Dave Bautista als dunkler Endzeit-Cowboy
Mit „In the Lost Lands“ verfilmte Regisseur Paul W. S. Anderson die gleichnamige Kurzgeschichte von Autor und „Game of Thrones“ Schöpfer George R. R. Martin. Diese spielt einer post-apokalyptischen Welt, in der Cowboys auf Hexen und alte Monster treffen. Wie üblich übernahm Andersons Ehefrau Milla Jovovich die weibliche Hauptrolle der Hexe Gray Alys, Dave Bautista spielt den geheimnisvollen Jäger Boyce. Dieser versucht Gray Alys bei ihrer Monsterjagd zu unterstützen, besitzt jedoch selbst ein gar düsteres Geheimnis. Ob uns dieser Fantasy-Western überzeugen konnte und was die Blu-ray zu bieten hat, erfahrt ihr in unserer Filmkritik.
Worum geht’s in „In the Lost Lands“?
Die uns bekannte Erde wich einer postapokalyptischen dystopischen Welt, voller Mutanten, magischen Wesen und Monstern. Die Menschheit rottete sich in der einzig verbliebenen Stadt zusammen, geführt von dem bereits stark gealterten Overlord und fanatischen religiösen Sittenwächtern der Kirche. Besonders die gefürchtete Hexe Gray Alys (Milla Jovovich) ist diesen ein Dorn im Auge. Durch ihre magischen und seherischen Fähigkeiten kann sie Wünsche erfüllen, die jedoch ein gleichwertiges Opfer erfordern.

Derweil erbittet die Frau des Overlords, die junge Königin Melange (Amara Okereke) von Alys, einen Gefallen. Sie will die Macht eines Werwolfs, um selbst eine Gestaltwandlerin zu werden und die Macht an sich zu reißen. Dazu muss Alys den einzig bekannten Gestaltwandler stellen. Um dieses Wesen aufzuspüren, benötigt sie die Hilfe des mysteriösen Rumtreibers und Jägers Boyce (Dave Bautista). Obendrein ist Ihnen auch noch die Kirche auf den Fersen, allen voran Ash (Arly Jover), die Alys Kopf will.
In the Lost Lands: Eigentlich unterhaltsam, aber voller Ungereimtheiten!
Paul W. S. Anderson liefert das, was man von ihm erwartet: Popcornkino, das nicht viel Hirnschmalz erfordert. Dennoch gibt es auch hier das Problem bzgl. einer Kurzgeschichte, die Drehbuch Autor Constantin Werner versuchte auf Spielfilmlänge zu strecken. Dies funktioniert leider selten wirklich gut und so ist auch „In the Lost Lands“ kein Paradebeispiel für eine 100-prozentig gelungene Umsetzung. Was nicht zuletzt an der Laufzeit mit rund 102 Minuten liegt und sich daraus ein paar Längen ergeben. Der Trailer verspricht ein Endzeitfilm Fantasy-Abenteuer, doch was bekommt der Zuschauer letztlich geboten?

Basierend auf drei Kurzgeschichten von George R. R. Martin (Schöpfer von Game of Thrones), präsentiert Regisseur Paul W. S. Anderson einen Genre-Mix aus Dystopie mit Western-Flair und Roadmovie-Feeling. In diesem Szenario jagt er seine Gattin Milla Jovovich als Hexe und WWE Star Dave Bautista als Revolverheld Boyce durch eine postapokalyptische Landschaft. Das Ziel: die Jagd nach einem monströsen Gestaltwandler. Für Spannung sorgen dabei nicht nur Räuber, Mutanten und der Werwolf selbst, sondern auch die fanatische Kirche, die mit einem gepanzerten Cyber-Zug hinter ihnen her ist.

Obwohl der Film dramaturgisch ziemlich flach bleibt, ergibt sich ein kurzweiliges und unterhaltsames Fantasy Spektakel, welches auch mit Kritik zu kämpfen hat: Erzählerisch stolpert der Film von Szene zu Szene und liefert nur dürftige aber eigentlich notwendige Erklärungen oder gar Antworten. Jede Figur wird nur kurz angerissen und hinterlässt somit jede Menge Fragen. Gibt es nur eine Hexe? Wieso das Ränkespiel der Königin? Der König / Overlord ist doch schon handlungsunfähig. Die Rolle der Kirche wirkt aufgesetzt und wieso gibt es nur einen Werwolf? Auch die Actionsequenzen wirken abgehackt und trotz dass der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, recht blutleer.
Die Besetzung von „In the Lost Lands“?
Dave Bautista (Afterburn) und Milla Jovovich spielen die beiden Hauptfiguren in diesem dystopischen Abenteuer Action Movie. So machen sich Milla Jovovich (Monster Hunter) als Hexe Gray Alys und Dave Bautista als Jäger Boyce auf, den gesuchten Werwolf zu stellen. Dabei liefern beide ordentliche darstellerische Leistungen ab. Wobei hier mehr das Physische im Mittelpunkt steht, während die Dialoge recht generisch wirken.

Die Nebenrollen wurden mit: Arly Jover (John Carpenters Vampires: Los Muertos) als Kirchenjägerin Ash, Amara Okereke als Königin Melange, Simon Lööf als Jerais, Deirdre Mullins als Mara, Fraser James als Patriarch Johan, Sebastian Stankiewicz als Ross, Nicolas Stone als Kane, Ian Hanmore als The Stranger und Jacek Dzisiewicz als wortkarger Overlord besetzt. Auch diese bieten ordentliche Leistungen, sind jedoch überwiegend als Stichwortgeber tätig.
Die Effekte: der postapokalyptische CGI-Wahnwitz
Für „In the Lost Lands“ wurde die Unreal-Engine benutzt, die bis heute überwiegend in der Videogame-Entwicklung eingesetzt wird. Der erzeugte CGI-Overkill versetzt den Zuschauer in eine ziemlich abstrakte Welt, welche die starke Ähnlichkeit mit den großen Vorbildern wie George Millers “Mad Max – Fury Road” oder “Sin City” nicht leugnen kann. Das Color-Grading bewegt sich dabei überwiegend zwischen warmen Braun- und kalten Blautönen.

Was jedoch keineswegs negativ gemeint ist: Die Unreal-Engine leistet hier wirklich Erstaunliches, dafür dass sie nicht für Filme gedacht war. Die so erzeugte, fremdartige und faszinierende Welt, die brennende Ölfelder, den tödlichen Skull River oder die letzte intakte Stadt zeigt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man das Gefühl hat, durch ein Videospiel wie „Unreal Tournament“ zu turnen.
Ein Blick auf sehenswerte B-Movies und Filmemacher Anderson
Während bspw. Uwe Boll, unserer Meinung nach das unterste Ende filmischer Qualität abdeckt, bewegt sich Paul W.S. Anderson meist auf gutem Mittelmaß. Seine bisherigen Filme und größten Erfolge wie „Event Horizon“ (1997) mit Laurence Fishburne (The Amateur), „Starforce Soldier“ (1998) mit Kurt Russel (Flucht aus L.A.) oder „Resident Evil“ (2002), konnte er bis heute leider weder toppen noch wiederholen.

B-Movie-Filmemacher gibt es viele, der ungeschlagene König dürfte bis heute Roger Corman (1926 bis 2024) sein. Und dies ist nicht mal negativ gemeint, schenkte er uns doch solche Filmperlen wie: „Der Mann mit den Röntgenaugen“ (1963), „Der Rabe“ (1963) oder „Die Maske des roten Todes“ (1964). Und wer noch weitere Kult-B-Movie-Perlen sucht, sollte bspw. „Barbarella (1968)“ oder „Howard the Duck (1986)“ auch mal gesehen haben.
Bietet die Blu-ray von „In the Lost Lands“ Bonusmaterial?
- Making-of
- Trailer
In the Lost Lands (Film 2025) Fazit:

Regisseur Paul W. S. Andersons Adaption der gleichnamigen Kurzgeschichte von George R. R. Martin, zeigt ein Fantasy-Western in einer postapokalyptischen Welt. In diesem jagen Dave Bautista und Milla Jovovich als Boyce und Gray Alys – einen Gestaltwandler, den es bei Vollmond zu erlegen gilt. Der Genre-Mix aus Dystopie, Monster- und Roadmovie bietet kurzweiliges Popcorn Kino, kämpft dabei jedoch mit einigen typischen Problemen. Darunter: eine gestreckte Vorlage, oberflächliche Figuren, generische Dialoge und einige ungeklärte Fragen.
Visuell zeigt die Unreal-Engine, dass man sie nicht nur für Videogames einsetzen kann. Der dadurch entstehende CGI-Overkill stört dabei nicht. Im Gegenteil, diese unterstützt den Eindruck einer surrealen, kaputten und fremdartigen Welt. Fans von Endzeit Filmen wie „Mad Max Fury Road“ oder „Love and Monsters“ mit einem Touch Magie und Monster, dürften hier auf ihre Kosten kommen
„In the Lost Lands“ ist typisches Anderson-Kino – visuell opulent, aber erzählerisch flach. Die teils beeindruckende CGI-Kulisse, Dave Bautistas Boyce – der dunkle Endzeit-Cowboy – können nicht über die dünne Handlung hinwegtäuschen. Fans von B-Movies, wie auch von Jovovich und Bautista bekommen ein kurzweiliges Fantasy-Action Abenteuer, das man sich (sofern man die Ansprüche etwas herunterschraubt) bedenkenlos nach Feierabend in die Birne ballern kann.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © Constantin Film – alle Rechte vorbehalten!



