Hoppers (2026) – Kritik

Inhaltsverzeichnis

Ist Hoppers auch ein solides Pixar Abenteuer geworden?

Mit Hoppers greift Regisseur Daniel Chong nicht nur das Thema Tier- und Naturschutz auf, sondern geht auch der alten Frage nach: Kann man mit der Tierwelt kommunizieren? Die Geschichte dreht sich um die Naturschützerin Mabel, die per Avatar-Technik in einem Roboter-Biber landet. Ihr Plan: die vertriebenen Biber und Tiere zurück an einen Teich so bringen, bevor dieser einer geplanteten Umgehungsstraße des Bürgermeisters Jerry weichen muss.

Obwohl die Geschichten der Pixar-Animationsstudios erwachsener werden und die Heldin wie schon in Oben oder Coco mit Tod und Verlust klar kommen muss, wird der emotionale Part zugunsten von Tempo und Action zurückgeschraubt. Ebenso wird der anklagende Finger bzgl. fehlendem Naturschutz, nicht allzu sehr erhoben. Hier steht die Unterhaltung im Mittelpunkt, die teils jedoch etwas zu überladen wirkt. Ob mich der neue Pixar Film dennoch überzeugen konnten, verrate ich in meiner folgenden Filmkritik.

Hoppers: Trailer

Worum geht’s eigentlich in Hoppers?

Die Geschichte dreht sich um die Studentin Mabel Tanaka, die als kleines Mädchen dank ihrer Oma an einem Teich in einer Waldlichtung ihre Liebe zur Natur entdeckte. Während sie aufwächst, steht für sie der Umwelt- und Tierschutz an erster Stelle. Sehr zum Missfallen des Bürgermeisters von Beaverton, Jerry Generazzo, dem eine Umgehungsstraße mehr am Herzen liegt als die Natur. Als Mabel merkt, dass ihr geliebter Teich nicht nur brachliegt und ihr der Bürgermeister mit seinen Baumaschinen im Nacken sitzt, versucht sie, die Biber zurückzulocken und die Menschen der Stadt mittels einer Unterschriftenaktion zu aktivieren, doch alle Versuche scheitern.

Animiertes Kind und alte Frau im herbstlichen Wald
Mabel sitzt mit ihrer Großmutter ein letztes mal an ihrer Lichtung am Teich

Zurück am Teich beobachtet sie, wie ein mysteriöser Biber von der Lichtung in die Stadt trottet, geradewegs in das Labor von Dr. Samantha Fairfax. Diese hat ein Bewusstseins-Transfer-Verfahren entwickelt, mit dem sie mittels des Roboter-Bibers nicht nur unbemerkt die Welt der Tiere erkunden, sondern auch mit diesen sprechen kann. Für Mabel ist das die Chance, die Tiere zur Rückkehr zu bewegen. Statt jedoch ihrem Ziel näher zu kommen, enttäuscht sie nicht nur den Biberkönig George, sondern löst auch noch eine verheerende Katastrophe aus, welche die ganze Stadt bedroht.

Die Inszenierung: Ernste Töne, austauschbare Story, überdrehte Action?

In Hoppers erzählt Regisseur Daniel Chong von Mabel, die ihre ganze Energie dem Schutz der Natur widmet und zudem versucht, das Erbe ihrer Großmutter zu bewahren. Als Gegenspieler fungiert der Bürgermeister, der eine Straße bauen will und dafür die Lichtung opfert. Dadurch bietet Chongs Story jede Menge Konfliktpotential, aber auch viel Emotionalität, die teils an den hauseigenen Pixar-Film „Oben“ erinnert. Der Film bietet zwar einige wirklich witzige Ideen bezogen auf das Tierreich, wie bspw. dessen „Teichregeln„, dennoch griff man recht oft auf altbekannte Twists und Plots zurück.

Zwei animierte Wissenschaftler mit einem kleinen flauschigen Biber
Dr. Sam und ihre Assistentin erklären Mabel den Avatar Vorgang

Hier sei beispielsweise Dr. Dolittle des Autors Hugh Lofting erwähnt, der bereits 1920 mit Tieren sprach, wie auch James Camerons Avatar. Kleine Info: die Geist-Körper-Transformations-Idee gibt es dabei schon wesentlich länger. Beispiele gefällig: Captain Future: Der Kampf um die Gravium-Mine: Die Seelentransplantation, Mit Schirm, Charme und Melone: Wer ist wer?, Die Körperfresser kommen (Kritik).

Zwei animierte Biber, einer mit goldener Krone, im Wald
Mabel als Roboterbiber überzeugt den Biberkönig George

Das Animationsabenteuer weiß größtenteils zu unterhalten, doch die Plotqualität schwankt. Dafür gefallen die Figuren, besonders die Heldin mit ihren Ecken und Kanten. Clever ist, dass sich das Aussehen der Tiere je nach Interaktion ändert (z. B. Jerry als Biber mit Haartolle). Die Tierwelt wirkt wiederum etwas unlogisch konstruiert: Warum nehmen Säugetiere ihre Vertreibung klaglos hin? Warum existiert ein fünfköpfiger Rat der Tiere, wenn scheinbar die Insekten-Monarchie das Sagen hat? Warum wird Ratsmitglied König George übergangen? So wächst das Gefühl, dass manche Twists eher dem Plot als der Logik dienten.

Animierte Tiere mit Krone, eine Gans umgeben von Schlangen, Schmetterling, Fisch und Frosch
Der königliche Tierrat ist zur Versammlung erschienen

Plot und Twists stolpern gelegentlich, die Figurenentwicklung gefällt größtenteils, hätte aber mehr Tiefe vertragen. Ab der Hälfte nimmt das Tempo rasant zu, wirkt jedoch stellenweise etwas überdreht, bspw. wenn ein Hai ins Geschehen eingreift. Der Animationsfilm kombiniert Witz und Slapstick mit ernsten Tönen, bleibt dabei aber recht generisch. Es fehlte der Mut, das Publikum wirklich zu fordern, sodass am Ende eine nette, aber austauschbare Geschichte mit dem vertrauten Vertrauensbruch- und Vergebungs-Twist zurückbleibt.

Die Besetzung die Original-Sprecher:

Wer auf die englische Tonspur schaltet, kann sich einen Eindruck zu den Originalsprechern verschaffen: Piper Curda liefert als Stimme der Protagonistin Mabel eine starke Leistung ab. Jon Hamm (Top Gun Maverick: Kritik) spricht Bürgermeister Jerry Generazzo und verkörpert einen herrlichen, aber tragischen Anti-Antagonisten.

Animierter Mann im Anzug erschrickt vor Eidechse im Auto
Bürgermeister Jerry wird von den Tieren heimgesucht

In weiteren Sprecherrollen: Bobby Moynihan als King George, die wunderbare Kathy Najimy (Hocus Pocus) ist als Professorin Sam zu hören, während Dave Franco (Die Unfassbaren 3: Kritik) den machthungrigen Insektenkönig Titus seine Stimme lieh. Als Insektenkönigin ist Meryl Streep in einer kurzen Szene zu hören.

Können die deutschen Synchronsprecher überzeugen?

Die Synchron-Regie hat wieder einige Top-Sprecher ans Mikrofon geholt, darunter: Martina Treger (Dr. Samantha „Sam“ Fairfax), Tobias Müller (Biberkönig George), Magdalena Montasser (Mabel Tanaka / Biberroboter), Markus Pfeiffer (Bürgermeister Jerry), Katy Karrenbauer (Ellen / Grizzlybär) und Konrad Bösherz (Insektenkönig Titus) engagiert. Nicht zu vergessen die wunderbare Monica Bielenstein, vielen als Stimme der großartigen Emma Thompson bekannt, die Mabels Großmutter vertonte. Wie auch Max Giermann (Die Chaosschwestern und Pinguin Paul: Kritik) der in Nebenrollen zu hören ist.

Animierte Figuren im Klassenzimmer vor einer Kreidetafel
Mabel sieht dank Dr. Sam ihr Chance gekommen, die Biber zurückzuholen

Unverständlich bleibt für mich, warum bekannte Persönlichkeiten, Pseudo-Promis und Influencer allein wegen ihrer Popularität Synchronrollen bekommen, obwohl ihnen meist schauspielerisches Sprecher-Talent fehlt. So wurde erneut GNTM-Chefin Heidi Klum vors Mikro geholt. Dabei stellt sich mir immer die gleiche Frage bzgl. der Eignung: Wenn ich mein Bad gefliest haben will, rufe ich doch auch keinen Versicherungsmakler.

Wissenswertes zu Hoppers (FAQ)

Tatsächlich sollte sich Chongs Animationsfilm um ein globales Spionage-Abenteuer mit Pinguinen drehen, der scherzhaft den Arbeitstitel „Penguin Avatar“ bekam.

Der Nachfolger von Pixar-Urgestein John Lasseter und aktuelle Kreativ-Chef (Chief Creative Officer, CCO) Pete Docter (Monster AG) riet Chong von der Idee ab, da es bereits zu viele Pinguin-Filme gibt.

Aktuell wurde von dem Animationsstudio kein zweiter Teil bestätigt. Laut meinen Informationen sind zunächst folgende Fortsetzungen geplant: Coco 2 und The Incredibles 3.

Wie bei Pixar-Filmen gewohnt, gibt es wieder jede Menge Anspielungen, wie die blauen Vögel aus dem Kurzfilm „Der Vogelschreck“, eine technische Zeichnung von Wall-E und Dougs Hundehalsband aus „Oben“, mit dem Menschen mit Tieren sprechen können. Zudem bin ich der Meinung, einen Hinweis auf Pixars neuesten Film „Gato (2027)“ entdeckt zu haben.

Mein Tipp an die Eltern: Der Film wird ab einem gewissen Punkt düsterer (als Bürgermeister durch ein Duplikat ersetzt wird), als es die Altersfreigabe ab 6 Jahren vermuten lässt, was Kinder evtl. überfordern könnte.

Die Blu-ray von Hoppers bietet folgende Extras:

Die Viecher-Tagebücher, Hopping In: Das Making-Of von Hoppers, „Das ist König George“ Szenenauflösung, Beaverton enthüllt, Verdammt gute Patzer, Gelöschte Szenen, Trailer

Filmdetails:

  • Regie: Daniel Chong
  • Drehbuch: Daniel Chong, Jesse Andrews
  • Hauptdarsteller: Piper Curda, Bobby Moynihan, Jon Hamm, Kathy Najimy, Dave Franco
  • Synchronsprecher: Magdalena Montasser, Markus Pfeifer, Tobias Müller 
  • Genre: Abenteuer, Komödie, Sci-FI
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Laufzeit: 105 Min.
  • FSK: ab 6 Jahren
  • Heimkino-Verfügbarkeit: DVD, Blu-ray, BD Steelbook, Stream auf Disney+

Hoppers (2026) – Fazit:

Disney Pixar Hoppers Blu-ray Cover mit animierten Tieren
Hoppers: Blu-ray
Wertung: 7 / 10 ★

Hoppers von den Pixar Animationsstudios ist nicht nur Plädoyer für die Natur und den Lebensraum der Tiere, sondern spricht sich auch für Generations-Verständigung aus. Regisseur Chong setzte dafür auf einen Plot, der Vertrauen, Verlust, Vergebung, Verrat und Verständnis zum Inhalt hat. Der Film startet mit ein paar Basic-Infos recht gemächlich, zieht dann aber Tempo und Spannungskurve gehörig an, um in einem ziemlich überdrehten Actionfinale zu enden. Dabei wissen besonders die Figuren Mabel, Biberkönig George und der Bürgermeister zu gefallen. Dennoch ist bei weitem nicht alles Gold, was glänzt.

Der Film kämpft jedoch mit ein paar Mankos. Der emotionale Hintergrund (Mabel / Großmutter) trägt den Film nicht gänzlich, sondern wirkt eher wie ein roter Faden. Gleich zweimal auf den Enttäuschungs-Twist zu setzen ist zuviel. Das astreinen Katastrophe ohne Folgen bleiben, spült den Film unnötig weich. Hier scheute man jegliches Risiko ernsthafte Konsequenzen direkt anzusprechen. Einerseits passt die hohe Gagdichte zu den wilden Figuren, dafür weniger zum eigentlich ernsten Thema. Hier überzeugte mich bspw. Zoomania 2 (Kritik) letztes Jahr mehr.

Fazit: Unterm Strich bleibt Hoppers ein solider, familientauglicher Animationsfilm mit einer sympathischen, aber doch eher weichgespülten Botschaft. Wer eine stimmige Geschichte erwartet, könnte sich an erzählerischen Schwächen stören. Wer diesen Punkt im Blick behält und generell Pixars Mischung aus Witz und Emotion mag, wird hier dennoch wirklich gut unterhalten.

Hinweis: Das Bild- und Trailermaterial sowie das Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von LEONINE Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Disney / Pixar – Alle Rechte vorbehalten!

Marc Maurer
Marc Maurer

Als zertifizierter Online-Redakteur mit IT- und Mediengestalter-Hintergrund schreibe ich seit 2020 auf GlotzCleverTV Kritiken zu Filmen & Serien sowie Reviews zu Heimkino und Technik – unabhängig, kritisch und direkt aus dem Schwarzwald.