Top Gun Maverick (Top Gun 2)

Tom Cruise nach über 40 Jahren zurück im Cockpit!

Wer hätte 1986 gedacht, dass Tony Scotts Blockbuster „Top Gun“ auch nach fast vier Jahrzehnten noch für Furore sorgen würde? Tom Cruise kehrt als Pete „Maverick“ Mitchell zurück in die Welt der Kampfjets, diesmal jedoch nicht als Flugschüler, sondern als Ausbilder. Mit atemberaubenden Flugsequenzen, nostalgischem Charme und modernen Produktionswerten verspricht dieses langerwartete Sequel ein Kinospektakel der besonderen Art. Ob uns das Sequel von Regisseur Joseph Kosinski überzeugen konnte, verrät unsere Filmkritik.

Top Gun Maverick (2022) Trailer

Worum geht’s in „Top Gun Maverick“?

Captain Pete „Maverick“ Mitchell (Tom Cruise) – einst das beste Flieger-Ass der Navy – hat es in all den Jahren nie in die Führungsetagen geschafft. Zu unberechenbar, zu eigensinnig. Stattdessen verdient er seine Sporen als Testpilot des Mach-10-Jets „Darkstar“. Doch als Admiral „Hammer“ Cain (Ed Harris) das Projekt einstampfen will, setzt Maverick zu einem alles entscheidenden Flugmanöver an – mit weitreichenden Konsequenzen: Er wird, dank seines alten Freundes Admiral „Iceman“ Kazanski (Val Kilmer), zurück zur Eliteschule Top Gun beordert.

Top Gun Maverick: Tom Cruise
Tom Cruise plays Capt. Pete „Maverick“ Mitchell in Top Gun

Dort wartet jedoch nicht die nächste Flieger-Mission für ihn selbst, sondern die Ausbildung einer neuen Generation junger Piloten. Diese müssen sich auf einen lebensgefährlichen Angriff auf eine feindliche Uran-Anlage vorbereiten. Unter den Auserwählten: Lt. Bradley „Rooster“ Bradshaw (Miles Teller) – Sohn von Mavericks verstorbenem Wingman Goose. Zwischen den beiden schwelt ein tiefer Konflikt, der die Mission zusätzlich erschwert. Selbstverliebte Hitzköpfe wie „Hangman“ (Glen Powell), die selbstbewusste Pilotin „Phoenix“ (Monica Barbaro) sorgen für viel Ego-Kollisionen in der Luft und am Boden.

Chasing the Angels – ein Visuelles Spektakel in Höchstgeschwindigkeit

Regisseur Joseph Kosinski (F1 mit Brad Pitt als fiktive Rennfahrer Legende) inszeniert Top Gun Maverick wie ein perfektes Zusammenspiel von Hightech-Actionkino und emotionalem Rückspiegel. Die Kameraarbeit – oft direkt in den Cockpits platziert – vermittelt ein Gefühl von Geschwindigkeit, das selbst Zuschauer im Kinosessel nach Luft schnappen lässt. Die Flugsequenzen sind kein Effekt-Feuerwerk aus dem Rechner, sondern größtenteils echte Stunts, geflogen von Navy-Piloten und sogar Tom Cruise selbst.

Top Gun Maverick Jon Hamm
Jon Hamm als Adm. Beau „Cyclone“ Simpson in Top Gun: Maverick

Das verleiht der Action eine physische Intensität, die man so im Blockbuster-Kino der letzten Jahre selten erlebte. Musikalisch setzt der Film auf eine gelungene Mischung aus altbekannten Hymnen wie „Danger Zone“ und neuen Stücken von Lady Gaga und OneRepublic. Harold Faltermeyers „Top Gun Anthem“ sorgt dabei erneut für nostalgische Gänsehaut.

Perfekte Mischung aus Fanservice und Moderne?

Top Gun Maverick macht keinen Hehl daraus, dass er Fans des Originals abholen will – und das gelingt nahezu perfekt. Ob das ikonische Motorradrennen auf der Rollbahn, die Flugszenen bei Sonnenuntergang oder die Neuinterpretation bekannter Musikstücke – hier werden Erinnerungen geweckt, ohne dass der Film zu einer reinen Zitatmaschine verkommt.

Top Gun Maverick
Die junge Fliegerelite stellt sich Pete „Maverick“ Mitchell

Gleichzeitig wagt er aber auch neue emotionale Wege. Die Geschichte um Verantwortung, das Loslassen von Vergangenem und die Weitergabe von Erfahrung an eine neue Generation verleiht dem Film mehr Herz als erwartet. Allerdings bleibt der Plot um die feindliche Uran-Anlage eher zweckmäßig – und in seiner strukturellen Ähnlichkeit zu „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ für Kenner fast humorvoll durchschaubar.

Schauspieler, Chemie und Charakterentwicklung

Tom Cruise verkörpert Maverick mit der gleichen Mischung aus Charme, Draufgängertum und verletzlicher Melancholie wie vor Jahrzehnten – nur gereifter und gezeichnet von den Jahren. Diese Entwicklung macht seine Figur spannend: Ein Mann, der weiß, dass seine Zeit vorbei ist, aber sich weigert, den Himmel aufzugeben.

Top Gun Maverick: Miles Teller als Rooster
MILES TELLER als LT. BRADLEY „ROOSTER“ BRADSHAW, der Sohn des verstorbenen Wingmans „Goose“.

Miles Teller (Fantastic 4) als „Rooster“ verkörpert glaubhaft den inneren Konflikt zwischen Respekt und Groll gegenüber dem Mann, der sowohl für den Tod seines Vaters als auch für seine verzögerte Karriere verantwortlich zu sein scheint. In weiteren Rollen: Glen Powell als Lt. Jake ‚Hangman‘ Seresin, Lewis Pullman (Thunderbolts) als Lt. Robert ‚Bob‘ Floyd, Ed Harris (Riff Raff) als Chester ‚Hammer‘ Cain, wie auch Jennifer Connelly als Penny, die etwas Wärme und Leichtigkeit in den Film bringt.

Schauspieler Val Kilmer und Tom Cruise
Val Kilmer als Iceman und Tom Cruise als Maverick in Top Gun Teil 1

Besonders berührend ist der Auftritt von Val Kilmer als „Iceman“. Aufgrund seiner realen Erkrankung ist die Szene zwischen ihm und Maverick kurz, aber extrem wirkungsvoll – eine stille Hommage an das Original und ein persönlicher Moment zwischen zwei Film-Ikonen.

Die Blu-ray – Bild, Ton & Bonusmaterial

Die Blu-ray von Top Gun Maverick überzeugt mit gestochen scharfem Bild, satten Kontrasten und kräftigen Farben. Lediglich sehr helle Szenen neigen zum leichten Überstrahlen. Tonal bietet die deutsche Dolby-Digital-Spur saubere Dialoge, während die englische Atmos-Spur mehr Räumlichkeit und Druck liefert – besonders bei den Triebwerksstarts ein echter Genuss für Heimkino-Fans.

Als Bonus gibt es spannende Featurettes wie „Neuland betreten“ und „Liebeserklärung an die Luftfahrt“, Musikvideos von Lady Gaga und OneRepublic sowie Einblicke hinter die Kulissen, inklusive Tom Cruises persönlicher P-51 Mustang.

Top Gun: Maverick (2022) Fazit:

Top Gun Maverick: Blu-ray
Top Gun Maverick: Blu-ray
Bewertung: 8.5 / 10 ★

„Top Gun: Maverick“ ist das seltene Beispiel einer Fortsetzung, die nicht nur mit seinem erfolgreichen Vorgänger gleichzieht, diesen sogar teils übertrumpft. Statt eines lahmen Money-Maker Sequels entpuppt sich der Film als leidenschaftlich inszeniertes Actionspektakel mit emotionaler Tiefe. Die Mischung aus atemberaubenden und praktisch umgesetzten Filmsequenzen (seit langem mal kein CGI-Overkill), den charismatischen Darstellern und einer Geschichte über Verantwortung, Schuld und Loslassen machen den Film zu einem echten Highlight.

Sicherlich, die Story hat ihre Schwächen – der finale Einsatz mit seinen Star-Wars-artigen Canyon-Flügen und dem punktgenauen Treffen eines winzigen Ziels kratzt schon ziemlich an der Glaubwürdigkeit. Doch was dem Film an erzählerischer Finesse fehlt, macht er durch Herzblut, technische Brillanz und authentische Emotionen mehr als wett.

Wer schon 1986 mit Kenny Loggins’ „Danger Zone“ im Ohr Gänsehaut bekam, wird sich hier nicht nur wie zu Hause fühlen, sondern positiv von einer modernisierten und  emotionaleren Fortsetzung überrascht werden. Kein 100% perfekter Film, aber einer, der Herz, Nostalgie und Adrenalin in der genau richtigen Mischung serviert.

Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2022 Paramount Pictures – alle Rechte vorbehalten!

marc maurer autoren bild
Marc Maurer

Hallo, ich heiße Marc Maurer – Online-Redakteur, Mediengestalter und IT'ler mit langjähriger Berufserfahrung. Bei Filmen, Serien und Technik-Gadgets schaue ich etwas genauer hin und teile meine Einschätzung mit Euch – ohne Marketing-Gefasel.