Eine BALLERina auf den Spuren des Baba Yaga!
Mit Ballerina startet Regisseur Len Wiseman das erste Kino-Spin-off des John-Wick-Universums. Im Mittelpunkt steht Eve Macarro, die nicht nur mit eigenen Augen miterleben musste, wie ihr Vater ermordet wurde, sondern die auch vom „Kanzler“ entführt werden sollte. Auf ihrer Flucht wird sie vom Continental-Manager Winston aufgegriffen, der sie der Obhut der Ruska Roma überlässt. Aus Eve wird nicht nur eine Tänzerin, sondern auch eine Profikillerin, die nun Rache sucht. Ob die Erweiterung des John-Wick-Kosmos überzeugt, verrät unsere Filmkritik.
Was erwartet uns im John Wick Spin-off?
Worum geht es in „Ballerina“?
Als Kind verlor Eve (Ana de Armas) ihren Vater Javier, der vom Kanzler (Gabriel Byrne) gejagt und getötet wurde. Der Kanzler wollte Eve in seine Gewalt bringen, doch sie entkam. Kurz darauf nimmt Winston (Ian McShane) sie auf und übergibt sie der Direktorin der Ruska Roma (Anjelica Huston), die sie nicht nur zur Tänzerin, sondern auch zur tödlichen Killern ausgebildet hat. Bei einer Mission stößt Eve auf eine Sekte, deren Anführer „der Kanzler“ genannt wird.

Die Erinnerungen kehren langsam zurück und so nimmt ihr persönlicher Rachefeldzug seinen Lauf. Die einzige Spur führt zu Daniel (Norman Reedus), einem Abtrünnigen, der sich mit seiner Tochter Ella im Prager Continental versteckt. Als Ella entführt wird, macht sich Eve daran, den Machenschaften des Kanzlers ein Ende zu setzen. Dieser zieht bereits Verstärkung hinzu — in Gestalt des ‚Baba Yaga‘ und so muss sich Eve auch mit John Wick auseinandersetzen!
Ballerina: Holpriger Start für John Wicks Spin‑off
Was 2014 als vergleichsweise kleiner Actionfilm begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Action-Franchises der letzten Jahre. Kein Wunder also, dass nach vier Filmen und der Prequel Serie „Continental“ mit Mel Gibson (Monster Summer), dass „John Wick Universum“ um ein Spin-off erweitert wird. Die Regie wurde von Regisseur Len Wiseman (Hawaii Five-O) übernommen. Trotz seiner Erfolge mit der Filmreihe „Underworld“ verliefen die Testvorführungen nicht wie erhofft. So äußerte Lionsgate nicht nur Bedenken, sondern ordnete auch eine Überarbeitung des Films an, diese unter Aufsicht von Regisseur Chad Stahelski.

Um dem Franchise einen Hauch Frische zu spendieren, folgt der Zuschauer nun dem Werdegang von Eve Macarro. Wir erleben wie sie als Kind den Mord an ihrem Vater miterleben muss, durch den Manager des Continental bei den Ruska Roma landet und so zur Auftragskillerin wird. Dadurch erhält der Zuschauer einen Einblick in die Schmiede weiblicher Assassinen. Die Protagonistin bleibt dabei dem bewährten Rache Thema treu und zieht in ihren Feldzug gegen den Sektenführer den Kanzler. Die Story fällt wie gehabt rudimentär aus, dafür überzeugt Ana de Armas als Eve. Gabriel Byrne gibt im Gegenzug einen guten Antagonisten ab.
Actionspektakel & Atmosphäre aber wenig Story
Die Macher setzen wie bisher auf die üblichen Stellschrauben des Actionkinos. Statt sich jedoch wie der Franchise-Namensgeber durch die Hierarchien zu kämpfen, beginnt Eves Jagd gleich bei dem Oberhaupt einer Killer-Sekte auf. Die Actionszenen sind wie zu erwarten hervorragend choreografiert, während Ana de Armas dabei vollen körperlichen Einsatz zeigt. Wie schon in den JW-Filmen wird auch hier alles zur Waffe was sich greifen lässt, egal ob Gläser, Holzpflöcke, Metzgermesser / Beile, etc., hier rammt man alles in die gegnerischen Körperteile.

Fahrzeug-Action gibt es bis auf den Anfang nicht wirklich und im Vergleich zu John Wick 3 und 4 ist der Streifen recht Bodenständig. Wie erwartet dominieren Zweikämpfe das Geschehen, diese sind ziemlich hart und brutal. Im Verlauf wirkt das Dauergekloppe jedoch etwas ermüdend, hat man doch das Gefühl einem Beat-em-up Videospiel zu folgen. Ebenso ist Eves übermenschlich wirkende Regenerationsfähigkeit ein Tick zu drüber. Um die Spannungskurve anzukurbeln taucht Keanu Reeves in seiner Paraderolle als John Wick auf. Die Geschichte ist hier, wie auch schon bei den Teilen der Originalreihe nur Mittel zum Zweck.

Neben den Actionszenen überzeugen besonders die Locations. Hier sei bspw. die Ausbildungsstätte der weiblichen Assassinen der Ruska Roma oder die Szenen in Prag. Besonders gelungen ist jedoch der Hauptsitz der Sekte, die sich im österreichischen Hallstatt befinden soll. Das romantisch verschneite Alpenidyll inmitten der urbanen Gemeinde am Hallstätter See, bietet eine unglaubliche Atmosphäre. Die Abgeschiedenheit zwischen dem See und den Bergen löst eine bedrückende Stimmung aus, wer hier auf Hilfe hofft, ist definitiv verloren. Die Macher entschieden sich hier für eine visuell beeindruckende Action Szene mit Flammenwerfern, die vor dem Hintergrund der Kulisse der Szenerie etwas surreales verleiht.
Die Darsteller und Crew von Ballerina
Ana de Armas (James Bond: Keine Zeit zu sterben) übernimmt die Hauptrolle und spielt Eve Macarro. Dabei überzeugt die kubanische Darstellerin bei den Actionszenen mit einer enormen körperlichen Präsenz bei den Actionsequenzen. Ihr jüngeres Ich wird von Victoria Comte gespielt, während Ian McShane (American Gods) wieder als Manager Winston zu sehen ist.

Gabriel Byrne (Lamborghini) spielt den Antagonisten, genannt der Kanzler (The Chancellor). Seine Darstellung ist zwar eiskalt und berechnend, leider nutzten die Macher nicht das Potential von Byrne, weshalb sein Charakter etwas flach bleibt. Catalina Sandino Moreno spielt Lena, die Tochter des Kanzlers. Norman Reedus (The Walking Dead) ist als Daniel Pine zu sehen, der mit seiner Tochter Ella (Ava Joyce McCarthy) auf der Flucht ist.

In weiteren Rollen zu sehen ist: Lance Reddick (The Blacklist) als Concierge Charon. Anne Parillaud (Nikita) als Concierge und Marc Cram als Manager des Prager Continental. Juliet Doherty als Tatiana, Anjelica Huston (The Addams Family) als Direktorin der Ruska Roma. Sharon Duncan-Brewster (Dune) als Nogi, David Castañeda als Eves Vater Javier und Robert Maaser als Handlanger Dex. Keanu Reeves (Sonic 3), der entgegen seiner bekannten Killer-Rolle in Good Fortune einen Schutzengel spielt, hat einen Gastauftritt als John Wick und ist für Eve, tatsächlich auch so etwas wie einen Schutzengel dar.

Lens Wiseman (Underworld) führte Regie, während Stuntman und Regisseur Chad Stahelski (John Carpenters Vampires) als Produzent den Film begleitete. Dieser übernahm auch die Aufsicht über die Nachdrehs. Diese waren der Grund warum erst im Juni 2025 in die deutschen Kinos kam. Das Drehbuch stammt von Shay Hatten und Derek Kolstad (Nobody), hinter der Kamera nahm Romain Lacourbas platz. Tyler Bates und Joel J. Richard sind für die Filmmusik verantwortlich.
Blu-ray Infos & Extras
Technische Details
Ballerina hat eine Laufzeit von rund 124 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren. Das Bild der Blu-ray überzeugt mit sehr guter Schärfe, Farben und Kontrasten. Als Tonspuren sind vorhanden: Deutsch Dolby Atmos, Deutsch Dolby TrueHD 7.1, Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1
Bonusmaterial
- Das Making-of „Ballerina“
- Killer Instinct
- Die Kunst der Action
- Building a Frozen Underworld
- Gelöschte & erweiterte Szenen
- Kinotrailer
- weitere Trailer
Fragen & Wissenswertes
Wie kann Keanu Reeves als John Wick in Ballerina wieder dabei sein?
Der Ableger Ballerina wurde zeitlich zwischen dem dritten und vierten John Wick Film angesiedelt, womit die Macher die Chance hatten, ihr Zugpferd Keanu Reeves wieder mit ins Boot zu holen. Ein netter Schachzug, da die Fans nach Ende des vierten Teils hofften, Wick würde zurückkehren. Dies tut er zwar in Ballerina, dies aber nur in Eves Gegenwart.
Wurde die Figur der Ballerina schon in einem der vorigen Filme eingeführt?
Bereits in John Wick hatte die professionelle Balletttänzerin Unity Phelan einen kurzen und dialoglosen Auftritt als „Ballerina“. Nachdem sich John Wick zu den Ruska Roma durchgeschlagen hatte. Daraus entwickelten die Macher die Figur der Eve, die durch den miterlebten Mord an ihrem Vater an einem Kindheitstrauma leidet und bei den Ruska Roma zu einem Auftragskiller ausgebildet wurde.
Ist die Flammenwerfer-Szene real oder CGI?
Gegen Ende des Films treffen Handlanger Dex und Eve aufeinander und bekämpfen sich mit Flammenwerfern. Diese Szenen sind nicht am Computer entstanden, sondern wurden tatsächlich real und mit echten Flammenwerfern gedreht.
From the World of John Wick Ballerina (2025) Kritik & Fazit:

Mit Ballerina erzählen die Macher eine eigenständige Geschichte rund um Eve, die die Mörder ihres Vaters Jagd und Vergeltung fordert. Dieser Film aus dem John Wick-Kosmos erinnerte mich teils an Luc Bessons (Dogman) Film „Nikita“, bei dem ebenfalls eine gebrochene junge Frau zur Auftragskillerin herangezüchtet wird. Die Filme leben vor allem von der Ästhetik ihrer Kampf-Choreografien, während die Hintergrundgeschichte – wie schon in den vorherigen Teilen der Reihe – eher Nebensache bleibt.
Die gezeigte Action passt wunderbar zur Hauptreihe und zeigt dem Zuschauer gleich, dass er im Universum von John Wick gelandet ist. Die Kampfszenen sind kompromisslos, brutal und handwerklich perfekt, diese arten jedoch mehrfach in Exzesse aus. Zudem scheinen die Figuren – wie in einem Videospiel – über Selbstheilungskräfte zu verfügen, was der Spannung merklich schadet. Die atmosphärischen Drehorte in Prag und Hallstatt gleichen die oft überzogenen Actionszenen glücklicherweise wieder aus.
Fazit: Ballerina erweist sich als solides, wenn auch nicht revolutionäres Spin-off des John-Wick-Universums, das trotz produktionsbedingter Turbulenzen seine Daseinsberechtigung hat. Ballerina mag nicht die Innovationskraft des Originals besitzen, doch als stilsichere Erweiterung des Franchise erfüllt der Film seine Mission gut und dürfte Action-Fans durchaus zufriedenstellen.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 LEONINE STUDIOS zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!



