Diabolik (2021): Review

Diabolik verbreitet wieder Angst und Schrecken!

Diabolik (2021): 53 Jahre nachdem Mario Bava „Gefahr: Diabolik (1968)“ inszenierte, kehrt der Superschurke aus den populären italienischen Comics zurück auf die Mattscheibe. Obwohl Bava als bravouröser Filmemacher galt, waren Fans der Original-Vorlage mit seiner Verfilmung nicht ganz so glücklich. Was eventuell auch daran lag, dass der eigentlich eiskalte Verbrecher als sympathischer Sunnyboy im Stile der 60er Jahre Krimis dargestellt wurde. Mit ihrer Version versuchten nun die Regisseure Antonio Manetti und Marco Manetti, der beliebten Figur dieses Mal gerechter zu werden. Ob ihnen dies gelang, erfahrt Ihr wie immer in den nachfolgenden Zeilen meiner Kritik!

Diabolik Trailer

Handlung:

Italien wird von den Verbrechen des unbekannten Superschurken Diabolik erschüttert. Nicht nur, dass er alles stiehlt, was nicht niet- und nagelfest ist, bisher war es Kommissar Ginko nicht möglich, ihn zu fassen. So scheint es, dass er in jeder prekären Situation und selbst mit seinem schicken Jaguar einfach untertauchen kann. Dabei ist dieser Verbrecher nicht nur ein Dieb, sondern geht auch eiskalt über Leichen, um sein Ziel zu erreichen.

Diabolik: Der Meisterdieb auf Raubzug
Der Meisterdieb auf Raubzug

Sein neuster Coup ist der Raub eines Diamantencolliers. Während er einen Plan schmiedet, verliebt sich der Meisterdieb in dessen Besitzerin, die reiche Witwe Lady Eva Kant. Beim Versuch, es zu stehlen, stellt sie ihn auf frischer Tat. Anstatt zurückzuweichen, erwidert sie zu seiner Überraschung seine Gefühle. Nicht nur das, sie hilft ihm obendrein, vor dem Kommissar zu fliehen. Aber auch Eva wird von ihrer Vergangenheit verfolgt und von ihrem neuen Verehrer Caron erpresst.

Diabolik: Kommissar Ginko und Eva Kant
Kommissar Ginko warnt Lady Eva Kant

Derweil wird das verbrecherische Mastermind geschnappt, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Bevor es jedoch dazu kommt, kann Diabolik mithilfe von Eva flüchten. Nun gilt es, das belastende Material sowie ein Juwel zu stehlen, welches von Caron genutzt wird, um Eva unter Druck zu setzen. Nun muss der kriminelle Verwandlungskünstler nicht nur der Guillotine entkommen, sondern Eva helfen, ohne erneut in die Falle von Kommissar Ginko zu tappen.

Diabolik: Damals und Heute!

Maskierte Meisterverbrecher konnten schon immer Leser wie auch Zuschauer fesseln. Einer der berühmtesten dieser Art dürfte „Fantomas“ sein, von den französischen Autoren Pierre Souvestre und Marcel Allain. Die Figur Diabolik basiert dabei auf den Geschichten der Schwestern Angela und Luciana Giussani aus dem Jahr 1962. Für die Zeichnungen war Angelo Zarcone verantwortlich.

Im Jahr 1964 kam die Verfilmung von „Fantomas“ mit dem beliebten Komiker Louis de Funes („Der Querkopf“) in die Kinos. Dies könnte der Grund gewesen sein, warum Produzent Dino De Laurentiis beschlossen hatte, diesen Superschurken ebenfalls auf die Leinwand zu bringen. Obwohl Mario Bavas Film heute als trashiger Kultfilm gilt, war ihm an den Kinokassen nur mäßiger Erfolg beschieden.

Diabolik: Der Dieb in seinem Versteck
Diaboliks geheimes Versteck

Damals übernahm John Phillip Law („Barbarella“) die Rolle des Superschurken und Marisa Mell wurde zu seiner Komplizin. Welche für Catherine Deneuve einsprang, da diese sich gegen erotische Nacktszenen in dem Film geweigert haben soll. Tatsächlich ist Bavas Film ein durchaus unterhaltsamer Abenteuerkrimi der Swinging 60s geworden, jedoch keine direkte Adaption der Figur.

So sollte es nun rund 53 Jahre dauern, bis die beiden Filmemacher, die Manetti Bros., sich daran machten, eine neue filmische Version der legendären Kult-Comicfigur zu erschaffen. Die Macher zeigten dabei eine bemerkenswerte Leidenschaft für die legendären Comic-Geschichten und präsentieren den Zuschauern nun die Geschichte, wie der Superschurke und die Femme Fatale zusammenkamen.

Synopsis

Bavas Diabolik saß regelrecht der Schelm im Nacken, was bei den Zuschauern Sympathien weckte. Die Manettis lassen in ihrer Comicverfilmung dafür keinen Zweifel aufkommen, dass ihre Version der Figur ein eiskalter Verbrecher ist. So sitzt den Bürgern der Schrecken im Nacken, sobald sie nur seinen Namen hören. Ein schneller Zugriff scheint ebenso unmöglich,  ist dieser doch dem Polizisten Ginko immer einen Schritt voraus. Um den Schein zu wahren lebt der Verbrecher unter einem Pseudonym mit einer Schein-Ehefrau zusammen.

Diabolik: Eva und Diabolik
Diabolik und Eva kommen sich näher

Bei seinem neuesten Coup, einen Diamanten von unschätzbarem Wert zu stehlen, beginnt der Schurke unerwartet Gefühle für sein Opfer zu entwickeln. Währenddessen deckt seine Scheinfrau, die keine Ahnung hat was ihr geliebter Mann in Wahrheit treibt, dessen Identität auf. Womit ihn der Kommissar dingfest machen kann. Mithilfe seiner Geliebten Eva wie auch seinen Masken kann er der Guillotine entgehen. Somit gilt es nur noch Eva von ihrer Vergangenheit zu erlösen. Während dieser Aktion kommt es zu einem zweiten Zusammentreffen zwischen Dieb und Kommissar.

Hier überrascht der sonst eiskalte Verbrecher und lässt den Polizist am Leben. Was in diesem Zuge den Auftakt einer Filmserie vermuten lässt. Ist doch die Fortsetzung „Diabolik wird gejagt“ ebenfalls bereits erhältlich.Hierzu ist ebenfalls ein Review geplant. Die detailverliebten Manetti Bros. schufen mit ihrer Adaption der legendären Comicfigur nicht nur ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel zwischen Verbrecher und Polizei, sondern kreierten einen überaus interessanten Charakter.

Hauptdarsteller Luca Marinelli verkörpert den Meisterdieb mit eiskalter und bedrohlicher Ruhe, sodass man nie weiß, was dieser als nächstes tut. Miriam Leone als Eva wird nicht nur zu seiner Geliebten, sondern auch zur Komplizin.Das Spiel der Darsteller lässt dabei keinen Zweifel aufkommen, dass es sich hier um ein äußerst gefährliches Pärchen handelt. Ihnen steht Schauspieler Valerio Mastandrea als Kommissar Ginko gegenüber.

Diabolik: Kommissar Ginko
Kommissar Ginko ist Diabolik auf den Fersen

Dessen erklärtes Ziel es ist, den Übeltäter seiner gerechten Strafe zuzuführen. Auch er handelt mit Voraussicht und Logik, womit die Macher der Hauptfigur einen ebenbürtigen Gegner spendiert haben. Damit bewiesen die Filmemacher ein sehr gutes Gespür für die Figuren wie auch das Storytelling.Die Ausstattung, das Setting im fiktiven Clerville und die Kostüme können sich durchaus sehen lassen. Hier hat die gesamte Crew eine wirklich tolle Arbeit geleistet.

Eine überaus gelungene Mischung der 60er Jahre, die authentisch und dennoch modern wirkt. Die Geschichte selbst bietet gute Unterhaltung und die Darsteller hinterlassen in ihren Rollen einen ebenso guten Eindruck. Die Spezialeffekte (CGI) sind zwar immer mal wieder als solche erkennbar, stören aber nicht weiter. Dafür gibt es wohl aufgrund der Dramaturgie auch den ein oder anderen Logikfehler. Hier sei nur die in die Straße eingebaute Rampe erwähnt.

Diabolik (2021) Kritik & Fazit:

Diabolik: Blu-ray
Diabolik: Blu-ray
Wertung: 6.5 / 10 ★

53 Jahre nach Mario Bavas „Gefahr: Diabolik“ präsentieren die Regisseure Antonio und Marco Manetti eine Neuverfilmung der italienischen Comic-Reihe . Im Gegensatz zu Bavas Interpretation, die den Protagonisten eher als charmanten Sunnyboy der 60er Jahre zeigte, streben die Manetti-Brüder eine treuere Darstellung des eiskalten Verbrechers an. Ihr Film entfaltet sich als ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, in dem der Superschurke, überzeugend dargestellt von Luca Marinelli, durch seine bedrohliche Ruhe und Unberechenbarkeit beeindrucken kann. Miriam Leone als Lady Eva Kant entwickelt sich von einem Opfer zu einer beeindruckenden Komplizin, was die Spannung und Dynamik zwischen den Charakteren intensiviert.

Valerio Mastandrea liefert als Inspektor Ginko, der dem Bösewicht immer dicht auf den Fersen ist, eine überzeugende Darstellung. Die  Umsetzung verleiht dank der authentischen Ausstattung und der Kostüme einen wunderbaren 60er Jahre Look. Die Spezialeffekte und CGI-Szenen stechen gelegentlich hervor, ohne jedoch den Film zu beeinträchtigen. Trotz einiger Logikfehler bietet der Film eine unterhaltsame und gut durchdachte Geschichte, die das gefährliche Zusammenspiel zwischen Diabolik und Ginko gekonnt in Szene setzt. Insgesamt haben die Manettis eine überzeugendes und ästhetisches Filmerlebnis geschaffen, die sowohl Fans des Originalcomics als auch neue Zuschauer ansprechen dürfte.

Eine Presse-Disc wurde mir freundlicherweise von Plaion Pictures für diese Rezension zur Verfügung gestellt!

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