Das Wunder in der 8. Strasse – Mediabook Review

Spielbergs Mini-UFOs gegen Immobilienhaie

Die 1980er-Jahre gelten als goldene Ära des Science-Fiction- und Fantasykinos. Klassiker wie E.T. – Der Außerirdische oder Gremlins – Kleine Monster prägten eine ganze Generation. Bei dieser Fülle an ikonischen Titeln blieb es nicht aus, dass einige Produktionen aus deren Schatten nicht heraustreten konnten und in Vergessenheit gerieten. Das Wunder in der 8. Straße (*batteries not included) von 1987 ist so ein Fall. Dabei bringt der Film alles mit, was auch die großen Titel auszeichnete: originelle Ideen, einen charismatischen Cast, eine Prise Spannung, ein Hauch Drama und eine gehörige Portion Herz. Ob der Film jedoch heute noch seinen Zauber entfalten kann und wie sich die Veröffentlichung von Plaion Pictures qualitativ schlägt, klärt meine Filmkritik samt Mediabook Review.

Der Klassiker im Film- & Mediabook-Check

Worum geht’s?

In einem heruntergekommenen Apartmenthaus tobt ein ungleicher Kampf: Die letzten Bewohner kämpfen gegen die Zwangsräumung und ihrem Mietshaus in New York droht der Abriss. Der eiskalte Immobilienhai Lacey, ein skrupelloser Baulöwe plant ein neues Geschäftsviertel hier im Stadtteil Manhattan. Die letzten Jahrzehnte waren Frank (Hume Cronyn) und Faye Riley (Jessica Tandy) nicht nur Mieter, sondern auch die Seele des alten Hauses und betrieben ebenso lang einen kleinen Diner. Ein Umzug wäre  fatal, würde sich doch Fayes fortschreitende Demenz drastisch verschlechtern. Doch der Druck durch Laceys kriminellen Handlanger Carlos (Michael Carmine) wächst.

Ein altes Ehepaar (Schauspieler: Jessica Tandy und Hume Cronyn) stehen in einer Imbissküche vor einem kleinen UFO - Filmszene
Faye (Jessica Tandy) hat den Mini-Ufos beigebracht wie eine Imbiss-Küche funktioniert.

So können Frank und Faye, wie auch die anderen Bewohner: der wortkarge Ex-Boxer Harry Noble (Frank McRae), der Künstler Mason Baylor (Dennis Boutsikaris) und die hochschwangere Marisa Esteval (Elizabeth Pena) nur noch auf ein Wunder hoffen. Frank jedoch, fühlt sich der Situation kaum noch gewachsen und überlegt aufzugeben. Völlig unerwartet erscheint Hilfe aus dem All: Eine Familie winziger UFOs landet auf der Suche nach Energie in der Wohnung der Rileys. Die kleinen Besucher reparieren kaputte Geräte im Handumdrehen und bringen damit auch das Leben der Hausbewohner wieder in Ordnung – eine Entwicklung die Carlos so nicht hinnehmen wird.

Die Inszenierung: von fliegenden Untertassen und Immobilienhaien 

Mit Das Wunder in der 8. Straße vereinten Produzent Steven Spielberg (Die Fabelmans: Kritik) und Regisseur Matthew Robbins zwei überaus passende Erfolgsrezepte des 80er-Jahre-Kinos. Einerseits setzt der Film auf das Thema sympathischer Maschinenwesen, wie es bereits Nummer 5 lebt! aus dem Jahr 1986 überraschend gut gelang. Andererseits vertraute man auf das Schauspiel-Duo Jessica Tandy und Hume Cronyn, welches bereits im Science-Fiction-Abenteuer Cocoon (1985) brillierten. Dennoch konnte das Sci-Fi-Fantasy-Abenteuer, die Erwartungen an den Kinokassen nicht erfüllen.

Fun-Fact: Die Story von Batteries not included, war ursprünglich nicht für einen Kinofilm, sonder für eine Episode von Spielbergs Fantasy-Serie: Unglaubliche Geschichten – Amazing Stories gedacht. 

Allen Unkenrufen zum Trotz konnte der Film über die Jahre hinweg, bei der Heimkinoauswertung punkten. Die Geschichte um das gebeutelte Ehepaar, den brotlosen Künstler und die schwangere Nachbarin funktioniert stellvertretend erzählerisch immer: Eine Gruppe Underdogs im Kampf gegen einen mächtigen Finanzmogul – Ein gesellschaftskritisches Thema was leider mehr denn je aktuell ist. Die Herz erwämende Rettung durch die lebendigen Miniatur-UFOs und der charmante Cast hebt den Film zudem von der Konkurrenz ab. 

Ein altes Ehepaar (Darsteller Jesscia Tandy und Hume Cronyn) schauen lächelnd in die Kamera - Filmszene
Faye und Frank (Jessica Tandy und Hume Cronyn) haben das schlimmste überstanden

Die Grundgeschichte überzeugt nach wie vor, dafür sind die Spezialeffekte sichtlich in die Jahre gekommen. Während die praktischen Effekte und die mechanischen Puppen von Industrial Light & Magic auch heute noch durch mit ihrem putzigen Look begeistern, fallen die Greenscreen-Aufnahmen und visuellen Composites mittlerweile doch deutlich ins Auge. Dies ist per se kein wirklich großer Kritikpunkt. Dennoch haben sich die Sehgewohnheiten im digitalen Zeitalter massiv verändert, womit es diese Titel in der heutigen Zeit schwerer haben, zu überzeugen.

Zugegeben, der Streifen leidet stellenweise unter seinem mäßigen Erzähltempos. Dazu folgt er der allseits bekannten und teils generischen Formel einer Underdog-Story. Obwohl das Drehbuch wenig mutige oder gar bahnbrechende Überraschungen bietet, sind die lebendigen Maschinenwesen das Highlight. Was zudem durch das exzellente Spiel von Hume Cronyn und Jessica Tandy, die als Faye und Frank für viel Witz aber auch Drama sorgen, perfekt harmoniert.

Die Darsteller dieses Sci-Fi-Fantasy Abenteuers

In den Hauptrollen sehen wir die wunderbare Schauspielerin Jessica Tandy, als demenzkranke Faye, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Als Eheman Frank, ist Hume Cronyn zu sehen, dessen Figur ein schon fast spürbare Last mit sich trägt. Frank McRae (Nur 48 Stunden: Kritik) spielt den wortkargen ehemaligen Boxer Harry Noble. Dennis Boutsikaris (The Blacklist: Kritik) ist als Künstler Mason Baylor  zu sehen, der ein Auge auf Nachbarin Marisa Esteval (Elizabeth Peña) geworfen hat.

Ein Mann (Schauspieler Frank McRae) strahlt über das ganze Gesicht und hält dabei ein Mini-Ufo in den Händen - Filmszene
Harry (Frank McRae) hat es tatsächlich geschafft das neugeborene Mini-Ufo zu retten

Das Antagonisten Trio wird von Michael Greene als Baulöwe Lacey angeführt, der seine Handlanger Kovacs, gespielt von John Pankow (Miami Vice: Kritik) und Carlos (Michael Carmine) anweist, die Leute aus dem kleinen Mietshaus in New York zu ekeln. In weiteren Rollen: John Disanti, Jane Hoffman, Tom Aldredge, Macintyre Dixon, u.v.m.

Wissenswertes zu Film & Mediabook Edition (FAQ)

Das Mediabook von Plaion Pictures ist leider wieder mit einer Fingerabdruckanziehden glänzenden Bschichtung „veredelt“ und bietet auf der Front das Filmcover und auf der Rückseite, Szenenbilder und Filminfos. Das Wunder in der 8. Strasse liegt Uncut sowohl auf Blu-ray wie DVD vor. Das Booklet enthält einige Filmbilder und wurde von, dem mir geschätzten, Christoph N. Kellenbach verfasst. Dieser hat wieder einige interessante Fakten ausgegraben, die auch mir noch nicht bekannt waren. 

Das HD Bild im Format 1.85:1 überzeugt durch eine natürliche Schärfe und authentische Plastizität, da das feine Filmkorn glücklicherweise nicht weggefiltert wurde. Besonders die Detailzeichnung bei Haaren oder der finalen Explosion ist exzellent. Während der Kontrast teils etwas steiler ausfällt, bleibt der Schwarzwert tadellos. Passend zum nostalgischen Look bewegt sich der Film in einem bräunlich-warmen Farbraum, der die Atmosphäre des alten Apartmenthauses perfekt einfängt. 

Der Ton liegt in Deutsch und Englisch (DTS-HD MA 5.1) vor und überzeugt durch eine hervorragende Dialogverständlichkeit. Freunde von modernem, deftigem Surround-Sound dürften hier jedoch weniger auf ihre Kosten kommen.

Das Bonusmaterial ist mit drei Interviews, einer Bildergallerie und Trailern überschaubar ausgefallen.

  • E.T. der Außerirdische (1982) mit Drew Barrymore
  • Starman (1984) mit Jeff Bridges
  • Explorers (1985) mit Ethan Hawke (Black Phone: Review)
  • D.A.R.Y.L. – Der Außergewöhnliche (1985) mit Barret Oliver
  • Nummer 5 lebt (1986) mit Steve Guttenberg
  • Bigfoot und die Hendersons (1987) – Kritik mit John Lithgow
  • Der Gigant aus dem All (1999) mit der Stimme von Vin Diesel

Der Film bietet fantasievolle, witzige Momente und eine Mischung und aus Science-Fiction und Fantasy. Der große Pluspunkt ist jedoch die herzerwärmende Botschaft über Zusammenhalt und Freundschaft.

Steven Spielberg fungierte als Executive Producer, während Matthew Robbins die Regie übernahm. Die originelle Idee rund um die kleinen Raumschiffe und das Drehbuch stammen von Brad Bird (Die Unglaublichen), Matthew Robbins selbst und Brent Maddock, der auch das Skript für Nummer 5 lebt! verfasste.

Das Wunder in der 8. Strasse – *Batteries not included (Universal Pictures) liegt in der Uncut Fassung vor und hat eine Laufzeit von 106 Minuten, mit einer FSK-Freigabe ab 6 Jahren.

Das Wunder in der 8. Straße (1987) Fazit:

Abbildung des Mediabook Covers von dem Film Das Wunder in der 8. Strasse
Das Wunder in der 8. Strasse: Mediabook
Wertung: 6.5 / 10 ★

Das Wunder in der 8. Straße schwächelte zwar einst im Kino, konnte dafür aber bei der Heimkino-Auswertungen, seinen Platz in der Herzen vieler Heimkino-Fans finden. Die Mischung aus herzerwärmendem Underdog-Drama, charismatischen Hauptdarstellern und den liebenswerten Mini-UFOs macht ihn auch rund 40 Jahre später noch sehenswert. Hume Cronyn und Jessica Tandy tragen die Geschichte mit viel Gefühl, während die kleinen mechanischen Besucher für die nötige Portion Fantasie und Humor sorgen. 

Wer den Film noch nicht kennt, sollte sich von den gealterten Greenscreens oder einfachen SFX nicht abschrecken lassen – der Kern der Geschichte selbst, funktioniert immer noch. Sicherlich wirken die Spezialeffekte mittlerweile etwas antiquiert und das Erzähltempo ist klassisch statt temporeich. Das verleiht der 80er-Jahre-Atmosphäre wiederum seinen nostalgischen Charme und Reiz.

Kurz gesagt: Der Film ist ideal für alle: Die Nostalgie, Sci-Fi-Fantasy mit Herz und sympathische Maschinenwesen lieben, Familienfilme mit leichtem Abenteuerflair schätzen oder einfach mal wieder ein Stück 80er-Jahre-Kino genießen wollen. Ein kleiner, aber feiner Geheimtipp, der zeigt, dass manchmal selbst die kleinsten UFOs Großes bewirken können.

Transparenz-Hinweis: Das Bild- und Trailer Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von Plaion Pictures zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Plaion Pictures – Alle Rechte vorbehalten!