Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 3 – Kritik

Strange New Worlds zum dritten: wenig Licht, viel Schatten!

Mit Star Trek: Strange New Worlds Staffel 3 kehrte 2025 eine der beliebtesten Sci-Fi-Serien auf die Bildschirme zurück. Nachdem die ersten beiden Staffeln die Zuschauer im Sturm erobert hatten, war die Erwartung an die Fortsetzung entsprechend hoch. Endete Staffel 2 doch mit einem fiesen Cliffhanger: ein verheerender Angriff der Gorn, das ungewisse Schicksal von Captain Marie Batel und die Enterprise am Rande der Vernichtung.

Was Paramount als explosives Highlight anpries, entpuppt sich in Staffel 3 jedoch teils als heiße Luft – mit viel Klamauk und Fan-Service, was oft wie ein Lückenfüller wirkt. Besonders Batels unheilvolles Schicksal verpufft letztlich wie ein schlechter Witz. Inwiefern der lange Drehbuchautorenstreik der Serie geschadet hat, ob die Macher das Ruder noch herumreißen konnten und was die nächste Staffel dringend liefern muss, klärt meine Serienkritik.

Die dritte Staffel im Serien-Check

Worum geht es in Strange New Worlds Staffel 3?

Die Handlung setzt unmittelbar am Ende der zweiten Staffel an. Die Starlight-Kolonie ist zerstört, und Pike steht vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder missachtet er seine Befehle und riskiert die Zerstörung der Enterprise, oder er rettet seine Crew und die Überlebenden der Kolonie aus den Fängen der Gorn. Ein Wink des Schicksals entscheidet zugunsten Pikes – fast alle können gerettet werden, nicht ohne den Gorn noch eine Warnung zu hinterlassen.

Zwei Männer mit Rucksäcken in düsterer Dschungelumgebung auf fremden Planeten
Dr. M’Benga (Babs Olusanmokun) und Captain Pike (Anson Mount) treffen auf Pflanzenzombies

Damit lässt man den Plot um die reptilienartigen Aliens erst einmal ruhen und widmet sich abgeschlossenen Episoden, wobei sich Captain Batels Infektion als roter Faden durch die dritte Staffel schlängelt. So muss sich Spock damit abfinden, dass Christine in Dr. Korby einen neuen festen Freund hat. Die Crew der Enterprise trifft bei einer Feier auf einen alten Bekannten aus dem TOS-Universum. Dr. M’Benga sucht auf einem Pflanzen-Zombie-Planeten nach einem Heilmittel und verliert obendrein seinen neuen Junior-Medical-Officer an ein übermächtiges und böses Wesen.

Zwei Schauspieler in Star-Trek-Uniformen lachen auf dem Maschinendeck eines Raumschiffs
Scotty (Martin Quinn) hat noch gut lachen, doch das wird ihm bei Pelia (Carol Kane) schnell vergehen

Sicherheitschefin La’an Noonien-Singh spielt in bester Agatha-Christie-Manier Detektiv und Commander James T. Kirk trifft auf einen Weltenzerstörer. Dokumentarfilmer Beto Ortega stellt in einer Found-Footage-artigen Folge die Frage: Was ist die Sternenflotte – und was stellt sie wirklich dar? Spock muss sich erneut seiner menschliche Seite rechtfertigen, doch dieses Mal sind es die Gen-veränderten Führungsoffiziere der Enterprise, die ihn schneiden. Zuletzt bekommt Captain Pike für einen Moment ein neues Leben auf Zeit geschenkt – und verliert gleichzeitig einen geliebten Menschen.

Die Inszenierung: 10 Episoden gelähmt durch Spocks Nervengriff

Mit der Einführung von Captain Pike in der Schwester-Serie Star Trek Discovery in Staffel 2 und seine unheilvolle Entscheidung, die in einem grauenvolles Schicksal enden soll, boten dem Star Trek-Franchise unzählige Möglichkeiten. Nach zwei zwei äußerst starken Staffeln waren nicht nur meine Erwartungen ziemlich hoch – Um es kurz zumachen: Staffel 3 kann meiner Meinung nach nicht mit der vorigen mithalten. Vielleicht lag es ja auch am Drehbuchautoren-Streik, aber das was hier geboten wurde bestand  überwiegend aus Fan-Service, Wiederholungen, die teils einer Sitcom oder Soap ähnelten – vielleicht trauten sich die verbliebenen Autoren auch schlicht nicht neue Geschichten zu erzählen.

Analyse der Episoden – Achtung Spoiler:

Schauen wir uns mal an was geblieben ist: Spocks Romanze mit Christine endet und es entsteht eine lockere Beziehung mit La’an. Etwas plump gelöst – dafür gibt es in derselben Episode ein erstes Zusammentreffen mit einem Alien-Charakter, den man aus der TOS-Episode „Tödliche Spiele auf Gothos“ als Trelane kennt. Ich muss zugeben: Das wirkte wie ein schöner Gruß an die alte Serie – und ein Wink auf John De Lancies Rolle als übermächtiges Wesen Q, besonders da er in dieser Folge eine Sprechrolle besetzt.

Zwei Schauspieler in Science-Fiction-Kostümen auf einem Raumschiff
Christine Chapel (Jess Bush) und Spock (Ethan Peck) müssen sich aussprechen

Besonders gut gefiel die Episode auf einem Pflanzen-Zombie-Planeten bei dem M’Benga und Pike nach einem verhängnisvollen Heilmittel suchen. Ebenso gut, wenn auch teils cheesy war Kirks zusammentreffen mit einem Planetenzerstörer. Die Joystick-Steuerung in dieser Episode war zwar Klamauk pur, dafür überzeugte Paul Wesley als First Officer James T. Kirk. Ebenfalls interessant die Folge „Was ist die Sternenflotte?“, in der die Föderation mal kritisch hinterfragt wird.

Die Detektiv-Episode „Weltraumabenteuerstunde“ auf dem Holodeck war dagegen nahezu eine 1:1-Kopie jener Next-Generation-Folgen, in denen Data als Sherlock Holmes ermittelten. Fun-Fact: Hier führte Jonathan Frakes (Star Trek Picard: Kritik) Regie aka Commander William Riker aus „The Next Generation“.  Das Zusammentreffen mit Ortrega und einem Gorn erinnert nicht nur stark an die TOS-Folge „Ganz neue Dimensionen„, diese ist sogar als Vorgänger, daran angelehnt.

Mann und Frau in 70er-Jahre-Mode in elegantem Interieur
Die Crew der Enterprise spielt Krimispielchen auf dem Holodeck

Was meiner Meinung nach nicht gut gelungen ist war die Storyline um Pikes Freundin Captain Marie Batel. Diese beginnt zwar richtig stark und dramatisch, endet letztlich jedoch nur mit einem leisen Knall. Der Twist wirkt zu Beginn noch recht spannend, wird aber durch ein ziemlich abruptes Ende völlig verwässert. Dabei bleibt nicht nur Captain Pike, sondern auch die Zuschauer recht ratlos zurück. Irgendwie schlich sich das Gefühl ein, ein Charakter musste recht schnell aus der Serie geschrieben werden. Zudem wirkte das Staffel-Finale wie eine Kopie der Stargate-SG-1-Episode, in der Colonel Jack O’Neill ebenfalls ein fiktives Leben durchlebt.

Strange New Worlds Staffel 3 ist keine ganz schlechte Staffel – aber eine, die ihr eigenes Potenzial zu oft liegen lässt. Ich wurde dabei an die letzte Staffel von Star Trek-Serie Picard erinnert –  die ebenfalls überwiegend aus Fan-Service und Tonnen an Logikfehlern bestand – und letztlich mehr Nostalgie als Substanz lieferte. Als Star Trek Fan hoffe ich, dass die vierte Staffel von Strange New Worlds nicht verheizt wird, sondern sich wieder mehr ihren Anfängen besinnt.

Die Darsteller der Crew sind der rettende Anker

Obwohl Anson Mount (Star Trek Discovery: Kritik) als  Captain Christopher Pike die Führungsposition einnimmt und Teil vieler Episoden ist, wirkt er diesmal mehr wie eine Nebenfigur. So haben Ethan Peck (The Unholy Trinity: Kritik) als Spock, Christina Chong (Doctor Who: Kritik) als La’an Noonien-Singh, Melissa Navia als Lt. Erica Ortegas und selbst Paul Wesley als zukünftiger Captain James T. Kirk mehr Story und Screentime erhalten. Besonders Peck kann einmal mehr als Vulkanier Spock brillieren und gemeinsam mit Wesleys Kirk deutet sich bereits die Freundschaft an, die diese beiden Charaktere in der Zukunft unsterblich machen wird.

Zwei Männer in Star-Trek-Uniformen an Bord eines Raumschiffs
Spock (Ethan Peck) und Kirk (Paul Wesley) lernen sich besser kennen

Dennoch bekommt Anson Mount zusammen mit Babs Olusanmokun (Dune) als Dr. M’Benga in der Folge „Shuttle nach Kenfori“ eine der stärksten Episoden der Staffel. Melanie Scrofano (Ready or Not) als Marie Batel trägt den roten Faden bis zum Staffelfinale, dessen unheilvoller Auslöser indirekt durch Jess Bush als Schwester Christine Chapel gelegt wird.. Rebecca Romijn als Commander Una Chin-Riley und Celia Rose Gooding als Lt. Nyota Uhura tragen die Serie wie gewohnt durch ihre Präsenz.

Frau in rotem Kostüm telefoniert auf futuristischer Raumschiffbrücke
Pelia (Carol Kane) beweist in größter Not, das alte Technik doch noch nützlich sein kann

Highlight der Staffel ist erneut Carol Kane (Der Mondmann: Kritik) als Pelia, die zusammen mit ihrem einstigen Schüler Lieutenant Montgomery Scott – aka Scotty, gespielt von Martin Quinn – für die stärksten Momente der Serie sorgt. Quinns Figur deutet dabei ebenfalls auf die kommende Dynamik mit seinem zukünftigen Captain hin. In weiteren Rollen sind Cillian O’Sullivan als Dr. Roger Korby und Dan Jeannotte als Sam Kirk zu sehen. Besonders spaßig war erneut Patton Oswalt (Weird: Die Al Yankovic Story: Kritik) als der Vulkanier Doug und zudem Chin-Rileys Ex-Mann.

Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ)

Bevor die dritte Staffel über den TV flimmert, sollte man zweite Staffel gesehen haben. Diese bietet nicht nur den Cliffhanger zu Staffel 3, sondern zeigt auch warum die Gorn so gefährlich sind und wie sie agieren. 

Auch wenn vieles Geschmackssache ist, bieten die 4 Episoden: Folge 1 – Hegemonie Teil 2, Folge 3 – Shuttle nach Kenfori, Folge 6 – Der Sehlat, der sich in den Schwanz biss und Folge 7 – Was ist die Sternenflotte? – den größten Unterhaltungswert.  

Ja, es gibt eine kurze Anspielung auf Discovery, bei der Pike erwähnt dass diese Info unter Verschluss steht. Dafür gibt es wesentlich mehr Verweise auf Star Trek TOS (Die Original Serie) wie auch zu Star Trek The Next Generation. Eine direkte Verbindung zur neusten Spin-off Serie Starfleet Academy gab es nicht. 

Ja, es wurde sowohl eine Staffel 4 als auch eine fünfte Staffel bestätigt. Wobei bereits gemunkelt wird, dass Staffel 5 wohl das Serien Finale darstellen soll. 

Laut ersten Informationen soll in der fünften Staffel Punisher Darsteller Thomas Jane die Rolle von Dr. McCoy / Bones (in Deutschland auch als Pille bekannt) übernehmen. Zudem soll Kairi Murakami als Hikaru Sulu in Erscheinung treten, ob als neuer Steuermann oder Sicherheits-Offizier ist noch nicht bekannt.

Die Serie hat eine Laufzeit von rund 520 Minuten und bietet 10 Episoden mit je rund 50 Minuten Laufzeit. Star Trek Strange New Worlds hat eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Enthaltenes Bonusmaterial:

  • Neue Welten entdecken
  • Persönliches Logbuch
  • Virtuelle Visionäre
  • VFX-Flüge
  • Gag Reel
  • Erweiterte Szenen und entfallene Szenen 

Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 3 (2025) – Mein Fazit:

Star Trek Strange New Worlds Staffel Drei Blu-ray Cover
Star Trek: Strange New Worlds – Staffel 3: Blu-ray
Wertung: 6,5 / 10 ★

Obwohl die dritte Staffel noch einiges an Unterhaltung zu bieten hatte, war sie dennoch die bisher schwächste Staffel Das mag dem Streik der Drehbuchautoren in Hollywood geschuldet sein – dennoch wirken manche Episoden wie flache Lückenfüller oder gar Kopien anderer Serien. Es gibt kaum Erkundungen neuer Welten, dafür mehr Drama und cheesy Momente – vom ausufernden TOS- und TNG-Fan-Service ganz zu schweigen.

Dabei bewies Staffel 2, dass auch unkonventionelle Episoden funktionieren können: Die wunderbare Anspielung auf die animierte New Trek Franchise Serie Star Trek: Lower Decks in „Tierisch olle Sternenreisende“ war ein Highlight, und selbst die Musical-Episode „Subraum-Rhapsodie“ – auf die ich persönlich hätte zwar verzichten können – besaß ihren Charme. Entscheidend war jedoch, dass die restlichen Folgen überzeugten und die Staffel mit einem wirklich starken Cliffhanger endete, was dieses Mal fehlt.

Der Twist um Batel hielt die Spannung bis zur Mitte der Staffel hoch, doch das Finale wirkt dann recht verwirrend und arg konstruiert. Positiv überrascht war ich von der teils unerwarteten Härte der der dritten Staffel, hier trauten sich die Macher mal mehr zu als sonst. Unterm Strich bleibt eine gute Staffel – die im Vergleich zu den vorherigen Staffeln jedoch nachgelassen hat. Strange New Worlds hat das Zeug zu mehr – daher muss Staffel 4 jetzt liefern. Wobei ich bei der angekündigten Muppet-Episode, schon mit Bauchschmerzen zu kämpfen habe.

Hinweis: Das Rezensionsexemplar der Blu-ray wurde uns freundlicherweise von Paramount Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 Rechteinhaber – Alle Rechte vorbehalten!