Nicolas Cage als satanischer Puppenmacher!
Taucht ein in eine Welt des okkulten Grauens, in der nichts so ist, wie es scheint! In „Longlegs“ entführt uns Regisseur Osgood „Oz“ Perkins in einen verstörenden Albtraum. Maika Monroe als FBI-Agentin Lee Harker muss ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten nutzen, um eine bizarre Mordserie aufzuklären. Ihr Antagonist: Nicolas Cage als mysteriöser Longlegs in einer seiner wohl verstörendsten Rollen. Die Marketingkampagne sagt: dies soll der gruseligste Film des Jahrzehnts sein, doch kann er diesen Anspruch auch erfüllen? Das verrät unser Review samt Kritik.
Worum geht’s in „Longlegs“?
Die junge FBI-Agentin Lee Harker (Maika Monroe) wird aufgrund eines tödlichen Zwischenfalls, in der FBI Zentrale psychologisch neu bewertet. Es stellt sich heraus, dass sie über hellsichtige Fähigkeiten verfügt. Sie ist somit vermutlich die einzige, die Licht ins Dunkel einer mysteriösen Mordserie bringen kann. So beginnen harmlos wirkende Familienväter, Frau und Kinder abzuschlachten. Noch mysteriöser wird es als Harker herausfindet, dass die Morde stets am Geburtstag der Tochter des Hauses stattfinden und dies immer am 14. eines Monats. Gibt es hier etwa Verbindungen zu okkulten Praktiken?

An den Tatorten gibt es keine Spuren, die zu einem Täter führen. Bis auf merkwürdige kryptische Briefe, die gefunden werden. Alle unterschrieben mit dem Namen Longlegs. Die Konfrontation mit dem ungelösten Fall eines Serienmörders, führt Lee immer mehr zurück in ihre Vergangenheit. So kommt ihr das auf merkwürdige Weise bekannt vor. Doch ihre Erinnerungen sind getrübt und ihre äußerst gläubige Mutter ist ebenfalls keine Hilfe. Die Zeit drängt, nähert sich der 14. des aktuellen Datums an dem die Tochter ihres Vorgesetzten Geburtstag hat.
Die Inzenierung einer schauerhaften Erscheinung
Der Sohn von Hollywood Legende Anthony Perkins, Oz Perkins (The Monkey: Review) lässt seinen neuen Film gleich mit mehreren verstörenden Eindrücken beginnen. So begegnet die noch junge Lee einem scheinbar völlig gestörten Fremden mit äußerst bleichem Äußeren. Dazu faselt dieser völlig wirres und unheimliches Zeug. In der nächsten Szene folgen wir der erwachsenen Lee, zwischenzeitlich FBI-Agentin, zu einem Einsatz mit Todesfolge. Darauf folgt eine Szene, welche ein psychologisches Testszenario des FBI zeigt. Hierbei stellt sich heraus, dass sie über hellsichtige Fähigkeiten verfügt und somit dürfte jedem klar sein in welche Richtung es geht.

Perkins hat seinen Film dabei sehr düster und dunkel gehalten, womit man das Bild nicht immer zur Gänze erfassen kann. Oft ist das Bild zentriert auf den / die Protaganist:in und man kann nicht erkennen, was sich außerhalb dieses Fokus abspielt. Womit eine fast schon klaustrophobische Wirkung aufkommt, fehlt einem doch irgendwie der Überblick. Dazu spielt der Filmemacher mit harten Cuts und immer veränderten Bildausschnitt. Wie auch schon Ari Aster in „Beau is afraid“ dies tat. Der Zuschauer wird so in neue Szenen hineingerissen, anstatt in einem leichten Film Flow zu bleiben.

Die Kameraarbeit stammt von Andres Arochi und verstärkt die bedrückende unruhige Stimmung ungemein. Ist man sich doch nie sicher was als nächstes passiert oder woher Gefahr droht. Der Film funktioniert jedoch nicht nur visuell, denn Sound-Designer Eugenio Battaglia steuerte einen akustisch „unangenehmen“ Sound hinzu. Der sich vor Hitchcocks „Psycho“ nicht zu verstecken braucht. Bei den Klängen gefriert dem Zuschauer zwar nicht das Blut in den Adern, dennoch bekommt man dieses beklemmende Gefühl nicht mehr los. Trotz der lobenden Worte gibt es auch Kritik zu üben.

Obgleich die Geschichte entgegen anderen Horrorfilmen verständlich bleibt, wirft dieser Fragen auf, die Perkins nicht gänzlich klärt. Woher kommt Longlegs und besser noch was ist Longlegs, wieso werden Mutter Ruth und Tochter Lee ausgesucht, etc. ? Besonders das Ende wirft noch mehr Fragen auf. Dieses ist zwar kompromisslos, doch damit hat sich die satanische Spirale nicht aufgelöst, womit es zu einem Cliffhanger kommt. Wer von Euch für einen erfolgreichen Filmabend ein schlüssiges Ende braucht, der wird nicht glücklich werden. Ebenso bietet der Film einige Szene, die in sich nicht ganz stimmig oder zu Ende gedacht wirken.
Die Darsteller in Longlegs
Maika Monroe („It Follows„) übernahm die Rolle von FBI-Agent Lee Harker. Eine sozial unbeholfene junge Frau, was sich besonders bei Kindern zeigt. Bei ihr hat man das Gefühl, dass sie dauerhaft nach Antworten sucht. Liegt doch etwas nicht greifbares im Dunkel ihrer Vergangenheit. Auch die Beziehung zur christlich angehauchten Mutter Ruth wirkt recht merkwürdig. Noch surrealer wir die Situation, als man nach und nach erkennt, dass sie eine persönliche Verbindung zu dem Mörder haben muss. Besonders als das Thema Komplize oder gar Komplizen des Killers aufkommt.

Als Gegenpart ist Nicolas Cage (The Retirement Plan: Review) in der Rolle von Longlegs zu sehen, ein äußerst surrealen Charakter. Dennoch erfährt man bis zum Schluss nicht: ob er einen satanischen Kult anführt, der Fürst der Dunkelheit oder nur ein armer Irrer ist? Dennoch ist es diese Figur, die eine unerwartete Wendung herbeiführt. Womit der Zuschauer Schlag auf Schlag die ganze Wahrheit präsentiert bekommt. Dennoch ist es irgendwie skurril, dass der größte Star des Films, die geringste Screentime hat. Nicolas Cage spielt seine Rolle jedoch derart verstärend, das man als Zuschauer diesen Charakter sofort wegsperren will.
In weiteren Rollen sind: Blair Underwood (Bad Hair: Review) übernahm die Rolle von Agent Carter, Alisha Witt („Dune“) spielt Mutter Ruth, Michelle Choi-Lee (Joy Ride: Review) ist als Agent Browning zu sehen.
Longlegs (2024) Kritik & Fazit:

Oz Perkins‘ neuester Film entführt die Zuschauer in eine düstere Welt voller Mysterien und übernatürlicher Elemente. Die Geschichte folgt der jungen FBI-Agentin Lee Harker (Maika Monroe), die mit ihren hellseherischen Fähigkeiten eine mysteriöse Mordserie aufklären soll, bei denen Ehemänner und Frau und Kinder eiskalt abschlachten. Der Film besticht dabei durch seine beklemmende Atmosphäre, die durch eine düstere Bildgestaltung und einen noch beunruhigenderen Soundtrack verstärkt wird.
Maika Monroe überzeugt in ihrer Rolle als getriebene FBI-Agentin, während Nicolas Cage mit seiner intensiven Darstellung als verstörender Antagonist „Longlegs“ brilliert. Die visuelle Gestaltung des Films, mit ihren Schnitten und eingeschränkten Bildausschnitten, erzeugt eine klaustrophobische Wirkung und hält die Spannung konstant aufrecht. Trotz einiger offener Fragen und nicht ganz schlüssiger Szenen fesselt „Longlegs“ durch seine kompromisslose Erzählweise und unerwartete Wendungen.
Fazit: Mit „Longlegs“ hat Regisseur Oz Perkins dem Genre zwar kein neues Highlight geschenkt. Dennoch schaffte er es, dass das Publikum das paranoide Gefühl, über die gesamte Laufzeit nicht mehr los wird. Dieser kann durch seine verstörende Inszenierung und starker Darsteller Leistungen überzeugen. Ein schlüssiges Ende darf jedoch nicht erwartet werden, was die beklemmende Wirkung jedoch verstärkt. Fans von düsteren, rätselhaften und okkulten Geschichten sollten hier auf ihre Kosten kommen.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2024 DCM Film Distribution GmbH – alle Rechte vorbehalten!



