James Bond – Keine Zeit zu sterben

Wird es wirklich Zeit zu sterben?

Aufgrund der Pandemie mussten die 007 Fans sehr lage darauf warten, bis Daniel Craig wieder in einen Aston Martin stieg. Mit diesem Titel beendet Craig nun seine Rolle als James Bond 007. Nach einer gefühlten Ewigkeit, lag mir die Blu-ray vor und ich konnte mir nun selbst ein Bild von Craigs Abschied machen. Für Craigs letzte Mission, nehme ich mal Bezug auf das alte, aber passende Sprichwort: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ob „No Time To Die“ die Craig / Bond Ära nun auch würdig abgeschlossen hat, erfahrt Ihr wie immer in der nachfolgenden Filmkritik.

Worum geht’s in „Keine Zeit zu sterben“?

Nachdem James Bond 007, nicht nur Spectre, sondern auch Ernst Stavro Blofeld zu Fall brachte, war die Zeit für ihn gekommen zurückzutreten. Zusammen mit Madeleine will sich James aus dem Geheimdienst Business zurückziehen. Ein letzter Besuch am Grab seiner großen Liebe Vesper Lynd, soll gleichzeitig sein Neubeginn werden. Angekommen an Lynds Gruft explodiert diese und James entkommt nur knapp dem Anschlag.

Sein Überleben bleibt den Tätern nicht unbemerkt und so heftet sich eine Horde Killer an Bonds Fersen. Auch diesen kann er entkommen und flüchtet in das Hotel zu Madeleine, die er als Verräterin vermutet. Verwirrt wer nun hinter dieser Falle stand, trennt er sich von ihr, weiß er doch nicht, wem er noch trauen kann. Es wird Zeit James 007 zu begraben, vor Madeleine ebenso wie vor dem MI6.

Keine Zeit zu sterben - Safin - Screenshot
Der Killer hat sein Werk vollbracht

Fünf Jahre sind vergangen, in denen sich James nach Jamaika absetzte. In seiner Abwesenheit erscheint ein neuer Gegner namens Safin auf der Bildfläche. Dieser fackelt nicht lange und stiehlt in London die wohl gefährlichste aller Waffen namens Herakles. Bei Herakles handelt es sich um Nano-Bots, die sich auf die DNA eines jeweiligen Menschen programmieren lassen. So heften sie sich an einen geeigneten Träger und wirken bei Kontakt sofort tödlich.

Der Überträger selbst stirbt zwar nicht, dafür haftet ihm diese Gen-Waffe sein Leben lang an. Während Bonds ehemaliger Arbeitgeber vermutet, er sei zwischenzeitlich tot, wird er von Felix Leiter aufgespürt. Dieser bittet ihn, den Wissenschaftler, der an Herakles mitarbeitete und entführt wurde, aufzuspüren. Hierbei trifft 007 auf einen wahnsinnigen Gegner, der vor nichts und niemanden halt macht. Diese Mission wird einige Opfer kosten und es nicht sicher, ob James Bond selbst, diesen Irrsinn überlebt.

Ein kurzer Blick zurück

„Keine Zeit zu sterben“ oder wie er im Original heißt „No Time to Die“ ist nicht nur Daniel Craigs letzter Auftritt als Bond, sondern auch der 25. Teil der James-Bond-Filmreihe. Somit stellt dieser Bondfilm ein Jubiläum der 1962 begonnenen Filmreihe dar. Daniel Craig ist der der sechste Bond Darsteller und sein fünfter Auftritt als britischer Agent im Dienst ihrer Majestät.

Diese begann mit Sean Connery als Doppelnull Agent, dem George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan folgten. So war es Craigs eigener Entschluss, dass „Keine Zeit zu sterben“ sein letzter Bond-Film werden wird. Eine Entscheidung, die ich ausfolgendem Grund begrüße. Craigs erster Auftritt in „Casino Royal“, stellte eine Neuausrichtung, der von Ian Fleming erschaffenen Figur dar.

So zog sich durch alle Verfiilmungen ein roter Faden. Womit wir bis auf die Figur und wiederkehrende Bösewichte, erstmals eine auf sich aufbauende Filmreihe bekommen haben. So finde ich es gut, wenn man diesen angefangen Plot endgültig abschließt, anstatt ihn ewig auszuweiden. Was weder der Figur noch der Filmreihe dienlich wäre.

Keine Zeit zu sterben - Screenshot 2
Bond (Craig) und Blofeld (Waltz)

Ein bombiger Abschluss oder etwa nicht?

Vorab möchte ich erwähnen, ich werde versuchen, für all diejenigen die „Keine Zeit zu sterben“ noch nicht gesehen haben, nicht zu Spoilern. Der Film beginnt direkt nach den Ereignissen des Films „Spectre“. Zu Beginn wird uns gleich der neue Bösewicht namens Lyutsifer (gesprochen Luzifer) Safin vorgestellt, welcher von Darsteller Rami Malek (Bohemian Rhapsody) verkörpert wurde.

Nach ein paar eindringlichen Szenen und einigen Jahren später, befinden wir uns mit Bond und Madeleine in Süditalien. Hier sucht Bond das Grab seiner großen Liebe Vesper Lynd auf und entgeht nur knapp einem Anschlag. Ein geschickter Trick von Ernst Stavro Blofeld lässt ihn glauben, dass Madeleine die Verräterin sei. So trennt er sich von ihr und taucht für alle unter. Dies so weit, die nachvollziehbare Einleitung, welche uns erklärt warum Bond nicht mehr beim MI6 tätig ist.

Keine Zeit zu sterben - Screenshot 1
Mörderische Jagd in Italien

In Bonds Abwesenheit schlägt Safin zu und erbeutet eine schreckliche neue Waffe, was nicht nur Felix Leiter vom CIA, sondern auch M vom MI6 auf den Plan ruft. Während Felix versucht, Bond zu überreden, wäre es M lieber, dieser würde sich raushalten. Was 007 natürlich nicht tut. So weit so gut, wie gehabt folgen etliche Verfolgungsjagden, Schießereien, Ermittlungen und Aufdeckungen.

Doch in diesem Bondfilm gibt es einige unerwartete Opfer zu beklagen, sowie einen Twist bezüglich Bonds ehemaliger Beziehung. Gerade zu Beginn weiß der Film mit großartigen Actioneinlagen und Stunts zu überzeugen, die im Verlauf aber immer rarer werden. Früher waren diese noch recht einmalig, heutzutage können andere das aber genauso gut, siehe „Fast & Furious 9„.

Keine Zeit zu sterben - Nomi - Screenshot
Steht sie auf Bonds Seite?

Dafür bietet „Keine Zeit zu sterben“ etliche Verweise auf die Bondfilme vergangener Tage. So trifft Bond auf seine Nachfolgerin, die nun seine Nummer trägt. Das Zusammentreffen zwischen Bond und Nomi, lässt den Kenner gleich an „Leben und Sterben lassen (1973)“ mit Roger Moore in der Hauptrolle denken. Hier erwähne ich nur das Abnehmen einer Perücke, wie es schon die vermeintliche CIA Agentin Rosie tat.

Ebenso finden sich in den Dialogen einige Anspielungen auf bekannte Titelzeilen vergangener Titellieder, hier sei „wir haben alle Zeit der Welt“ erwähnt. Womit ich jedem viel Spaß beim Suchen nach diesen Verweisen wünsche. Die Geschichte selbst bietet zwar ein paar Twists und wie erwähnt ein paar unerwartete Opfer, dennoch zog sich alles ein bisschen und manches war auch recht schnell vorhersehbar. Was ich nicht zuletzt der Laufzeit ankreide, die doch recht hoch war.  Für meinen Geschmack hätte Bonds 25. Abenteuer definitiv etwas knackiger inszeniert sein dürfen.

Keine Zeit zu sterben - Rami Malek - Safin
Bonds Gegenspieler plant die totale Vernichtung

Der Gegenspieler

Christoph Waltz (Old Guy: Review) stand bereits in der Kritik, was seine Performance als Bösewicht betraf, dennoch war diese eigentlich recht ordentlich. Für „Keine Zeit zu sterben“ übernahm nun Rami Malek (The Amateur: Review) die Rolle des gefährlichen Masterminds. Maleks Bemühungen in Ehren, aber seine Darstellung löste bei unsere Sichtung nicht wirklich das Gefühl von Gefahr aus.

Besonders wenn man an so prominente Vorgänger wie Gerd Fröbe als Goldfinger, Christopher Lee (The Wicker Man: Review) als Francisco Scaramanga oder Mads Mikkelsen (Indiana Jones 5: Review) als Le Chiffre denkt. Dennoch sind wir der Meinung, hier hätte mehr drin sein können. So sehen wir Waltz noch ein ganzes Stück vor Rami Malek, obwohl sein Landsmann Klaus-Maria Brandauer ein noch besserer Gegenspieler in „Sag niemals nie“ war.

Extras:

Ehrlich gesagt hätte ich gerade bei Craigs / Bonds Abschied etwas mehr an Bonusmaterial erwartet, so ist auf der zweiten Disc Folgendes enthalten: ANATOMIE EINER SZENE: MATERA / BEI DER WAHRHEIT BLEIBEN: DIE ACTION VON KEINE ZEIT ZU STERBEN / EINE GLOBALE REISE / DAS DESIGN VON BOND. Sprich eine Handvoll Clips wo die Verantwortlichen, wie auch die Darsteller noch einmal zu Wort kommen.

Keine Zeit zu sterben - Screenshot 3
Keiner weiß was hier wirklich gespielt wird!

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es zwar schade finde das Daniel Craig seine Bondrolle an den Nagel hängte, dies aber auch nachvollziehen kann. So freue ich mich auf neue Ideen für Bond, hoffentlich mal wieder mit einem richtig starken Gegenspieler und ebenso auf Daniel Craig in „Knives Out 2“ um ihn als Benoit Blanc wiederzusehen.

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) Kritik & Fazit:

Keine Zeit zu sterben - Blu-ray Cover
James Bond Keine Zeit zu sterben: Blu-ray

James Bond: Das war er also nun, der lang erwartete und oft verschobene 25. Bond Film namens „Keine Zeit zu sterben“. Hier schwindelt der Titel dann doch etwas, denn gestorben wird zuhauf.  Wer, wann, wieso, weshalb, warum, wird natürlich nicht verraten. Letztlich wirkte der Jubiläums-Bond durchweg solide und auch mit dem Ende kann man durchaus leben. Dennoch war die Erwartung an ein fulminantes Ende etwas höher. Die Stunts und Actionszenen wussten zu gefallen, die Länge dafür weniger. Rund zweieinhalb Stunden Laufzeit, beherbergten auch ein paar Längen.

Neben der Laufzeit ist leider auch der Antagonist ein Manko des Films. Das Rami Malek überzeugend spielen kann, bewies er bereits in seiner Rolle als Freddy Mercury. Doch als Gegenspieler von 007 verblasste er eher. Ein böser oder gar schizophrener Blick, eine wispernde Stimme und den Finger am Abzug reicht nicht, um ein ernstzunehmender Bond Bösewicht zu sein. Doch genug der Meckerei, alles in allem kann man sagen, dass wir Bond Fans dennoch einen würdigen Abschluss der Ära Daniel Craig bekommen haben.

Fazit: Loben muss man Daniel Craigs Performance als James Bond 007, der den britischen Agenten bis zum Schluss durchweg Top und ermüdungsfrei darstellte und zuletzt nochmals alles gab. Alles in allem ein sehr guter Abschluss und Bond Film, auch wenn dieser und sein Bösewicht nicht ganz an einige Vorgänger heranreicht.  

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