Dwayne Johnson als MMA-Legende Mark Kerr
Wie einst Zac Efron als Wrestler Kevin Von Erich in dem Sportdrama The Iron Claw, schlüpft nun auch Dwayne Johnson, in die Rolle einer realen Kampfsport-Ikone: der MMA-Legende Mark Kerr. Benny Safdies Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der nicht nur mit seinen Kontrahenten im Ring, sondern auch mit dem gnadenlosen Erfolgsdruck, privaten Problemen und einer schweren Drogenabhängigkeit zu kämpfen hatte. Ob Johnson in dieser ungewohnt ernsten Charakterrolle überzeugen kann und ob Safdies Filmbiografie emotional wie dramaturgisch zu überzeugen weiß, verraten wir in unserer Filmkritik.
Mark Kerrs Aufstieg und Fall im Film-Check
Worum geht’s
Die Handlung führt uns zurück in die USA der späten 90er-Jahre, als die Ultimate Fighting Championship (UFC) noch in den Kinderschuhen steckte. Ursprünglich als einmaliges Turnier angedacht, um die effizienteste aller Kampfsportarten zu ermitteln, verlangt das Publikum schon bald nach mehr – und bekommt es in Form von Mark Kerr (Dwayne Johnson). Der ehemalige Ringer befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und dominiert seine Gegner nahezu nach Belieben, was ihm den Spitznamen „The Smashing Machine“ einbringt.

Während eines Mixed-Martial-Arts (MMA) Wettkampfs beim japanischen MMA-Veranstalter Pride Fighting Championships wird Kerr nach einem Foul durch Igor Vovchanchyn zu Boden gebracht – ein Moment, der alles verändert. Weder seine Freundin Dawn (Emily Blunt) noch sein bester Freund und Trainingspartner Mark Coleman (Ryan Bader) können ihn aus seiner Abwärtsspirale reißen. Stattdessen greift Kerr zunehmend zu immer stärkeren Schmerzmitteln, um körperliche wie seelische Schmerzen zu betäuben. Doch diese beginnende Sucht fordert einen verdammt hohen Preis!
Zwischen Suchtdrama und emotionalen Twists
Regisseur Benny Safdie wirft in seinem Filmdrama, produziert von Ausnahmestudio A24 (Beau is afraid), einen Blick auf den Ausnahme Sportler Mark Kerr. Der Film zeigt ihn im Jahr 1997 auf seinem Zenit, als die Fans glaubten, ihre „Smashing Machine“ sei unbesiegbar. Dabei beleuchtet der Filmemacher brillant die Kehrseite der Medaille: Kerrs Dominanz im Ring wurde durch eine beginnende Opioid-Abhängigkeit erkauft. Die harten Schmerzmittel betäubten nicht nur seine körperlichen Qualen, sie wurden nach seiner ersten Niederlage zu einem gefährlichen emotionalen Anker.

Den Wendepunkt markiert eine dramatische Nahtoderfahrung, woraufhin sich Kerr selbst in eine Entziehungsklinik einweist. Safdie zeigt den mühsamen Weg zurück, der jedoch neue Probleme mit sich bringt: Um nicht rückfällig zu werden, entwickelt Kerr zwanghafte Kontrollmechanismen, die die Beziehung zu seiner Partnerin Dawn (Emily Blunt) massiv belasten. Interessant ist dabei die Dynamik im Umfeld: Safdie inszeniert Dawn weder als liebende Partnerin noch als klassische Antagonistin, zeigt aber deutlich das Misstrauen von Kerrs engstem Kreis um Mentor Bas Rutten und Freund Mark, die versuchen, ihn von ihrem Einfluss abzuschirmen.
Die Inszenierung: Schmutzig, nah und ungeschönt
Safdies Drama verzichtet auf den typischen Hochglanz-Hollywood-Stil bekannter Biopics wie Bohemian Rhapsody und setzt stattdessen auf einen dokumentarischen Look, der die Zuschauer näher an das Geschehen bringt. Durch den Einsatz von Handkameras und den teils schnellen, harten Schnitten fühlt man sich oft wie ein stiller Beobachter der Szenerie. Diese ungeschönte Ästhetik lässt Kämpfe, Gespräche, Trainingseinheiten und private Momente besonders real wirken – sei es bei den harten Schlägen im Ring oder den emotionalen Auseinandersetzungen zwischen Kerr und Dawn. Ebenso fing Safdie den Look der 90er-Jahre überraschend gut ein.

In diesem fast dokumentarischen Erzählfluss leistet sich der Film jedoch kleine dramaturgische Schnitzer. Ein Beispiel: Nach Kerrs Entlassung aus der Klinik wirkt es für den Zuschauer fast so, als sei das Paar bereits getrennt. Dass Dawn nach etlichen Szenen plötzlich wieder auftaucht, wirkt etwas unrund bzw. holperig. Zum Finale hin zieht Safdie die Dramatik-Schraube massiv an und konfrontiert uns, ausgelöst durch Dawns Selbstmordversuch, mit Kerrs nächstem sportlichem Rückschlag. Der emotionale Abschluss durch den Zeitsprung von 20 Jahren, der statt Johnson den echten Mark Kerr fröhlich beim alltäglichen Einkaufen zeigt, ist schließlich eine hervorragende Idee, um die Geschichte abzurunden und offene Fragen schweigend zu beantworten.
Die Besetzung: Cast & Crew von „The Smashing Machine“
Safdies Hauptdarsteller und ehemaliger Wrestler Dwayne Johnson liefert hier eindeutig die beste Leistung seiner bisherigen Schauspielerkarriere. War „The Rock“ doch bisher eher für generische Blockbuster Rollen wie in Fast and Furious oder Vaiana bekannt. So überzeugt er nicht nur durch eine optische Verwandlung (hierfür verantwortlich das Make-up-Team um Felix Fox, Mia Neal und Kazuhiro Tsuji) sondern vor allem durch sein ungewohnt leises und verletzliches Spiel. Johnson zeigt uns einen Mann, der an seiner sportlichen wie privaten Last und seiner Sucht zu zerbrechen droht. So tauscht er sein ikonisches Dauerlächeln gegen echte Traurigkeit und Tränen, was dem Film eine enorme emotionale Tiefe verleiht.

An seiner Seite agiert Emily Blunt (Mary Poppins’ Rückkehr) als Freundin Dawn Staples, in einem Spannungsfeld zwischen lebensfroher Frau und gepeinigter Partnerin. Dabei ist man sich als Zuschauer jedoch nie ganz sicher, ob man hier eine glückliche oder toxische Beziehung miterlebt. Die Chemie zwischen Johnson und Emily Blunt funktioniert jedoch wunderbar. Das emotionale Rückgrat des Films bilden MMA-Kämpfer Ryan Bader als Mark Coleman, sowie die niederländischen Kämpfer Legende Bas Rutten, der hier Marks Trainer spielt. Besonders authentisch: Als Kerrs Gegner ist der reale Schwergewichts-Champion Oleksandr Usyk als Igor Vovchanchyn zu sehen.

Filmemacher Benny Safdie, der zusammen mit seinem Bruder Josh Safdie bereits Achtungserfolge wie: Der schwarze Diamant (Uncut Gems) oder Good Time feierte, übernahm nicht nur die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch und ist für den Schnitt verantwortlich. Kameramann Maceo Bishop (Jurassic World: Das gefallene Königreich) filmte auf 16 mm-Material, was dem Film eine grobe Textur verleiht und den dokumentarischen Stil unterstreicht.
Wissenswertes und FAQs zu Film & Blu-ray:

Was ist die Ultimate Fighting Championship (UFC) und MMA?
Wofür sind Mark Kerr und Mark Coleman bekannt?
War MMA-Sporter Mark Kerr tatsächlich Drogenabhängig?
Gibt es bereits eine Doku über Kampfsportler Mark Kerr?
Hat „The Smashing Machine“ Preise gewonnen?
Welche weiteren Sportler Filme sind ebenfalls empfehlenswert?
Wie lang ist der Film und welche FSK-Freigabe hat er?
Wie ist die Bild- / Ton-Qualität der Blu-ray und gibt es Extras?
The Smashing Machine (Film 2025) Kritik & Fazit

Benny Safdies Sportdrama glänzt vor allem dadurch, dass sein Werk komplett ohne Glorifizierungen auskommt und er stattdessen auf einen rauen, dokumentarischen Stil setzt. Dabei folgt er Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mark Kerr durch die Jahre von 1997 bis 2000 und zeigt die drastischen Probleme, die sich aus diesem Sport ergeben haben.
Hauptdarsteller Dwayne Johnson spielt Mark Kerr als sanften Riesen, der nicht nur droht, an seiner sportlichen und privaten Last zu zerbrechen, sondern auch an seiner Schmerzmittelsucht zu sterben. An seiner Seite glänzt Emily Blunt als Lebensgefährtin Dawn Staples. Dennoch haben sich ein paar erzählerische Schwächen in die Szenen des Films geschlichen, die den Filmflow etwas stören.
Fazit: So bleibt The Smashing Machine, nicht nur für Fans von „The Rock“, eine überaus ehenswerte Biografie über einen Mann, der sich in der damals noch jungen Sportart Mixed Martial Arts einen Namen machte, dafür aber einen verdammt hohen Preis zahlen musste.
Der Film ist ab dem 16.01.2026 sowohl auf DVD, Blu-ray und UHD im Handel erhältlich!
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray-Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 LEONINE STUDIOS zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!







