Locked – Todesfalle SUV

Wenn ein SUV zur tödlichen Folterkammer wird!

Locked: In dem Remake des argentinischen Thrillers „4×4“, schlüpft Oscar-Preisträger Sir Anthony Hopkins in die Rolle des eiskalten und berechnenden William. So lockt er, den von Bill Skarsgård gespielten Kleinkriminellen Eddie in einen perfiden Hinterhalt: seinen eigenen SUV. Ohne zu wissen, wie ihm geschieht, sitzt dieser in einer hochmodernen Falle, die sich schnell zu einem tödlichen und alptraumhaften Überlebensspiel entwickelt. Ob uns dieser Psychothriller von David Yarovesky überzeugen konnte oder ob dieser unter erzählerischen Zündaussetzern leidet, erfahrt ihr in unserer ausführlichen Kritik.

LOCKED (2025): Trailer

Worum geht’s in „Locked“?

Der geschiedene Eddie Barrish (Bill Skarsgård) ist notorisch pleite und mogelt sich mit kleinen Diebstählen durch das Leben. Einmal richtig abkassieren, dann wäre er auch nicht gezwungen, dauernd seine geliebte kleine Tochter Sarah zu vertrösten. Ein verlassener luxuriöser schwarzer SUV mit getönten Scheiben, geparkt in einem Hinterhof, könnte seine Chance sein. Und tatsächlich scheint er den Jackpot geknackt zu haben, denn der Wagen ist offen.

Locked Filmszene: ein schwarzer SUV auf einem verlassenen Parkplatz in der Nacht
Ein tödliche Falle auf vier Rädern aus der es kein entkommen gibt

Während er alles durchstöbert, verschließt sich der Wagen unbemerkt. Jegliche Kraftanstrengung aus dem Auto zu entfliehen misslingt und er sitzt in der Falle. Als sich ein Mann namens William (Anthony Hopkins) über das Autotelefon meldet, vermutet Eddie, dass es nur darum ging, den nächstbesten Dieb zu stellen. Doch weit gefehlt, William hat ganz andere Pläne mit ihm und beginnt ein äußerst sadistisches Spiel.

Die Inszenierung einer Todesfalle auf rund 3 Quadratmetern! 

Die Idee, einen Menschen in einem beengten Raum einzusperren, um diesen zu foltern, ist nicht neu, siehe SAW, Cube, etc. Dafür jedoch einen Luxus-SUV (Sport Utility Vehicle) als Ort des Geschehens zu nutzen, hebt diese Art des Martyrium-Movies auf ein neues Level. Die ursprüngliche Idee stammt von dem argentinischen Autor und Regisseur Mariano Cohn, der diese schon 2019 unter dem Titel „4×4“ verfilmte. So tappt Hauptdarsteller Bill Skarsgård im Remake „Locked“, wie einst Peter Lanzani, in eine tödliche Falle, als er in ein Fahrzeug einbrechen will, aus dem es kein Entrinnen gibt. 

Locked Filmszene: ein Mann packt einen anderen Mann am Kragen
Eddie steckt in ernsten Problemen, doch das ist erst der Anfang

Erdacht von einem verwitweten, desillusionierten und gebrochenen alten Mannes namens William. Ein Frauenarzt, der an Krebs im Endstadium leidet und nichts mehr zu verlieren hat. Als seine letzte Aufgabe im Leben, ersinnt er einen perfiden Racheplan. Skarsgård spielt sein Opfer, den Tagedieb Eddie, welcher auf Williams schwarzen Luxus-SUV aufmerksam wird und prompt in die perfekt gestellte Falle tappt. Die Handlung verschärft sich dadurch, dass der Wagen nicht nur ausbruchsicher, sondern auch Stromstöße verteilen kann. Die perfekte ferngesteuerte Folterzelle. 

Locked Filmszene: Mädchen mit pinker Jacke und Petticoat steht auf Treppe
Eddies Tochter Sarah liebt ihren Daddy, auch wenn er sie immer versetzt

Dank zig Kameras ist nicht nur William, sondern auch der Zuschauer ganz nah dabei, wenn sich sein Gefangener vor Schmerzen windet oder kurz davor steht, endgültig seine Fassung zu verlieren. Williams Intention: er will stellvertretend für alle, wenigstens einen dieser Kriminellen zur Rechenschaft ziehen und diesen für den Verlust seiner Tochter büßen lassen. So wird der Zuschauer Zeuge, wie dieser sein Opfer drangsaliert, foltert und zu unmenschlichen Entscheidungen zwingt. Selbst das Leben von Eddies Tochter steht auf dem Spiel, was den Thriller noch eindringlicher, bedrohlicher und spannender werden lässt.

Abweichung des Remakes vom Original

Im Verlauf des Thrillers wird klar, dass Williamer sein Opfer stellvertretend für alle anderen Kriminellen, Büßen lassen will. Dazu scheint er auch noch irgendetwas mit ihm vorzuhaben. Obwohl sich das Remake ziemlich nah an das Original hält (selbst die Klamotten von Lanzani und Skarsgård sind farblich gleich), weicht dieses dann im letzten Drittel komplett ab. Dies stellt leider auch das Manko des Films dar. Während das Original „4×4“ in einem moralischen Dilemma gipfelt, wirkt „Locked“ trotz eines mehr oder weniger guten Happy Endings, nicht richtig zu Ende erzählt. So erfahren wir bspw. nicht  was Williams Plan war. 

Die Besetzung rettet das etwas schwache Ende

Für die Hauptrolle des Tagediebs Eddie Barrish konnte man Bill Skarsgård verpflichten, der bereits mit den Neuverfilmungen von „Stephen Kings ES (2017)“ oder „The Crow (2024): Review“ und besonders mit Boy Kills World (Kritik) bewiesen hat, dass er physisch wie darstellerisch zu überzeugen weiß. So liefert er auch hier eine hervorragende Performance ab und man zweifelt  als Zuschauer nie an der Pein und dem Leid, das seine Figur zu ertragen hat. 

Locked Filmszene: Mann mit Smartphone steht vor Autofenster
William (Anthony Hopkins) gibt sich zu erkennen

Ihm zur Seite stellte man den bereits 88-jährigen und großartigen Sir Anthony Hopkins zur Seite. Der seinerseits mit „Das Schweigen der Lämmer (1991)“ als Hannibal Lecter gezeigt hat, wie perfide und eiskalt er agieren kann. Obwohl man sein Spiel als Besitzer des SUVs überwiegend nur verbal verfolgt, ist man sich sicher, dass es seiner Figur absolut egal ist, ob sein Gefangener lebt oder stirbt. Diese kalte Gleichgültigkeit wirkt beim Originalton noch wesentlich intensiver.

Die Macher hinter „Locked“

David Yarovesky, der bereits mit „Brightburn: Son of Darkness (2019)“ eine andere Art Superheldenfilm in die Kinosäle brachte, übernahm die Regie. Michael Arlen Ross (Turistas) schrieb das Drehbuch, das auf dem Original-Skript von  Mariano Cohn und Gastón Duprat basiert. Erwähnen möchte ich noch die tolle Kameraarbeit von Michael Dallatorre (Studio 666), der mit seinen Bildern eine intensive klaustrophobische Atmosphäre schuf. Mister “Tanz der Teufel” Sam Raimi (The Unholy: Review) selbst übernahm die Produktion.

Locked (Film 2025) Kritik & Fazit:

locked blu ray cover
LOCKED: Blu-ray
Bewertung: 6.5 / 10 ★

In David Yaroveskys Psychothriller „Locked“ verwandelt sich ein luxuriöser SUV, für den Kleinkriminellen Eddie Barrish (Bill Skarsgård), in eine tödliche Folterkammer. Was als einfacher Diebstahl beginnt, entpuppt sich als perfider Hinterhalt des eiskalten und todkranken William (Sir Anthony Hopkins). Das Remake des argentinischen Thrillers „4×4“ nutzt die beengte Fahrzeugkabine als hochmoderne Folterzelle, in der der Protagonist gequält wird. Williams grausame Intention: für einen persönlichen Verlust will er stellvertretend für alle Kriminellen an seinem Opfer ein Exempel statuieren. Womit „Locked“ zu einem eindringlichen, bedrohlichen Überlebensspiel wird, das selbst Eddies kleine Tochter in Gefahr bringt.

Trotz identischer Parallelen zum Original weicht „Locked“ im letzten Drittel komplett von der Vorlage ab – was leider auch das Manko des Films darstellt. Während das Original in einem moralischen Dilemma gipfelt, endet Eddies Leidensweg eher mit einem „Puff“ statt einem „Knall“ und wirkt seltsam unvollendet und auf bekannte Hollywood Endings getrimmt. Die Darsteller-Leistungen können jedoch über das schwache Ende hinwegtrösten. Skarsgård überzeugt erneut physisch wie emotional als gequälter Dieb, während Hopkins – trotz überwiegend verbaler Präsenz – eine eiskalte tödliche Bedrohung darstellt.

Fazit: „Locked“ ist ein solider klaustrophobischer Thriller, der durch seine starke Besetzung und das innovative Setting eines zur Todesfalle umgebauten SUVs fesselt, aber durch das unrunde Ende etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Hopkins und besonders Skarsgård liefern sich dafür ein intensives und sehenswertes Psychoterror-Duell. Fans von innovativen Psychothrillern sollten auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. 

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Marc Maurer

Hallo, ein Gruß von der anderen Seite der Glotze! Ich heiße Marc Maurer und tobe mich hier über meine cineastische wie technische Leidenschaft aus. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Film und IT schaue ich bei Gadgets und Heimkino-Releases etwas genauer hin. Als Filmredakteur und IT’ler liefere ich Euch meine Eindrücke und ehrliche Reviews – ohne das übliche Marketing-Gefasel.