Ein Profikiller auf Selbstfindungs-Trip!
Bullet Train (2022): Statt Ryan Reynolds in „Deadpool 2“ jagt Regisseur David Leitch nun Brad Pitt mit Codenamen „Ladybug“ auf jede Menge durchgeknallter Auftragskiller. Basierend auf Kōtarō Isakas Roman „Maria Beetle“ schuf Leitch das wohl verrückteste Action-Spektakel des Jahres 2022. So wird Ladybug mit dem Auftrag betraut, einen Aktenkoffer sicherzustellen. Das Problem dabei dieser wird von zwei Auftragskillern namens Tangerine und Lemon bewacht. Dummerweise vermehren sich die Killer im Zug, wie auch auf den Bahnsteigen rasend schnell. Ob uns der Film überzeugen konnte und wie hoch der Bodycount letztlich ausgefallen ist, verrät die nachfolgende Filmkritik.
Worum geht’s in „Bullet Train“?
Profikiller „Ladybug“ (Brad Pitt) braucht eine Veränderung, so unausgeglichen kann es nicht weitergehen. Neben viel Pech scheint er auch ein recht mieses Karma zu haben. Viel Arbeit für seinen neuen Therapeuten. Sein neuer Auftrag, die Beschaffung eines silbernen Aktenkoffers, ist für seine Therapie ebenfalls nicht gerade förderlich. Meckern bringt nichts, Job ist Job. Und so findet er sich in einem Hochgeschwindigkeitszug, auf der Suche nach besagten Köfferchen wieder.
Hierbei hätte ihm seine Kontaktperson Maria Beetle (Sandra Bullock (The Lost City: Review) ruhig verraten können, dass der Shinkansen Schnellzug voller Killer steckt. Was die Aufgabe wesentlich erschwert, trifft er doch auf alte Bekannte die ihm nicht gerade wohl gesonnen sind. An erster Stelle stehen ihm die ZwillingenTangerine (Aaron Taylor-Johnson „The King’s Man“) Lemon (Brian Tyree Henry „Godzilla vs Kong: Review„) im Weg. Diese sollen im Auftrag des Unterwelt Boss „Weißer Tod“ (Michael Shannon „Knives Out“) einen silbernen Koffer, wie dessen Sohn nach Hause bringen.

Als wären diesen nicht schon genug Hindernisse, steigt obendrein „Der Wolf“ (Bad Bunny) hinzu, der ebenfalls der Meinung ist mit „Lady Bug“ eine Rechnung offen zu haben. Aber auch im Zug scheinen noch mehr verdeckte Mörder ihr Unwesen zu treiben. Stellt sich nur die Frage von wem erfolgt der Angriff Ist es der Schaffner (Masi Oka („Hawaii Five-O: Review„), die Zug-Stewardess, das Kitty Maskottchen, der mitreisende Kimura (Andrew Koji „Snake Eyes: G.I. Joe Origins: Review„), das Schulmädchen Prinz (Joey King) oder ein bisher unentdeckter Passagier.
Zwischenzeitlich steigt noch der „Älteste“ (Hiroyuki Sanada) hinzu. Ein weiterer Attentäter, ein normaler Reisender oder jemand mit ganz anderen Beweggründen? Die Zeit wird knapp, ist der Hautpbahnhof doch bald erreicht. Dies wird wohl für viele auch die Endstation sein, denn hier wartet der „Weiße Tod“. Der sowohl seinen Koffer wie auch seinen Sohn zurückhaben will. Mit dabei, eine Horde von Mördern, die nur darauf warten, die Zuginsassen ins Jenseits zu befördern.
Die Inszenierung im Kyoto Express
Basierend auf dem im deutschen gleichnamigen japanischen Roman von Kotaro Isaka („Maria Beetle“) aus dem Jahr 2010, schuf Zak Olkewicz ein Drehbuch, dem sich „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ Regisseur Leitch annahm. In diesem darf sich Hauptdarsteller Brad Pitt mit dem herrlich unpassenden Codenamen „Lady Bug“ (Marienkäfer), in bester John Wick Manier durch einen Zug voller Auftragskiller prügeln. Dieser ist auf dem Weg von Tokio nach Kyoto und beherbergt eine ziemlich wertvolle Fracht.
Dies in Form eines Koffers voller Geld, sowie dem Sohn eines mächtigen und überaus gefährlichen Unterweltboss, genannt „White Death“. So wird Ladybug von seiner Auftraggeberin Maria Beetle damit beauftragt einen bestimmten Koffer zufinden. Kaum an Bord des Zuges hat Ladybug schon alle Hände voll damit zu tun, sich seiner „Berufs-Kollegen“ zu entziehen bzw. zu erwehren.

An erster Stelle die „Zwillinge“ Codename Lemon und Tangerine, deren verhängnisvolle Begegnung mit einer Rückblende erklärt wird. Nach und nach stellt sich jedoch heraus das noch jede Menge mehr Killer an Bord sind. Derweil ergibt sich auch für die Zwillinge ein Problem, ist der Sohn des „Weißen Tods“ unbemerkt friedlich entschlafen, womit auch diese zwei um ihre Leben bangen dürfen.
So beginnt nach und nach ein Krieg an allen Fronten, wissen die Reisenden doch nicht, wer ihnen als Nächstes, das buchstäbliche „Messer“ in den Rücken rammen wird. Auch eine Flucht aus dem schnellsten Zug Japans ist nicht möglich. Warten doch an jeder Haltestation, die Schergen nur darauf das einer der „Reisenden“ einen Fehler macht. Doch wer nun glaubt dies hier sei ein generischer Actionfilm, der irrt.

Autor Zak Olkewicz spickte sein Drehbuch mit allerlei herrlich irrwitzigen Dialogen, die ebenfalls aus der Feder von Quentin Tarantino hätten stammen können. Angefangen von Ladybugs Dialogen mit seiner Aufraggeberin bis hin zu den Wortgefechten unter den Killern selbst. Aber auch die Action kommt hier eindeutig nicht zu kurz und die Stuntman, Stuntcrew und die Kampfchoreographen hatten hier alle Hände voll zu tun, Leitchs und Olkewicz Visionen visiuell umzusetzen.
Die Kämpfe selbst sind hervorragend choreografiert und auch der Film selbst ist optisch ansprechend umgesetzt. Selbst wenn die ein oder andere CGI-Sequenz den realen Eindruck verschwimmen lässt. Letztlich kann man sagen so cool die Figuren im Zug sind, so strotzt der Film selbst voller Ironie und Coolness.

Ebenfalls kann der Cast überzeugen. An erster Stelle Brad Pitt als Ladybug, samt Auftraggeberin Maria Beetle, gespielt von Sandra Bullock. Auch Channing Tatum („Dog„) liefert hier noch einen Gastauftritt ab. Womit ich noch erwähnen möchte das „Bullet Train“ der Film war in dem Bullock und Tatum ihre Gastauftritte absolvierten und daraufhin Pitt wiederum in deren Film „The Lost City“ mitspielte.

Ebenfalls mit dabei: Joey King als Prince, Aaron Taylor-Johnson als Tangerine, Brian Tyree Henry als Lemon, Andrew Joji (Boy Kills World: Review) als Yuichi Kimura, Hiroyuki Sanada als der Älteste, Michael Shannon als White Death, Bad Bunny als Wolf, Zazie Beetz als Hornet, Logan Lerman als der Sohn, Masi Oka („Hawaii Five-O„) als Schaffner, wie noch einige mehr.
Bullet Train (2022) Kritik & Fazit:

Wertung:7,5 / 10
„Bullet Train“ wirkt wie dabei wie eine gemeinsame Regiearbeit von Quentin Tarantino und Guy Ritchie, womit Leitch hier so richtig abliefert. Der Film bietet überaus starke Action- und Zweikampf-Szenen wie auch einen spannenden roten Faden, der glücklicherweise nicht gleich zu Beginn zu durchschauen ist. Dennoch gibt es auch auch ein paar unlogische Twists.
Hier wollten die Macher wohl auf Teufel komm raus noch eins drauf setzen, was dann doch zu viel des Guten war. Obwohl dies auch nur Jammern auf hohen Niveau ist. Die Besetzung macht diese kleinen Ausrutscher wieder wett. Ebenso gelungen die teils irrsinnigen Dialoge, die man bei all „Töterei“ gar nicht erwartet.
Fazit: Wir wurden überaus gut von David Leitchs „Bullet Train“ unterhalten, trotz dass der Film wie auch ein „John Wick“ heftig übertreibt und der Bodycount unglaublich hoch ausfällt. Eine Kletterpartie auf einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug? Das Einschlagen einer Zugscheibe mit bloßen Händen? Wer über solche Szenen hinwegsehen kann, dürfte mit „Bullet Train“ seinen Spaß haben, ebenso diejenigen denen Filme wie beispielsweise auch „Boy Kills World: Review“ gefällt. Alle anderen die ein Faible für Actionfilme haben, sollten ebenfalls mal einen Blick riskieren.
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