Aaron Falk ermittelt in den tiefsten Wäldern
„Force of Nature: The Dry 2“ setzt die spannende Geschichte des Federal Agent Aaron Falk fort. In diesem fesselnden Mystery-Thriller, basierend auf den Romanen von Jane Harper, muss sich Hauptdarsteller Eric Bana einem verzwickten Fall von Geldwäsche und einem mysteriösen Verschwinden seiner Informantin in der australischen Wildnis stellen. Regisseur Robert Connolly verwebt gekonnt die Ermittlungen mit Falks persönlichen Dämonen und schafft so ein atmosphärisches Filmerlebnis. Doch kann die Fortsetzung auch überzeugen, das verrät unser Review mit aufschlussreicher Kritik.
Die Handlung: „Force of Nature: The Dry 2“
Um einem Firmenchef, wegen Geldwäsche im großangelegten Stil, das Handwerk zu legen, bleiben Bundespolizist Aaron Falk nur eine Option. Er versucht über eine Mitarbeiterin namens Alice an interne Informationen zu gelangen, wissentlich, dass er damit ihr Leben aufs Spiel setzt. Alice jedoch hat Todesangst, womit Aaron noch mehr Druck ausübt. Kurz darauf reagiert sie nicht mehr auf seine Anrufe. Zwischenzeitlich hatte sich die Firmenführung zu einem Management Ausflug in der australischen Wildnis getroffen, mit dabei Alice.

Obwohl sie sicher war, äußerst vorsichtig gewesen zu sein, wird sie den Verdacht nicht los, dass der Firmeninhaber und seine Frau einen Verdacht hegen. Während sich Männer und Frauen aufteilen, lässt Alice den USB-Stick mit den gesammelten Daten verschwinden. Derweil verlaufen sich die fünf Frauen in der Pampa und was als harmloser Ausflug begann, wird für alle zu einem unglaublichen Stressfaktor.

Die Nerven liegen blank und Tage später wird das entkräftete Frauenteam von Ranger Patrouille aufgegriffen. Doch Alice ist verschwunden und keine der vier Kolleginnen weiß, wo die Vermisste abgeblieben ist. Ein Anruf war auch das letzte, was Aaaron von seiner Informantin Alice erhalten hat, womit er versucht diese unter allen Umständen zu finden. Derweil droht ein Sturm die Suche zu stoppen. Bei der Suche, wie auch ihren Ermittlungen stoßen die Federal Agents Aaron Falk und Cooper auf ein undurchsichtiges Netz aus Lügen. Derweil wird auch Aaron von einer schmerzlichen Erinnerung an diese Gegend heimgesucht.
Die Ermittlungen von Aaron Falk gehen weiter
Basierend auf den Büchern der britisch-australischen Autorin Jane Harper, erschien bereits 2020 die erste Verfilmung rund um den Federal Agent, gespielt von Eric Bana („The Dry“). In diesem Mystery Thriller musste er sich in seiner Heimatstadt, die er schon als Teenager verließ, mit einem neuen Fall beschäftigen, der alte Wunden aufriss. So stand er einst unter Verdacht, am Tod einer Freundin beteiligt gewesen zu sein, der nie aufgeklärt wurde. Ein Selbstmord führte den erwachsenen Falk zurück und es stellte sich heraus, dass dieser mit damaligem Fall zusammenhing.

In „The Force of Nature“ dem Nachfolger von „The Dry – Lügen der Vergangenheit“ aus dem Jahr 2021 ermitteln die Bundesagenten gegen einen Geschäftsmann, der unter dem Verdacht großangelegter Geldwäsche, steht. Um an Informationen zu gelangen, übt Falk Druck auf eine Mitarbeiterin aus, die während eines Firmenausflugs in der australischen Wildnis verschwindet. Auch in der Fortsetzung wird die Hauptfigur von schmerzlichen Erinnerungen getrieben. Verschwand seine Mutter doch auf mysteriöse Weise bei einem Familienausflug und wurde kurz darauf schwer verletzt aufgefunden und verstarb auch an ihren Wunden.
Die Inszenierung
Wie schon im Vorgänger werden Details zu Beginn verschwiegen und der Zuschauer erhält in Form von Rückblenden häppchenweise seine Informationen. Nachdem der Protagonist, seine Informantin tot vorfindet, verdichtet sich das Netz der Verdächtigen von Minute zu Minute. Um der Dramatik Nachdruck zu verleihen, vermischt Regisseur Robert Connolly gekonnt, Aarons Erinnerungen mit den jetzigen Gegebenheiten. Womit man als Zuschauer regelrecht spürt, wie wichtig es für die Hauptfigur ist, die Wahrheit zutage zu fördern. Dabei lässt der Filmemacher den Zuschauer ebenfalls im Dunkeln tappen und der Wahrheit nachjagen.

Der Australier Robert Connolly übernahm erneut die Regie und führt den Zuschauer dieses Mal nicht ins Outback, sondern tief in die Gebirge Australiens. So gilt es neben fantastischen Naturaufnahmen, dem vermeintlichen Unfall / Mord auf die Spur zu kommen. Hierzu wird noch ein kleiner Twist eines vermeintlichen Serienkillers eingestreut, womit der Film wie eine Mischung aus Krimi und Mystery wirkt. Vielleicht war es aber auch nur ein Unfall. So beginnt das Rätselraten um die Umstände und zunehmend wächst die Anzahl der Verdächtigen. Die sich bei ihren Aussagen in immer größere Verwicklungen verstricken.

Wie schon im Vorgänger sind die Erinnerungen der Hauptfigur wieder ein recht großer Bestandteil des Films. Im Gegensatz zu Teil 1, dienen diese nicht wie zuvor der Wahrheitsfindung um Falk selbst. Sondern eher der Bewältigung eines dramatischen Erlebnisses. Womit der Zuschauer immer wieder aus der Hauptgeschichte herausgerissen wird. Nicht dass die Dramatik des Nebenplots langweilig wäre, aber der Spannungsbogen wird dadurch immer wieder unterbrochen, womit der Film leider mit einigen Längen zu kämpfen hat. So spielt sich die Detektivgeschichte auf drei Zeitebenen ab.
Das Schauspiel
Eric Bana übernahm wieder die Rolle des Federal Agents Aaron Falk, der getrieben von Schuld und Erinnerungen der Wahrheitsfindung nachjagt. Hier überzeugt Bana wie auch schon in Steven Spielbergs Film „München„, „Troja“ oder „Black Hawk Down“. Neben Bana sehen wir Jacqueline McKenzie („Miss Fisher und die Gruft der Tränen„) als Kollegin Carmen Cooper. Anna Torv („The Last of Us„), bekannt aus der Sci-Fi Mystery Serie „Fringe„, übernahm die Rolle der Informantin Alice.

Als Alice Vorgesetzte und Frau des Firmeninhabers wie auch Biest, ist Deborra-Lee Furness als Jill Bailey zu sehen, die ihre Angestellte immer wieder gerne auflaufen lässt. In weiteren Rollen: Robin McLeavy („Homeland„) als Lauren, Sisi Stringer („Mortal Kombat“ als Beth, Lucy Ansell als Bree, Jeremy Lindsay Taylor als Eric Falk, Richard Roxburgh („Mission Impossible II„) als Firmeninhaber Daniel Bailey, Tony Briggs als Ian Chase u.v.m. Alles in allem erhält der Zuschauer ein ordentliches Schauspiel, wobei Eric Bana in seiner Rolle wieder großartig hervorsticht.
Force of Nature – The Dry 2 (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 6 / 10
Das Sequel „Force of Nature: The Dry 2“ entführt den Zuschauer erneut in die faszinierende Welt des Bundesagenten Aaron Falk. Robert Connolly übernahm die wieder die Regie und verwebt geschickt die Haupthandlung um einen mysteriösen Fall der vermissten Alice, mit den persönlichen Dämonen des Protagonisten. Die atemberaubenden Naturaufnahmen der australischen Wildnis bilden einen eindrucksvollen Kontrast zur düsteren Thematik des Films. Eric Bana überzeugt einmal mehr in der Rolle des getriebenen Ermittlers, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.
Trotz der gelungenen Inszenierung und der starken schauspielerischen Leistungen leidet der Film unter einigen Längen. Die häufigen Rückblenden in Falks Vergangenheit, obwohl dramatisch und für die Charakterentwicklung relevant, unterbrechen immer wieder den Spannungsbogen der Haupthandlung. Dies führt zu einem etwas unausgewogenen Erzählrhythmus, der die Intensität der Ermittlungen gelegentlich schwächt.
Fazit: „Force of Nature: The Dry 2“ ist ein solider Mystery-Thriller, der mit seiner atmosphärischen Dichte und den komplexen Charakteren zu überzeugen weiß. Fans des ersten Teils und Liebhaber anspruchsvoller Kriminalgeschichten werden trotz einiger erzählerischer Schwächen auf ihre Kosten kommen. Die Kombination aus packendem Krimi und persönlichem Drama macht den Film zu einem sehenswerten, wenn auch nicht perfekten Filmerlebnis.
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