Wenn aus dem Pool der pure Horror entsteigt!
„Night Swim“ (2024) ist ein Horrorfilm von Blumhouse, der eine schwer gebeutelte Familie und ihren unheilvollen Swimmingpool in den Mittelpunkt stellt. Nachdem der ehemalige Baseballstar Ray Waller (Wyatt Russell) durch eine Multiple-Sklerose-Diagnose gezwungen ist, seine Karriere zu beenden, sucht die Familie in einem neuen Haus mit Pool einen Neuanfang. Doch schon bald wird der Pool zur „Quelle“ gruseliger Ereignisse. Ob der Film die Erwartungen erfüllt, erfährst du in unserer detaillierten Rezension, wie auch einem Blick auf die Blu-ray.
Die Handlung: „Night Swim“
Der ehemalige MLB-Baseballstar und Vater Ray Waller hat es eiskalt erwischt, machte ihm eine Multiple-Sklerose Diagnose seine Karriere postwendend zunichte. Ein schwerer Schicksalsschlag für die ganze Familie, die nun nach einem Neuanfang sucht. So finden Ray, seine Frau Eve und die Kinder Elliot und Izzy ein Haus mit Pool. Einerseits ein langer Traum, andererseits vielleicht hilfreich für Rays Behandlung.

Und tatsächlich, die Stimmung hebt sich, haben doch alle Spaß an diesem Swimmingpool. Bis Eve eines Abends merkwürdige Schatten um den Pool entdeckt. Während ihr das Ganze nicht geheuer ist, scheint sich Rays Gesundheitszustand durch die Gymnastikübungen im Pool buchstäblich von Tag zu Tag zu verbessern. Doch Eve bleibt skeptisch und während es Ray immer besser geht, machen auch Elliot und Izzy gruselige Erfahrungen. Elliot entdeckt beispielsweise, die schemenhafte Erscheinung eines Mädchens in der Absauganlage, welches versucht ihn versucht hineinzuziehen.

Während sich unter Izzy bei einem nächtlichen Schwimmen mit ihrem Freund ein Abgrund im Pool auftut. Ebenso kommt es während einer Poolparty zu einem grauenvollen Unfall, der den Nachbarsjungen fast das Leben kostet. Eve wird bewusst, dass in dem Pool etwas Böses lebt und sie unbedingt hier wegmüssen. Ray wehrt sich zwar gegen die Entscheidung, steigt dennoch ins Auto ein. In diesem Augenblick verschlechtert sich sein Zustand zusehends. Nun ist eines klar: der Pool wird Ray nicht mehr lebendig gehen lassen:
Geht der Horror in „Night Swim“ baden?
Vorwort: Wenn es nach einigen Kritiken geht: Ja. Der Film zwar nicht der neue Horror-Hit des Jahres, aber auch nicht sooo schlecht, wie er in einigen Reviews gemacht wird. Einer der Kritikpunkte bezieht sich auf die Idee eines „mörderischen Pools„. Dies sei doch völlig an den Haaren herbeigezogen. Womit man gleich die Gegenfrage stellen darf: Sind nicht alle „Horrorfilme“ an den Haaren herbeigezogen? Der Film liefert leichte Einsteiger Horror Kost, eine generische Story etwas Gänsehaut, ein paar Jumpscares und schön gruselige Kameraperspektiven mit gut gewählten Licht und Schatten Einstellungen. Eine Erklärung, was dahintersteckt gibt es obendrein. Das ist schon mehr, als manch anderer Genre-Vertreter von sich behaupten kann.

Nun aber zurück zu unserer Kritik. Wie erwähnt, sehen auch wir in „Night Swim“ nicht den neuen Stern am Schocker-Himmel. Was nicht zuletzt an der generischen Story liegt. Vergreift sich das „Böse“ doch meistens an den Kranken und / oder Schwachen. Denken wir nur an Stephen Kings „Christine“ aus dem Jahr 1983 zurück, in dem ein Auto aus einem Looser, einen supercoolen überheblichen Typen macht. „Night Swim“ beginnt dabei mit einer Rückblende, die zeigt, wie ein kleines Mädchen in einem Pool unter mysteriösen Umständen ertrinkt. Ebenso kann die spätere Szene mit Elliot und dem Mädchen in der Absauganlage ihre Herkunft nicht verleugnen. Sahen wir dies doch schon in Stephen Kings „ES“ und dem Abflussschacht.

Nach diesen Ereignissen lernen wir die schwer gebeutelte Familie Waller in der Gegenwart kennen. Diese zieht mit krankem Vater in das Haus mit besagten Pool. Sein Gesundheitszustand scheint sich während seiner Übungen im Pool von Tag zu Tag zu verbessern. Während sich unheimliche und unerklärliche Ereignisse Häufen. Bis die Ehefrau der Sache auf den Grund geht und auch hinter das Geheimnis des ertrunkenen Mädchens, wie auch des Pools kommt. Womit es für die Familie nur noch darum geht, heil aus dieser Geschichte herauszukommen. Kleiner Fun-Fact: Der Film basiert auf einem Kurzfilm aus dem Jahr 2014, ebenfalls von Bryce McGuire.

Obgleich dieses generischen Plots, waren wir der Meinung, dass der Film dennoch recht unterhaltsam ausgefallen ist. Die Story ist eingängig, das Gruseln baut sich allmählich auf und wurde mit ein paar netten Jumpscares bestückt. Die Schockeffekte, samt Kameraeinstellungen und Belichtung sahen durchweg gelungen aus, hatte man doch das Gefühl das Böse würde in jedem Schatten lauern. Ebenspo konnte die darstellerische Leistung überzeugen. Nachteilig dagegen war die gefühlt erzwungene Auflösung, was hinter, genauer gesagt unter dem Pool steckt. So hatte man das Gefühl, dass am Filmset noch schnell entschieden wurde, eine Erklärung für all das mysteriöse nachliefern zu müssen. Eine Unsitte, die sich die letzten Jahre einschlich, als würde man dem Zuschauer keine eigene Fantasie mehr zu trauen.
Die Darsteller
Wyatt Russell (Thunderbolts: Review), bekannt aus „Operation Overlord“ und der Marvel Mini-Serie „The Falcon and the Wintersoldier“ übernahm die Rolle des an Multiple-Sklerose erkrankten Vaters Ray, der aufgrund seiner Krankheit seine Baseballkarriere an den Nagel hängen musste. Im zur Seite steht Kerry Condon (Saints & Sinners: Review) als Ehefrau Eve, die man bereits in „Better Call Saul“ und zuletzt in dem Oscar nomminierten „The Banshees of Inisherin“ sah.
Deren Filmkinder werden von Amélie Hoeferle (Die Tribute von Panem: The Ballad of Songbirds & Snakes: Review) als Tochter Izzy und Gavin Warren als Sohn Elliot verkörpert. In den Nebenrollen sind zu sehen: Nancy Lenehan als Immobilien Marklerin Kay, die nicht ganz mit offenen Karten spielt. Jodi Long (The Blacklist: Review) spielt Rebeccas Mutter Lucy Summers und Ayazhan Dalabayeva spielt deren Tochter. Eddie Martinez ist als Coach E. zu sehen, u. v. m.
Die Filmemacher
Regie von Bryce McGuire, Drehbuch Bryce McGuire und Rod Blackhurst, Produktion: Blumhouse mit den Produzenten Jason Blum und James Wan, für die Action war Stunt Coordinator Mark Rayner am Werk, Mark Korven zeichnet für die gruselige musikalische Untermalung verantwortlich.
Night Swim (2023) Kritik & Fazit:

Wertung: 5,5 / 10
„Night Swim“ (2024) von Blumhouse präsentiert die Geschichte der Familie Waller, die nach einem tragischen Schicksalsschlag in ein Haus mit einem mysteriösen Pool zieht, der sowohl Heilung bringt, als auch unheimliche Ereignisse birgt. Wyatt Russell überzeugt als Ray Waller, dessen schauspielerische Leistung zusammen mit den visuell ansprechenden Szenen und einer spannenden Inszenierung zu gefallen weiß. Trotz einer generischen Story und der merkwürdigen Prämisse eines ambivalenten Pools bietet der Film in 99 Minuten solide Unterhaltung für Grusel-Fans, garniert mit ein paar netten Schockmomenten und einer düsteren Atmosphäre.
Insgesamt bietet der Film einen angenehmen Mix aus Horror und Mysterium, der jedoch mehr für Horrorfilm Einsteiger gedacht ist, der Hardcore Fan wird dementsprechend etwas enttäuscht sein. Nachteilig wirkt die gen Ende hin gehetzte Auflösung / Showdown, was jedoch durch ein konsequentes Ende wieder etwas ausgeglichen wird. Das Schauspiel ist wiederum durchweg überzeugend, ebenso wie das visuelle nächtliche Setting, welches leichte Gänsehaut aufkommen lässt. Denn das Böse lauert überall, selbst in einem Pool. Letztlich bleibt ein solider Grusler, der dem Genre zwar nichts wirklich Neues beisteuert, dafür aber unterhaltsam bleibt.
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © Universal Pictures – alle Rechte vorbehalten.



