AIRPORT ’77 – Verschollen im Bermuda-Dreieck (1977) Kritik

Inhaltsverzeichnis

Eine Flugzeugkatastrophe auf dem Grund des Meeres

Airport 77 – Verschollen im Bermuda-Dreieck ist der dritte Teil der Katastrophenfilm-Reihe rund um Flugzeuge. Nach Burt Lancaster, Dean Martin und Charlton Heston, nimmt im dritten Teil der Airport-Reihe, Jack Lemmon als Captain Don Gallagher am Steuerknüppel Platz. Statt jedoch über den Wolken eine Gefahr abzuwehren, muss dieser Notwassern und versuchen seine Passagiere aus dem gesunken Flugzeug Wrack zu retten.

Im Vergleich zu den Vorgängern wirkt das Drehbuch von Airport ’77 weniger spektakulär. Man merkt dass die Filmemacher, allen voran Regisseur Jerry Jameson mit eine Boeing 747 unter Wasser wollten. Der Twist durch Kunstdiebe an Bord wirkt dabei ziemlich konstruiert. Als hätten die Drehbuchautoren keine bessere Idee gehabt, ein Flugzeug Notwassern zu lassen. Ob der dritte Teil der Airport Reihe dennoch überzeugen konnte, verrät meine Filmkritik mit einem kurzen Blu-ray Review.

Airport ’77 Trailer

Worum geht’s in Airport ’77?

Der schwerreiche, aber auch schwer erkrankte Unternehmer Philip Stevens (James Stewart) hat noch einen letzten großen Wunsch. Eine Luxus-Boeing 747, vollgepackt mit unbezahlbaren Gemälden aus seiner Privatsammlung, soll seine Tochter, seinen Enkel und einige Freunde zu ihm nach Florida bringen. Doch Kapitän Don Gallagher (Jack Lemmon) hat an Bord nicht nur eine illustre Runde an Gästen, sondern auch eine Gruppe von Kunsträubern, getarnt als Flugzeugpersonal.

Menschenmenge in einer Flugzeugkabine, Filmszene aus den 1970er Jahren.
Captain Gallagher (Jack Lemmon) sucht nach Lösungen

Während des Flugs betäuben die Kunstdiebe die Passagiere und fliegen die Maschine unter das Radar. Ohne Orthung streifen sie den Mast einer Ölbohrinsel. Eine Notwasserung ist unausweichlich und das Flugzeug beginnt sofort zu sinken. Das Verschwinden des Jumbos vom Radar löst sofort eine Suche aus, doch das Flugzeug kann überall sein. Währenddessen spitzt sich die Situation an Bord der gesunkenen 747 zu, denn niemand kann sagen, wie lange die Außenhülle der Boeing dem Wasserdruck standhalten wird.

Funktioniert die Flugzeugkatastrophe auch unter Wasser?

In den 1970er Jahren läutete die Airport-Filmreihe die Flugzeugkatastrophenfilme ein. So schlugen sich im ersten Airport (1970) Film Burt Lancaster (Erdbeben 1974) und Dean Martin (Jerry Lewis Collection: Kritik) mit einem Selbstmordattentäter herum. Airport ’75 wurde für Charlton Heston (Planet der Affen 1968) und George Kennedy zum Verhängnis. In Airport ’77 mit dem reißerischen Untertitel „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ muss sich nun Jack Lemmon (Ein verrücktes Paar) einem Flugzeugunglück stellen.

Regisseur Jerry Jameson, der später auch Starflight One – Irrflug ins All (1983) mit Lee Majors (Ein Colt für alle Fälle) verfilmte, sollte die Filmreihe weiterführen. Das Drehbuch stammt von Michael Scheff und David Spector, basierend auf Arthur Haileys Ursprungs-Roman. So führt dieses Mal ein dilettantisch geplanter Kunstraub zu der Katastrophe einer Boeing 747. Sprich: Ein Unternehmer packt seine Kunstsammlung, samt Tochter, Enkel und Freunden in ein Flugzeug, während Kunstdiebe planen dieses zu entführen und zu einer entlegenen Insel zu fliegen.

Vier Männer in Tauchausrüstung auf einem Boot auf See.
Gallagher (Jack Lemmon) zusammen mit Rettungstauchern

Nicht nur, dass das Vorhaben in die Hose geht, der Plot bis zum Absturz wirkt auch arg konstruiert. Wer denkt, dass der Film dadurch einen Totalausfall darstellt, der irrt. Ab der zweiten Hälfte kann der Film aufgrund seiner Darsteller und der Dramaturgie überraschend auftrumpfen, da man beginnt mit den Figuren mitzufiebern. Auch hier weiß der Film zu überraschen, lässt man doch sogar einige Top-Stars über die Klinge springen, mit den man nicht gerechnet hätte. Ein gelungener Twist, ist man sich doch nicht mehr sicher, wer dieses Unheil überlebt.

Wie schon in den Vorgängern, werden persönliche Einzel-Schicksale in den Mittelpunkt gerückt, die dem Film etwas das Tempo nehmen. Der größte dramaturgische Kniff dreht sich um die Tochter und Enkel des Unternehemers Stevens. Dies wird durch die schwere Erkrankung nochmals gesteigert, was nicht nötig gewesen wäre. Was sehr gut funktioniert, sind die Versuche von Crew und Passagieren aus dieser misslichen Lage zu gelangen. Ebenfalls spannend zu sehen, welche Wege die Rettungstaucher gehen um die letzten Überlebenden aus der tödlichen Falle zu befreien.

Auch dieser Airport Film vereint wieder etliche Top-Schauspieler

Auch bei der dritten Fortsetzung ließen es sich die Macher nicht nehmen und vereinten erneut einen Top-Cast innerhalb und außerhalb der Flugkabine. Jack Lemmon (Das Mädchen Irma La Douce 1968) übernahm die Rolle von Pilot und Captain Don Gallagher. Womit Lemmon erneut bewies, dass er auch in ernsten, dramatischen Rollen überzeugen kann und nicht nur in Frauenkleidern oder an der Seite von Walter Matthau.

George Kennedy (Die nackte Kanone 2025: Kritik) übernahm wie wie schon in den Vorgängern, die Rolle von Joe Patroni. In weiteren Rollen: James Stewart als Philip Stevens, Lee Grant als Karen Wallace, Christopher Lee (The Wicker Man 1973: Kritik) als Martin Wallace, Olivia de Havilland als Emily Livingston, M. Emmet Walsh als Dr. Williams, Gil Gerard (bekannt als Buck Rogers aus dem gleichnamigen Film und Serie) als Frank Powers, u.v.m.

Airport ’77 – Verschollen im Bermuda Dreieck (1977) Fazit:

Blu-ray Cover des Films Airport '77 mit versunkenem Flugzeug
Airport ’77 Verschollen im Bermuda-Dreieck: Blu-ray
Wertung: 6 / 10 ★

Man merkt, das Airport ’77 bereits im Sinkflug der Airport Reihe war, besteht dieser doch aus einigen Höhen und Tiefen. Im dritten Teil kombinierten die Filmemacher einen Heist-Movie mit einem Katastrophenfilm, dessen Plot teils recht konstruiert wirkt. Dafür weiß der Unglücks-Part mit einigem Nervenkitzel bei den Rettungs- und Bergungsversuchen zu gefallen.

Ebenfalls hervorragend ist die Besetzung, so setzte man mit Lemmon, Lee, Grant oder James Stewart auf wahre Könner ihres Fachs. Überraschend dabei, die Macher opferten einige ihrer Top-Stars dem Meeresgrund, was den Spannungsbogen nochmals ordentlich erhöht. Die Tricktechnik in der Luft war zwar klar ersichtlich, konnte jedoch unter Wasser überzeugen.

Im Vergleich zum absoluten Tiefpunkt der Filmreihe: Airport ’80 mit Alain Delon (Vier im roten Kreis: Kritik) in einer der Hauptrollen, ist Airport ’77 immer noch ein sehenswerter Genre-Vertreter. Dieser reicht jedoch nicht an solche Schwergewichte wie Flammendes Inferno (Kritik) heran. Letztlich bekommt der geneigte Genre-Fan hier den letzten ordentlichen Vertreter der Airport-Filmreihe, der zudem mit einigen spannenden Szenen und einem starken Cast zu gefallen weiß.

Bilder © 2021 Koch Films / Plaion Pictures – alle Rechte vorbehalten

Marc Maurer
Marc Maurer

Als zertifizierter Online-Redakteur mit IT- und Mediengestalter-Hintergrund schreibe ich seit 2020 auf GlotzCleverTV Kritiken zu Filmen & Serien sowie Reviews zu Heimkino und Technik – unabhängig, kritisch und direkt aus dem Schwarzwald.