Unnötiges Reboot oder geniales Legacy-Sequel?
Mehr als drei Jahrzehnte sind seit „Die nackte Kanone 33⅓“ vergangen, und wie so viele alte Kinohits bekommt nun auch dieses Franchise eine Neuauflage. Liam Neeson tritt in die Fußstapfen von Leslie Nielsen und wird in „Die nackte Kanone 2025) zu Frank Drebin jr., – der wie einst Daddy – für die „Spezialeinheit“ arbeitet. Regisseur Akiva Schaffer orientiert sich dabei fast 1:1 an den Originalfilmen: Ein charismatischer Bösewicht, eine klassische Femme Fatale und jede Menge Slapstick bestimmen den Ton. Doch war dieses Reboot wirklich nötig, kann Neeson in den großen Fußstapfen von Leslie Nielsen treten und funktioniert der Humor auch heute noch? Genau das klären wir in unserer Kritik.
Liam Neesons „Die nackte Kanone (2025)“ im Film-Check
Worum geht’s?
Frank Drebin Jr. (Liam Neeson) ist in die Fußstapfen seines legendären Daddys getreten und arbeitet seit seinem Dienstantritt mit denselben antiquierten unorthoxen Methoden für die Spezialeinheit. Sein letzter Einsatz bei einem Banküberfall zog einiges an Ärger nach sich. Ein Umstand, der Chief Davis (CCH Pounder) nicht behagt, weshalb sie Drebin an die kurze Leine legt. Derweil werkelt das teuflische Mastermind, Multi-Milliardär Richard Cane (Danny Huston), im Geheimen an einem Plan zur Neuordnung der Welt.

Als Beth Davenport (Pamela Anderson) in Franks Büro erscheint und ihn bittet, ihren verschwundenen Bruder zu finden, der zuletzt für Cane arbeitete, schleicht sich ein leiser Verdacht ein: Hat der vermeintliche Menschenfreund doch etwas zu verbergen? Als Frank dem Tycoon gefährlich nahe kommt und kurz darauf selbst eines Mordes beschuldigt wird, ist klar: Cane hat jede Menge Dreck am Stecken. Doch um Cane aufzuhalten, braucht es einen Cop vom alten Schlag, vom ganz alten Schlag.
Die Inszenierung: Rückkehr zur Police Squad
Rund 30 Jahre nach dem letzten Teil „Die nackte Kanone 33⅓“ setzte man nun Regisseur Akiva Schaffer zusammen mit Hauptdarsteller Liam Neeson (Retribution) auf ein Requel von „Die nackte Kanone“ an. Wie zu erwarten war, erhält der Zuschauer zu 80 % recycelte Gags und Plots – natürlich an die heutige Zeit angepasst. Was ich wiederum nicht erwartet hätte: Die restlichen 20 % funktionieren tatsächlich nur wegen Liam Neeson, den ich mir bis dato nicht in dieser Rolle vorstellen konnte. Er agiert in seiner Rolle so herrlich trocken und unbeirrbar in seinem grenzdebilen Tun, dass er ohne Übertreibung an Leslie Nielsens Thron kratzt und zudem den restlichen Cast an die Wand spielt.

Obwohl der Film auch ein paar frische Gags liefert, erkennt man etliche Szenen wieder, wie: Drebins Irrfahrt (damals Panzer, heute Elektroauto) oder der irrwitzige Romantik-Part. Die Wortwitze sind teils ebenso niveaulos oder unter der Gürtellinie wie schon beim Original. Dennoch ist es kein Film zum Schlapplachen oder gar voller Schenkelklopfer. Man merkt, dass die Respektlosigkeit und die politische Inkorrektheit des Originals, nicht so recht in die Gegenwart transportierbar war. So sind überwiegend platte Gags auf Kleinkindern-Niveau an der Tagesordnung. Siehe die Reinkarnations-Szene in Anlehnung an Frank Drebin Sr. Dafür brilliert Liam Neeson und es gibt einige herrliche Anspielungen, eine davon als direkte Parodie auf die Mission: Impossible Filme.
Die Besetzung: Cast & Crew der chaotischen Cop-Comedy
Die Überraschung war groß, nachdem bekannt wurde, dass Liam Neeson in der Hauptrolle des Lt. Frank Drebin zu sehen sein wird. Ist der 73-jährige Darsteller doch eher für seine Action-Thriller wie Saints & Sinners oder Retribtution bekannt. Dennoch kann er auch hier mit seiner stoischen und furztrockenen Art überzeugen. Daneben ist Ex-Baywatch Star Pamela Anderson als Beth Davenport zu sehen und überrascht mit einer ebenfalls unerwartet witzigen Seite. In Gedenken an George Kennedys Rolle als Ed Hocken, besetzte man Paul Walter Hauser (Fantastic Four: First Steps) als Franks Partner Ed Hocken jr.

Als Gegenspieler sind Danny Huston (The Crow 2024) als Tech-Tycoon Richard Cane und Kevin Durand (Abigail) als Sig Gustafson zu sehen. Während Huston überzeugt, bleiben Durand, ebenso wie CCH Punder als Chief Davis recht blass. In weiteren Rollen: Liza Koshy als Detective Barnes, Eddie Yu als Detective Park, Chase Steven Anderson (Cobra Kai) als Police Squad Techniker, Rapper Busta Rhymes als Bankräuber, WWE Wrestler Cody Rhodes als Barkeeper, Dave Bautista (In the Lost Lands) als Dave Bautista.

Dazu gibt es in einer Szene noch einen Seitenhieb auf Darsteller O.J. Simpson (Flammendes Inferno) und seine Figur Norberg. So ist Moses Jones in einer kurzen Einstellung als „Not Nordberg Jr.“ zu sehen.
Wissenswertes und Fragen zu Film & Blu-ray (FAQ):
Worauf basieren die Nackte Kanone-Filme?
Wer spielt den Original Lt. Frank Drebin und wer spielt im neuen Film Frank Drebin Jr.
Wer hat Die Nackte Kanone / The Naked Gun Filmreihe erfunden?
War ein vierter Teil von “Die Nackte Kanone“ mit Leslie Nielsen geplant?
Welche weiteren Slapstick-Komödien sind empfehlenswert?
Wie lang ist der Film und welche FSK-Freigabe hat er?
Welche technischen Daten und Extras enthält die Blu‑ray?
Die nackte Kanone (Film 2025) Kritik & Fazit:

Auch das Jahr 2025 machte nicht halt vor Reboots und so sehen wir nun Liam Neeson als Lieutenant Frank Drebin Junior. Neeson verkleidet sich als Schulmädchen um Bankräuber zu verkloppen, hat mit seiner Femme Fatal und einem Schneemann ein romantisches Bad, zerstört nebenbei mal schnell mehrere Ladesäulen womit er einen Massenausbruch ermöglicht und erlebt eine irrsinnige Todesfahrt in einem E-Auto. Da wundert es auch nicht, dass er sich Dave Bautista als Body-Double ausleiht. Ja, das Reboot ist dämlich und dabei genauso niveaulos wie damals das Original, kann aber aufgrund der tollen Besetzung wieder einiges wettmachen.
Allen voran Liam Neeson: Obwohl seine Besetzung für eine Slapstick-Rolle auf den ersten Blick unpassend wirkt, liefert er richtig ab und kratzt teils sogar an Nielsens Thron. Auch passt die Chemie mit Pamela Anderson, ihr Spiel fällt ebenfalls überraschend witzig aus. Ihre Stuhlszene ist derart bescheuert, dass diese schon wieder richtig gut ist. Obwohl einige Pointen sitzen, versagt dafür der ein oder andere Wortwitz, der noch bei den alten Filmen für Lacher sorgte.
Fazit: Erzählerisch fällt die neue Parodie im Vergleich zu den alten Filmen zurück, da der Humor stellenweise aus der Zeit gefallen wirkt. So gelingt es dem Film nicht zur Gänze, den respektlosen Geist der Originale in das Zeitalter der Political Correctness zu transportieren. Dafür überzeugt Liam Neeson auf ganzer Linie und sorgt mit seiner Performance wieder für etliche Lacher. So können nicht nur Neeson-Fans, sondern auch Fans der alten „Naked Gun“-Filme hier mal einen Blick riskieren.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 Paramount Pictures zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!







