Elite-Killer in Rente sollte man nicht unterschätzen!
Wenn es um ungewöhnliche Rollen geht, bleibt Nicolas Cage stets unberechenbar. In „The Retirement Plan“ schlüpft Cage in die Rolle eines ehemaligen CIA-Auftragskillers. Dieser fristet sein Leben auf den Cayman Islands, bis er unerwartet Besuch von seiner (ihm bis dato unbekannten) Enkelin bekommt. Seine entfremdete Tochter hat sie zu ihm, da Gangster hinter ihr her sind. Tim Browns bisherige Regiearbeiten konnten das Publikum nicht überzeugen, ob sich das mit seinem neusten Werk ändert, verrät unsere Filmkritik!
Worum geht’s in „The Retirement Plan“?
Ashley (Ashley Greene) und ihr Dad Matt (Nicolas Cage) haben sich schon lange nichts mehr zu sagen, zu oft enttäuschte dieser seine Tochter. Als ihr Ehemann Jimmy (Jordan Johnson-Hinds) einen Datenträger eines Gangster-Syndikats klaut, ändert sich das schlagartig. Sie muss ihrer elfjährigen Tochter Sarah nicht nur sagen, dass sie einen Opa hat, sie muss sie auch noch zu diesem schicken. Während Sarah mit dem USB-Stick mit wichtigen Informationen auf dem Weg zu Grandpa ist, werden Ashley und Jimmy von Gangstern gefasst.

Schnell weiß Gangsterboss Donnie (Jackie Earle Haley), wohin sein Stick unterwegs ist und jagt seine Schergen, seinen Bruder den General und Bobo (Ron Perlman) zusammen mit Ashley auf die Cayman-Inseln. Während Matt noch verdauen muss, dass er eine Enkelin hat, stehen bereits die Gangster samt seiner entfremdeten Tochter im Garten. Als Ashley bereits mit ihrem Leben abgeschlossen hat, macht ihr Dad völlig unerwartet die bösen Jungs einfach mal so platt. Womit sich eine Frage stellt: Wer zur Hölle ist ihr Dad eigentlich wirklich?
Die Inszenierung von „The Retirement Plan“
Bereits 2023 international vermarktet, dauerte es überraschend lang, bis der Film nun im deutschen Heimkino ankam. In Tim Browns Film spielt Cage einen in den Ruhestand verbannten CIA-Auftragskiller namens Matt. So zog sich der Rentner und entfremdete Vater Matt auf die Kaimaninseln zurück und genießt dort seinen Lebensabend. Der Clou: Ashley weiß nichts von Daddys ehemaliger Tätigkeit, dafür weiß Matt nichts von seiner Enkelin.

Der Film beginnt mit dem Diebstahl eines USB-Sticks durch Ehemann Jimmy und nimmt so auch gleich fahrt auf. Die Gangster jagen den Stick und treffen auf den vermeintlichen Pensionär, der ihnen unerwartet den Allerwertesten aufreißt. So ergibt sich ein unterhaltsamer Mix aus spaßigen Erkenntnissen und recht brutalen Überraschungen, die dem verlotterten Rentner keiner zugetraut hätte. Trotz der teils unerwartet deftigen Gewaltszenen wirkt der Film durch die cartoonhafte Einstellungen nicht allzu brutal.

Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz: Einerseits, wenn Jackie Earle Haley als Donnie wegen seiner Leute ausrastet, oder sein Bruder die Sache mit dem USB-Stick mit einer Disc durcheinander bringt. Dass gerade Ron Perlman (The Gentleman) als Bobo ihn berichtigt, macht es dabei erst richtig lustig. Ziemlich böse und dennoch witzig, die Szene als Cage einen der Killer ins Zimmer zerrt, ihm den Kehlkopf einschlägt und ihn obendrauf noch röchelnd verhöhnt, während dieser Abtritt. Trotz einiger witziger Szenen sitzt nicht jeder Gag.
Die Schwächen des Films
Es fällt im Verlauf des Films auf, dass das Drehbuch und die Regie mit ein paar Makeln kämpft. Was den Plot betrifft, hätte ein Ex-Killer, der eine Gangster-Bande auseinandernimmt, als reine Actionkomödie völlig gereicht. Dennoch reicherte Tim Brown das Skript noch mit der CIA samt Maulwurf und dem obligatorischen großen Unbekannten an. Dies wirkt doch recht konstruiert und wenig sinnig, wenn der MacGuffin des Films mehrmals durchgereicht wird. Das Ende selbst wirkt dann recht gehetzt und wie ein unrunder Abschluss.
Großartiges Ensemble oder mauer Rentnertreff?
Nicolas Cage (Massive Talent: Review) führt als berühmt-berüchtigter CIA-Veteran auf den Cayman Islands mit Hawaiihemd den Film an. Dabei überzeugt er wie eh und je in seiner Rolle und sorgt in dieser Action-Komödie erneut für schlagkräftige wie auch unterhaltsame Szenen. Ihm zur Seite stehen Ashley Greene als Ashley und Thalia Campbell als Sarah als Mutter und Tochter. Während Green manchmal etwas zu hysterisch wirkt, überzeugt ihre Filmtochter dafür umso mehr.

Grace Byers ist als Gangster Hector zu sehen, die ihr kriminelles Unternehmen als eiskaltes Biest leitet. Ihr dient Jackie Earle Haley (Hypnotic: Review) als Handlanger und Gangsterboss Donnie, der einen herrlich cholerischen Gangster abgibt. Sein Mann fürs Grobe namens Bobo wird von Ex-Hellboy Ron Perlman (Der Name der Rose (1986): Review) dargestellt. Perlman versteht es perfekt als sympathischer und dennoch gefährlicher Antagonist aufzutreten. Ex-Ghostbuster Ernie Hudson spielt Matts alten Freund Joseph.

Lynn Whitfield ist als CIA-Direktor Drisdale zu sehen, deren Figur recht lange undurchschaubar bleibt. Schauspielkollege Joel David Moore ist Agent Fitzsimmons und Maulwurf in einer Person. Jordan Johnson-Hinds übernahm die Rolle des V-Manns Jimmy, dessen Rolle recht klein ausfiel. Rick Fox ist als Christopher zu sehen..
Schauspielerstreik und fehlendes Marketing
Manche Filme werden schon vor ihrer VÖ als Flop gehandelt. So kämpfte Regisseur Tim Brown unter anderem mit dem Streik der Schauspielergewerkschaft. Dies hatte zur Folge das Hauptdarsteller Nicolas Cage (Longlegs: Review) nicht Promotion-Tour gehen konnte. Dies erklärt wohl auch das maue Einspielergebnis im Kino von rund 745.000 US-Dollar, wie auch die mittelmäßige Wertung der IMDB.
Ein Blick auf die Extras der Blu-ray
Die Blu-ray von „The Retirement Plan“ bietet zwar nicht viel, dafür aber ein interessantes Making-of zu den Dreharbeiten der Gangster-Komödie. Neben dem Drehbuch war Cast besonders davon begeistert, dass sie im karibischen Meer auf den Cayman Islands drehen durften. Ebenfalls enthalten ist der Trailer, wie auch eine Trailershow.
The Retirement Plan (Film 2023) Kritik & Fazit:

In „The Retirement Plan“ brilliert Nicolas Cage (The Surfer)als Ex CIA-Auftragskiller in Rente – entfremdet von seiner Tochter Ashley (Ashley Greene) und ahnungslos, dass er eine Enkelin hat. Als Ashleys Mann einen USB-Stick von Gangstern stiehlt, muss die elfjährige Sarah zu ihrem unbekannten Großvater auf die Cayman Islands fliehen. Während Gangsterboss Donnie (Jackie Earle Haley) und sein brutaler Handlanger Ron Perlman (The Gentleman) als Bobo die Familie jagen, offenbart der vermeintliche Rentner überraschend seine tödlichen Fähigkeiten.
Regisseur und Autor Tim Brown kombiniert geschickt Action mit Humor, wobei insbesondere Cage als weit unterschätzter Pensionär überzeugt, was auch zum Running Gag des Films wird. Die teils heftigen Gewaltszenen wirken durch comicartige Darstellungen entschärft. Die erstklassige Besetzung mit Cage als Killer-Opa, Haley als cholerischer Gangsterboss oder Perlman als gefährlich-sympathischer Bobo weiß zu überzeugen.
Fazit: „The Retirement Plan“ bietet solides Action-Vergnügen, kämpft aber auch mit einem etwas unrunden Drehbuch. Dafür die überzeugen die überraschend deftigen Actionszenen, die gelungenen Humor-Elemente und eine starke Besetzung. Wer kein Hochglanz-Hollywood-Blockbuster erwartet und Fan von Nicolas Cage und / oder Ron Perlman ist, wird mit dieser unterhaltsamen Action-Komödie sicherlich auf seine Kosten kommen.
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