Wenn die Welt vor Grauen verstummt!
New York City versinkt im Chaos! In „A Quiet Place Tag Eins“ erleben wir den Beginn der verheerenden Alien-Invasion. Regisseur Michael Sarnoski entführt uns in ein Szenario, in dem jedes Geräusch tödlich sein kann. Der Schauplatz: eine der lautesten Metropolen der Welt. Inmitten dieser Apokalypse kämpft die todkranke Samira (Lupita Nyong’o) um ihr Überleben und findet in Eric (Joseph Quinn) unerwartete Hilfe. Doch kann das Sci-Fi Horror Thriller Prequel den Erwartungen gerecht werden und konnte uns dieser Survival-Horror-Trip überzeugen? Dies erfahrt Ihr wie immer in unserer ausführlichen Filmkritik.
Worum geht’s in A Quiet Place: Tag Eins?
Die todkranke Samira lebt in einem New Yorker Hospiz und sieht ihrem Ende entgegen. Noch einmal eine richtige Pizza, das wäre ein Traum. Ihr Betreuer möchte Ihr diesen Wunsch erfüllen, aber nur wenn sie sich den anderen anschließen wird. Schließlich gibt sie nach und nimmt an dem Ausflug nach Manhattan teil, mit dabei ihre Therapie Katze namens Frodo.

Doch noch bevor Samira zu ihrer Pizza kommt, gibt es über New York einen lauten Knall und es scheint, dass ein Meteoritensturm über die Metropole New York hereinbricht. Weit gefehlt, dies sind keine Gesteinsbrocken aus dem All, das ist der Beginn einer Alien-Invasion, welche ohne Vorwarnung über die Menschheit hereinbricht. Und so bahnen sich plötzlich Horden von bestialischen Außerirdischen durch die Straßen New Yorks und legen die Stadt in Schutt und Asche.

Es scheint, dass diese Biester blind sind, aber über ein sagenhaftes Gehör verfügen. Dieses führt sie zielsicher, selbst bei einem Flüstern, zu ihren Opfern. Sam versucht sich in Sicherheit zu bringen und trifft auf den Engländer Eric, der die erste Angriffswelle ebenfalls überstehen konnte. Völlig zerstört folgt er Sam, während das Militär versucht, die Menschen zu evakuieren. Derweil versuchen die beiden möglichst leise durch die Stadt zum Hafen zu gelangen… Wer jedoch ein Geräusch macht, ist schon tot!
Die Inszenierung des Prequels
2018 landete Filmemacher John Krasinski mit seinem Sci-Fi Horrorfilm „A Quiet Place“ einen Überraschungshit. Dieser zeigt eine Familie, die mitten in der Apokalypse versucht zu überleben. In der Fortsetzung aus dem Jahr 2020 „A Quiet Place Teil 2 )“ sahen die Fans bereits ein paar Szenen, wie die Aliens einst über die Menschheit herfielen. Dazu wurde die Geschichte aus Teil eines mit einem Rückblick weitererzählt. Mit „A Quiet Place Tag Eins“ nahm sich Regisseur Michael Sarnoski („Pig“: Review) dem Prequel an, womit man vermuten durfte, mehr über die Hintergründe diese Alieninvasion zu erfahren.

Weit gefehlt, anstatt mehr über die Angreifer zu erfahren, folgt der Filmemacher der todkranken Samira, quer durch New York nach Harlem. So erlebt der Zuschauer erneut „nur“ ein Einzelschicksal, auch wenn sich letztlich zwei Protagonisten durch den Film kämpfen. Michael Sarnoskis Streifen ist dabei weder un-interessant noch unspannend. Der Filmemacher weiß wie er Thrill in die Geschichte bringt. Dennoch fehlt uns ein weiteres Mal die Erkenntnis über die Invasoren. Damit bleibt Autor John Krasinski („Jack Ryan“) seinem Publikum erneut eine Antwort schuldig.

Obgleich „Tag Eins“ der Invasion genügend Potential für bombastische Schlachten der Menschheit gegen die Invasoren bieten würde, konzentriert sich „Quiet Place: Tag Eins“, wie in den ersten beiden Filmen, auf eine begrenzte Anzahl von Figuren. Die Steigerung der Spannung wird dieses Mal dadurch erreicht, dass die geräuschempfindlichen Killer in eine der lautesten Städte der Welt einfallen. Interessant dabei: wie werden die Menschen in dieser Stadt, die den Lärmpegel gewohnt sind, mit den neuen Bedingungen umgehen. Dass es hier viele Opfer geben wird, ist somit zu erwarten. Das Augenmerk des Zuschauers bleibt auf die Hauptfigur Samira Katze gerichtet und wie sie auf englischen Studenten trifft.

Während die Monster wüten, rotten sich die beiden zusammen und versuchen irgendwie durch diese Apokalypse zu kommen. So überzeugt der Twist, den Schauplatz an ein einen Ort zu verlegen in dem grob ein Lärmpegel von gut und gern 100 Dezibel und mehr herrscht. So versucht der Film, eine Balance zwischen dem außerirdischen Angriff und dramatischen Einzelschicksalen zu finden. So sieht der Zuschauer nicht nur zahllos angreifende Alienhorden. Er erfährt mehr die Hintergründe die Samira antreiben, als sie intime Erinnerungen mit ihrem Begleiter teilt.

Dennoch gelingt dieser Drahtseilakt nicht durchgehend, da die Charaktere anfangen sich schon übertrieben füreinander aufzuopfern, was teils schon an die letzten Szenen von Titanic erinnerte. Andererseits wirken manche „spannenden” Szenen unglaubwürdig, hier sei die Rettung von Samiras Therapiekatze Frodo erwähnt. Wir behaupten mal ganz frech, das selbst ein atmen einer Katze oder ihres Retters ein Geräusch von sich gibt. Vielleicht nicht überall wahrnehmbar, aber direkt im Angesicht eines solchen Angreifers sehr wohl.
Die Schauspieler
Wurde im Vorgänger noch Emily Blunt als Hochschwangere von den Aliens gejagt. Muss sich im dritten Teil des Horror-Franchise die grandios aufspielende Lupita Nyong’o, („Black Panther“) diesen Alien-Viecher erwehren. Dabei vermittelt sie ihrer eh schon dramatischen Figur eine unglaubliche Tiefe. Ihr gegenüber steht Joseph Quinn („Fantastic Four: First Steps: Kritik„), der als Metalhead Eddie in „Stranger Things“ einen kultigen Gitarren-Auftritt hinlegte.

Er spielt den Engländer Eric, der trotz aller Gefahren über sich hinauswächst und versucht Samira quer durch Manhattan zu ihrem Ziel zu bringen. Djimon Hounsou (Gran Turismo: Kritik) spielt Henri und weiß wie immer mit seiner Präsenz zu überzeugen. Alex Wolff (Pig: Kritik)ist als Reuben zu sehen. Der restliche Cast dient hierbei tatsächlich mehr als Trigger und / oder Stichwortgeber, ist der Film doch eher eine Frau-Mann-Show.
Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ)
Worum geht es in „A Quiet Place: Tag Eins“?
„A Quiet Place: Tag Eins“ ist das Prequel zur Horror-Reihe „A Quiet Place“ und erzählt die Vorgeschichte der Alien-Invasion in New York City. Der Film folgt Samira, einer todkranken Dichterin, die in einem Hospiz lebt. Sowie Eric, einen Jurastudenten, die gemeinsam um ihr Überleben kämpfen.
Wer sind die Hauptdarsteller und ihre Rollen?
Die Hauptrollen werden von Lupita Nyong’o als Samira und Joseph Quinn als Eric gespielt. In einer Nebenrolle ist Djimon Hounsou als Henri zu sehen. Der tierische Held des Films: Therapie Katze Frodo.
Wie unterscheidet sich „A Quiet Place: Tag Eins“ von den vorherigen Filmen?
Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen übernahm Michael Sarnoski („Pig: Kritik„) die Regie. Der Film ist ein Prequel zu den Vorgängern und zeigt den Tag des Angriffs der Aliens im Herzen von Manhattan in der New York. Dabei klärt der Film ebenso wenig die weiteren Teile, den Hintergrund der Alien-Invasion.
Wie lang ist der Film und welche FSK-Freigabe hat er?
Der Film hat eine Laufzeit von 139 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren. Technisch überzeugt der Film: das Bild der Blu-ray ist knackig scharf, kontrastreich und recht kühl gehalten. Der Schwarzwert ist hervorragend und Details saufen nicht in dunklen Szenen ab, was die düstere Atmosphäre optimal zur Geltung bringt. Der Ton ist ausgewogen und Dialoge sind jederzeit verständlich.
Welches Bonusmaterial bietet die Blu-ray von A Quiet Place: Tage Eins?
- Tag Eins: Anfänge und Enden
- In der Stadt: Chaos In Chinatown
- Pizza zum Ende der Welt
- Der Exodus: Gegen die Gezeiten
- Der lange Weg: Monster in Midtown
- Entfallene und erweiterte Szenen
- Trailer
A Quiet Place: Tag Eins (2024) Fazit:

„A Quiet Place: Tag Eins“ versetzt die Zuschauer in ein von Alien-Invasoren überranntes New York City, wo die todkranke Samira (Lupita Nyong’o) gemeinsam mit dem Zufallsbegleiter Eric (Joseph Quinn) ums Überleben kämpft. Regisseur Michael Sarnoski schafft dabei eine beklemmende Atmosphäre des Schweigens, in der jedes Geräusch zum Todesurteil werden kann.
Bewusst verzichtet der Film auf spektakuläre Actionsequenzen und setzt stattdessen auf eine intime und ziemlich spannende Erzählweise, die die emotionale Verbindung zwischen den beiden Hauptfiguren in den Mittelpunkt stellt. Die schauspielerischen Leistungen – allen voran Nyong’os eindringliche Darstellung – sind das eigentliche Herzstück des Films, wenngleich einige Szenen unglaubwürdig wirken und die Aliens als Bedrohung zu wenig Tiefe erhalten.
Fazit: Wer bereit ist, sich auf ein ruhiges, charaktergetriebenes Survival-Drama einzulassen, wird mit intensiven Momenten und starken Performances belohnt. Zuschauer, die sich epische Actionszenen oder Antworten auf die Herkunft der Kreaturen erhoffen, könnten hingegen enttäuscht werden. Empfehlenswert für Genre-Fans – mit leicht gedämpften Erwartungen.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung der © 2024 Paramount Pictures Verfügung gestellt. Die Bereitstellung des Rezensionsexemplars erfolgte unentgeltlich für redaktionelle Zwecke und hat zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf mein Urteil.


