Vom Paketboten zum harten Geldeintreiber
Stand-Up Comedian Kevin James (King of Queens) wandelt auf John Wicks Pfaden. In Edward Drakes Film spielt er einen Ex-Cop, der als Schuldeneintreiber seine Brötchen verdienen muss. Das Ziel: eines Tages mit seiner Frau Alice (Christina Ricci) ein Diner zu eröffnen. Als Gangster Lonny, Rays Boss tötet und Ray in eine geschickte Falle tappt, muss er sich durch Horden von rachsüchtigen Schlägern prügeln. Doch dabei erhält unerwartete Hilfe. Ob uns die Action-Komödie von Edward Drake überzeugen konnte oder ob Kevin James lieber in seiner Comedy-Komfortzone hätte bleiben sollen, verrät unsere Filmkritik.
Worum geht’s in „Guns Up“?
New Jersey: Ex-Cop und Vater Ray Hayes (Kevin James) ist es leid, seiner Familie finanziell kein besseres Leben bieten zu können. Auch der gemeinsame Traum vom eigenen Diner, rückt in weite Ferne. So schickt ihn seine Frau Alice (Christina Ricci) zu Michael Temple (Melissa Leo), einer Geldverleiherin, die Schuldeneintreiber und Schläger beschäftigt, aber dennoch einem Kodex folgt. Fortan arbeitet Ray für sie, womit der Traum und sein Ausstieg als Schuldeneintreiber wieder greifbar wird.

Wäre da nicht Lonny Castigan (Timothy V. Murphy), der Michael kurzerhand beseitigt und ihr Business, samt Mitarbeiter übernimmt. Michaels rechte Hand Ignatius (Luis Guzmán) lässt Ray wissen, wenn er Lonnys vermeintlich verhassten Neffen Antonio ausschaltet, wäre das sein Ausstiegs-Ticket. Dumm nur, dass das nicht stimmt und Lonny nach Antonios Tod blutige Rache schwört. Ray wird zur Zielscheibe der eigenen Leute, doch unerwartete Hilfe naht in Form seiner Ehefrau Alice, die sich in eine eine rasende Killerin verwandelt.
Die Inszenierung einer Actionkomödie
Mit „Guns Up“ folgt Regisseur Edward Drake (Detective Knight), der auch das Drehbuch verfasste, dem aktuellen Trend: Bei dem Genre-Fremde Schauspieler, knallharte Actionhelden spielen, wie bspw. Christoph Waltz in „Old Guy„. Das Beste Beispiel der letzten Jahre, dürfte „Nobody“ mit Bob Odenkirk („Breaking Bad“ & „Better Call Saul“)gewesen sein. Obwohl Kevin James seit „Becky“ nicht mehr ganz so Genre-fremd ist, hat man ihn bisher nie als knallharte Kampfmaschine erlebt. Die Überraschung ist jedoch Filmpartnerin Christina Ricci, die völlig unerwartet ebenso in diese Kerbe schlägt.

Womit sich auch der herrliche Dialog zwischen den Film-Geschwistern ergibt, in dem Sohn Henry fragt: „Ist Dad John Wick“, woraufhin seine Schwester Siobhán antwortet: „Nein, Dad ist mit John Wick verheiratet“. Mit einer Rückblende zu Beginn, setzt der Film die Rahmenhandlung fest. So geht es darum mit einem miesen Job genügend Geld für einen eigenen Diner zu verdienen. Edward Drakes Drehbuch weist leider ein paar Background-Lücken und Unstimmigkeiten auf: Warum ist Ray kein Polizist mehr, warum wird er nicht stutzig das seine Frau Jemanden aus dem organisierten Verbrechen kennt. Oder wieso wird ein Ex-Cop nicht misstrauisch, als Dritte ihm sagen, der neue Boss wünscht den Tod seines Neffen?

Dafür ist der Twist um Ehefrau Alice überraschend gut gelungen, der vom surrealen Stil ein bisschen an das Rache Thema aus „Sin City“ erinnert. Die Dialoge und One-Liner sitzen meist und die Hauptdarsteller überzeugen in ihren Rollen. Ebenso gefällt der Antagonist, der von Timothy V. Murphy als äußerst eiskalter Mistkerl dargestellt wird. Die Choreografien sind ordentlich und die teils übertriebenen Kampfszenen wissen meist zu gefallen. Dennoch, trotz einiger wirklich guter Shots, reichen diese weder von der Kameraführung, noch von der Intensität an „Nobody“ oder gar „John Wick“ heran.
Die Besetzung: Kevin James und Christina Ricci
Kevin James (Monster Summer), bekannt geworden als Kurierfahrer Doug Heffernan aus der Sitcom „King of Queens“, übernimmt nach „Das Schwergewicht“ und „Becky“, zum dritten Mal eine schlagkräftige Rolle. So spielt er einen ehemaligen Cop und jetzigen Geldeintreiber, der weiß wie man die Fäuste und Waffen sprechen lässt und ehrlich: die Rolle steht ihm… Bitte mehr davon!

Christina Ricci, bekannt geworden durch ihre Darstellung der Wednesday aus den 90-Jahre Addams Family Filmen, übernahm die Rolle der vermeintlich harmlosen Ehefrau / Mutter, die sich in eine Art „Jaqueline Wick“ verwandelt. Dabei überrascht sie, wie auch Filmpartner JKevin James mit richtig guter physischer Action. Ihre Kinder Henry und Siobhán Hayes, werden von Leo Easton Kelly und Keana Maire gespielt, die für den Ausgleich zwischen knallharter Action und Komödie sorgen.

Melissa Leo (Miami Vice) ist als sympathischer Kredithai Michael und ihre rechte Hand Ignatius Locke, gespielt von Luis Guzmán (Wednesday) zu sehen. In weiteren Rollen: Timothy V. Murphy (Hawaii Five-O) als Lonny Castigan, Francis Cronin als Rays Kumpel Danny, Joey Diaz als Charlie, Maximilian Osinski als dummdoofer Neffe Antonio Castigan, Solomon Hughes als Ford und WWE-Star Miroslav Barnyashev als Harry der Hammer, wie noch einige mehr.
Kevin James Filmografie Auswahl
- Monster Summer (2024)
- Becky (2020)
- Kevin Can Wait (2016) mit Leah Remini
- Der Kaufhaus Cop 2 (2015)
- Kindsköpfe 2 (2013)
- Das Schwergewicht (2012)
- Hotel Transsilvanien Teil 1 bis 3 (2012) Stimme von Frankenstein
- Der Zoowärter (2011)
- Kindsköpfe (2010)
- Der Kaufhaus Cop (2009)
- Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme (2007)
- King of Queens (1998)
- Der Date Doktor (2005)
- 50 erste Dates (2004)
Bietet die Blu-ray von „Guns Up“ Bonusmaterial?
- Interview mit Kevin James
- Interview mit Edward Drake
- B-Rolls
- Trailer
Guns Up (Film 2025) Kritik & Fazit:

„Guns Up“ von Edward Drake mit Kevin James und Christina Ricci ist ein Mix aus Komödie und Action, in dem Familienvater und ehemaliger Cop Ray Hayes beginnt als Schuldeneintreiber seine Brötchen zu verdienen. Als er gelinkt wird, entwickelt sich eine blutige Schlacht um seine Familie. Bei der er überraschend Unterstützung von seiner vermeintlich harmlosen Ehefrau Alice bekommt. Hier kombinierte Drake, die bereits aus „Nobody“ bekannten Elemente Familie und Action.
Dies funktioniert recht gut, wobei das Drehbuch mit ein paar Logikfehlern zu kämpfen hat. Dagegen überzeugt der Twist um Ehefrau Alice, der stilistisch ein wenig an „Sin City“ erinnert. Kevin James beweist nach „Becky“ erneut sein Talent für härtere Rollen, während Christina Ricci mit physischer Action überrascht und sich ähnlich John Wick durch die bösen Buben metzelt.
Fazit: „Guns Up“ ist ein ordentlicher Genrevertreter, der von seinen Hauptdarstellern und ihren unerwarteten Rollen lebt. Kevin James gefällt in der Rolle des Actionhelds, während Christina Riccis Wandlung das heimliche Highlight des Films darstellt. Obwohl die Action nicht an die Genregrößen heranreicht, reicht es für einen spaßigen Filmabend allemal aus.
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