The Fantastic Four: First Steps

Ist Marvels „First Family“ im MCU angekommen?

Marvel startet mit ‚The Fantastic Four: First Steps‘ nicht nur in Phase 6 ihres MCU (Marvel Cinematic Universe), sondern bricht auch endlich mit einem lästigen Ritual. Statt einer weiteren Origin-Story erleben wir ein bereits gefestigte Superhelden-Team, welches seine Kräfte nicht mehr ganz als Bürde empfindet und von den Bewohnern von Erde-828, einer Retro-Futuristischen Welt, verehrt werden. Diese stehen nun dem kosmischen Giganten und Weltenverschlinger Galactus, gegenüber. Ob dieser “frische” Auftakt dem sechsten Kapitel des MCU gerecht wird, verrät unser Review!

The Fantastic Four: First Steps Trailer

Worum geht’s in „The Fantastic Four: First Steps“?

Dr. Reed Richards / Mr. Fantastic (Pedro Pascal), Sue Storm / The Invisible Woman (Vanessa Kirby), Ben Grimm / The Thing (Ebon Moss-Bachrach) und Johnny Storm / The Human Torch (Joseph Quinn) sind die Fantastic Four, die nach ihrer Mutation durch einen Unfall im Weltraum zu den Beschützern von Erde-828 wurden. Es könnte kaum besser laufen: Die Vier haben die meisten weltlichen Probleme im Griff, während Reed und Sue Nachwuchs erwarten. Wäre da nicht ein gigantischer Weltraumgott, der es auf Erde-828 abgesehen hat. 

Ein Mann und eine Frau im Bett mit einem Baby
Reed (Pedro Pascal) und Sue (Vanessa Kirby) im Bett mit Sohn Franklin

So erscheint ein quecksilberfarbenes Wesen und verkündet den Untergang der Welt. Einst bekannt als Shalla-Bal (Julia Garner), opferte sie sich für ihren Planeten und wurde als Silver Surfer zum Kundschafter des Weltenverschlingers Galactus (Ralph Ineson). Während sich die Fantastic Four diesem Giganten stellten, erkennt Galactus in Sues ungeborenem Kind seine Erlösung. Im Tausch gegen ihren Sohn, wäre er bereit die Erde zu verschonen. Womit das Quartett vor der schier unmögliche Aufgabe gestellt wird: Wie rettet man Millionen Leben, ohne eines davon zu opfern?

Die Inszenierung der Fantastic Four: First Steps

Der neue Marvel Film wartet mit einer Überraschung auf: Statt mit einer generischen Origin-Story zu beginnen, die wohl viele MCU-Film Fans längst satt haben, steigt „First Steps“ gleich rasant ein. Um neue Zuschauer auch ohne Vorwissen mitzunehmen, fasst Mark Gatiss (Mission: Impossible 8) als Showmaster Ted Gilbert, gleich zu Beginn des Films den Werdegang der Helden kurz zusammen – meiner Meinung nach ein cleverer Kniff, statt zum x-ten Mal eine Origin-Story herunter zu beten. Eine weitere Änderung betrifft die Location: die Geschichte spielt nicht auf unserer bekannten Welt (Erde-616), sondern auf einer Parallelwelt namens Erde-828. 

Filmszene: riesiges Außerirdisches metalles Wesen schaut auf die Freiheitsstatue herab
Galactus bahnt sich seinen Weg zu Sues und Reeds Baby

Wer nun wie in den Vorgänger-Filmen den Erzfeind des Quartetts, Dr. Doom erwartet, wird enttäuscht. Diesen spart sich Marvel Mastermind Kevin Feige für Avengers: Doomsday auf. Dafür werden die Vier mit dem „unfreiwilligen“ Antagonisten Galactus konfrontiert. Eine Art kosmisches Wesen, welcher einst menschlich war und gegen seinen Willen mit dem Universum verschmolz. Diese Symbiose fordert ihren Tribut in Form eines unendlichen Hungers, den Galactus mit dem verschlingen von ganzen Planeten stillt. Dazu sendet er seinen Herold (Bote), den Silver Surfer aus um nach geeigneten Welten zu suchen.

Darstellerin Julia Garner als silberne außerirdische Frau in Szene aus Fantastic Four 2025
Shalla-Bal als Silver Surfer verkündet den Weltuntergang

Mit dieser Bedrohungslage, wie dem Twist um dass das Baby von Sue und Reed , feuert Regisseur Mark Shakman ein visuell hervorragendes Actionfeuerwerk mit einiger Dramatik ab. Ebenfalls sehr gelungen fällt das Retro-Design des Films aus, das Setting orientiert sich sowohl an der futuristischen Vorstellung des Amerikas der 1950er- / 1960er-Jahre, wie auch an den Original Comics. Ob Kleidung, Möbel, Geräte oder Autos – alles versprüht einen intensiven Retro-Charme, welcher zugleich vertraut und doch fremdartig wirkt. Für Retro Sci-Fi-Fans ist der Film definitiv eine Augenweide.

Ein Superheld aus Feuer, schießt aus seinen Armen Feuerstrahlen - First Steps Filmszene
Johnny (Joseph Quinn) heizt Galactus so richtig ein.

Dennoch ist der Film nicht ohne Makel: Meiner Meinung nach schwingt in der teils überzogenen Heldenanbetung und dem aufgesetzten Gemeinschaftssinn der Erdenbewohner ein unterschwelliger Patriotismus mit, der beinahe schon aufdringlich wirkt. Ebenso wirkt Reeds andauernde Besorgnis samt dauerhafter Sorgenfalten recht aufgesetzt. Das nächste betrifft die Inszenierung des Silver Surfers: Aus der ursprünglichen Figur Norrin Radd, wird kurzerhand seine einstige große Liebe Shalla-Bal zum neuen Herold. Eine recht auffällige Änderung, die wohl von aktuellen gesellschaftlichen geprägt wurde.

Cast & Crew von „The Fantastic Four: First Steps“

Die Besetzung ist äußerst gut gelungen und den Anfang macht Mandalorian Star Pedro Pascal (Massive Talent) als Dr. Reed Richards aka Mister Fantastic. Sein Spiel ist wie gewohnt hervorragend, ebenso wie das von Vanessa Kirby als Sue Storm, die trotz ihrer Superkräfte eine verletzliche Mutter überaus nachvollziehbar darstellt. Joseph Quinn (A Quiet Place: Tag Eins) u.a. bekannt aus Stranger Things als Gitarren Hero Eddie, übernahm die Rolle von Sues hitzköpfigen Bruder Johnny. Ebon Moss-Bachrach verkörpert Reeds besten Freund und Testpilot Ben Grimm.  

Ein Mann im Anzug konfiguriert einen Roboter in einem Labor - Filmszene
Reed Richards (Pedro Pascal) passt H.E.R.B.I.E.s Programmierung an

Julia Garner (Weapons) spielt die tragische Figur des Silver Surfer (Shalla-Bal). In die Figur des Weltraumgott Galactus schlüpfte Ralph Ineson (The Northman). In weiteren Rollen: Matthew Wood als Stimme des Haus-Roboters H.E.R.B.I.E, Paul Walter Hauser (Die nackte Kanone) als Harvey Elder / The Mole Man (Der Maulwurf), Sarah Niles (Doctor Who) als Lynne Nichols, Mark Gatiss (Doctor Who) als Ted Gilbert, u.v.m. Robert Downey Jr., ist in der Mid-Credit-Scene als Victor von Doom zu sehen,

Darsteller Ebon Moss-Bachrach als Ben Grimm in Superhelden Anzug
Ben (Ebon Moss-Bachrach) wartet auf seinen Einsatz

Matt Shakman (WandaVision) übernahm die Regie, während Josh Freiman (Planet der Affen: New Kingdom), Eric Pearson (Thunderbolts*) und Jeff Kaplan für das Drehbuch verantwortlich zeichnen. Marvels Mastermind Kevin Feige (Captain America: Brave New World), ist wie bei fast allen Marvel Produktionen wieder Produzent . Hinter der Kamera stand Jess Hall und Michael Giacchino (Spider-Man: No Way Home) komponierte die Musik.

Fantastic Four: First Steps hat eine Laufzeit von 115 Minuten und erhielt eine FSK Freigabe ab 12 Jahren. An Bord der Blu-ray sind folgende Sprachen / Tonformate: Deutsch Dolby Digital Plus 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1.

Das Bonusmaterial der BD:

  • Pannen vom Dreh (zu köstlich die Szene in der Joseph Quinn, Pedro Pascal fast zu Tode erschreckt) 
  • Feature – Lernt die erste Familie kennen
  • Feature – Fantastischer Futurismus
  • Feature – Vom Jenseits und Darunter
  • Audiokommentar: Regisseur Matt Shakman & Kasra Farahani
  • Gelöschte Szenen
  • Trailer

Fragen & Wissenswertes (FAQs)

Stan Lee und Zeichner Jack Kirby entwarfen die „Fantastic Four“ im Jahr 1961 für Marvel Comics (einst Atlas Comics / Timely Comics) als Gegenstück zu DC’S „Justice League„. So ging es darum ein eigenes Superhelden Team im Portfolio zu haben. Doch statt einer Kopie entschied man sich Marvels erste Familie zu entwickeln, die auch mit menschlichen, alltäglichen Problemen konfrontiert sind. Im Zentrum des Films stehen das Ehepaar Reed Richards und Susan Storm, die den Kern der „First Family“ bilden. Dazu gesellen sich Susans draufgängerische Bruder Johnny Storm und Reeds bester Freund, der Testpilot Ben Grimm.

Bei einer gemeinsamen Weltraummission wurden diese von kosmischer Strahlung getroffen, was verheerende Auswirkungen auf ihre DNA hatte. Reed aka Mister Fantastic aka The Invisible Woman, wurde zu einer Art menschlichem Gummi, der seinen Körper nahezu grenzenlos dehnen kann. Sue kann Kraftfelder erzeugen und sich unsichtbar machen. Johnny kann sich auf Kommando in eine menschliche Fackel verwandeln und zudem noch fliegen. Während die Zellstruktur von Ben Grimm sich so stark verdichtete, dass er zu einem kolossalen Wesen aus Stein mit übermenschlicher Kraft wurde.

  • The Fantastic Four (1994) – Roger Corman / Bernd Eichinger – Constantin Film
  • Fantastic Four (2005) – Tim Story -(20th Century Fox)
  • Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (2007) – Tim Story (20th Century Fox)
  • Fantastic 4 (2015) – Josh Trank (20th Century Fox

Fun-Fact: Bernd Eichingers Fantastic Four entstand nur, weil der Marvel-Vertrag verlangte, innerhalb von zehn Jahren einen Film zu drehen. Eichinger beauftragte B-Movie-Legende Roger Corman mit einer Low-Budget-Produktion. Der Film war jedoch so schlecht, dass Eichinger die Premiere absagte und Marvel einen Deal schloss, um ihn verschwinden zu lassen. Trotzdem gelangten VHS-Bootlegs an die Öffentlichkeit – Szenen davon sind heute noch auf YouTube zu finden.

„Fantastic Four: First Steps“ ist wortwörtlich der erste Schritt hin zu dem neuen Avengers Film mit dem Zusatztitel Doomsday. In diesem wird der Erzfeind der fantastischen Vier – Victor von Doom – die entscheidende Rolle spielen. Nach der Post-Credit-Scene aus „Thunderbolts“ kann man davon ausgehen dass Dooms Kräfte zu einer Multi-Universums Bedrohung angewachsen sind, womit das Helden Quartett alleinig wohl nicht in der Lage sein wird, diesen zu bekämpfen. 

In der Post-Credit-Scene, bzw. besser gesagt Mid-Credit-Scene beugt sich ein Mann mit grünem Kapuzenmantel und abgenommener silbener Maske zu Sues Sohn Franklin hinab. Dies stellt eindeutig Victor von Doom dar, der von Robert Downey jr. gespielt werden wird.

The Fantastic Four: First Steps (Film 2025) Kritik & Fazit:

The Fantastic Four First Steps Blu-ray Cover
The Fantastic Four First Steps: Blu-ray
Bewertung: 8.5 / 10 ★

Mit Matt Shakmans Film sind nun auch diese vier Marvel-Helden im MCU angekommen – und das überraschend stark. Der Film überzeugt mit seinem grandiosen Look, einem hervorragenden Ensemble und der erfrischenden Entscheidung, auf eine klassische Origin-Story zu verzichten. Stattdessen führt er die Figuren kurz, clever und zugänglich ein. Trotz seiner Stärken bleibt er aber nicht frei von Schwächen: Pedro Pascals Figur wirkt oft übertrieben besorgt, der subtile Patriotismus hinterlässt einen schalen Beigeschmack, und die Neuinterpretation des Silver Surfers scheint eher gesellschaftlichen Trends als kreativen Ideen entsprungen zu sein.

Fazit: The Fantastic Four: First Steps liefert der Marvel-Kosmos, neben dem diesjährigen Thunderbolts und dem letztjährigen Deadpool & Wolverine, den gelungensten MCU-Film der letzten zwei Jahre ab und zählt somit zu unseren Highlights des Marvel Cinematic Universe. Unserer Meinung nach dürfte dieser Neustart wohl alle Superhelden-Fans begeistern, zumindest uns hat er äußerst gut unterhalten.

Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 Disney / Marvel Studios zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!