Die Familienpizzeria des Grauens hat geöffnet!
Mit „Five Nights at Freddy’s“ brachte Regisseurin Emma Tammi eines der populärsten Horror-Phänomene der letzten Jahre vom PC-Monitor auf die große Leinwand. Dafür entwarfen die Filmemacherin und der FNAF-Schöpfer Scott Cawthon, ein Drehbuch welches die Welt um die Pizzeria Freddy Fazbear’s Pizza sinnvoll erweitert. Somit stellen sich nun Josh Hutcherson und Piper Rubio, dem Survival-Horror, welcher hinter den Türen der verlassenen Pizzeria in Form von Animatronic-Maskottchen wartet. Ob der Film für FNAF-Fans, wie auch Nicht-Kenner des Franchise funktioniert, klärt meine ausführliche Filmkritik samt kurzem Blu-ray Review.
Die Videospiel-Adaption im Film-Check
Worum geht’s?
Mike Schmidt (Josh Hutcherson) steht mit dem Rücken zur Wand: Nachdem er überall gefeuert wird, droht ihm seine herrische Tante Jane (Mary Stuart Masterson), das Sorgerecht für seine jüngere Schwester Abby (Piper Rubio) zu entziehen. Allerdings weniger wegen ihrer Fürsorge als vielmehr wegen den staatlichen Zuschüssen. Aus purer Verzweiflung nimmt Mike schließlich das Angebot von Karriereberater Steve Raglan (Matthew Lillard) an und wird Nachtwächter in dem mittlerweile verlassenen Familienrestaurant Freddy Fazbear’s Pizza. Was als öder Job beginnt, entwickelt sich jedoch schon bald zu einem Albtraum.

Denn in den dunklen Hallen der Pizzeria erwachen die Maskottchen Freddy Fazbear, Bonnie, Chica und Foxy nachts zum Leben. Während Abby eine unheimliche Faszination für die Animatronics entwickelt und sich auf verstörende Weise mit ihnen befreundet, erfährt Mike von der Polizistin Vanessa Shelly (Elizabeth Lail) mehr über die düstere Vergangenheit des Ortes: In den 1980er-Jahren verschwanden mehrere Kinder spurlos. Bald wird klar, dass ihre Geister die Animatronics heimsuchen – und diese alles andere als harmlos sind. Doch das ist nur die halbe Wahrheit eines weitaus grausameren Geheimnisses.
Die Inszenierung einer Videospielverfilmung
Verfilmungen von Videospielen haben es meist schwer, bietet die Vorlage doch oft zu wenig Tiefgang oder eine greifbare Charakterisierung der Figuren. Die Geschichte von FNAF macht da keine Ausnahme, und so versuchten Emma Tammi und Scott Cawthon im Jahr 2024, den flachen Plot des Videospiels zu einem Horrorfilm zu formen. Für die Filmadaption erweiterten sie nicht nur die Story rund um das verfluchte Familienrestaurant, sondern verliehen den Charakteren deutlich mehr Profil.

So bekommt Nachtwächter Mike Schmidt eine traumatische Hintergrundgeschichte rund um die Entführung seines Bruders und obendrein noch eine kleine Schwester als emotionale Motivation spendiert. Eine biestige Tante, die Mike das Sorgerecht für Abby streitig machen will, sorgt für die entsprechende Dramatik. Aber auch die Familie des berüchtigten William Afton bekommt Familienzuwachs – aus Spoiler-Gründen verrate ich hierzu jedoch nicht mehr.

Das Highlight bleiben natürlich die animatronischen Maskottchen von Freddy Fazbear’s Pizza. Was mich persönlich freut: Für die Verfilmung verzichtete man bei der Erschaffung der Maskottchen auf CGI und setzte auf reale Animatronicen. Dazu liefert Regisseurin Emma Tammi keine stumpfe Slasher-Orgie ab, sondern setzt für ihren Survival-Horror-Streifen mehr auf atmosphärischen Grusel. Das Pacing ist gemäßigt und lässt sich insbesondere für die Einführung der Figuren Mike und Abby etwas mehr Zeit.

Dadurch kämpft die Inszenierung mit einigen Längen und fällt zudem recht zahm aus. So kann man Schreckmomente (Jumpscares) schon recht früh erahnen. Während andere Produktionen von Jason Blum auf wesentlich mehr Horror setzen, bewegt sich FNAF eher im Bereich des Mystery-Geister-Grusels. Das heißt nicht, dass es keine spannenden und heftigen Szenen gäbe, doch der von der FNAF-Community erwartete Terror bleibt aus. Man merkt, dass der Film einen Spagat aus Familiendrama und Horror versucht, ihm aber die Härte eines vergleichbaren Titels wie „Willy’s Wonderland (Kritik)“ fehlt.
Die Darsteller des animatronischen Horror-Streifens
Josh Hutcherson (The Beekeeper: Kritik) übernahm die Rolle des Protagonisten Mike Schmidt, ein überforderter Bruder, der unter allen Umständen versucht, das Sorgerecht für seine kleine Schwester Abby zu behalten. Diese wird von Piper Rubio gespielt, die für ihre Alter erstaunlich gut schauspielert, was nicht zuletzt an der passenden Chemie der Hauptdarsteller liegt. Elizabeth Lail (The Blacklist: Kritik) ist als Polizistin Vanessa Shelly zu sehen und bleibt anfangs etwas im Hintergrund, bis ihre verhängnisvolle Verbindung mit Freddy’s Pizza deutlicher wird.

Ein besonderes Schmankerl für Genre-Fans ist Matthew Lillard als Steve Raglan / William Afton / Golden Freddy. Der „Scream (Kritik)“-Veteran bringt genau die richtige Mischung aus Charme und Bedrohung mit, die man von seiner Schlüsselfigur erwartet. In weiteren Rollen zu sehen sind: Mary Stuart Masterson als Tante Jane, Christian Stokes als Hank, Grant Feely (Five Nights at Freddys’s 2: Kritik) als Geist, Michael P. Sullivan (Renfield: Kritik) als Doug, u.v.m.
Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ):
Five Nights at Freddy’s (Film 2023) Fazit:

Emma Tammi ist mit der Spielverfilmung ein solider, wenn auch kein herausragender Horrorfilm gelungen. Terror und Horror blieben etwas auf der Strecke und Jumpscares kann der geübte Horror-Fan schon weit vorausahnen. Dennoch überzeugt der Film durch die gruseligen Animatronics rund um die verfluchte Familienpizzeria. Die in diesem Fall nicht einfach nur ihr programmiertes Unterhaltungsprogramm abspielen, sondern alles töten, was ihnen in die Finger kommt.
Die gruselige Atmosphäre und die handgemachten Effekte wissen zu gefallen. Josh Hutcherson und Piper Rubio verleihen der Geschichte die nötige Dramatik, während Matthew Lillard für die nötige Terror-Momente sorgt. Dass der Film für Hardcore-Horrorfans etwas zu zahm geraten ist und das Pacing im Mittelteil kleine Hänger hat, trübt den Unterhaltungswert nur minimal.
Fazit: Five Nights at Freddy’s ist vielleicht nicht der ganz große Wurf geworden, dennoch ist er meiner Meinung nach besser als sein Ruf. Was nicht zuletzt an den einfallsreichen Animatronic-Puppen liegt. Der Cast spielt ordentlich, und Matthew Lillard weiß erneut als Antagonist zu überzeugen. Letztlich bekommt der Grusel-Fan einen atmosphärischen Mystery-Horror, der zu unterhalten weiß – sofern man nicht krampfhaft nach dem Haar in der Suppe sucht.
Transparenz-Hinweis: Das Bild- und Trailer-Material sowie das Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von Universal Pictures zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Universal Pictures – Alle Rechte vorbehalten!



