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Eine herrlich monströse Familie!
The Munsters: Wer die „Addams Family“ kennt, dürfte an den „The Munsters“ nicht vorbeigekommen sein. In den 1930er Jahren schuf der amerikanische Zeichner Charles Addams, seine skurril-gruslige Variante der „typischen“ amerikanischen Familie. Als diese in den 60er Jahren als Serienformat verfilmt wurde, schlug man mit den „Munsters“ in die gleiche Kerbe und etablierte diese Familie als Konkurrenzprodukt im amerikanischen TV-Programm. Werfen wir in unserem Review, einen kurzen Blick zurück auf die herrlich schrullige Munster Familie!

Während man bei den Addams den skurril gruseligen Hintergrund immer nur erahnen konnte, war der Titel bei den Munsters auch gleichzeitigProgramm. Eine Familie rund um das Oberhaupt Herman Munster (Frankensteins Monster), seine Frau Lily Munster geborene Dracula, Grandpa Munster geborener von zu und Dracula, Sohnemann Eddie Munster (seines Zeichens Werwolf) sowie Nichte Marilyn Munster, die Tochter von Lilys Schwester und zur allgemeinen Überraschung, völlig normal.
The Munsters, eine Serie, die etwas in Vergessenheit geriet
Während der „Addams Family“ seit den 60er Jahren immer wieder Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Sei es mit einigen Neuauflagen der Serie, zwei Kinofilmen und einem Kino Animationsfilm sowie dessen Nachfolger, der schon in den Startlöchern steht. Wurde es um die Munsters ziemlich ruhig.
Auf die rund 70-teilige Serie folgten vier Filme: 1966 „Gespensterparty“, 1981 „Die Rückkehr der Familie Frankenstein“,1995 „Eine unheimliche Familie zum Schreien“, 1996 „Munsters fröhliche Weihnachten“. Nach 1996 hielt Grabesstille rund um die Munsters Einzug.

Im Jahr 2022 brachte Regisseur Rob Zombie eine Prequel Geschichte namens „The Munsters“ heraus, welchen man auf den gängigen Streamingportalen sehen kann. Diese erzählt wie sich Herman und Lilly kennen lernen und durch turbulente Ereignisse zu einem Paar werden. Die allgemeinen Kritiken waren teils verherrend und so ist es kein Wunder dass dieser bei der IMDB mit 4,5 von 10 möglichen Sternen und auf Rotten Tomatoes bei der Zuschauer Wertung auf gerade mal 35% kam.
Ein Blick auf diese typisch / untypische Familie
Wer sind nun diese Munsters, die in einem alten verwitterten Herrenhaus in der Mockingbird Lane 1313, Mockingbird Heights, in den USA leben. Da hätten wir erstmal den Patriarch, Vater und liebender Ehemann Herman Munster (Fred Gwynne). Eine Riese von rund 2.20 Meter und wohl ebenfalls der Körperbau-Schmiede Dr. Frankensteins entschlüpft.
Herman Munster ist verheiratet mit Lily Munster (Yvonne De Carlo), eine geborene Dracula. Ihr gemeinsamer kleiner Sohn Eddie Munster (Butch Patrick), schlägt nur wenig den Genen der Eltern nach, scheint es doch als wenn mehr ein Werwolf involviert gewesen wäre. Nicht zu vergessen Lilys Vater, von allen nur Grandpa genannt (Al Lewis). Besser bekannt als Dracula himself.
Sowie Nichte Marilyn (Beverley Owen), die Tochter von Lilys Schwester. Sie scheint etwas aus der Art geschlagen, ihr blondes Haar, ihre bunte moderne Kleidung, ihre fröhliche Art. Nein, das ist so gar nicht der Stil der Munsters. Dennoch gehört sie zur Familie und man muss sich auch die kümnern, die nicht das „glänzende“ aussehen der restlichen Familienmitglieder besitzen. Und die Hoffnung, dass Marylin jemand findet, der sie so nimmt wie sie ist, stirbt bekanntlich ja zuletzt. Zusammen mit dem Hausdrachen Spot, leben die Munsters ihr bescheidenes Leben mitten in Mockingbird Heights.

Es dürfte niemanden überraschen, dass diese Familie für jede Menge Aufregung, Missverständnisse, Erschrecken und eine gehörige Portion Spaß sorgt. Zu groß sind schließlich die Unterschiede zwischen der „normalen“ Bevölkerung und den Munsters. Allerdings muss man sich im Laufe der Serie häufig fragen, wer hier eigentlich die „Normalos“ sein sollen. So sind doch meist immer wieder die Munsters selbst, die sich als die Toleranteren, Verständnisvolleren und Freundlicheren erweisen – ganz im Gegensatz zur übrigen feinen Stadtbevölkerung. Doch genug der Moral.
Immer wieder witzig: der Anblick der aus der Art geschlagenen Familie, löst immer wieder die unterschiedlichsten Reaktionen hervor. Hermans Anstellung bei einem städtischen Beerdigungsunternehmen verstärkt den skurrilen Eindruck noch zusätzlich, und so stolpern die Munsters von einem absurden Abenteuer ins nächste. Als Beispiele wären Hermans Baseball-Karriere, Marylins gescheiterte Verabredungen, Ausflüge ins Weltall, Begegnungen mit Robotern, Gangstern, Einbrechern und Bankräubern, Erlebnisse rund um Eddies Schule, Lilys Freundinnen sowie vor allem Grandpas Experimente zu nennen. All dies sorgt in Mockingbird Heights für reichlich Aufruhr und Durcheinander.
Trotz 60 Jahren auf dem Buckel immer noch ein Spaß?
Die 70 Episoden der damaligen TV-Serie, die von 1964 bis 1966 lief, macht mit ihren rund 25 Minuten Episoden einfach nur gute Laune. Zugegeben, die Art der Unterhaltung, die Dialoge und die Geschichten haben schon etliche Jahre auf’m Buckel und der Plot ist teils schon etwas seicht. Wir sprechen hier aber immerhin von Skripten, die man vor über 50 Jahren verfasste. Und nach Sichtung unterscheiden sich die Plots dann doch gar nicht mehr so großartig von dem, was den heutigen Fernsehzuschauern zum Fraß vorgeworfen wird. Und einer der ganz großen Vorteile der Serie, sie besitzt unheimlich viel Charme.

Es kann natürlich sein, dass wir als Retro-Fans und Nostalgiker, dies mit einem etwas verklärten Blick betrachten. Aber allein schon der Umstand zu sehen wie viel Mühe sich die Macher bei den Kostümen, den Masken und den Tricks / Special Effekts gaben, lässt mein Nostalgie Filmherz höherschlagen. Trotz das CGI Technik sicherlich ihre Daseinsberechtigung besitzt, bleibt der Einfalsreichtum der damaligen Maskenbildner und FX-Künstler ein Highlight von Erfindungskunst und Improvisation. Umso mehr freut es, wenn man diese Handwerkskunst in Aktion sieht.
Derweil hatten es die Darsteller weniger einfach. Fred Gwynne alias Herman trug ein Korsett, das in Form von Frankenstein brachte. Laut Interviews musste man ihn mittels Wasserschläuchen von innen kühlen, dennoch verlor der Darsteller während der Dreharbeiten unheimlich an Gewicht. Auch Yvonne De Carlo hatte im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu tragen. Ihre Perücke wog sage und schreibe rund 10 Kilo und wurde ihr von den Maskenbildnern, wie eine Schleppe, hinterher getragen.
Die Darsteller der Munsters?
Ebenso herrlich ist das Zusammenspiel der Akteure. Lily Munster, Yvonne de Carlo (Die Piratenbraut) ist diejenige, die alles zusammen und ihre beiden großen Jungs Grandpa (Al Lewis) und Herman (Fred Gwynne – Friedhof der Kuscheltiere) in Zaum hält. Dabei sind es gerade diese beiden, die keine Gelegenheit auslassen, Unsinn zu treiben. Zu herrlich, wenn Lily mit der großen Keule ausholt um Herman zu zügeln. Butch Patrick als Eddie Munster und Beverley Owen als Marylin Munster haben erwartungsgemäß kleinere Rollen.

Diese sind meist der Trigger für die Geschichten um Herman und Grandpa. Dabei spielen so Themen wie das erwachsen werden, die Schule, erste Dates, Probleme des Teenager Daseins ebenfalls eine Rolle. Erwähnen muss man, dass Marylin tatsächlich die einzig „normale“ im Hause Munster ist. Stellen sich nun heiratsfähige Anwärter vor, kann man sich vorstellen, wie dieses Zusammentreffen mit dem Rest der Familie aussehen und enden wird… arme Marylin.
The Munsters (1964) Kritik & Fazit:

Unserer Meinung nach funktionieren die Munsters damals wie heute noch immer und können mit tadellosen Unterhaltungswert überzeugen. Schaut man genau hin unterscheiden sich die Geschichten heutiger Serien und Filme zu früher gar nicht nicht so voneinander. Natürlich sollte man schon ein Faible für diese alten „Schinken“ haben und auch der schwarz/weiß Look muss einem liegen. Dennoch darf man dieser kultigen Sitcom auch heute noch eine Chance geben.
Die Serie „The Munsters“ wie auch deren filmische Ableger versprühen einen herrlichen Charme und wissen mit Witz und Einfallsreichtum zu überzeugen. Unsere Empfehlung geht nicht nur an alle, die mit dieser Nostalgiekeule keine Berührungsängste haben, sondern auch diejenigen, die nach Entschleunigung suchen und dabei immer noch unterhalten werden wollen. Besser als jegliche heutige Reality-Show sind die Munsters wie auch die Addams Family allemal.
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