Bringt der Doctor Freude über die Welt?
Nach der erfolgreichen Übergabe des Schallschraubenziehers von David Tennant zu Ncuti Gatwa, muss er in dem Weihnachtsspecial 2024 das Fest der Liebe retten. Besonderes Highlight, Sherlock Mastermind Steven Moffat zeichnet für das Drehbuch verantwortlich. So landet der Doctor in im Jahr 4202 in einem Time Hotel wo er das Geheimnis der Sternen Saat lüften muss, Joy Almondos Leben retten und ein Jahr in einem Hotel auf der Erde ausharren, um an einen Code zu kommen. Ob „Joy to the World“ überzeugt oder alles andere als eine Freude darstellt, verrät die nachfolgende Kritik mit Blick auf die Blu-ray.
Das XMas-Special – Joy to the World im Check
Worum geht’s?
Der Doctor (Ncuti Gatwa) residiert mit seiner TARDIS in dem luxuriösen Hotel im Jahr 4202, unwissend das es sich um ein Time-Hotel handelt. So ist er völlig fasziniert als er erkennt, dass jedes Zimmer zu verschiedenen Epochen der Erdgeschichte führt. Parallel zu seiner Erkenntnis wechselt in der Lobby ein mysteriöser Aktenkoffer immer wieder seinen Besitzer – mit fatalen Folgen, denn nach jedem Übergang löst sich der jeweilige Vorbesitzer spurlos in Luft auf. Der Doctor versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und versucht den letzten Träger, einen Silurianer, hinter den verschiedenen Zeittüren des Hotels aufzuspüren.

Zur selben Zeit in London: Joy (Nicola Coughlan) ist gerade dabei in das kleine Londoner Sandringham Hotel einzuchecken, als sie in ihrem Zimmer auf einen Silurianer trifft. Dieser versucht ihr einen ominösen Koffer anzudrehen. Bevor das Unheil seinen Lauf nimmt platzt der Doctor in das Zimmer, kann die Übernahme jedoch nicht verhindern. Als er versucht Joy von dem Koffer zu befreien, löst er einen tödlichen Code-Mechanismus aus. Gibt er diesen nicht rechtzeitig ein, wird auch Joy aufgelöst. In diesem Moment stolpert eine zukünftige Version seines Ichs in den Raum und nennt die rettende Kombination. Dabei verrät er seinem gegenwärtigen Ich nicht den Code, er gibt nur einen Hinweis: er muss die Zeitschleife durchlaufen und ein Jahr im Hotel ausharren, um an diesen zu kommen.
Die Inszenierung: der Doctor auf einem Selbstfindungstrip
Für dieses Weihnachts-Special schlug niemand Geringeres als Steven Moffat selbst in die Tasten, doch lässt er wirklich Freude über die Welt kommen? Moffat-typisch beginnt das XMas-Special rasant und rätselhaft: Der Doctor versucht verzweifelt, ein Schinken-Käse-Toast mit Kürbis-Latte zu servieren – und das an so unterschiedlichen Orten wie dem Queens Hotel in Manchester 1940, einem Zugabteil des Orient-Express 1962 oder dem Basiscamp des Mount Everest 1953. Als er schließlich in ein Hotelzimmer in London stürmt, dort auf einen Silurianer und Joy trifft und der Doctor in 2024 festsitzt, dürfte klar sein, dass die Folge richtig turbulent werden wird.

Als erzählerische Basis dient der von Moffat erfundene galaktische Waffenhersteller Villengard. Fans der Serie wissen, dass dieser schon Christopher Eccleston als neuntem Doctor Kopfzerbrechen bereitete. So wird eine tödliche Vorrichtung aus Villengards Waffenschmiede zum Dreh und Angelpunkt dieser Doctor Who Episode, während der eigentliche Kern Themen wie Schuld, Sühne und Selbsterkenntnis behandelt. Hierbei wird erneut klar, warum gerade das Alien – der Doctor –, welches zu jedem Ort, zu jeder Zeit und zu jeder Person gelangen kann, dennoch das einsamste Wesen des Universums ist. Was der wohl stärkste Dialog der Episode treffend auf den Punkt bringt: „Du lebst in einem riesigen Raumschiff und hast nicht mal Stühle, weil dich eh niemand besuchen kommt.“

Obendrein besitzt auch Joy ein bitteres Geheimnis und was als rasant absurde Überbringung eines Käse-Schinken-Toasts mit Kürbis-Latte beginnt, entwickelt sich zu einem tief emotionalen Trip. Angefangen vom Time-Hotel, über ein Exil-Jahr, zu einem Kofferfressenden Dinosaurier, bis hin zum Stern von Bethlehem. Die Episode liefert einen wunderbaren Mix aus Spannung und berührenden Momenten. Dennoch gibt es auch Schwächen: Zuschauer die nicht seit 2005 dabei sind, werden mit Villengard als Antagonist nicht viel anfangen können. Wer zudeme eine vollständige Auflösung aller Fragen erwartet, wird enttäuscht. Wie so oft lässt Moffat einiges unbeantwortet im Raum stehen – wie die Sache mit dem Zahlenschloss-Code.
Die Besetzung: Cast & Crew der Weihnachts-Episode
Ncuti Gatwa (Die Rosenschlacht) ist nach einer gelungenen ersten Staffel, nun auch in seinem 2. Weihnachts-Special des Jahres 2024 zu sehen. In diesem Spcial Episode überzeugt Gatwa erneut auf ganzer Linie und findet die perfekte Balance zwischen Energie und Melancholie. So trägt er auch einen Großteil der Folge, die ihn ein Jahr in eine Zeitschleife im Exil zeigt.

An seiner Seite, Nicola Coughlan (Barbie) als Joy Almondo, die jedoch nach Abgang von Ruby Sunday ( Millie Gibson) nicht zu seiner neuen Companion (Begleiterin) wird. Sie spielt eine überaus gutmütige Frau, die von einer traurigen Erinnerung zu jeder Weihnachtszeit verfolgt wird. Womit sie zu einer Art Spiegelbild des Doctors wird. Sobald Coughlan, die aufgesetzte Heiterkeit fallen lässt, zeigt sie dem Zuschauer ziemlich eindringlich, den tiefen Schmerz ihrer Figur.
In weiteren Nebenrollen dieser Christmas Episode zu sehen sind: Steph de Whalley als Anita Benn, Jonathan Aris (Grantchester) als silurianischer und Hotel Manager, Niamh Marie Smith als Sylvia Trench, Joel Fry (Cruella) als Trev Simpkins, Fiona Marr als Angela Grace, Fiona Scott als Joys Mutter, Paul Bailey (Dr. Who) als Tom Stobart
Wissenswertes und FAQs zu Doctor Who & Blu-ray:
Wie wurde Ncuti Gatwa zum 15. Doctor?
Wie kam Steven Moffat auf die Idee des Time-Hotels?
Was hat es mit dem Sternen Samen, dem Star Seed auf sich?
Woher kam der Verriegelungs-Code des Sternen Samen Koffers?
Welche Extras bietet die Blu-ray von Doctor Who: Joy to the World?
Doctor Who: Joy to the World (2024) Kritik & Fazit

Auch wenn Disney den Deal mit der BBC beendete, bin ich der Meinung dass der Doktor in 2024 ebenso, wie in den bisherigen Staffeln und auch im Doctor Who Christmas Special 2023 überzeugen konnte. Gatwa hat der Figur des Doktors etliche neue Facetten hinzugefügt und zeigt in dieser Episode sehr gelungen, wie einsam der Timelord von Gallifrey wirklich ist. Nicola Coughlan hat im Vergleich zwar weniger Screentime, weiß aber dennoch mit ihrer Performance zu überzeugen.
Steven Moffat liefert wieder eine sehr unterhaltsame Weihnachtsgeschichte, trotz seiner bekannten Ungereimtheiten, die man ihm dennoch gerne vergibt. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass der religiöse Hintergrunds nicht jedem gefiel. Gehört man jedoch zu den Whovians und Fans, die nicht meinen alles (besonders nicht bei fiktionalen Geschichten) in Frage stellen zu müssen, wird man auch mit dieser Weihnachtsfolge sehr gut unterhalten.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 Polyband Medien GmbH zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!







