Vaiana 2: Gelungene Fortsetzung oder Flop?
2016 avancierte Vaiana Teil 1 zu einem Überraschungshit und spielte in den ersten Tagen mehr als 80 Millionen Dollar ein. 8 Jahre später versucht Disney diesen Erfolg zu wiederholen und schickt ihre Wegfinderin Vaiana (Auli’i Cravalho) und Halbgott Maui (Dwayne Johnson) erneut auf ein großes Abenteuer. Mit dabei ein Haufen neuer Freunde und natürlich auch ein neuer übermächtiger und zorniger Gegenspieler, der Gott Nalo. Ob uns Disneys Fortsetzung ebenso wie der Vorgänger begeistern konnte und was die Blu-ray zu bieten hat, verrät unsere Filmkritik!
Worum geht’s in „Vaiana 2“?
Nachdem Vaiana in ihrem ersten Abenteuer das Meer wieder für ihr Volk befrieden konnte, ist sie sich sicher, dass es noch mehr Menschen da draußen geben muss. Doch ihre Expeditionen blieben bisher ohne Erfolg, bis auf den Fund eines Tonkrug. Auf diesem bemalten Tonkrug findet sie eine Sternenkonstellation, welche ihr einen Weg weist. Doch zwei Fragen stehen im Raum: Was trennt die ozeanischen Völker voneinander und wo ist eigentlich ihr Freund, der Halbgott Maui, abgeblieben?

Während Maui mit einer eigenen ziemlich misslichen Lage zu kämpfen hat, macht sich Vaiana mit einer neuen Crew auf die Reise. Mit dabei Schiffsingenieurin Loto, Gärtnermeister Kele, Moni, das Schwein Pua und das Hühnchen Hei Hei. Ohne es zu ahnen, legt sich Vaiana auf dieser Reise mit dem Sturmgott Nalo an. Und dieser ist nicht gerade amüsiert, dass sie versucht, die geheime Insel Motufetu zu finden, um die Völker Ozeanias wieder zu vereinen.
Neue Figuren statt Story Innovation?
Der Vorgänger dieses Animationsfilms war gerade für viele Erwachsene eine überaus positive Überraschung und das trotz viel Gesang und Kindgerechter Aufbereitung. So geht Disney leider wie so oft bei ihren Fortsetzungen auf Nummer sicher und erzählt eigentlich dieselbe Geschichte mit Upgrades, aber ohne Story-Innovationen. Dafür, dass man neue Charaktere eingeführt hat, bleibt der Plot nach acht Jahren Entwicklungsphase erstaunlich flach.

Wohingegen der Vorgänger noch für einige Überraschungen und große emotionale Momente sorgen konnte. Dafür überzeugt der Familienfilm mit humorvollen, wie auch ein paar dramatischen Szenen. Dafür bekam Vaiana gleich einen ganzen Haufen neuer Sidekicks, sprich eine Crew spendiert, die mit ihr auf große Fahrt geht. Neben dem ängstlichen Schwein Pua und dem grenzdebilen Hühnchen Hei Hei, setzte man auf die Schiffsbauerin Loto (Rose Matafeo), mit einem eventuell winzigen ADHS Problem.

Für die Verpflegung man den grummeligen Gärtner Kele (David Fane) und um das gemalte Logbuch ist Moni, der Maui-Superfan schlechthin, verantwortlich. Natürlich ist auch Dwayne Johnson, als Maui wieder mit dabei. Trotz aller generischen Elemente sorgen die Figuren für lustige Momente, die emotionale Tiefe des Vorgängers erreichen sie jedoch diese Mal nicht.
Die Antagonisten, bitter böse oder doch vertane Chance?
Als Bösewicht versucht man die mysteriöse Matangi (Awhimai Fraser) zu etablieren, die eher enttäuscht und deren Screentime doch ziemlich kurz ausgefallen ist. So bleibt eigentlich nur Sturmgott Nalo (Tofiga Fepulea’i), den man aber ebenfalls erst in einer Post-Credit-Scene zu sehen bekommt. In dieser gibt es auch ein Wiedersehen mit dem einstigen Gegner Tamatoa (Jemaine Clement). Derweil erleben die Kokosnuss-Piraten eine Wandlung und sich einer ihrer Krieger Vaiana anschließt.

Vielleicht lag es daran, dass man die Antagonistin doch nicht so rachsüchtig und hinterlistig darstellt, wie Maui es dem Zuschauer erklärt. Der Obermotz Nalo, wirft zwar mit Stürmen und Blitzen um sich, bleibt jedoch bis zum Schluss unerkannt im Hintergrund, womit er auch keine direkte Bedrohung auslöst. Man könnte anhand der Post-Credit-Scene jedoch vermuten, dass sich die Regisseure David G. Derrick Jr., Dana Ledoux Miller und Jason Hand, diesen Charakter für einen dritten Teil aufsparen wollten, der sich mit dieser Endszene geradezu aufdrängt.
Die Schauspieler und ihre Sprech- / Gesangsrollen
Wie zu erwarten gab es auch wieder einige Lieder in diesem Animations-Musical oder Animationsfilm mit Musical-Anteilen. Gesanglich gibt es wie bei dem Vorgänger keine Klagen und selbst Dwayne Johnson stimmt erneut ein gar wohlklingend Liedchen an. Dennoch wirkten gerade die Lieder zu Beginn etwas arg aufgesetzt, um die Story zu erzählen. Hier hätte man gut und gern auf ein oder gar zwei Liedchen verzichten können. Gegen Ende wirkten die Gesangseinlagen, wie schon im Vorgänger, deutlich runder.
Nachfolgend die Liste der deutschen Synchronsprecher:
- Vaiana – Auliʻi Cravalho – Lina Larissa Strahl (Gesang: Debby van Dooren)
- Maui – Dwayne Johnson – David Mayonga (aka Roger Rekless)
- HeiHei – Alan Tudyk (Drei Gänge und ein Todesfall: Kritik)
- Chief Tui – Temuera Morrison – Thomas Nero Wolff (Gesang: Gerd Meyer)
- Gramma Tala – Rachel House – Angelika Bender
- Sina – Nicole Scherzinger – Maud Ackermann
- Loto – Rose Matafeo – Lea Kalbhenn
- Kele – David Fane (Wellington Paranormal: Kritik) – Mike Carl
- Matangi – Awhimai Fraser – Tatjana Pokorny (Gesang: Caroline von Brünken)
- Moni – Hualalai Chung – Felix Mayer
- Simea (Vianas Schwester) – Khaleesi Lambert-Tsuda – Nika Rensink
- Tamatoa – Jemaine Clement – Tommy Morgenstern
- Tautai Vasa – Gerald Ramsey – Sebastian Winkler
- Nalo – Tofiga Fepulea’i – Stefan Günther
Animation, visuelle Effekte und die Macher hinter Vaiana 2
Die Animationen in Vaiana 2 sind durchweg gelungen. Darunter die Darstellung der ozeanischen Landschaften, das Spiel von Licht und Schatten, Wasser und Refflektionen, erschaffen eine lebendige Welt. Diese wirkt jedoch nicht zu fotorealistisch, wie beispielsweise in „Der Wilde Roboter“. Die Figuren selbst behielten ihren leichten Comic-Look bei, der wunderbar mit den realistischere Szenen harmoniert.

Die Regiearbeit wurde unter David G. Derrick Jr. (Raya und der letzte Drache: Kritik), Jason Hand und Dana Ledoux Miller aufgeteilt. Diese waren teils auch an dem Drehbuch beteiligt, das zudem noch von Jared Bush, Bek Smith und Bryson Chun mit verfasst wurde. Auch wenn es dem Film nicht gänzlich schadet, merkt man der Fortsetzung doch an, dass die Beteiligten noch nie Federführend solch ein Projekt begleiteten.

Die Grammy-Preisträgerinnen Abigail Barlow und Emily Bear, wie auch der Musiklegende Opetaia Foa’i von den Pazifischen Inseln übernahmen das Songwriting.s. Unter Leitung von Komponist Mark Mancina, entstanden solche Songs wie „How Far I’ll Go“, die Ballade „Beyond“ oder auch Mauis Ohrwurm „You’re Welcome“. Dennoch sind wir der Meinung, dass nicht alle Songs zünden oder man evtl. hätte den ein oder anderen einsparen können.
Vaiana 2 (2024) Kritik & Fazit:

In Vaiana 2 kehrt die abenteuerlustige Wegfinderin acht Jahren nach dem erfolgreichen ersten Teil zurück. Nach der Entdeckung eines mysteriösen Tonkrugs mit einer Sternenkonstellation darauf, macht sich Vaiana (Auli’i Cravalho) mit neuen Gefährten auf die Suche nach weiteren ozeanischen Völkern. Während Halbgott Maui (Dwayne Johnson) mit eigenen Problemen kämpft, stellt sich Vaiana mit ihrer Crew – darunter die quirlige Ingenieurin Loto und der grummelige Gärtner Kele – dem zornigen Sturmgott Nalo entgegen. Die Story bleibt dabei leider recht konventionell und erreicht nicht die emotionale Tiefe des Vorgängers.
Visuell kann der Animationsfilm erneut überzeugen und bietet atemberaubende Landschaften und realistische Wasseranimationen, während die Figuren ihren charmanten Comic-Look beibehalten. Die musikalischen Einlagen, komponiert von den Grammy-Preisträgerinnen Abigail Barlow und Emily Bear, wirken anfangs etwas aufgesetzt, entfalten jedoch gegen Ende wieder den typischen Disney Zauber. Die Sprecher schienen ebenfalls wieder mit viel Spaß ihrer Arbeit nachgegangen zu sein. Dies merkt man dem Film auch in jeder Szene an. Neben dem ein oder anderen Gag, bietet der Film dabei aber auch einige nachdenkliche Szenen.
Fazit: Vaiana 2 bleibt zwar etwas hinter dem Vorgänger zurück, dennoch ist es erneut interessant wie sie ihr Erbe ihrer Wegfinder-Vorfahren annimmt und die Völker von Ozeanien, trotz aller Widrigkeiten wieder vereint. Dabei setzt der Film auf bewährte Elemente und bietet kurzweilige Unterhaltung mit humorvollen Momenten, wie auch manch spektakulärer Szene – ein solider Disney Familienfilm für alle Fans der mutigen Wegfinderin.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2025 Disney Deutschland / Leonine Studios – alle Rechte vorbehalten!



