Lundgren in Action: vor wie auch hinter der Kamera!
Wanted Man (2024): In seiner achten Regiearbeit übernahm der in Schweden geborene Dolph Lundgren auch die Hauptrolle des alternden Cop, Mike Johansen. Dieser hat sich bei einer Festnahme mit einem mexikanischen Menschenhändler einen „Ausrutscher“ erlaubt und steht nun auf der Abschussliste in seinem Dezernat.
Seine Chance sich zu rehabilitieren besteht darin zwei Zeuginnen einer Schießerei zwischen Drogendealern und der DEA aus Mexiko zurückzuführen. Das dabei natürlich so einiges schiefgeht, dürfte klar sein und was das ganze mit Clint Eastwood zu tun hat, erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen meines Reviews.
Die Handlung von Wanted Man:
Sein überaus gewalttätiges Vorgehen sowie die Beschimpfung eines mexikanischen Schiebers brachten den in die Jahre gekommenen Polizisten Travis Johansen in ziemliche Schwierigkeiten. So stehen sein Vorgesetzter, wie auch seine Dienststelle unter schwerem Beschuss aus der Presse. Die einzige Chance sich rehabilitieren: er muss nach Mexiko und die einzigen Augenzeugen, zwei Prostituierte, die den Mord zweier DEA-Agenten beobachteten, von Mexiko in die USA überführen.

Das Problem: Detectiv Johansen ist tatsächlich kein Freund von Mexikanern. Während der Überführung kommt es zu einem Zwischenfall. Der Transport gerät in einen Hinterhalt, bei dem Johansens Begleiter Officer De La Cruz (James Joseph Pulido) eine der Augenzeuginnen erschossen werden. Travis kann die Angreifer niederstrecken, wird derweil angeschossen und wird von seiner verbliebenen Zeugin Rosa gerettet und zu ihrer Familie gebracht.

Diese kümmert sich um seine Wunden, traut ihm aber nicht über den Weg, besonders nicht Rosas Bruder. Als plötzlich das Kartell auftaucht, ist klar, dass der Tod zweier DEA-Agenten in den USA weitere Kreise zieht und dieses es nun auf seine Zeugin abgesehen hat. Rosa erklärt ihm, dass die Schießerei nicht unter konkurrierenden Drogenbanden stattgefunden hat, sondern das es sich um Cops gehandelt haben muss. Doch sollte dies der Fall sein, stellt sich die Frage, wem er noch vertrauen kann?
Dolph Lundgren auf dem Regiestuhl und vor der Kamera
Einst war der gebürtige Schwede, Silvester Stallones erbittertster Gegner in „Rocky IV“. Seither wart der Actionstar in etlichen Filmproduktionen, meist im B-Movie Bereich zu sehen. Zu seinen weiteren Highlights dürften solche Titel wie Roland Emmerichs („Moonfall„) „Universal Soldier (1992)“, „Masters of the Universe (1987)“ oder „The Expendables (2010)“ zählen. Einer meiner persönlichen Highlights ist dabei der Sci-Fi-Thriller „Dark Angel (1990)“. Seinen allerersten Filmauftritt konnte man gar in dem James Bond Film „Im Angesicht des Todes (1985)“ erleben.
Seit 2004 versucht sich der im Jahr 1957 geborene Lundgren auch als Regisseur und Produzent. Mit „Wanted Man“ liefert der nun seine achte Regiearbeit ab und übernahm neben der Mitarbeit am Drehbuch auch gleich noch die Hauptrolle. Die Story ist dabei recht einfach gehalten und erinnert den erfahrenen Filmfan gleich an Clint Eastwoods „Der Mann, der niemals aufgibt“ aus dem Jahr 1977. In diesem überführt Eastwood ebenfalls eine Zeugin, die von allerlei korrupten Personen gejagt wird.

Das Interessante daran, beide Filme sind bezüglich Ihres Plots oder gar der Figurenentwicklung ziemlich spärlich aufgestellt, können aber dennoch unterhalten. Trotz das man als Zuschauer recht schnell ahnt, wer die Bösen sind und was hinter all dem Aufriss steckt. Kurzum, Überraschungen gibt es keine. Erfreulich fand ich, dass Lundgren darauf verzichtete, dass sich die Hauptdarsteller intim näher kommen. Etwas, das ich in diesen Genre-Filmen schon immer überflüssig fand. Dies hat Lungren gen Ende des Films besser gelöst.
Die Wandlung des griesgrämigen Cops, der allgemein nicht gut auf Mexikaner zu Beginn des Films zu sprechen ist, wurde Genre-typisch und dennoch nachvollziehbar umgesetzt. Etwas zu blauäugig reagiert der Hauptcharakter dann zum Finale hin, als er von seinen vermeintlichen Freunden wie aus dem Nichts aufgespürt wird. Etwas, das einen erfahrenen Cop eigentlich zum Grübeln bringen sollte, anstatt seinen Kumpels blauäugig zu folgen.
Die Actionszenen sind durchweg handgemacht und wirkt auch nicht allzu übertrieben wie in den John Wick Filmen. Hier agiert Lundgren altersgerecht und nicht wie eine unbesiegbare Kampfmaschine. Die Shootouts wie auch alle anderen Action-Effekte stammen augenscheinlich nicht aus dem Computer und wirken richtig schön Oldschool. Oldschool dürfte den Film im allgemeinen genau beschreiben und müsste die meisten Actionfilmfreunde, die nicht nur auf Hochglanz Produktionen stehen, gut unterhalten.
Die Darsteller aus „Wanted Man“:
Der Hüne aus Schweden, Dolph Lundgren übernahm neben seiner Regiearbeit auch die Hauptrolle des Detective Johansen. Kelsey Grammer, bekannt aus der Serie „Cheers“ und „Frasier“ spielt den alten Freund Brynner.

Die Rolle der Augenzeugin Rosa Barranco übernahm Christina Villa. In weiteren Rollen sind Michael Paré („Das Philadelphia Experiment“) als Tinelli, Roger Cross („MacGyver„), Aaron McPherson als Adam Hilts („The Orville“) und Rocko Reyes als Miguel Barranco zu sehen.
Wanted Man (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 5,5 / 10
Dolph Lundgren beweist mit „Wanted Man“ einmal mehr, dass er nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter sein Handwerk versteht. Seine achte Regiearbeit ist eine Hommage an den klassischen Actionfilm, die mit handgemachten Stunts, einer geradlinigen Story und einem soliden Cast überzeugt. Dabei schafft es Lundgren, dem Genre treu zu bleiben, ohne in die Falle übertriebener Modernisierung zu tappen. Die bewusste Entscheidung gegen eine romantische Verwicklung der Hauptfiguren und die Konzentration auf die Kernaspekte des Actionkinos – Spannung, Charakterentwicklung und klassische Shootouts – verleihen dem Film eine angenehme Bodenständigkeit.
Insbesondere die Oldschool-Actionsequenzen, die ohne übermäßigen CGI-Einsatz auskommen, dürften nicht nur Fans von Lundgren, sondern auch Liebhaber des Actiongenres im Allgemeinen ansprechen.“Wanted Man“ mag zwar in seiner Handlung und Figurenentwicklung kaum Neuland betreten, doch gerade diese Besinnung auf bewährte Elemente kann gut unterhalten. Lundgrens Darstellung des Detective Johansen, verleiht der Hauptfigur eine gewisse Authentizität. Trotz einiger vorhersehbarer Wendungen und der manchmal zu geradlinigen Entwicklung des Protagonisten bietet „Wanted Man“ solide Unterhaltung für einen entspannten Filmabend.
Die Kombination aus Lundgrens charismatischer Leistung, handfester Action und einem Hauch von Nostalgie macht diesen Film zu einem sehenswerten Titel für Fans des schwedischen Actionhelden und des Actionkinos. Kurz gesagt: Mit „Wanted Man“ erfindet Dolph Lundgrend das Actiongenre sicherlich nicht neu, aber Actionfilm Freunde der alten Schule dürfte der Film gefallen.
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