Beast (2026) Kritik zum MMA-Drama

Ein Mann, ein Bruder und ein endgültiger Kampf

Beast aus dem Jahr 2026 ist ein Mixed Martial Arts Sportdrama (kurz MMA), das mit ordentlicher Inszenierung punktet, aber erzählerisch hinter seinen eigenen Ambitionen zurückbleibt. Regisseur Tyler Atkins inszenierte basierend auf dem Drehbuch von Russell Crowe und David Frigerio, die Geschichte des ehemaligen MMA-Champions Patton James (Daniel MacPherson). Ein Kämpfer, der aufgrund einer Gefängnisstrafe seine Karriere beendete, jedoch rund 10 Jahre später gezwungen ist, in den Ring zurückzukehren.

Fans von MMA-Filmen dürfen sich dabei auf recht brutale Fights freuen, die Bren Foster wunderbar choreografierte und die Atkins mit voller Wucht einzufangen wusste. Dennoch krankt das Script an vielen Klischees und wirkt auch etwas überladen.  Ob mich das Sportfilmdrama abholen konnte oder dieser hinter meinen Erwartungen zurückblieb, verrate ich in meiner nachfolgenden Filmkritik.

Atkins & Crowes Sportfilmdrama im Filmcheck

Worum geht’s eigentlich in Beast?

Die Handlung dreht sich um Patton (Daniel MacPherson) und seinen jüngeren Bruder Malon (Mojean Aria), die versuchen, sich in der unbarmherzigen Welt des MMA (Mixed Martial Arts) einen Namen zu machen. Nachdem Patton mit dem Sieg über Xavier Grau (Bren Foster) zum Champion wurde, schlägt das Schicksal zu. Aufgrund einer Kneipenschlägerei landet er im Gefängnis, wo er jeden Tag aufs Neue herausgefordert wird. Halt findet er nach seiner Freilassung bei Luciana und kehrt dem brutalen Sport den Rücken. Derweil erkämpft sich Malon seinen Weg an die Spitze, während Patton inzwischen eine Tochter hat und als Fischer arbeitet.

Zwei Männer blicken sich intensiv in die Augen, bevor es in den MMA-Ring geht
Trainer Sammy (Russell Crowe) und Patton James (Daniel MacPherson) vor ihrem großen Triumph

So muss er im Fernsehen mitansehen, wie Malon von seinem einstigen Gegner und jetzigen Titelträger Xavier ins Koma geprügelt wird. Kaum im Krankenhaus angekommen, wartet der schmierige Promoter Gabriel (Luke Hemsworth) auf Patton, der ihm die Chance zur Revanche anbietet. Aufgrund seiner Geldsorgen und Malons Schulden stimmt er zu, obwohl er 10 Jahre lang nicht mehr gekämpft hat. Zudem ist sein einstiger Trainer Sammy (Russell Crowe) nach seinem Verschwinden nicht gut auf ihn zu sprechen. Doch der alles entscheidende Kampf rückt näher und Xavier plant, seine einstige Niederlage gegen Patton ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. 

Kann Crowes überladenes Drehbuch überzeugen?

Drehbuchautor David Frigerio und sein Co-Autor „Gladiator-Darsteller“ Russell Crowe entwarfen das Skript zum MMA-Sportdrama Beast, welches Filmemacher Tyler Atkins auf die Leinwand bannte. Dabei zeichnet er ein ungeschöntes Bild der brutalen Welt des Vollkontaktsports und so bleibt die Kamera immer dicht am Mann wenn die Gegner aufeinandertreffen. Hier wird die Härte der Schläge fast spürbar, was vor allem der gelungenen Choreografie von Bren Foster zu verdanken ist. Auch die Sets tragen zur Atmosphäre bei: Von großen Wettkampfarenen über Hinterhof-Fightclubs bis hin zu verschwitzten Trainingshallen ist alles vertreten.

Nahaufnahme eines bärtigen Mannes mit intensivem Blick im Profil.
Patton James (Daniel MacPherson) bereitet sich hoch konzentriert auf seinen Titelkampf vor.

Während ich an der filmischen Umsetzung nichts zu bemängeln habe, liegt das große Problem beim Drehbuch, das sich gnadenlos an erfolgreichen Vorbildern bedient und jedes erdenkliche Klischee abarbeitet. Hier ein paar Beispiele: Der gefallene Champion muss sich wie in Rocky 3 aufrappeln oder bekommt wie in Rocky 2 erst durch seine Frau den Freibrief zur großen Keilerei. Hinzu kommen der Bruder-Twist aus Warrior, die Enttäuschung des Mentors Mr. Miyagi aus Karate Kid 3 sowie Parallelen zu Karate Tiger 3, in dem Jean Claude van Damme (Mission Gardener: Kritik) ebenfalls Rache für den Bruder fordert. Für Gelegenheitszuschauer ist das kein Problem, Cineasten werden jedoch sofort und dauerhaft an diese Vorbilder erinnert.

Zwei blutverschmierte MMA-Kämpfer während eines intensiven Kampfes im Ring.
Xavier Grau (Bren Foster) erlebt Pattons (Daniel MacPherson) Vergeltung für seinen Bruder

Zudem überdreht der Film die Dramaturgie-Schraube: Titelverlust, Gefängnisstrafe, Finanzsorgen, Jobverlust, unerwarteter Nachwuchs, die Ablehnung des Mentors und das Schicksal des Bruders. Das Skript überfordert den Film und während der düstere Grundton gut funktioniert, bleibt dieser leider recht vorhersehbar. Letztlich fehlt der gewisse Kick an Kreativität um sich von seinen Vorbildern zu lösen. Was den Streifen rettet, sind seine Darsteller. Allen voran weiß Daniel MacPherson als Patton James mit seiner sportlichen und schauspielerischen Performance zu gefallen. Russell Crowe verkörpert den einstigen Mentor und Trainer Sammy, und einmal mehr ist seine grandiose Leinwandpräsenz, die das Werk aus der Mittelmäßigkeit hebt.

Bärtiger Mann mit Brille sitzt in dunklem Büro am Schreibtisch
Pattons Trainer Sammy (Russell Crowe) traut seinen Augen nicht, als er sieht wer sich zurück traut.

Der klare Sympathieträger ist jedoch George Burgess, dessen Charakter Neil nicht nur der gutmütige Kumpel und treue Begleiter darstellt, sondern mit einer kleinen Überraschung aufwartet. Den Antagonisten Xavier Grau spielt Bren Foster, der beim Zuschauer mühelos Antipathie erzeugt und zudem für die starken Kampfchoreografien verantwortlich zeichnet. Luke Hemsworth gibt überzeugend den schmierigen MMA-Promoter Gabriel, während die Musikerin Amy Shark als Sammys Tochter Rose zu Pattons neuer Trainerin wird.

In weiteren Rollen sind Mojean Aria als Malon James, Kelly Gale als Pattons Frau Luciana und Saphira Moran als Schwägerin Nadine zu sehen. Komplettiert wird das Ensemble durch Sol Nc Carrico als Maddie, Eliza Matengu als Toni, Matt Nable als Barry und Nathan Phillips als Skipper. Obwohl Aria hier und da am Overacting kratzt, kann man der gesamten Besetzung ein absolut ordentliches Spiel attestieren.

Filmdetails:

  • Regie: Tyler Atkins
  • Drehbuch: David Frigerio & Russell Crowe
  • Hauptdarsteller: Daniel MacPherson, Russell Crowe, Bren Foster
  • Genre: Sportdrama
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Laufzeit: 114 Minuten
  • FSK: ab 16 Jahren
  • Heimkino-Verfügbarkeit: DVD, Blu-ray, 4K UHD und per Stream

Beast (2026) – Mein Fazit

Beast (Film 2026) Blu-ray Cover Abbildung mit Daniel MacPherson und Russell Crowe
Beast (2026): Blu-ray
Wertung: 6 / 10 ★

Auch wenn Atkins’ Sportdrama wie ein Potpourri aus Rocky, Warrior und Karate Kid wirkt und mit einigen Pacing-Fehlern kämpft, hatte ich meinen Spaß mit dem Film. Daniel MacPherson und Bren Foster geben sich sportlich keine Blöße und können im Ring auf ganzer Linie brillieren. Besonders MacPhersons sympathische und nahbare Darstellung des geprügelten Hundes Patton James wusste zu gefallen. Foster liefert nicht nur einen äußerst starken Antagonisten ab, sondern hat auch die Kampfszenen überaus packend choreografiert. Die Dynamik der Fights und die einprasselnden, harten Schläge kommen direkt beim Zuschauer an.

Während Russell Crowe den Film allein durch seine Präsenz vor der Durchschnittskost bewahrt, offenbart das Skript, an dem er selbst mitgewirkt hat, deutliche Defizite. Es wirkt fast so, als hätten die Autoren jeden erdenklichen dramaturgischen Twist hineingequetscht: Titelverlust, Knast, Jobverlust, Nachwuchs, Geldsorgen und Geschwister-Probleme samt tödlichem Ausgang. Man stellt sich bis zuletzt die Frage, welcher Schicksalsschlag den Machern wohl als Nächstes einfällt.

Fazit: Wer ein packendes Drama mit echtem Tiefgang sucht, wird von der überfrachteten Story enttäuscht sein – hier fehlt dem Film einfach ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Wer jedoch einen actionreichen Streifen im Stile von Rocky, Karate Tiger 3 oder gar Bloodsport sucht, liegt hier genau richtig. Vor allem, weil Crowes Charisma und MacPhersons sympathische Hauptfigur über die gesamte Laufzeit hinweg bestens unterhalten.

Wissenswertes zu Film und Blu-ray (FAQs):

Nein, im Gegensatz zu vergleichbaren Sportdramen wie „The Smashing Machine (Kritik)“ mit Dwayne Johnson oder „The Iron Claw (Kritik)“ mit Zac Efron, basiert der Film auf einer fiktiven Geschichte.

Gedreht wurde in Sydney (Australien) und Bangkok (Thailand) wo der Endkampf mit Unterstützung der One Championship in der Impact Arena gefilmt wurde.

Leider gibt es nur den deutschen Trailer und ein paar weitere Heimkino Trailer auf den Discs.

Transparenz-Hinweis: Das Bild- und Trailermaterial sowie das Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von Plaion Pictures / Pure One zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Plaion Pictures – Alle Rechte vorbehalten!