Plaion Pictures bringt uns die Kino-Synchro zurück!
Wenn durch Geld, Gier und Geiz ein Hochhaus zur Todesfalle wird. Dies zeigt Regisseur John Gillerman in Flammendes Inferno, welcher neben Die Höllenfahrt der Poseidon und Erdbeben zu den ganz großen Vertretern des Katastrophenfilms der 1970er Jahre gehört. Dabei macht nicht nur das dramatisch spektakuläre Szenario den Film zum Klassiker – mit Steve McQueen und Paul Newman standen zudem zwei der größten Stars ihrer Zeit gemeinsam vor der Kamera.

Fans konnten bereits 2009 zur Blu-ray-Veröffentlichung greifen, die zwar mit einem ordentlichen Bild punktet, jedoch durch eine neu angefertigte Synchronisation für reichlich Unmut sorgte. Plaion Pictures hat sich dieses Problems angenommen und veröffentlicht den Film nun im Steelbook – erstmalig mit Kino-Synchronfassung auf Blu-ray, so wie einer üppigen Portion an Bonusmaterial. Wie diese Edition ausgefallen ist und ob sie sich nun endgültig als Pflichtkauf für Sammler empfiehlt, klärt mein ausführliches Review samt Filmkritik.
Steve McQueen und Paul Newman in „Flammendes Inferno“ im Filmcheck
Worum geht’s
Bauherr Jim Duncan (William Holden) steht vor seinem größten Triumph: der Einweihung des höchsten Wolkenkratzers der Welt mit 135 Stockwerken – dem höchsten und modernsten Bau in ganz San Francisco. Doch kurz vor der großen Eröffnungsparty kommt es zu merkwürdigen Kurzschlüssen, die den Architekt des Gebäudes Doug Roberts (Paul Newman) aufhorchen lassen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, hat er in der Planung doch sämtliche Sicherheitsvorschriften sogar mehrfach übertroffen. Während sich der Partyraum im höchsten Stockwerk mit geladener Prominenz füllt, droht im Lagerraum des 81. Stockwerks ein Feuer auszubrechen.

Als die Feuerwehr unter der Leitung von Chief O’Hallorhan (Steve McQueen) anrückt, keimt in Doug ein schlimmer Verdacht: Duncans Schwiegersohn Roger Simmons (Richard Chamberlain) könnte beim Bau deutlich günstigere Materialien genutzt haben, die den Brand noch begünstigen. Während das Feuer außer Kontrolle gerät, beginnt sich die Feuersbrunst unaufhaltsam einen Weg zu der Feier im 135 Stockwerk zu bahnen. Womit für den Chef der Feuerwehr Michael O’Hallorhan ein gnadenloser Kampf gegen die Flammen beginnt.
Die Inszenierung eines infernalischen Feuers
Mit „Flammendes Inferno“ (1974), im Original The Towering Inferno, schufen Regisseur John Guillermin (Tod auf dem Nil) und Produzent Irwin Allen einen mitreißenden Katastrophenfilm der 1970er Jahre, basierend auf den Romanen „The Tower“ und „The Glass Inferno“. Nicht umsonst gilt dieser als einer Meilensteine des Katastrophenfilms, glänzt dieser doch mit etlichen Schauwerten bzg. Besetzung und Dramaturgie. Die Spezial Effekte und Modellbauten, wirkten damals sogar so realistisch, dass Zuschauer tatsächlich fragten, wo dieses Gebäude denn stehe. Dazu setzten Guillermin und Allen obendrein auf die Formel des All-Star-Casts und engagierten für Ihr Projekt, zwei Hollywood-Giganten ihrer Zeit: Steve McQueen und Paul Newman.

Trotz seiner Laufzeit von rund 165 Minuten hielten sich die Filmemacher nicht mit langem Vorgeplänkel oder ausufernden Figureneinführungen auf, sondern konfrontierten den Zuschauer bereits zu Beginn mit einem vermeintlich harmlosen Kurzschluss mit weitreichenden Folgen. Zunächst werden Figuren wie der Trickbetrüger Harley Claiborne (Fred Astaire), der verantwortliche Architekt Doug Roberts (Paul Newman) und dessen Freundin Susan Franklin (Faye Dunaway) eingeführt. Die schrittweise Einführung weiterer Charaktere gelingt John Guillermin bemerkenswert gut: Der Zuschauer wird weder von der Vielzahl an Figuren überfordert, noch fehlt ausreichend Zeit, um eine emotionale Bindung zu ihnen und ihren Schicksalen aufzubauen.
Neben den zahlreichen Charakteren ist der katastrophale Großbrand der zweite Hauptakteur des Films. Das infernalische Feuer breitet sich auch aus und zieht eine dramatische Schneise durch das Leben aller Beteiligten. Guillermin opfert bereits früh einige bekannte Gesichter und erhöht damit spürbar die Fallhöhe. Das Special-Effects-Team leistete dabei beeindruckende Arbeit beim Set-Building, sodass der Wolkenkratzer für viele Zuschauer damals nicht als Modell erkennbar war. Die hochauflösende Blu-ray-Technik verrät zwar heute gelegentlich das „Geheimnis“ dieses Hochhauses, doch wird dies durch die spannungsreiche Dramaturgie, die Darsteller und eine waghalsige Stunt Crew mehr als ausgeglichen, die sich gefühlt minutenlang brennend durch das Flammenmeer bewegt.

Trotz der insgesamt spannenden Unterhaltung ist der Film nicht frei von Makeln, die jedoch klar ihrer Entstehungszeit geschuldet sind. Vereinzelt haben sich unnötige Längen eingeschlichen. Das Schauspiel ist überwiegend ohne Fehler und Tadel, wirkt in einigen Momenten jedoch antiquiert – etwa durch vereinzelte Overacting-Szenen oder etwas konstruiert anmutende dramaturgische Wendungen. Auch die mitunter unbeholfen wirkenden Rettungsversuche könnten bei heutigen Zuschauern für Stirnrunzeln sorgen. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Möglichkeiten der Rettungskräfte zur damaligen Zeit stark limitiert waren. Trotzdem wirkt etwa die Rettung mithilfe eines Metallstuhls mit Bauchgurt, der an einem zwischen zwei Hochhäusern gespannten Hanfseil hängt, aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch.
Die geheime Formel des All-Star-Casts
Schon damals wie heute setzte man bei großen Blockbustern auf die Erfolgsformel eines All-Star-Casts, bei dem die größten Stars ihrer Zeit zusammenkamen. So standen in Flammendes Inferno, neben einigen bekannten Namen, auch die Hollywood-Legenden Newman und McQueen erstmals gemeinsam vor der Kamera. Bereits elf Jahre zuvor hatte Steve McQueen in dem All-Star-Film Gesprengte Ketten brilliert, in dem er gemeinsam mit Sir Richard Attenborough, James Garner, Charles Bronson, James Coburn u.v.m. zu sehen war.
Die perfekte Besetzung: Paul Newman und Steve McQueen
Paul Newman (Der Clou) verkörpert Doug Roberts, einen Architekten, der alles daran setzt, die Menschenleben zu schützen, die seine Auftraggeber aus Gier und Geiz leichtfertig riskieren. Ihm zur Seite steht Faye Dunaway (Supergirl) als Dougs Freundin Susan Franklin. William Holden (Die Brücke am Kwai) spielt Dougs Auftraggeber und Baulöwen Jim Duncan. Richard Chamberlain (Shogun) spielt dessen Schwiegersohn Simmons, der nicht nur für die Materialbeschaffung, sondern auch für den Pfusch am verantwortlich war. Dabei erlebt man Chamberlain in seiner wohl jemals skrupellosesten Rolle überhaupt.
Der durch seine Tanz- und Musicalfilme bekannte Entertainer Fred Astaire, ist in der Rolle des erfolglosen Trickbetrügers Harlee Claiborne zu sehen. Dieser will die Chance nutzen, der reichen Witwe Lisolette, gespielt von Jennifer Jones, ein paar wertlose Anleihen zu verkaufen. Steve McQueen übernahm die Rolle des Feuerwehrchefs Chief Michael O’Hallorhan, der nicht nur auf Biegen und Brechen versucht das Feuer unter Kontrolle zu halten, sondern wie Doug Roberts, so viele Menschenleben wie möglich zu retten.
In weiteren Rollen zu sehen sind: Susan Blakely als Patty, O.J. Simpson (Die nackte Kanone) als Sicherheitschef Jernigan, Robert Vaughn (Die glorreichen Sieben) als Senator Parker, Robert Wagner (Austin Powers) als Dan Bigelow, Susan Flannery als Lorrie, Norman Burton (James Bond: Diamantenfieber) als Giddings, Jack Collins (Lou Grant) als Mayor Ramsay, Don Gordon (Columbo) als Kappy, Sheila Allen (Die Höllenfahrt der Poseidon) als Paula Ramsay, Felton Perry als Scott, sowie Gregory Sierra (Miami Vice) als Carlos u.v.m.
Die Crew hinter „Flammendes Inferno“
Unter der Regie von John Guillermin (Tod auf dem Nil – 1978) entstand bei 20th Century Fox Studios & Warner Bros. ein Klassiker des Katastrophenfilms, der nicht nur im Jahr 1974 in den Kinos überzeugte, sondern auch heute noch Kultstatus genießt. Irwin Allen (Unternehmen Feuergürtel – 1961) übernahm die Produktion. Das Drehbuch stammt von Stirling Silliphant (In der Hitze der Nacht – 1967), Richard Martin Stern, Thomas N. Scortia und Frank M. Robinson. Für die Musik wurde der großartige John Williams (Star Wars) verpflichtet, während Fred J. Koenekamp (Doc Savage der Mann aus Bronze – 1975) hinter der Kamera Platz nahm. Für den Schnitt zeichnen Harold F. Kress und Carl Kress verantwortlich, das Szenenbild stammt von William J. Creber (Planet der Affen)
Wissenswertes und Fragen zu Film & Blu-ray (FAQ):
Welche Auszeichnungen hat „Flammendes Inferno“ erhalten?
Was hat es mit der Kino- und der Neu-Synchronisation auf sich?
Was bietet das Steelbook von „Flammendes Inferno“?
Welche ähnlichen Katastrophenfilme gibt es noch?
Flammendes Inferno (Film 1974) Kritik & Fazit:

Mit ihrem Blockbuster schufen Regisseur John Guillermin und Produzent Irwin Allen einen der prägendsten Katastrophenfilme der 1970er Jahre. Der Film lässt im höchsten Wolkenkratzer der Welt einen vermeintlich harmlosen Brand eskalieren, dabei spart der Film nicht an Gesellschaftskritik wie Geldgier, Pfusch am Bau und moralischer Verantwortungslosigkeit. Getragen wird das Geschehen von Paul Newman als Architek Doug Roberts und Steve McQueen als Feuerwehrchef O’Hallorhan, die für die nötige Glaubwürdigkeit und emotionale Tiefe sorgen. Grandios unterstützt wird das Geschehen durch die spektakulären Spezialeffekte und realistisch anmutenden Modellbauten.
Für Spannung sorgt das Zusammenspiel seiner Figuren und der ständigen Unsicherheit darüber, wer dieses Inferno überleben wird. Kleinere Schwächen wie vereinzelte Längen, zeittypisches Overacting oder die aus heutiger Sicht teils unbeholfenen Rettungsaktionen sind klar ihrer Zeit geschuldet und schmälern die Wirkung nur minimal. Viel beeindruckender ist die emotionale Intensität, die Guillermin durch konsequente Eskalation, starke Darsteller Leistungen und eine kompromisslose Dramaturgie entfaltet.
Fazit: Mit dem Steelbook zu Flammendes Inferno (1974) liefert Plaion Pictures endlich die Edition, auf die Fans lange gewartet haben. Der Film selbst hat nichts von seiner Kraft verloren und beweist eindrucksvoll, warum er bis heute als Maßstab des Genres gilt. Die Rückkehr der originalen Kino-Synchronisation, kombiniert mit umfangreichen Extras und einem optisch wirklich schicken Veröffentlichung, dürfte somit wohl einen Pflichtkauf für Sammler und Liebhaber klassischer Katastrophenfilme darstellen.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Blu-ray Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2025 Plaion Pictures zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!





