M3GAN Uncut (2022) Review

KI-Puppe auf mörderischen Pfaden!

M3GAN (gesprochen: Megan): nach Universal Pictures letztjährigem Abschluss der „Halloween“ Reihe, stellt M3gan den Horrorfilm Auftakt des Jahres 2022 dar. James Wan und Jason Blum zeigen uns eine KI-Androiden-Puppe für „Kinder“. Ein Projekt der Robotik-Expertin Gemma, die mittels dieses „Spielzeugs“ versucht ihrer verwaisten Nichte Cady wieder ein normales Leben zu bieten. Ein unerwarteter Systemfehler führt zu folgenschweren Problemen. Wie uns dieser Horror Thriller gefallen hat und was die UNCUT Version kann, erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen unseres Reviews.

M3GAN: Trailer

Worum geht’s in „M3GAN“? 

Das Leben der Robotik Ingenieurin Gemma könnte aktuell nicht noch problematischer sein. Nicht nur, dass ihr derzeitiges Projekt in die Hose geht und ihr der Vorstand im Nacken sitzt, so hat sie obendrein ihre Schwester samt Schwager bei einem Autounfall verloren. Wirklich Zeit zum trauern bleibt nicht, bekommt sie doch das Sorgerecht für ihre Nichte zugesprochen. Doch ist sie alles andere als der perfekte Mutterersatz.

M3GAN: M3GAN, Gemma und Cady
Cady (l.) trifft erstmals auf M3GAN (r.)

Womit sie mit dem Tod ihrer Schwester und der Vormundschaft ihrer Nichte sichtlich überfordert ist. Als sie sich wieder in ihre Arbeit stürzt, kommen sich Nichte und Tante unerwartet näher. Mehr noch, Cady bringt sie auf die zündende Idee, wie sie ihr geflopptes Projekt retten kann. Anstatt eine generische animatronische Puppe zu bauen, baut sie eine „Freundin“. Eine KI-gesteuerte Hightech-Puppe, die sich mit ihrer Bezugsperson verbindet und auf diese eingeht. 

Was sie ihrer Nichte nicht geben kann, könnte diese KI-Puppe schaffen. Und sollte dass der Fall sein, wäre das nicht nur für die Spielzeugfirma der Clou. Diese Puppe wäre nicht mehr nur ein Spielzeug, es wäre soviel mehr, eine „Freundin“. Im gleichen Zug wäre M3GAN der geheime Verbündete der Eltern, die es doch meist wesentlich schwieriger haben, ihren Kindern Regeln und Vorschriften zu vermitteln.

M3GAN: Gemma und ihr Entwicklerteam
Gemma und ihr Entwicklerteam

Ihr Plan geht auf und sie schafft das Unfassbare. Die Roboter-Puppe wird nicht nur zu Cadys bester Freundin, sie hilft ihr auch bei ihrem Verlustschmerz. Aber auch der Vorstand der Firma begeistert und möchten sofort mit einer Präsentation an den Start gehen. Doch während der Testphase entdeckt Gemma einige unvorhersehbare Entwicklungen. Welche für alle eine unglaubliche Gefahr darstellen könnte, sollte sich ihr Verdacht bestätigen. 

Kann der neueste Puppenhorror überzeugen?

Bei der Inhaltsbeschreibung kommt einem unweigerlich die allseits bekannte Mörderpuppe Chucky in den Sinn. Mit „M3GAN“ zeigt uns Regisseur Gerard Johnstone ein Upgrade der rothaarigen Killerpuppe. Stärker, Dank KI intelligenter, genauso tödlich und irgendwie auch gefährlicher. Wobei Besessenheit durch KI ersetzt wurde. Die Geschichte wurde von Drehbuchautorin Akela Cooper („Star Trek: Strange New Worlds“) entworfen, während James Wan noch am Drehbuch feilte. Die Produktion übernahm Jason Blums Firma Blumhouse Productions (Drop – Tödliches Date: Review).

M3GAN: Cady, M3GAN und Tante Gemma
Cady, M3GAN und Tante Gemma

M3GAN steht für „Model 3 Generative Android“ und fängt eigentlich recht harmlos bzw. traurig an. Getriggert wird der Plot durch den dramatischen Verlust von Gemmas Schwester und deren Ehemann. Womit diese nun zum Vormund ihrer Nichte wird und versucht mit ihrer Ersatz-Mutterrolle klarzukommen. So wird aus ihrer anfänglichen Hilflosigkeit ein Projekt für ihre Nichte Cady, eine KI Freundin, die sich um das Mädchen kümmern kann. Doch die Puppe ist mehr, sie wird zur besten Freundin, Seelenverwandten und Seelentrösterin.

M3GAN: M3GAN ausser Kontrolle
M3GAN außer Kontrolle

Natürlich hält diese Friede, Freude, Eierkuchen-Stimmung nicht an, denn erste Bedenken der Jugendamt Mitarbeiterin, werfen Fragen auf. So entstehen nach und nach Konfliktsituationen zwischen Tante und Nichte. Während die Puppe, dank eines Stromschlags, beginnt eine eigene überaus gefährliche Persönlichkeit zu entwickeln. Die Inszenierung geht hier zwar den klassischen Weg und dennoch wirkt der Verlauf frischer denn je. Was nicht zuletzt an der Optik, den Bewegungen und der Optik von M3GAN liegt.

Die Besetzung von „M3GAN“

Allison Williams übernahm die Rolle von Tante Gemma („Get Out“). Cady wird von der jungen Violet McGraw („Black Widow“) gespielt. In M3GANs Innenleben steckt die junge Amie Donald, die überaus brillant den Roboter gibt. So hat man tatsächlich das Gefühl einem menschenähnlichen Androiden zuzuschauen. Durch ihre perfekt Performance, wirkt M3GAN dann doch wie eine Maschine. Hier dürfte Amis Tanzerfahrung von Vorteil gewesen sein, war sie doch die erste Medaillengewinnerin des Neuseeland Teams beim Dance World Cup 2019.

M3GAN: M3gan und Cady
Beste „Freundinnen“ M3GAN und Cady

Im Original wurde M3GAN von Jenna Davis synchronisiert, da Amie Donald unter der Maske keinen verständlichen Ton mehr herausbekommen hätte. In weiteren Rollen sind Ronny Chieng („Godzilla vs. Kong„) als Chef David, wie auch Jen Van Epps und Brian Jordan Alvarez als Kollegen, sowie Stephane Garneau-Monten als Davids Helferlein und Lori Dungey als Nachbarin zu sehen. 

Ein Blick auf die Uncut-Fassung von „M3GAN“

Während die Robotik-Ingenieurin noch überzeugt ist, ihre Schöpfung perfekt programmiert zu haben, beginnt diese auf gruselige Art „neue“ Parameter zu befolgen. Was der Hund der Nachbarin, die Nachbarin selbst, sowie ein ungezogener Lümmel alsbald zu spüren bekommen. Hier grätscht die neue UNCUT-Fassung hinein und bietet wesentlich härtere Szenen als die Kinofassung.

Böser Brandon

Als auch noch Zweifel an dem Projekt aufkommen und die Abschaltung droht, „fühlt“ sich der Android völlig verraten. Womit M3gan einen unerwarteten Selbsterhaltungstrieb an den Tag legt. Intelligent, mörderisch und schier unaufhaltsam bahnt sich M3GAN ihren Weg zurück, womit der Film im letzten Drittel noch eine gute Schippe an Gewalt auf das bisher Gezeigte drauflegt. Auch hier wurden nochmals verlängerte und härtere Szenen eingefügt.

M3GAN (Film 2022) Kritik & Fazit: 

M3gan Uncut Blu-ray Cover

Zugegeben, die neuste Produktion der Blumhouse Studios erfindet mit „M3GAN“ das Genre nicht neu. Ein erschaffenes oder besessenes Geschöpf, welches anfängt wie wild zu morden kennen wir schon seit „“Frankenstein“ oder „Chucky – Die Mörderpuppe“. Dennoch wurde das altbekannte Thema, wunderbar mittels Robotik und K.I. in die Neuzeit transportiert. „M3GAN“ wirkt einfach wesentlich moderner. Besessene Puppen wie „Chucky“, „Annabelle“ oder „The Monkey“ fühlen sich etwas veraltet an. Eine analytische und mörderische K.I: hebt das Thema einfach auf ein anderes Niveau, wie schon der Terminator bewies.

Wie in den bekannten Genre-Vertretern ist ein unbeabsichtigtes Wort, Aktion, etc. der Auslöser für die kommenden Geschehnisse. In M3GAN’s Fall ist ein Kurzschluss Schuld und dieser führt dazu, das Cadys Puppenfreundin eine äußerst tödliche Persönlichkeit mit Selbsterhaltungstrieb entwickelt. So räumt sie alles aus dem Weg, was einerseits für Cady ein Problem darstellt oder andererseits sich zwischen M3GAN und Cady stellt, in dem Fall die Schöpferin Gemma selbst. Die Uncut-Fassung legt nochmal eine Schippe drauf und zeigt nun die Szenen, die die Kinozuschauer vermisst haben. In dieser Form ist der Gedanke: solch eine künstliche Lebensform im Haus zu haben, doch ziemlich gruselig.

Fazit: Mit „M3GAN“ lassen die Blumhouse Studios das Puppenhorror-Genre endlich in der Neuzeit ankommen. Was den Film ebenfalls von seiner Konkurrenz abhebt ist die junge Amie Donald, die in dieser Verkleidung steckt und eine hervorragende Performance mit ihrer Körpersprache abliefert. Die ungeschnittene Fassung der Blu-ray ist definitiv der Kinofassung vorzuziehen. Fans der Kinoversion und Puppenhorror werden mit der Uncut-Version auf jedenfall auf ihre Kosten kommen und wer von M3GAN nicht genug bekommen kann, darf sich jetzt schon auf M3GAN 2.0 freuen.

Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2023 Universal Pictures zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!

F.A.Q.s:

Unterschied Kino / Uncut Version?

Anstatt neues Filmmaterial einzubauen, wurden nun bekannte Szenen verlängert. So sind die Schuppenszene mit der Nachbarin, die Auseinandersetzung mit Brandon und einige weitere Szenen noch wesentlich härter ausgefallen!

Kommt ein zweiter Teil?

Im Januar 2023 hat Regisseur Johnstone bereits bestätigt, dass man an einem Sequel arbeitet!

Spolier Teil 2?

Die Vermutung liegt nahe, dass die Filmfigur Kurt den Verlauf für das Sequel bereits gespoilert hat. Versuchte dieser mittels Verkauf von Firmengeheimnissen noch etwas Profit aus seinem Elend zu schlagen. Unabhängig davon gibt es am Ende auch noch die obligatorische Easter Egg Szene, die meist auf eine Fortsetzungs-Absicht hindeuten.“ 

Weitere Filme mit unheimlichen Puppen?

Hier steht ganz klar „Chucky“ an erster Stelle. Ebenso wie H.P. Lovecrafts Bauchredner Puppe aus der „Gänsehaut“ Serie, den Büchern und den beiden Filmen. Nicht zu vergessen James Wans „Annabelle“.

Weitere Erwähnenswerte Roboter Puppen?

Wer von amoklaufenden Automaten nicht genug bekommen kann, für den gibt es noch: „Das Schwarze Loch“ mit Roboter Maximillian. Yul Brynner („Die Spur führt nach Soho„) als böser Revolverheld aus „Westworld“ oder auch „I, Robot“ mit Will Smith („King Richard„) u.v.m.
marc maurer autoren bild
Marc Maurer

Hallo, ein Gruß von der anderen Seite der Glotze! Ich heiße Marc Maurer und tobe mich hier über meine cineastische wie technische Leidenschaft aus. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Film und IT schaue ich bei Gadgets und Heimkino-Releases etwas genauer hin. Als Filmredakteur und IT’ler liefere ich Euch meine Eindrücke und ehrliche Reviews – ohne das übliche Marketing-Gefasel.