Kann Powell Arnold Schwarzenegger ersezten?
Mit The Running Man (2025) wagt sich Regisseur Edgar Wright an die lang erwartete Neuverfilmung von Stephen Kings Romanvorlage „Menschenjagd“. In dieser Kritik schaue ich mir an, ob Wright der düsteren Vision des Buches gerecht wird und / oder im Schatten des Kult-Klassikers von 1987 verblasst. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage: Kann Hauptdarsteller Glen Powell als Ben Richards gegen die ikonische Präsenz von Arnold Schwarzenegger bestehen? Während das Original vor allem durch Arnie-Action punktete, klärt mein Review, ob Wrights moderner Ansatz der tödlichen Gameshow gesellschaftskritisch ins Schwarze trifft.
Meine Analyse zu Plot, Umsetzung und Besetzung
Worum geht’s?
Wir befinden uns in einem dystopischen Amerika des Jahres 2025. Die Kluft zwischen bitterer Armut und maßlosem Reichtum zerreißt die Gesellschaft. In dieser Welt ist die Fernsehshow „The Running Man“ das ultimative Opium für die längst fremdgesteuerten Massen. Das Konzept ist ebenso simpel wie grausam: Ein Kandidat wird 30 Tage lang von professionellen Killern und der gesamten Bevölkerung gejagt. Wer überlebt, dem winkt ein gigantisches Preisgeld.

Der arbeitslose Ben Richards (Glen Powell) lebt mit seiner Familie am Existenzminimum. Seine schwerkranke Tochter benötigt dringend Medikamente, die er sich nicht leisten kann. Um sie zu retten, bleibt ihm nur ein Ausweg: die Teilnahme an der Show. Als „Runner“ stellt er sich einer feindseligen Welt, in einem Überwachungsstaat, in der jeder Bürger – angeheizt durch Geldprämien – mit seinem Smartphone zum potenziellen Jäger wird.
Die perfide Inszenierung einer Menschenjagd
Nach dem Mystery-Horrorthriller „Last Night in Soho“ (Kritik) wendet sich Edgar Wright wieder einem deutlich actionlastigeren Stoff zu. Da Hollywood seit Jahren im Remake-Modus festhängt, war es letztlich nur eine Frage der Zeit, bis auch „The Running Man“ eine Neuverfilmung erhält. Wer hier eine 1:1-Kopie erwartet, liegt daneben. Das Drehbuch geht bewusst eigene Wege, wurde von Stephen King persönlich abgesegnet und orientiert sich deutlich stärker an der ursprünglichen Romanvorlage, die King 1982 unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlichte.

Die Inszenierung entwirft eine dystopische Version des Jahres 2025, angesiedelt in einem totalitären Polizeistaat, der die Bevölkerung mit zynischen und brutalen Gameshows ruhigstellt. Ein Highlight sind die Sets, die stark an Paul Verhoevens Total Recall (Kritik) von 1990 erinnern. Auch hier wirkt die Welt kalt, dreckig und konsequent entmenschlicht. Empathie ist Mangelware, Moral längst verhandelbar, und jeder scheint nur noch auf den eigenen Vorteil bedacht. Gesteuert wird das alles von dem eiskalten Showmaster Dan Killian, gespielt von Josh Brolin.

Aus diesem Umfeld heraus erklärt sich auch die dauerhaft aggressive Grundhaltung von Ben Richards. Der Film zeichnet ihn nicht als klassischen Helden, sondern als Produkt dieser kaputten Welt. Glen Powell spielt seine Figur bewusst als latent überhitzten Charakter, der permanent unter Strom steht – irgendwo zwischen Überlebensinstinkt und unkontrollierter Wut. Das macht die Figur zwar greifbarer, ist streckenweise aber auch recht anstrengend, da Richards gefühlt nur eine Richtung kennt: nach vorne und im Zweifel auch mit dem Kopf durch die Wand.

Während die alte Verfilmung überwiegend auf One-Liner und coole Actionszenen setzte, inszeniert Edgar Wright einen Mix aus schwarzem Humor und Action. Letztlich ist der Film jedoch eine One-Man-Show, die zwei klare Makel aufweist: Hauptdarsteller Glen Powell spielt zwar durchaus ordentlich, kann den Film aber nicht alleine tragen, während die Antagonisten ziemlich blass bleiben. Dadurch fehlt dem Protagonisten ein ebenbürtiger Gegner, um wirklich brillieren zu können. Leider wirken sowohl die Gegenspieler als auch die Nebenfiguren ziemlich austauschbar.

Edgar Wright hat einen durchaus unterhaltsamen Actionfilm geschaffen, der einige coole Momente bereithält und für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Aufgrund der Laufzeit hatte ich erwartet, dass Wright den Fokus stärker auf die Medienkritik und den aufkeimenden Widerstand legt. Gerade mit Blick auf heutige, teils schon fragwürdige Fernsehshows hätte er hier deutlich mehr herausholen können und verschenkt so einiges an Potenzial. Stattdessen bleibt die erhoffte Gesellschaftskritik recht rudimentär und plakativ, und der Film kämpft bei seiner Laufzeit von 123 Minuten mit einigen Längen.
Die Darsteller der Brot und Spiele
Glen Powell (Top Gun – Maverick: Kritik) übernahm die Hauptrolle und spielt seine Figur des Ben Richards überwiegend ordentlich. Aufgrund eines starken Antagonisten hat man jedoch das Gefühl, das er den Film nicht gänzlich allein tragen kann. Josh Brolin übernahm die Rolle des Produzenten Dan Killian. Er baut dabei zwar ordentlich Antipathie auf, wirkt aber eher zickig anstatt richtig fies.

Lee Pace übernahm die Rollte des zweiten Antagonisten, doch leider bleibt seine Figur, ebenfalls wie die Brolins recht blass. Dabei hätte gerade diese Figur, durch geschickte Nebenplots und Hinweise recht viel Potenzial gehabt aufzutrumpfen. Letzten Endes verpufft dessen Demaskierung anstatt einen Oha Effekt zu erzeugen.

Die weiteren Darsteller spielen ihre Rollen ordentlich, so sind zu sehen: David Zayas (Dexter) als Richard Manuel, Jayme Lawson (Blood & Sinners) als Sheila Richards, Sean Hayes als Gary Greenbacks, Katy O’Brian (Mission: Impossible – The Final Reckoning: Kritik) als Jenny Laughlin, William H. Macey als Molie, u.v.m.
Wissenswertes zu Story, Film & Blu-ray (FAQ)
Ist der Film ein Remake des 1987er Schwarzenegger-Films?
Wie unterscheidet sich die Rolle von Ben Richards in dieser 2025er Version?
Gibt es Anspielungen auf das Original?
Basiert Das Millionenspiel mit Dieter Hallervorden auch auf Kings Roman?
Weitere Infos zu Laufzeit, FSK-Freigabe und Bonusmaterial der Blu-ray
The Running Man (Film 2025) Fazit:

Mit „The Running Man“ liefert Edgar Wright eine unterhaltsame, stellenweise treffend zynische Adaption von Stephen Kings Roman, die sich klar von der alten Verfilmung abhebt. Visuell überzeugt der Film mit einer dreckigen, kalten Zukunftsvision und einigen starken Setpieces, die die brutale Grundidee der Menschenjagd greifbar machen. Auch der Mix aus schwarzem Humor und Action sorgt immer wieder für kurzweilige Momente.
Allerdings zeigt der Film auch klare Schwächen. Glen Powell spielt solide, kann die One-Man-Show aber nicht vollständig tragen – vor allem, weil es an wirklich markanten Gegenspielern fehlt. Am deutlichsten fällt jedoch das verschenkte Potenzial bei der Gesellschaftskritik ins Gewicht. Gerade in Zeiten, in denen mediale Reizüberflutung und fragwürdige Unterhaltungsformate längst Realität sind, hätte Wright hier deutlich mehr Biss zeigen können.
Fazit: Wem kann man diesen Actionthriller empfehlen? Fans des Originals bekommen hier nicht ganz das, was sie erwarten, während Anhänger der Buchvorlage die nötige Schärfe vermissen werden. Wer jedoch seine Erwartungen etwas runterschraubt und kurzweilige, solide Action für die Feierabend-Unterhaltung sucht, wird hier größtenteils gut bedient.
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