiten Film überwiegend „geglättet“ wurden.
Dennoch fällt auf, dass sich die beiden Geschichten doch arg ähneln und so gesehen sogar die Opfer-Charaktere ebenfalls die gleichen sind. Nicht nur dass wie bei jedem Krimi einer zu Beginn ermordet wird. In beiden Fällen wird auch jeweils die „neue“ Frau vom wahren Täter „gekillt“. Die Fall Auflösung selbst entspricht der bekannten Methode, alle Verdächtigen zusammenzubringen und dann den Täter zu präsentieren. Der Täter bedroht letztlich dann wie erwartet alle und wird dann leider recht einfältig entwaffnet.
So sollte man keine hochgradige Krimi-Kost wie in bei „Mord im Orient-Express“ oder „Knives Out“ erwarten. Dafür erhält man die kongeniale Idee unsere Ex-Kanzlerin als „schnüffelnde“ Detektivin im Stil einer Miss Marple zu erleben. Wobei auch hier zwei große Detektive vermischt wurden. Auf der einen Seite Merkel und Sauer als Marple und Mr. Stringer auf der anderen, der immer fehlgeleitete Inspektor Lestrade aus Sherlock Holmes. Hier wunderbar unsympathisch von Sascha Nathan als Kommissar Hannemann dargestellt.
Miss Merkel – Mord auf dem Friedhof (2023) Kritik & Fazit:

Wertung: 6,5 / 10
Bereits im vorigen Film, stellte Katharina Thalbach ihr Können als Miss Merkel / Marple unter Beweis. Dieser war zwar nett, empfanden wir aber noch als recht unrund. In „Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof“ hat die Produktion, um Cast und Crew, eine Schippe draufgelegt und konnte unsere Kritikpunkte beseitigen. Die Hauptdarsteller Thalbach, Merten und Kalkhof harmonieren nun perfekt und auch der Krimi selbst, weiß nun zu überzeugen.
Letztlich bieten beide Miss Merkel Film unterhaltsame Krimi-kost im Stil von „Hubert ohne Staller“ und versprühen dabei einen Hauch britischen Christie Charme, dank der hervorragenden Katharina Thalbach. Ebenso brillant und innovativ empfinde ich die Idee, unsere Altkanzlerin als schrullige Hobbydetektivin zu sehen. Besonders die Anspielungen auf ihre einstige Amtszeit, Amtskollegen und besonders ihren Mops namens Helmut sind zu köstlich. Fans nicht allzu ernster Krimi-Unterhaltung sollten hier definitiv mal einen Blick riskieren.
Bilder: Copyright © 2024 LEONINE Studios – alle Rechte vorbehalten!
Die DVD ist ab dem 19. April 2024 überall im Handel erhältlich!



