Zemeckis neuer Film: Meisterwerk oder Totalausfall?
„Here“ von Regisseur Robert Zemeckis, vereint erneut Tom Hanks und Robin Wright und schlägt ernste wie auch dramatische Töne an. Der Film basiert auf Richard McGuires Graphic Novel und folgt mehreren Familien Generationen durch die Jahrzehnte. All dies aus nur einer einzigen fixen Kameraperspektive in Haus, bzw. dessen Wohnzimmer welches zum stillen Zeugen menschlicher Schicksale und dramatischer Wendungen wird. Dafür musste der bereits 68-jährige Tom Hanks mittels digitaler Technik verjüngt werden, was überraschend und täuschend gut gelang. Ob Zemeckis Film erneut ein Meisterwerk erschaffen hat oder dieser doch nur durchschnittlich ausfiel, verrät unsere Filmkritik!
Worum geht’s in dem Film „Here“?
„Here“ beginnt bereits in der Urzeit als Dinosaurier noch die Erde beherrschten und arbeitet sich durch die Eiszeit, die ersten Urwälder, zeigt ein Indianer Pärchen, landet in der Zeit von Benjamin Franklin (17. Jahrhundert) und stoppt 1902 während der Bauarbeiten zu besagten Haus. Von diesem aus blicken wir auf das Leben von mehreren Familien Generationen die durchs fixen Bild huschen. So lernen wir bspw. die Beekmans oder auch die Familie Harris kennen, folgen jedoch überwiegend der Familie Young.

So werden wir Zeuge welche Entwicklungen, Ereignisse und dramatischen Wendungen rund um Vater Al (Paul Bettany), Mutter Rose (Kelly Reilly), deren Kinder und Kindeskinder geschehen. Angefangen vom Hauskauf, der Geburt von Sohn Richard (Tom Hanks) und seiner Geschwister, ebenso wie Richard seine zukünftige Frau Margaret (Robin Wright) kennenlernt. So viele Personen und Generationen unter einem Dach sorgen für ein turbulentes Leben voller Hochs wie auch Tiefs und selbst der Tod ist nur ein Augenblick entfernt.
Was ist das Besondere an der Inszenierung von „Here“?
Robert Zemeckis erzählt, basierend auf der Graphic Novel von Richard McGuire, die Jahrhunderte überdauernde Geschichte eines Hauses. Die Herausforderung: die komplette Geschichte spielt sich nur von einem fixen Kamerawinkel in einemm Haus ab. Von diesem starren Blickwinkel aus wandert der Filmemacher von Urzeiten, durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart.

So wird der Zuschauer Zaungast in diesem Raum, wo er alles hautnah mitverfolgt. Einzig ein großes Panoramafenster gibt einen kleinen Blick auf die Geschehnisse außerhalb des Raums frei. Dieser gewählte Stil ist auch das Pro & Contra des Films. So interessant dies in der ersten Hälfte des Films auch ist, so wirkt der Film im Verlauf etwas monoton und das trotz aller folgender Geschehnisse.

Hierzu nutzte der Filmemacher wieder jegliche Innovationen der Filmtechnik. Die er wie kein Zweiter, außer vielleicht James Cameron (The Abyss: Review), einzusetzen weiß. Womit CGI eine große Rolle im Film spielt, auch wenn kein Superheld durchs Bild fliegt. Dafür jedoch der Meteorit der die Dinosaurier auslöscht, die Eiszeit einleitet und den Zuschauer bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bringt. Doch anstatt die Geschichten linear zu erzählen, springt der Filmemacher wild durch die Jahrhunderte.

Durch diese sagen wir m mal „Hüpferei“ und die ziemlich vielen Plots fällt es schwer, eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Trotz dass der Film viele dramatische Momente bietet. Die kleinen Plots um Benjamin Franklin, Pauline und John, Leo und Stella oder die Familie Harris‘, lockern die Geschichte zwar auf, bieten aber genau genommen keinen Mehrwert. Dabei kann der Zuschauer schon früh erahnen wohin die Reise führt, was den Film jedoch nicht uninteressant werden lässt.
Welche Geschichten erzählen die Figuren in „Here“?
Eine der ersten Geschichten ist die eines indigenes Pärchens die Eltern werden, die ersten Bewohner des Hauses im Jahr 1902 sind Pauline und ihr Mann John, ein begeisterter Aeronaut (veraltet für Flieger /Luftfahrt). Rund 20 Jahre später bewohnen Stella und Leo Beekman das Haus. Sie Hausfrau und Pin-Up-Girl und bei Ihm erleben wir die Erfindung des Relax-Sessels. Nach diesen übernehmen Kriegsveteran Al Young (Paul Bettany) und seine Frau Rose (Kelly Reilly) das Haus.

In diesem wird Sohn Richard (Tom Hanks) geboren und wächst zu einem jungen Mann mit vielen kreativen Träumen heran. So werden wir Zeuge wie Richard Margaret kennenlernt, sich verliebt, eine Familie gründet und seine Träume gegen ein festen Job eintauscht. Somit leben alle unter einem Dach, was eines Tages zu zu etlichen dramatischen Wendungen führt. Die letzten Bewohner die wir zusehen bekommen ist die Familie Harris, die jedoch nichts relevantes zur Geschichte beiträgt.
Der Cast und die Crew aus „Here“
Tom Hanks (Ein Mann namens Otto: Review) übernahm die Rolle von Richard während Robin Wright dessen geliebte Margaret spielt. Paul Bettany (einigen eventuell noch Albino Silas (The Da Vinci Code – wo erstmals mit Hanks einem Film zu sehen war) oder als Vision aus den Marvel Filmen bekannt) verkörpert sehr überzeugend Vater Al Young. Seine Frau Rose Young wird Kelly Reilly (Yellowstone) gespielt, deren Darstellung sehr zurückhaltend wirkt. Dank visueller Effekte und digitalen Make-Up durchleben die Darsteller so ein ganzes Leben in rund 100 Minuten.

In weiteren Rollen: Michelle Dockery (Boy Kills World: Review) als Pauline, Gwilym Lee als John. David Fynn spielt Leo Beekman, Ophelia Lovibond (What if…?) ist Stella Beekman. Nicholas Pinnock spielt den Familienvater Devon Harris, Nikki Amuka-Bird als Ehefrau Helen und Cache Vanderpuye als Sohn Justin. Das Ureinwohner Pärchen wird von Dannie McCallum und Joel Oulette (Avatar – Herr der Elemente) verkörpert. Keith Bartlett (The Devil’s Light: Review) spielt Benjamin Franklin, dessen Ehefrau Elizabeth wird wiederum von Zemeckis Ehefrau, Leslie Zemeckis gespielt
Robert Zemeckis & Tom Hanks wieder vereint

„Here“ von Robert Zemeckis ist bereits die fünfte Zusammenarbeit zwischen ihm und Tom Hanks (Asteroid City: Review). Erstmals kamen die beiden für den Oscar Gewinner des Jahres 1994 „Forrest Gump“ zusammen, wo Hanks und Wright das erste mal gemeinsam zu sehen waren. Danach folgte „Cast Away“ im Jahr 2000, 2004 kam „Der Polarexpress“ und 2022 folgte die Disney Realverfilmung von „Pinocchio“ mit Hanks als Geppetto.
Wer ist in „Here“ für Regie, Drehbuch und Musik verantwortlich?

Die Filmemacher: Robert Zemeckis ist nicht nur für die Regie verantwortlich. Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Richard McGuire schrieb Zemeckis gemeinsam mit Eric Roth das Drehbuch. Für die Musik zeichnet Zemeckis Haus- und Hof Komponist, der wunderbare Alan Silvestri (The Abyss: Review) verantwortlich.
Infos zur Blu-ray:
Die Blu-ray des Films „Here“ bietet bis auf Trailer leider keinerlei Extras! Die Laufzeit des Films beträgt 104 Minuten, der Film erhielt eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren.
HERE (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 6 / 10
Der Film von Robert Zemeckis präsentiert sich als technisch beeindruckendes Zeitreise-Drama, das durch seine innovative Erzählweise und Einsatz modernster Filmtechnik besticht. Die Chemie, der wiedervereinten Darsteller Tom Hanks und Robin Wright als Richard und Margaret, ist ebenso überzeugend, wie deren digitale Verjüngung. Besonders die erste Hälfte des Films fasziniert durch die ungewöhnliche, auf einen Raum beschränkte und fixe Kameraperspektive. Ebenso wie die geschickte Verwendung verschiedener Zeitebenen, in denen ein Haus zum stillen Zeitzeugen unterschiedlicher Familiengeschichten wird.
Obwohl die Idee einer überwiegend fixen Kameraperspektive nicht neu ist (siehe Alfred Hitchcocks (Über den Dächern von Nizza: Review) „Ein Cocktail für eine Leiche„), kann „Here“ als Hybrid aus Zeitreise und verschiedenen Familiensagen durchaus unterhalten. Was jedoch als kreativer Geniestreich beginnt, wirkt im letzten Drittel etwas zu monoton und die Geschichte um Familie Young ist recht vorhersehbar. Dazu stören Zeitsprünge etwas den Erzählfluss und einige Nebenfiguren bieten keinen Mehrwert.
Fazit: ‚Here‘ ist ein ambitioniertes Zeitreise-Drama, das durch seine ungewöhnliche Perspektive und technische Raffinesse besticht. Während Zemeckis erneut zeigt, wie Filmtechnik und Storytelling faszinierend kombiniert werden können, erreicht der Film nicht die emotionale Tiefe von ‚Forrest Gump‚ oder gar die Dramatik von ‚Cast Away‚. Für Fans von Zemeckis und Hanks, sowie innovativem Storytelling ist der Film jedoch allemal einen Blick wert.
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