Lohnt sich „Star Trek Sektion 31“?
Das Star Trek Franchise expandiert weiter und beschert uns mit „Star Trek: Sektion 31“ ein Spin-off, das die Figur der Imperatorin Philippa Georgiou aus „Star Trek: Discovery“ in den Mittelpunkt stellt. Unter der Regie von Olatunde Osunsanmi, der bereits mehrere Discovery-Episoden inszenierte, tauchen wir tief in die Schattenwelt der Geheimdienstorganisation Sektion 31 ein. Michelle Yeoh kehrt in ihrer Paraderolle als einstige Imperatorin des Spiegeluniversums zurück. Der Film, der im Januar 2025 bei Paramount+ Premiere feierte, sollte als Pilotfilm für eine Serie rund um Section 31 dienen. Ob uns der Pilot überzeugen konnte oder doch eher enttäuschte, erfahrt ihr in unserer ausführlichen Filmkritik.
Worum geht’s in „Star Trek: Sektion 31“?
Die Handlung setzt nach den Ereignissen der ersten Staffel von „Star Trek: Discovery“ an. So strandete die ehemalige Imperatorin Philippa Georgiou aus dem terranischen Spiegeluniversum in unserer Dimension. Aufgrund einer Verschwiegenheitserklärung konnte sie sich absetzen und übernahm sogleich ein Vergnügungs-Raumschiff weit entfernt von der Sternenflotte. Agent Agent Alok Sahar und sein Team, der Sektion 31, können sie aufspüren und zur Kooperation überreden. Gilt es doch ein außerirdisches Artefakt, eine vermeintliche Waffe aufzufinden.

Georgiou, die schon immer ein Faible für illegales hat, willigt ein, als sie erkennt wie dilettantisch Aloks Team agiert. Während des Versuches, dem Händler die Waffe abzujagen, erkennt Georgiou, um was es sich bei diesem Artefakt handelt. Es ist die ultimative Waffe aus ihrem Universum, dessen Entwicklung sie einst in Auftrag gab. Kurz darauf wird sie von einem unbekannten Angreifer überwältigt, der mit dem Artefakt flieht. Dieser genießt nun ihre ganze Aufmerksamkeit: Wer ist der Verräter um das herauszufinden ist sie erneut bereit über Leichen zu gehen.
Star Trek Sektion 31: Zwischen Potenzial und verpasste Chance
Unter der Regie von Produzent Olatunde Osunsanmi sollte der Pilotfilm „Star Trek Sektion 31“ rund um die gleichnamige Organisation den Auftakt einer neuen Serie bilden. Diese in der zweiten Staffel von “Discovery” eingeführte Geheimorganisation agiert in einer moralischen Grauzone und ignoriert oft die erste Direktive der Sternenflotte. Dies hätte ein mutiger Schritt sein können, das Star Trek Universum, um eine Action-Thriller Serie im Stil zu bereichern. Ein Mix aus „Mission Impossible“ und „James Bond“ mit düsterer Atmosphäre, klang eigentlich richtig spannend.

Warum, Sektion 31 existiert einzig deswegen, um sich inoffiziell um Probleme zu kümmern, die mit der ersten Direktive der Föderation nicht im Einklang stehen. So hätten sich unglaubliche Möglichkeiten ergeben, auf alte Episoden Bezug zu nehmen und neue Konfliktsituationen zu kreieren. Besonders Michelle Yeohs (Wicked) Figur als terranische, regelbrechende Ex-Imperatorin Philippa Georgiou, wäre hier wohl die perfekte Showstealerin geworden. Leider verhindert das inkonsistente Drehbuch des Piloten diese Chance, wodurch der Film an flachen Spannungsmomenten krankt.

Die Autoren versuchten zwar, das locker lässige Flair von „Raumschiff Enterprise“ einzufangen, was jedoch mehr in unfreiwilliger Komik endete. Dies wurde beispielsweise bei der Serie „Star Trek Enterprise“ (2003) wesentlich besser gelöst. Ebenso was die Spannungsmomente betrifft, war diese Serie schon ein Schritt in die richtige Richtung. So merkt man dem Film leider an, dass er sowohl bei der Figurenentwicklung, als auch mit einem teils unlogischen Plot Fehler macht. Womit sich das Spin-off Sektion 31 Kritik gefallen lassen muss, welche sich auch in Reviews von Rotten Tomatoes / IMDB widerspiegelt.

Positiv jedoch, der Film beleuchtet Georgious beleuchtet und ihre Entwicklung zur unbarmherzigen Diktatorin zeigt. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen Georgious brutale Vergangenheit mit ihren neuen moralischen Überlegungen kollidiert. Der Star Trek Film bietet zudem zahlreiche Anspielungen an die klassische Serie, wie einen Bewohner des Planeten Cheron aus der Episode „Bele jagt Lokai“ (1969). Etwas verwirrend wirkt dagegen die „Men in Black„-Kopie eines winzig kleinen Außerirdischen im Inneren eines vulkanischen Androiden-Körpers, wie auch dieser Cyborg bzw. Borg Klon.
Die Besetzung von Star Trek Sektion 31
Oscar-Gewinnerin Michelle Yeoh (Star Trek: Discovery: Review) liefert einmal mehr eine herausragende Performance ab. Ihre Darstellung der ehemaligen Imperatorin Philippa Georgiou ist vielschichtig und nuanciert: Sie verkörpert sowohl die kaltblütige Härte einer Diktatorin, die einst ein ganzes Imperium mit eiserner Hand regierte, wie auch eine Person die in einer anderen Zeitlinie nach und nach in einen moralischen Zwiespalt gerät, grandios. Ihre Kampfszenen sind, wie nicht anders von der erfahrenen Martial-Arts-Darstellerin zu erwarten, wieder hervorragend. Omari Hardwick (Spell: Review) überzeugt als Agent Alok Sahar mit einer charismatischen und sympathischen Darstellung.

Die Chemie zwischen ihm und Yeoh funktioniert und trägt maßgeblich zur Spannung bei. Sam Richardson bringt als technisches Genie der Sektion 31 eine Portion Humor in die eher düstere Atmosphäre. Dennoch sitzt nicht wirklich jeder One-Liner, besonders die von Sam Richardson (Star Trek Lower Decks: Review) als Quasi nicht. Sven Ruygrok (One Piece), James Hiroyuki Liao und Kacey Rohl als ambitionierte Offizierin, liefern solide in ihren Nebenrollen ab. Diese Figuren sollen zeigen wie zusammen gewürfelt dieser Geheimdienst seine Teams aufstellt. Auf der Gegenseite sorgt James Hiroyuki Liao (Snake Eyes Origin: Review) als Antagonist für Spannung.
Star Trek Sektion 31 (2025) Kritik & Fazit:

Bereits Star Trek Discovery spaltete die Fanbase, die einen verteufelten den Neustart des Franchise, andere fanden die Neuausrichtung mutig und spannend. Mit „Star Trek Sektion 31“ geht Discovery Regisseur Olatunde Osunsanmis noch einen Schritt weiter und manövriert das Science Fiction Franchise zwischen Action-Abenteuer und Spionage-Thriller. Was besonders gut zur Hauptfigur Philippa Georgiou passt, die nach ihrer Amtszeit als Imperatorin des terranischen Reichs, sich immer noch sehr gern in illegalen Gefilden aufhält.
Beste Voraussetzungen, oder? Jein! Michelle Yeoh weiß wieder in ihrer Rolle zu überzeugen, ebenso wie Omari Hardwick. Schwierig wird es mit des Antagonisten Helferleins namens Fuzz, ein Mikroorganismus, der einen Vulkanier-Androiden von innen steuert. Frech geklaut von Men in Black und irgendwie auch schlecht umgesetzt. Ebenso unpassend wirken manche Dialoge, besser gesagt einige One-Liner auf B-Movie Niveau. Auch der Drehbuch krankt an ein paar Logikfehlern, was nicht zuletzt mit dem Spiegeluniversum und dessen Übergang zu tun hat.
Fazit: Warum gibt es jetzt nur den Pilotfilm?
Das Problem: Es scheint, dass der Film so gar nichts mit Star Trek zu tun zu haben scheint, zugegeben bis auf ein paar Figuren. So wirkt „Star Trek Sektion 31“ eher wie ein Langfilm der Serie „Firefly – Der Aufbruch der Serenity„. Was per se nicht schlecht wäre, dennoch nicht in das Star-Trek-Franchise passen will und die Verantwortlichen vorläufig die Reißleine gezogen haben. Wer jedoch von der Ex-Imperatorin Philippa Georgiou nicht genug bekommen kann, wird mit diesem Langfilm auf seine Kosten kommen.
Bilder mit freundlicher Genehmigung © 2025 Paramount Pictures – alle Rechte vorbehalten!



