Ein Auftragskiller ohne Gedächtnis
Regisseur und Hauptdarsteller Michael Keaton, zeigt uns John Knox. Ein Auftragskiller, der eine verheerende Diagnose erhält. Er leidet an der rasant voranschreitenden Krankheit Creutzfeld-Jakob. Schon in ein paar Wochen wird er sich an nichts mehr erinnern können. Zudem erscheint sein entfremdeter Sohn, der gerade den Mann umgebracht hat, der seine 16-jährige Tochter schwängerte. Knox rennt die Zeit davon, wie soll er in diesem Zustand noch alles regeln und seinen Sohn vor dem elektrischen Stuhl retten? Ob uns Keatons zweite Regiearbeit überzeugen erfahrt Ihr wie immer in unserem nachfolgenden Review.
Worum geht’s in “ A Killer’s Memory (Knox goes away)“?
Schon viele Menschen hat John Knox (Michael Keaton) auf dem Gewissen. Sein Job als Auftragskiller zerstörte aber auch seine Familie, weshalb er schon lange keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn Miles (James Marsden) hat. Obendrein erhält er eine verheerende Diagnose, er leidet an der rasant voranschreitenden Krankheit Creutzfeldt-Jakob (Krankheit die sich extrem degenerativ auf das Gehirn auswirkt / Demenz und tödlich verlaufen kann). Ihm bleiben keine Jahre oder Monate, ihm bleiben nur noch ein paar Wochen.

Das Schicksal schlägt unbarmherzig zu, nicht nur das er bei einem Auftrag, versehentlich seinen Partner Thomas Muncie tötet. Kurz darauf steht sein Sohn mit einem ernsten Problem vor seiner Haustür. Jahrzehnte sind vergangen, seit sich Miles von seinem Vater lossagte, doch jetzt braucht er seine Hilfe. In einem Anfall von Raserei ermordete Miles den Mann, der seine 16-jährige Tochter geschwängert hat. Ein Ü30er, der sich junge Mädchen im Internet sucht um sie sexuell gefügig zu machen.

Obgleich wohl jeder Vater auf der Seite seines Sohnes stehen wird, wird dies nicht eine lebenslange Haftstrafe oder gar den elektrischen Stuhl verhindern. Knox rennt die Zeit davon, um Miles zu retten und seine Angelegenheiten zu regeln, muss er 100% fit sein, doch die Anfälle nehmen zu. So bleibt einem noch eine einzige Wahl, er muss sich für Miles und seine Enkelin opfern, doch wie soll er dies rechtzeitig schaffen, bevor er vergisst, was nun zu tun ist?
Die Inszenierung:
Dieses Mal ist Schauspieler Michael Keaton nicht nur in einer Paraderollen als Batman oder Beetlejuice vor der Kamera zu sehen. Für seinen Film „A Killer’s Memory (Knox goes away)“ übernahm der Mime nicht nur die Hauptrolle, sondern nahm selbst zum zweiten Mal selbst auf dem Regiestuhl Platz. Nach einem Drehbuch von Autor Gregory Poirier, inszenierte Keaton die Geschichte um einen Killer mit Gedächtnisverlust. Dieser leidet an der unheilbaren Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, einer Form von Demenz, die meist tödlich verläuft.

Um alles zu regeln, bleiben dem Protagonisten nur mehr Wochen, doch dazu gesellt sich der Umstand, dass sein Sohn auftaucht und Hilfe braucht. Miles, gespielt von James Marsden („The Stand – Das letzte Gefecht„), tötete den Schänder seiner Tochter. Hier vermischt Keaton gekonnt zwei dramaturgische Twists, die zu einem Wettlauf mit der Zeit werden. Dies soll natürlich die Spannung vorantreiben, kämpft die Hauptfigur doch gegen geistige Aussetzer und die Zeit an. Dennoch erhält man kein Spannungs-Feuerwerk, trotz der Dramatik verläuft der Film recht ruhig.
So hat man als Zuschauer leider nie das Gefühl, dass die Hauptfigur die Kontrolle, trotz seiner geistigen Aussetzer, verliert. Hier hätte Keaton ruhig mehr Mut beweisen können und seinen Film mit mehr Thrill inszenieren dürfen, um die Laufzeit von 115 Minuten etwas besser zu füllen. Obwohl der Film überwiegend spannend ist, fiebert man als Zuschauer nicht richtig mit, da doch alles recht kontrolliert verläuft. Selbst die Cops, die ihm mit ihren Ermittlungen teils auf die Schliche kommen, scheinen dennoch keine Gefahr zu sein.

Dies wusste schon Christopher Nolan in „Insomnia“ besser zu nutzen. Verliert seine Hauptfigur gespielt von Al Pacino aufgrund von Schlaflosigkeit immer mehr die Kontrolle über sein Tun. Apropos Al Pacino („Der Pate„), dieser spielt auch in Keatons Film mit und übernimmt die Rolle des Gauners Xavier Crane. Pacino überzeugt dabei trotz seiner 84 Jahre erwartungsgemäß wie immer. Trotz Pacino und Marsden bleibt der Streifen eine Michael Keaton (der ankündigte seinen richtigen Nachnamen: Michael Douglas verwenden zu wollen) eine One-Man-Show, die zu unterhalten weiß.
Dazu baute der Filmemacher noch ein paar Neben-Plots ein, die der Figur John Knox mehr Tiefe verleihen sollten. Da wäre einerseits die wöchentlich eingeplante Prostituierte, die ihm noch in den Rücken fällt, wie auch Ex-Frau Ruby (Marcia Gay Harden). Diese hat nie aufgehört ihn zu lieben, konnte aufgrund seines „Jobs“ die Beziehung nicht mehr weiterführen. Aus dem selben Grund trennte sich Sohn Miles von seinem Vater. Die Geschichte um die schwangere Enkelin wird ebenfalls grob angerissen, womit man merkt, dass Keaton versucht, dieser auch gerecht zu werden. Was zwar ordentlich ausfiel, ihm wiederum nicht immer zur Gänze gelang.
Die Schauspieler:
Michael Keaton ist als demenzkranken John Knox zu sehen, dessen schnell verschlechternden Gesundheitszustand die nötige Zeit raubt. James Marsden übernahm die Rolle des Sohnes Miles, der in Raserei ebenfalls einen Menschen tötete und nun die Hilfe des einst fallen gelassenen Vaters braucht.

Al Pacino übernahm die Rolle von Xavier, einem Gauner und Freund von Knox. In weiteren Nebenrollen sind: Marcia Gay Harden als Ex-Frau Ruby Knox, John Hoogenakker als Rale, Ray McKinnon als Thomas Muncie, Suzy Nakamura als Detective Emily Ikari, Lela Loren als Cheryl Knox und Joanna Kulig als Annie, zu sehen.
Was haben Keaton und Neeson gemeinsam?
Bevor Keaton als Knox ins Reich des Vergessens gerissen wurde, spielte bereits Liam Neeson („Marlowe„) in dem Film „Memory – Sein letzter Auftrag (2022)“ einen Auftragskiller, der ebenfalls an Demenz leidet. Interessant dabei, bei beiden Filmen steht der Missbrauch von Minderjährigen im Mittelpunkt. Wie Knox hat auch Lewis keine Skrupel, wenn es um Kinderschänder geht. So versucht er noch, bevor er völlig den Verstand verliert, für Gerechtigkeit der Missbrauchsopfer zu sorgen und sich zu rehabilitieren. Das Review zu „Memory – Sein letzter Auftrag“ findet ihr ebenfalls hier.
A Killers Memory (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 6,5 / 10
Michael Keatons zweite Regiearbeit erzählt von dem Auftragskiller John Knox, der an der degenerativen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit leidet. Der Protagonist, gespielt von Keaton selbst, findet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, um seinen entfremdeten Sohn Miles vor einer lebenslangen Haftstrafe / Todesstrafe zu bewahren. Die Handlung verbindet geschickt persönliche Dramen mit der spannungsgeladenen Atmosphäre eines Thrillers. Obwohl der Film emotionalen Tiefgang bietet, bleibt er relativ ruhig mit wenig Action, was dem Tempo und dem Spannungsniveau etwas schadet.
Die Darstellung eines Mannes, der zunehmend die Kontrolle über seinen Verstand verliert, ist überzeugend und intensiv. Doch trotz des brisanten Themas gelingt es dem Film nicht vollständig, die drastischen Auswirkungen von Knox‘ Gedächtnisverlust darzustellen. Die Darstellungen von Marsden als Sohn und Al Pacino, der einen zwielichtigen Freund spielt, verleihen dem Film zusätzliche Tiefe. Trotz starkem Ensemble und interessanter Nebenhandlungen bleibt der Fokus klar auf Keaton, dessen Präsenz der Film trägt.
Fazit: „A Killer’s Memory“ kombiniert persönliche Tragik mit Thriller-Elementen, bleibt jedoch in seiner Spannung hinter den Möglichkeiten zurück. Michael Keatons Leistung als Regisseur und Hauptdarsteller sticht hervor, doch der Film hätte von einer mutigeren Inszenierung profitieren können, um die dramatische Grundidee vollends auszureizen. Dennoch bietet er solide Unterhaltung und zeigt beeindruckend die Herausforderungen eines Mannes, der gegen das Vergessen kämpfen muss.
Trailer & Bilder mit freundlicher Genehmigung © 2024 DCM Film – Bilder © 2023 Hidden Hill LLC. Alle Rechte vorbehalten!
VÖ-Termin: Die DVD / Blu-ray ist ab dem 04. Oktober 2024 im Handel erhältlich!





