Spielbergs Reise in seine Kindheit!
Die Fabelmans: Regisseur Steven Spielberg bringt uns mit den Fabelmans seine eigene Kindheitsgeschichte näher. So darf ein kleiner Junge in den 1950er-Jahren, zum ersten Mal mit seinen Eltern mit ins Kino. Was er dort mit großen Kinderaugen sieht, wird sein zukünftiges Leben für immer verändern. So erzählt Spielberg, mit seinem Co-Autor Tony Kushner, seine eigene Kindheit anhand der fiktiven Familie Fabelman nach.
Dabei ist der Film kein rein autobiografisches Werk, der Filmemacher verarbeitet hier überwiegend Lebensabschnitte und wie er zu seiner großen Leidenschaft der Filmemacherei fand. Dass dieser Weg nicht nur Freude, Heiter, Sonnenschein bedeutete, dürfte selbstredend sein. So haben doch alle Familien ihre kleinen, aber auch großen Probleme zu bewältigen. Wie mir dieses Familiendrama gefallen hat, erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen.
Worum geht’s in Spielbergs „The Fabelmans“?
Die 1950er-Jahre, New Jersey, hier wohnt der kleine Sam Fabelman, mit Vater Burt, Mutter Mitzi, seinen Schwestern Natalie, Reggie und Lisa. Nicht zu vergessen, der beste Freund seines Vaters, der gute „Onkel“ Bennie. Eines Tages darf Sammy zum ersten Mal ins Kino und darf den Blockbuster „The Greatest Show on Earth“ anschauen. Die Szene, in der zwei Züge zusammenstoßen, fasziniert und verängstigt ihn zugleich. Deshalb wünscht er sich gleich darauf eine elektrische Eisenbahn. Nicht nur um damit zu spielen, sondern um diese Filmszene nachzustellen und herauszufinden, wie die Filmemacher das gemacht haben.

So kommt seine Mutter auf die Idee, diese Zug-Kollision mit ihrer 8mm-Kamera festzuhalten, womit Sammy die Szene immer und immer wieder nachstellt. Dieser Tatendrang weckt in ihm ein schlummerndes Talent, wie auch seine Leidenschaft fürs Filmemachen. Während er das ganze Haus samt seiner Schwestern in ein Filmstudio verwandelt, steht die erste Veränderung in seinem Leben an. Sein Dad hat ein lukratives Jobangebot bekommen, womit die gesamte Familie inklusive „Onkel“ nach Arizona umzieht.

Nachdem seine Oma stirbt, kapselt sich seine Mutter von der Familie ab. Als Ausweg bittet Burt seinen Sohn, den letzten gemeinsamen Campingausflug zu einem kleinen Film zusammen zu schnippeln. Vielleicht heitert dies ja seine Frau etwas auf. Während des Filmschnittes entdeckt Sam ein gar bitteres und sehr unangenehmes Geheimnis. So sieht er im Hintergrund immer wieder seine Mutter und Onkel Bennie nicht nur Händchen haltend durch die Gegend spazieren. Was die Beziehung zu seiner geliebten Mum schwer erschüttert.

Ein weiterer Umzug nach Kalifornien, diesmal ohne Onkel Bennie, bringt das Leben der Fabelmans gänzlich aus den Fugen. Nicht nur, dass seine Mutter ohne ihren „Freund“ nicht klarkommt, auch er muss sich antisemitischen Anfeindungen seiner neuen Mitschüler stellen. Als seine Mum zusammenbricht und Burt, wie auch ihren Töchtern alles beichtet, bricht die Familie auseinander. Seine Mutter und Schwestern ziehen zu Bennie, während Sammy bei seinem Vater in Kalifornien bleibt. Denn hier sieht er die einzige Chance, seinen großen Traum wahr werden zu lassen,
Zurück zu den Anfängen
Wie sieht wohl der Lebensweg einer der größten Filmemacher unserer Zeit aus? Das erfährt man nun in dem Familiendrama „Die Fabelmans“. In diesem folgen wir dem fiktiven Jungen Sammy. So lernen wir in diesem Film seine Familie, seine Eltern wie auch seine beiden Schwestern, mit ihren kleinen und großen Problemen kennen. Nicht zu vergessen Burts besten Freund, den guten Onkel Bennie. So kommt der kleine Sam zu Beginn des Films zu seinem ersten Kinobesuch. Und sein erster Kinofilm wird es sein, der ihn gleichzeitig erschreckt, wie auch fasziniert. Was letztlich sein Interesse am Filme drehen weckte.

Obwohl Spielberg (Das Wunder in der 8. Strasse: Kritik) nicht nur als Regisseur, sondern auch als Produzent, mit die großartigsten Produktionen der Filmgeschichte schuf. War sein Weg dahin, alles andere als einfach. Besonders damals kämpfte man mit Vorurteilen bezüglich künstlerischer Berufe im Show-Business. Unterstützung fand er dabei überwiegende bei seiner Mutter. Einer Konzertpianistin, die ihre Passion für ihre Familie aufgab.

Eine dramatische Wendung deutet sich nach dem Tod der Großmutter an, welche die Begegnung mit Onkel Boris nach sich zieht. Wobei ich die im Film angedeutete Vision /Vorhersage eher als dramaturgischen Kniff, anstatt realer Hintergründe ansehe. Oder muss man die Frage stellen: ob Spielbergs Mutter Leah tatsächlich eine Vision gehabt haben soll? In dieser spricht sie des Nachts per Telefon mit ihrer toten Mutter, die ein drohendes Unheil ankündigt. Was letzten Endes zur Scheidung von Mitzi und Burt führt.

So wird aus der vermeintlichen „coming of age“ Geschichte, ein „coming of age Drama“. Auch wenn die Probleme zeigen, wie steinig der Weg gewesen sein muss, wird der Streifen nicht zu melancholisch. Spielberg fand dabei eine ausgezeichnete Mischung aus herzerwärmend und herzzerreissend. Wie viel autobiografischen Einblick uns dieser Mann in seine reale Familiengeschichte gibt, kann man natürlich nur erahnen. Dennoch sind es gerade solche Szenen, wie die Affäre von Sams Mutter, dessen erste bibelfeste Freundin Monica oder die antisemitischen Angriffe, welche nicht nur intim, sondern auch authentisch wirken.

Filmisch gesehen ist der Film „Die Fabelmans“ eine Liebeserklärung an das Filmemachen und die Passion, die solche Menschen ergreift. Besonders schön ist das Ende des Films, in dem Sam auf den damaligen Regiegiganten John Ford trifft. Welcher hervorragend von einer weiteren Ikone Hollywoods, David Lynch interpretiert wurde. Ebenfalls großartig wird der Film von der Musik von John Williams untermalt. Trotz dass das Werk einige Auszeichnungen erhielt, empfinde ich solche autobiografische Titel wie „Bohemian Rhapsody“ (Queen) oder gar an „Rocket Man“ (Elton John) als wesentlich intensiver.
Die Fabelmans (2022) Kritik & Fazit:

Wertung: 6,5 / 10
„Die Fabelmans“, der neueste Film von Steven Spielberg, ist eine autobiografische Erzählung, die auf eindrucksvolle Weise die Anfänge des Regisseurs und seine Entwicklung zu einem der weltweit renommiertesten Filmemacher beleuchtet. Spielberg gewährt dem Publikum unerwartet intime Einblicke in sein Privatleben, darunter seine frühe Begeisterung für das Filmemachen, seine erste ernsthafte Beziehung und die Herausforderungen, die er im familiären Umfeld sowie durch Anfeindungen bewältigen musste. Der Film beginnt mit einer scheinbar perfekten Familienwelt, die jedoch letztendlich zerbricht, und behandelt sensible Themen wie die Affäre seiner Mutter und die daraus resultierende Scheidung seiner Eltern mit einer offenen und reflektierten Perspektive.
Die Besetzung des Films ist exzellent, wobei besonders Michelle Williams in ihrer Rolle als Mutter heraussticht. Ihre Darstellung einer Frau, die zwischen ihrer verlorenen Karriere als Konzertpianistin, ihrem Ehemann, ihren Kindern und ihrem Geliebten hin- und hergerissen ist, ist besonders eindrucksvoll. Die Leistung von Mateo Zoryan Francis-Deford als junger Sammy, sowie Seth Rogens überraschend nuancierte Darstellung als Onkel, Freund und Liebhaber, tragen wesentlich zur Tiefe und Glaubwürdigkeit des Films bei. Die Nebenrollen, gespielt von Paul Dano, Judd Hirsch und anderen, sind solide, auch wenn sie weniger Raum zur Entfaltung haben. David Lynchs Darstellung des exzentrischen John Ford ist ebenfalls bemerkenswert und ein Highlight des Films.
Trotz einiger kleiner Kritikpunkte, wie der unglaubwürdigen Gutmütigkeit des Charakters „Burt Fabelman“ und dem künstlichen Spannungsaufbau um Mitzis nächtliche Vision, überzeugt „Die Fabelmans“ insgesamt als Film. Spielberg präsentiert hier ein Werk, das sowohl dramatisch als auch warmherzig ist und tiefere Einblicke in seine persönliche Geschichte und Entwicklung bietet. Die positive Resonanz der Filmkritik und die Nominierungen für renommierte Filmpreise wie die Golden Globes oder Oscars bestätigen die Qualität dieses Films. Für alle, die mehr über Steven Spielberg erfahren möchten, ist „Die Fabelmans“ ein sehenswertes Meisterwerk, das mit Sicherheit keinen Zuschauer enttäuschen wird.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2022 Universal Pictures – alle Rechte vorbehalten!



