Wolfen (1981) Mediabook Review

Eine mystische Wolfsbrut inmitten von New York

1981 buhlten gleich drei namhafte Produktionen um die Vorherrschaft im Werwolf-Genre. Während John Landis mit American Werewolf und Joe Dante mit Das Tier (The Howling) Filmgeschichte schrieben, versuchte Regisseur Michael Wadleigh einen völlig anderen, fast schon spirituellen Ansatz. Das Publikum schien jedoch gesättigt und Wolfen floppte an den Kinokassen. So reifte dieser erst Jahre nach seiner Heimkino-Veröffentlichung zu einem Horrorfilm-Klassiker heran. Doch funktioniert dieses ungewöhnliche Werwolf-Szenario heute noch? Und wird Plaions Mediabook dem Film sowie Sammleransprüchen gerecht? Das klärt unsere Filmkritik samt Mediabook-Review.

Plaions Wolfen Mediabook samt Film im Check

Worum geht’s?

New York City, Battery Park: Der suspendiert Detective Dewey Wilson (Albert Finney) wird reaktiviert und zu einem grausamen Tatort gerufen. Der unheimliche Fund dreier verstümmelter Leichen gibt seinen Kollegen vom NYPD einige Rätsel auf und so stellt auch er sich die Frage: Wer hatte es auf Immobilien-Magnat Christopher van der Veer und seine Frau abgesehen und konnte sogar den bewaffneten Leibwächter ausschalten? Das einzige Indiz, ein paar Wolfshaare die keiner hier lebenden bekannten Art zugeordnet werden können. 

Darsteller Albert Finney in einer Pathologie mit Leichen die obduziert werden - Filmszene Wolfen
Detectvie Dewey Wilson (Albert Finney) sucht in der Pathologie nach Hinweisen

Zusammen mit seinem Kumpel dem Pathologe Whittington (Gregory Hines) und der Psychologin Rebecca Neff (Diane Venora), macht er sich auf die unbekannten Täter zu stellen. Seine Ermittlungen führen ihn in die Ruinen der South Bronx zu einer verfallenen Kirche, wie auch zu dem Indianer Eddie Holt (Edward James Olmos). Dieser scheint ihn jedoch nur mit Geschichten über von Menschen in Tiergestalt verhöhnen zu wollen. Doch während seiner weiteren Ermittlungen ist sich Wilson nicht mehr sicher, ob Eddie wirklich nur „Märchen“ erzählte.

Die Inszenierung des Werwölfe Themas mal ganz anders 

Regisseur Michael Wadleigh schien sich der übermächtigen Konkurrenz bewusst, hatte doch John Landis mit American Werewolf das Lykanthropen-Genre allein durch die bahnbrechende Verwandlungsszene auf ein neues Level gehoben. Zeitgleich ging Joe Dante mit Das Tier (The Howling) ebenfalls neue Wege und erzählte die Geschichte einer ganzen Werwolf-Kolonie. Es blieb also wenig Spielraum, um im selben Jahr mit einem weiteren Werwolf Film zu punkten. So wählte Wadleigh einen völlig anderen Ansatz – eine Entscheidung, die wohl mitverantwortlich dafür war, dass der Film an den Kinokassen zunächst floppte.

Info: Dazu bietet sein Werk ein heute bedrückendes Detail: Im Film ist noch das World Trade Center zu sehen, das genau 20 Jahre später durch terroristische Anschläge zerstört wurde.

Spoiler: In Wadleighs Werk geht es zwar tatsächlich um eine Wolfsbrut, jedoch eine, die sich nicht bei Vollmond verwandelt. Es handelt sich um Wölfe, die in den Trümmern der South Bronx leben und sich ihrer Umgebung perfekt angepasst haben. Diese agieren wesentlich intelligenter und sind sich ihrer Gegner durchaus bewusst. So werden Eindringlinge, die ihren Lebensraum – die verfallene South Bronx – bedroht, vernichtet. Während der Zuschauer damals nun auf mutierte Werwölfe wartete, bekam er letztlich „nur“ ein Wolfsrudel präsentiert. Der Zuschauer, der jedoch kein klassisch blutrünstiges Monster für den Thrill brauchte, wurde mit einem intelligenten, spannenden und visuell beeindruckenden Mystik Horrorthriller belohnt.

Ein erschöpfter Mann mit dreckigen Gesicht und schwarzen Jacke sitzt vor der US-Flagge - Filmszene Wolfen
Detective Dewey Wilson (Albert Finney) erschöpft und ungläubig, bekommt die Wahrheit präsentiert

Dabei überzeugt der Film vor allem auf visueller Ebene und verzichtet überwiegend auf plakative Horror-Elemente. Die tiefgebückte Kameraperspektive, gepaart mit einem fremdartig wirkenden Solarisationsfiltern, lässt die Aufnahmen nicht nur unheimlich, sondern zutiefst beunruhigend wirken. Gedreht wurde in New York, dort zeigt Wadleigh den Verfall in der South Bronx, ein Stadtteil welches sich wunderbar als Kulisse anbot. Das Finale bietet zudem einen starken mystischen Unterbau, der auf dem Glauben von Ureinwohnern beruht – gelten bei vielen indigenen Völkern Tiere als mystische Wesen. Alles in allem ein sehr gelungener Ansatz, auch wenn es inszenatorisch ein paar unnötige und teils unlogische Aussetzer gibt.

Zwei Personen, die vor einer großen Explosion hinter ihnen flüchten - Filmszene aus Wolfen
Rebecce (Diana Vernora) und Wilson (Albert Finney) können der Explosion gerade noch entkommen.

Ein Beispiel: So gibt es wie so oft eine völlig unpassende Bettszene und obwohl diese Sequenz das Pacing massiv stört, prügelte der Filmemacher (oder das Studio) sie dennoch auf Biegen und Brechen in die Handlung. Dass man dabei jegliche Logik und Realismus über Bord warf, schien keinen der Verantwortlichen zu stören. Zur Szene selbst: Obgleich vermeintlich Gefahr im Verzug ist, stehen sämtliche Türen von Rebeccas Apartment sperrangelweit offen. Als Wilson in ihre Bude stürmt, schaut sie lediglich belämmert drein. Wilson zeigt sich kurz verwirrt, landet jedoch wenig später bei ihr im Bett. Die Krönung des Ganzen: Eine der Kreaturen hockt wie ein Spanner vor dem Fenster und schaut dem menschlichen Treiben in aller Ruhe zu.

Die Besetzung: Cast und Crew von Wolfen

Hauptdarsteller des Films ist der grandiose britische Charakterdarsteller Albert Finney (Mord im Orient Express). Dieser spielt seine Figur Dewey Wilson, einen desillusionierten Cop, hervorragend. Besonders überzeugend wird sein Spiel als sein Figur aus seiner Abgeklärtheit gerissen und mit einer unglaublichen Wahrheit konfrontiert wird. Diane Venora (Heat) spielt die Psychologin Rebecca Neff, die für Wilson ein Täterprofil erstellen soll. Gregory Hines (Diese Zwei sind nicht zu fassen) ist als Kumpel von Wilson und Pathologe Whittington zu sehen. Edward James Olmos vielen bekannt als Lieutnant Martin Castillo aus der Serie Miami Vice, spielt den undurchsichtigen Eddie Holt.

Ein Mann (Darsteller Gregory Hines) mit Funkgerät im Ohr und einem Scharfschützengewehr an einem Fenster - Filmszene aus Wolfen
Whittington (Gregory Hines) gibt Dewey (Albert Finney) Deckung, noch wissen beide Gefahr lauert.

In weiteren Rollen zu sehen sind: Dick O’Neill (Hör mal wer da hämmert) als Chief Warren, Tom Noonan (The Blacklist) als Ferguson, Dehl Berti (Invasion U.S.A.) als alter Indianer, Peter Michael Goetz (Jumpin Jack Flash) als Ross, Anne Marie Pohtamo als Pauline van der Veer, Max M. Brown (Seaquest) als Christopher van der Veer, Reginald VelJohnson (Stirb langsam) als Leichenhallen-Mitarbeiter.

Michael Wadleigh (Woodstock) übernahm die Regie und Warner Bros. produzierte diesen. Für das Drehbuch verantwortlich zeichnen: Whitley Strieber, David Eyre und Michael Wadleigh.  James Horner (Avatar: Fire & Ash) komponierte einen düsteren Score, während Kameramann Gerry Fisher, dem Film einen gruselig beunruhigenden Touch durch seine Aufnahmen aus der Sicht der Wölfe, verpasste. 

Fun-Fact: Die in Wolfen genutzten Kamerafahrten, wiederholte Gerry Fisher auch zu Beginn des Films: Highlander – Es kann nur einen geben mit Christopher Lambert.

Das Mediabook zu Wolfen von Plaion Pictures im Detail

wolfen mediabook 3d ansicht
Wolfen (1981) Mediabook 3D Ansicht

Das Mediabook gibt es in zwei Ausführungen, mit zwei verschiedenen Front-Covern. Der Inhalt ist identisch: Der Film ist sowohl auf Blu-ray / DVD enthalten, zudem gibt es ein Booklet mit Szenenfotos und einem mehrseitigen informativen Text mit weiteren Hintergrund Infos rund um den Film selbst. Dieser wurde von Stefan Jung & Marcus Stiglegger verfasst.

Mir lag die MB Cover Variante A für mein Review vor, welches ein weit aufgerissenes Wolfsmaul im blauen Finish, mit silbernen spiegelnden Zähnen und Augen zeigt. Ein netter Nebeneffekt: Hält man sich das Mediabook entsprechend nah vor das Gesicht, spiegeln sich die eigenen Augen in den Augen der Wolfsfratze wieder. 

Wissenswertes und Fragen zu Film & Blu-ray (FAQ):

Wolfen Mediabook (Film 1981) Kritik & Fazit

wolfen mediabook 2d ansicht
Wolfen (1981): Mediabkook
Bewertung: 7 / 10 ★

Michael Wadleighs Wolfen ist vermutlich nicht jedermanns Sache, dennoch schuf er einen erfrischend anderen Wolfs-Horrorfilm und konterte damit geschickt die damalige Konkurrenz von Landis und Dante. Trotz des Verzichts von gängigen Horror-Elementen, schafft es der Film allein durch dunkle Ecken, beunruhigende Stille, einfallsreiche Kamerawinkel und rasante Kamerafahrten auf Bodenhöhe, ein beklemmendes Gefühl auszulösen – Dies wirkt besonders bedrohlich, da man über weite Strecken nicht weiß, wer oder was da eigentlich jagt.

Neben der überwiegend runden Inszenierung, die sich stellenweise wie ein packender „Who-Done-It“-Krimi anfühlt, zeichnet sich der Horror-Thriller durch sein starkes Schauspiel-Ensemble aus – allen voran Albert Finney, der sich mit einem charismatischen Edward James Olmos ein packendes Katz-und-Maus-Spiel liefert. Was den Filmgenuss jedoch etwas trübt, ist die besagte Bettszene, auf die weder davor noch danach wirklich Bezug genommen wird. So wirkt sie nicht nur völlig unnötig, sondern raubt dem Film in diesem Moment auch spürbar das Tempo.

Fazit: Bis auf wenige Makel erhält man mit Wolfen einen spannenden Mystik-Tierhorror-Thriller, der eine ganz eigene Sogwirkung entfaltet und durch seinen hervorragenden Cast sowie ein überwiegend sehr gutes Bild überzeugt. Plaion Pictures hat dem Klassiker endlich die wohlverdiente Veröffentlichung in einem schicken Mediabook spendiert. Diese Edition hat sich ihren Platz in einer gut sortierten Sammlung definitiv verdient!

Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2026 Plaion Pictures zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!

marc maurer autoren bild
Marc Maurer

Hallo, ein Gruß von der anderen Seite der Glotze! Ich heiße Marc Maurer und tobe mich hier über meine cineastische wie technische Leidenschaft aus. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in den Bereichen Film und IT schaue ich bei Gadgets und Heimkino-Releases etwas genauer hin. Als Filmredakteur und IT’ler liefere ich Euch meine Eindrücke und ehrliche Reviews – ohne das übliche Marketing-Gefasel.