Damaged (2024) Review

Jacksons Jagd auf einen brutalen Frauenmörder!

„Damaged“ zeigt eine düstere, mysteriöse Welt, in der Cop Dan Lawson (Samuel L. Jackson) seinem persönlichen Albtraum nachjagt. Angesiedelt in den mystischen Landschaften Schottlands, stellt dieser Film die Ermittler vor ein Rätsel, das nicht nur die Nerven zerreißt, sondern auch mit unerwarteten Enthüllungen punkten kann. Aber kann „Damaged“ die hohen Erwartungen erfüllen und den Kultstatus seiner Genre-Vertreter erreichen? Das erfahrt Ihr wie immer in unserer nachfolgenden Filmkritik.

Damaged (2024): Trailer

Worum geht’s in „Damaged“?

Einst jagte Dan Lawson (Samuel L. Jackson), ein Detective aus Chicago und sein Partner Walker Bravo (Vincent Cassel) einen grausamen Serienkiller. Seit einiger Zeit ist es ruhig geworden und die Morde hörten von einem auf den anderen Tag auf. Während Walker hinwarf und einfach so verschwand, ist sich Lawson immer noch sicher: der Killer ist noch irgendwo da draußen und wartet auf sein Comeback.

damaged gianni capaldi als boyd und samuel l. jackson als dan
Boyd und Lawson suchen nach Spuren

Fünf Jahre später in Schottland. DCI Glen Boyd (Gianni Capaldi) mit einem Mord konfrontiert, den es hier in der Form noch nicht gegeben hat. Eine Frau wurde zerstückelt aufgefunden, dabei wurden Kopf, Arme und Beine der Leiche vom Torso entfernt und neu angeordnet. Es scheint, dass das Opfer geradezu rituell hingerichtet wurde. Seine Recherchen lassen den Ermittler auf Muster stoßen, die an Morde in Amerika erinnern.

damaged: gianni capaldi als boyd und vincent cassel als walker
Walker versucht Boyd zu beruhigen

Nach Rücksprache mit Chicago ist klar, das Lawsons Killer zurück ist. Dan reist nach Schottland und darf mit Boyd zusammen arbeiten. Hat er doch ein persönliches Interesse an dem Täter. War das ersten Opfer doch seine Freundin die brutal hingerichtet wurde. Überraschend muss er feststellen dass sein alter Partner und Freund sich ebenfalls in England aufhält. Der Killer tötet weiter und dieses mal trifft es Boyds Frau Marie. Blitzartig werden alle verdächtig, doch wer steckt wirklich dahinter?

Die Inzenierung

Bei „Damaged“ bedient sich der Film von Terry McDonough, der überwiegend für seine Regiearbeiten für TV-Serien bekannt ist, an seinen kultigen Genre-Vorgängern, allen voran „Sieben (Se7en)“ aus dem Jahr 1995 von David Fincher. So werden die Opfer rituell hingerichtet, was darauf hindeutet dass sie für ihre Sünden büßen müssen. Samuel L. Jackson (Killer’s Bodyguard 2) spielt den Polizisten Dan Lawson, dessen erste Freundin das Opfer darstellt. Für den Zuschauer gänzlich nachvollziehbar, hat dieser natürlich ein persönliches Interesse an der Ergreifung des Killers. 

damaged walker und boyd in einem pup
Walker erzählt Boyd seine Geschichte

Die Morde ereigneten sich Jahre zuvor in der Vergangenheit. Für die Jagd verlagert der Filmemacher seinen Schauplatz auf die britische Insel, nachdem die Morde in den Staaten aufhörten. Womit ein erster Twist gesetzt wird, waren doch zwei Ermittler an dem Fall dran und einer setzte sich ab, um all das Gräuel hinter sich zu lassen, nachdem Morde aufhörten. Zweiter Twist, der verschwundene Partner taucht just in Schottland auf. Und Überraschung, der dortige Polizist wird mit Mordfällen konfrontiert, die genau zu denen aus Chicago passen.

Dadurch ist auch für den Zuschauer klar, dass Lawson dorthin reist, um den Täter zu stellen. Zwischenzeitlich präsentiert McDonough dem Zuschauer noch einen Verdächtigen, um sein Verwirrspiel zu starten. Für den erfahrenen Genre-Fan ist jedoch schnell klar, wie der Hase läuft. Für Einsteiger dürfte sich dennoch ein interessantes Katz- und Mausspiel ergeben. Dennoch mangelt es an Charakterentwicklung, womit dem Zuschauer die Bindung zu den Figuren fehlt. Einzig die Figur Boyd bekommt eine umfangreichere Background Geschichte bzgl. eines Verlusts und seiner zerrütteten Ehe.

damaged: marie wird von boyd umarmt
Beginn oder Ende einer zerrütteten Ehe

Einzig Gianni Capaldi als DCI Boyd, möchte man die aktuellen Morde nicht zutrauen. Dennoch bleibt bis zum Schluss offen, wer der Täter ist oder ob es sich gar um einen Trittbrettfahrer handelt. Das Ende offenbart den Täter, dieser bleibt aber auch über das Ende hinaus ungefasst. Was dem Film noch eine spannende und interessante Wendung verpasst. Diese würde jedoch erst bei einem zweiten Teil so richtig zum Tragen kommen. Derweil erinnert der Film zuweilen an einen ordentlichen TV-Thriller, dafür weniger wie hochspannender Kino-Genre-Vertreter.

Das Schauspiel:

Die Besetzung des Films ist recht überschaubar: Samuel L. Jackson (Afterburn) übernahm die Rolle von Dan Lawson und spielt seinen Part wie erwartet grandios herunter. Ihm Gegenüber steht der britische Schauspieler Gianni Capaldi, der den Film auch mitproduzierte. Auch sein Schauspiel ist durchweg sehr. 

In weiteren Rollen sind Vincent Cassel (Asterix und Obelix im Reich der Mitte) als Walker Bravo wie auch John Hannah (Die Mumie) als Colin McGregor zu sehen. Diese spielen ihre Rollen gewohnt gut, haben jedoch recht wenig Screentime. Als Boyds Frau Marie ist Laura Haddock zu sehen, deren Figur ebenfalls für einen Twist benutzt wurde.

Der Cop Lawson  jagte einst einen Serienkiller, bis dieser verschwand. 5 Jahre später ereignen sich in England ähnliche Fälle.  Der Detective aus Chicago reist nach Schottland, um dort seine Ermittlungen wieder aufzunehmen. Die Zahl der Verdächtigen häuft sich und bis zum Ende ist nicht klar, wer der Gute und wer der Böse bei dieser Jagd ist.

Die Regie übernahm Terry McDonough (The Expanse). Für das Drehbuch sind Koji Steven Sakai, Gianni Capaldi und Paul Aniello verantwortlich.

  • Samuel L. Jackson (The Protege) als Dan Lawson
  • Gianni Capaldi (The Unholy Trinity) als Glen Boyd
  • Vincent Cassel (Asterix & Obelix im Reich der Mitte) als Walker Bravo
  • John Hannah (Die Mumie) als Colin McGregor
  • Laura Haddock als Marie Boyd

Der Film hat eine Laufzeit von 97 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren

Damaged (Film 2024) Kritik & Fazit:

damaged: blu-ray cover
Damaged: Blu-ray
Bewertung: 5 / 10 ★

Terry McDonoughs „Damaged“ orientiert sich stark an Genreklassikern wie „Sieben„, kann jedoch nicht an deren Qualitäten heranreichen. Die Verlegung des Schauplatzes in den schottischen Teil von England sorgt zwar für frischen Wind, doch die fehlende Charakterentwicklung erschwert es dem Publikum, eine emotionale Bindung aufzubauen. Obwohl dem Film die nervenaufreibenden Details kultiger Vorgänger fehlt, bietet der Thriller einige spannende Twists und Wendungen, die Genre-Neulinge in ihren Bann ziehen könnten.

Die darstellerische Leistung von Jackson als Detective Lawson ist wie gewohnt überzeugend, und auch Gianni Capaldi liefert als DCI Boyd eine solide Performance ab. Die Nebenrollen, besetzt mit bekannten Namen wie  Cassel und Hannah, bleiben leider hinter ihren Möglichkeiten zurück. Trotz einiger Schwächen in der Charakterzeichnung gelingt es dem Film, eine atmosphärische Inszenierung und unerwartete Wendungen aufzubauen, was durch die schottische Umgebung wunderbar unterstützt wird.

Fazit: „Damaged“ ist ein solider Thriller, der zwar nicht mit neuen Ideen glänzt, aber Fans des Genres durchaus unterhalten kann und das offene Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Die Hauptdarsteller und einige geschickt platzierte Twists machen den Film dennoch zu einem unterhaltsamen Filmabend. Für Thriller-Liebhaber und Fans von Samuel L. Jackson dürfte „Damaged“ definitiv einen Blick wert sein.

Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2024 EuroVideo / Telepool zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!