Ratgeber mit Info’s & Tipps zum TV-Geräte Kauf
Wer sich einen neuen Fernseher kauft, möchte doch meist das Beste für sein Geld, doch das Überangebot an TV-Geräten und die verschiedenen Bildschirm-Techniken machen die Entscheidung schwer. Das Internet ist zwar voll von Einkaufsratgebern, die Sache hat leider einen Haken: Bei den meisten dieser Seiten steht das Provisions-Interesse im Vordergrund und weniger die objektive Kaufberatung.
Aufgrund eigener Erfahrungen (gute wie schlechte) dachte ich mir: so ein Ratgeber zum TV-Kauf, wäre doch der perfekte Auftakt unserer neuen Technik-Sektion hier auf GlotzCleverTV. Dabei verzichte ich bewusst auf direkte Empfehlungen, sondern möchte Euch ein paar Tipps mit an die Hand geben, wie ihr einen passenden Fernseher finden könnt: denn letztlich muss selbst ein Testsieger noch lange nicht der beste Fernseher für Dich sein!
Update 2026: wie der Tage bekannt wurde, verkauft der japanische TV-Hersteller Sony, seine Home-Entertainment Sparte an den chinesischen TV-Geräte Hersteller TCL Corporation. Aktuell geht man davon aus, dass der Deal bis Anfang 2027 abgeschlossen ist. Unklar ist noch, ob die Fernseher auch weiterhin unter dem Namen gebrandet werden und welche Technik letztlich zum Einsatz kommt. Im Zuge dessen gab auch Panasonic bekannt, seinen Home-Entertaiment Sektor verändern zu wollen.
Ist der größte Fernseher auch der Beste?
Die Frage lässt sich leicht mit einem klaren Nein beantworten. Auch wenn riesige TVs einen Wow-Effekt auslösen, ist dies dennoch nicht die beste Option für jedermann. Entscheidend ist eher die Größe des Zimmers und der jeweilige Sitzabstand zum Fernseher selbst. Denn wer trotz 4K-Auflösung und OLED Technik zu nah vor der Glotze hockt, wird auf Dauer keinen Spaß beim fernsehen haben.

Hockt man trotz modernster Technik zu nah vor dem Bildschirm, können Probleme auftreten, die von gereizten / trockenen Augen, über Kopf- und Nackenschmerzen bis hin zu Schwindel reichen. Ebenfalls problematisch: ist Mattscheibe viel zu groß, leidet der Filmgenuss. Warum: man ist nicht mehr in der Lage den kompletten Bildschirm zu erfassen und es entsteht eine Art Tunnelblick. Ist der Fernseher jedoch zu klein und ihr hockt zu weit entfernt, macht das auch keinen Spaß.

Doch damit nicht genug, liegt das Ausgangsmaterial nicht in sehr guter Qualität vor oder ist der Player (Blu-ray / UHD Player) nicht in der Lage geringer aufgelöstes Material ordentlich hoch zu skalieren, gibts Pixelbrei. Nehmt einfach mal eine ältere DVD, die ihr schon lange nicht mehr gesehn habt und schaut das auf einem 88 Zoll Fernseher. Man sollte nicht glauben wie man von 720px x 576px auf einem riesigen Panel erschlagen werden kann.
Info: Bildschirm und Panel sind das gleiche und betiteln die Fläche die das Bild darstellt. Also nicht wundern wenn im Text beide Begriffe auftauchen!
Bildschirmgröße und Sitzabstand
Ein gute Faustformel die fast immer gilt: Nehmt die Bildschirmdiagonale eines Full-HD TVs und multipliziert sie mit dem Faktor 1,5 bis 2,5. Bsp.: Habt ihr einen 40 Zoll Fernseher, wäre das je nach Hersteller eine Bilddiagonale von rund 102 cm, das ganze mal 1,5 und ihr kommt auf einen Sitzabstand von rund 1,5 m. Ich komme bspw. mit dem Faktor 2 immer ganz gut hin, bei einer Größe von 55 bis 65 Zoll.
Eine Ausnahme betrifft sehr hochpreisige 4K Modelle oder OLED-TVs, dank der höheren Auflösung kann der Sitzabstand etwas schrumpfen und der Faktor verkürzt sich auf 1x bis 2x mal die Bilddiagonale. Dennoch bietet nicht auch jeder teure Fernseher auch das beste Bild. Es gibt auch in diesen Bereichen durchaus Gurken, bei denen man besser weiter weg sitzt, bevor man sich den Sehgenuss vermasselt.
Tipp: Wo sitzt Ihr normalerweise im Kino? Direkt in erster Reihe vor die Leinwand oder doch eher mittig, bis ganz hinten? Falls Ihr mittig oder ganz hinten sitzt, denkt mal drüber nach warum ihr da sitzen wollt. 😉
Von LED bis OLED, die Qual der Wahl der Bildtechnologie
Vom Röhrenfernseher hin zum LCD-Panel
Für diejenigen unter Euch, die wie ich mit einem Röhrenfernseher mit einer Auflösung von gerade mal 480 Pixeln aufgewachsen sind, war der erste Flachbildfernseher mit LCD-Panel fast schon der heilige Gral. Seither hat sich jedoch viel getan und nach Rückprojektions-Fernsehern und Plasma-TVs, sind nun LCD-Geräte die auch als LED-, QLED oder NEO-QLED bezeichnet werden, aktuell der Standard. OLED-TVs und besonders Micro-LED’s sind dabei noch die Ausnahme.
Info: Bei LED-TVs werden die Bildpunkte aus Flüssigkristallen von einer LED-Hintergrundbeleuchtung durchleuchtet und ändern je nach Spannung und Farbfilter ihre Farbe. Ein Nachteil: Bei ungleichmäßiger Hintergrundbeleuchtung können unschöne helle Flecken entstehen, das sogenannte Clouding. Dieses Problem betrifft leider nicht nur Einsteigergeräte. Zudem beeinflusst die Hintergrundbeleuchtung Helligkeit und Kontrast, weshalb ein normales LED-Bild niemals so tiefschwarz wirken kann, wie bspw. ein OLED-Display.

Um Clouding zu vermeiden und bessere Kontraste zu erzielen arbeiten hochwertige LED-Fernseher, mit mehreren unabhängig ansteuerbaren Beleuchtungszonen. Techniken wie Local Dimming oder Full Array Local Dimming (FALD) sorgen dafür, dass die gesamte Bildfläche deutlich gleichmäßiger und vor allen Dingen gezielter ausgeleuchtet wird. LED-TVs sind zudem ideal für helle Räume, haben aber naturbedingt Schwächen beim Blickwinkel: Umso seitlicher man vor dem Gerät sitzt, desto stärker verblassen Farben und unschärfer wirkt das Bild.
Info: Wie stark das ausfällt, hängt von der eingesetzten Panel-Technik ab. IPS-Panels punkten mit einem deutlich größeren Blickwinkel, während VA-Panels den besseren Kontrast bieten.
Sind OLED-TVs die beste Lösung?
OLED-Fernseher bieten beim Bild tatsächlich einige Vorteile. Ihre organischen, selbstleuchtenden Pixel lassen sich einzeln ansteuern, weshalb keine Hintergrundbeleuchtung notwendig ist. Das ermöglicht einen perfekten Schwarzwert, weil ungenutzte Pixel schlicht deaktiviert werden. Das Ergebnis: extrem hoher Kontrast, satte Farben und keinerlei Probleme beim Betrachtungswinkel.
Info: Oft sind dieses Panels auch etwas besser entspiegelt, wobei das aber weniger auf Einsteigergeräte zutrifft.
Es gibt jedoch auch Nachteile: Gerade die Einstiegsmodelle sind oft nicht hell genug. In Tageslicht durchfluteten oder allgemein sehr hellen Räumen können dadurch massig Details in dunklen Filmszenen verloren gehen. Man sollte darauf achten, dass der OLED auf mindestens 700 Nits Helligkeit kommt. Besser noch bis zu 1.000 Nits oder höher, was dem Bild sichtbar zu Gute kommt – allerdings auch den Stromverbrauch nach oben treibt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Langlebigkeit: Organische Pixel reagieren empfindlich auf statische Elemente wie Senderlogos, Einblendungen oder HUDs in Videospielen. Das Risiko von Schäden, wie dem oft genannten „Einbrennen“ ist zwar geringer als früher, aber komplett ausgeschlossen ist es dennoch nicht. Um dem entgegenzuwirken, nutzen Hersteller automatische Bildschirmschoner und Pixel-Refresh-Funktionen, die meist in der Nacht nach dem Ausschalten laufen.
Info: Einbrennen bedeutet das statische Bildinhalte die über lange Zeit eingeblendet sind, sich als geisterhaftes Bild verewigen und diese dann immer auf dem Panel zu erkennen sind.
Wichtig: Um das zu vermeiden, sollte der Fernseher nicht komplett vom Strom getrennt werden, sonst kann die von den Herstellern eingesetzte Pflegeprozedur nicht ausgeführt werden!
Info: Bei meinen Recherchen ist mir aufgefallen das LG Pixel-Refresh Funktion und deren Bildschirmschoner bessere Einstellungsoptionen bieten als Samsung.
Micro-LED TV, der heilige Gral oder eher doch nicht?
Ein Micro-LED TV gilt für viele als der nächste große Schritt in der Displaytechnik. Die Technologie vereint die wichtigsten Vorteile von OLED und LED: Jedes Pixel besteht aus einer eigenen, selbstleuchtenden Mikroleuchtdiode, die sich individuell steuern lässt. Dadurch erreichen Micro-LED-Fernseher ein perfektes Schwarz, sehr hohen Kontrast und extrem kräftige Farben. Gleichzeitig bieten sie eine deutlich höhere Helligkeit als OLED und eignen sich damit für helle sowie dunkle Räume gleichermaßen. Da Micro-LEDs anorganisch sind, besteht zudem keine Gefahr für Einbrennen – ein klarer Pluspunkt im Vergleich zu OLED. Hier: findet ihr weitere Info’s zu Samsungs Micro-LED Technik und deren Line-Up.
Was also spricht gegen einen Micro-LED TV?
Trotz dieser Vorteile hat ein Micro-LED TV einen riesigen Nachteil: Der Preis! Die Produktion ist hochkomplex und macht die Geräte extrem teuer. So liegt Samsungs erster 110 Zoll TV mit Micro-LED, bei Samsung Micro RGB benannt, im sechsstelligen Bereich. Ein weiteres Problem: Kleine Bildschirmgrößen von 55 bis 80 Zoll sind bisher kaum realisierbar, weil die Pixel in diesem Format extrem dicht und präzise gesetzt werden müssten. Dazu kommt ein hoher Stromverbrauch, der im direkten Vergleich zu OLED oder LED-LCD, diese Geräte wenig Verbraucherfreundlich macht.
Detailliertere Informationen zu den verschiedenen Display / Panel Techniken findet Ihr unter diesem Wikipedia Link!
Der Stromverbrauch: die unterschätzte Kostenfalle!
Ihr ahnt es vielleicht schon: Je größer der Fernseher, desto höher der Stromverbrauch. Was jedoch häufig verschwiegen wird, wie stark sich der Energieverbrauch auch je nach Bildschirmtechnik unterscheidet. Zwar geben die „tollen“ Energie-Labels für Fernseher eine grobe Orientierung, doch sie haben einen massiven Schönheitsfehler: Die Hersteller regeln ihre Geräte für die Messung so stark herunter, dass Farben, Helligkeit und Kontrast kaum noch etwas mit der realen Nutzung zu tun haben. Dieser ECO-Modus stellt ein Setting dar, welches man im Alltag nicht verwenden möchte.
Ein typischer 55-Zoll-4K-TV kommt im Eco-Modus auf etwa 90 kWh pro 1000 Stunden. Wer jedoch ein helles, kontrastreiches, farbenfrohes brillantes Bild haben möchte, landet schnell beim doppelten oder dreifachen Wert. Full-HD-Geräte bleiben noch halbwegs sparsam, doch OLED TVs, Neo-QLEDs und Full-Array-LEDs ziehen spürbar mehr Energie aus der Steckdose
Info: Wer überwiegend in 4K streamt oder Medien mit UHD-Auflösung schaut, treibt den Energieverbrauch ebenfalls noch weiter nach oben.
Auch die Bildschirmgröße spielt natürlich eine Rolle. Ein 80-Zoll-Neo-QLED kommt im strengen Eco-Modus immer noch auf rund 170 kWh / 1000 Stunden. Aktiviert man HDR – also „High Dynamic Range“, das für bessere Helligkeit und dynamische Kontraste sorgt (was mehr Energie kostet) klettert der Wert problemlos mal schnell auf 400 kWh / 1000 Stunden und mehr.
Samsungs 110 Zoll Micro RGB TV hat laut Energie-Label einen Verbrauch von 228kWh / 1000 Std. im Jahr bei HD Inhalten. Bei HDR Inhalten steigt der Verbrauch dann auch gleich mal auf 685kWh / 1000 Stunden und mehr im Jahr. Dennoch gilt: Diese Werte wurde aufgrund der Energiespareinstellungen ermittelt, der reale Verbrauch dürfte somit um ein vielfache höher ausfallen!
Legt Ihr Wert auf guten Ton?
Moderne Fernseher sehen schick aus – aber klanglich sind sie doch eher mau. Gerade die extrem flachen OLED-TVs haben schlicht keinen Platz für kräftige Lautsprecher. Wer also den TV-Sound verbessern möchte oder Wert auf echtes Heimkino-Feeling legt, kommt an einer Soundbar mit oder ohne Subwoofer oder gleich einer 5.1- oder 7.1 Surround Anlage, evtl. noch mit Dolby Atmos nicht vorbei. Für wohnungserschütternde Effekte und Raumklang ist das die deutlich bessere Wahl.
Etwas heikler wird es, wenn euch vor allem die Dialogverständlichkeit wichtig ist – hier unterscheiden sich TV-Hersteller und Klangmodi spürbar. Sony bietet mit seinen vielfachen Einstellungen schon mal eine gute Basis für verständliche Dialoge, hier überraschte mich ebenfalls auch Hisense. Samsung klingt zwar „noch“ gut, dennoch kommt es hier schon auf die Stimmhöhe der Sprecher:innen an. Schlusslicht ist LG, hier klingen die Dialoge wie durch einen Pappbecher gesprochen, kurzum: einfach nur furchtbar.
Empfehlung: klare Dialoge ohne riesiges Budget
Wenn ihr Dialoge besser hören wollt, ist die Sonos Ray eine überraschend starke und noch relativ günstige Soundbar für klare Stimmen. Ihr einziger Nachteil: Sie wird per optischem Kabel angeschlossen und nicht über HDMI eARC. Die Lautstärke steuert ihr daher über eine App (für Smartphone & Tablet erhältlich) oder eine angelernten IR-Fernbedienung. In Kombination mit dem Panasonic UB424, der zusätzliche Optionen zur Sprachverstärkung bietet, entsteht ein Setup welches bei Dialogen in Film- und Serie überzeugen kann. Entscheidend ist jedoch wie ihr den Klang wahrnehmt, in dem Fall kann auch eine Bose-Soundbar mit Dialogverstärker etwas für Euch sein.
Info: Eine gängige / günstige Soundbar steht jedoch nicht automatisch auch für Dialogverständlichkeit, diese setzen mehr darauf dass es ordentlich in der Hütte rumst, wenn im Film etwas explodiert. Hier sollte man explizit auf Dialog-Modi achten!
Viele technische Begriffe und keine Ahnung!

Was hat es mit Hertz und Gaming-Kompatibilität auf sich?
Wer gerne zockt, sollte beim Fernsehkauf unbedingt auf die Bildwiederholfrequenz (Hertz) und die Gaming-Features achten. Für ältere Konsolen wie die PS4 reichen 60 Hz, aber eine PS5, Xbox Series X oder ein moderner Gaming-PC profitieren klar von 120 Hz und HDMI 2.1. Zusätzlich sorgt VRR (Variable Refresh Rate) für flüssigere Bewegungen und verhindert Tearing – gerade in schnellen Shootern oder Rennspielen ein riesiger Vorteil.
Auch für Sportübertragungen wie Fußball oder Formel 1 wirkt eine höhere Hertz-Zahl sicht- und spürbar: Bewegungen sehen sauberer aus und das Bild bleibt stabil, wenn es hektisch wird. Ein 120-Hz-TV ist daher nicht nur fürs Gaming sinnvoll, sondern allgemein für dynamische Inhalte.
Wenn das Betriebssystem des SmartTV doch nicht so smart ist
Moderne Fernseher laufen längst nicht mehr mit einer festen Programmierung, sondern mit umfangreichen Smart-TV Betriebssystemen. Die gängigen Plattformen: LGs WebOS, Samsungs Tizen und Google TV (früher Android TV) zu finden bei Sony, Panasonic. Hisense setzt ebenfalls auf eine Eigenentwicklung names Videe OS, während TCL bsp. je nach Gerät auf Google TV, Amazon Fire TV OS oder das eigene Betriebssystem Roku OS setzt. Die Amazon Fire TV Geräte setzten natürlich auf Amazons Fire OS, welches jedoch auf Google Vanilla OS basiert und von Amazon an deren Bedürfnisse angepasst wurde.
Während GoogleTV und Tizen meist angenehm rund laufen, wirkt WebOS gerade bei Menüwechseln oder App-Starts manchmal etwas träge. Bzgl. Betriebssystem ist Sony ein Sonderfall: Im Standard nutzt man Sonys schlichtes System, möchte man echtes Smart-TV-Feeling: wechselt man zu Google TV – allerdings lässt sich dies nur per Werksreset wieder zurücksetzen!
Was man jedoch schnell merkt: Selbst aktuelle Fernseher-Generationen geizen bei CPU, RAM und USB-Anschlüssen. Und das obwohl die Geräte riesige Panels / Gehäuse haben und eigentlich genug Platz für bessere Hardware hätten. Das zeigt sich besonders, wenn man speicherhungrige Apps und / oder den eingebauten Webbrowser nutzt. Ebenso kann es schon mal dauern wenn man große Ordner mit Fotos / Videos per USB einliest.
Welche Smart-TV-Funktionen braucht man?
Wer hauptsächlich Blu-rays, UHDs oder lineares Fernsehen schaut, kann den Abschnitt überspringen. Für alle, die Streaming-Dienste nutzen, sind folgende Apps Pflicht: Netflix, Disney+, Amazon Prime Video, Paramount+, YouTube, ggf. noch die Mediatheken von ARD/ZDF
Wichtig: Die Hersteller sollten regelmäßig Updates liefern – sonst bringt der schönste Smart-TV nichts.
Spannend wird der Januar, denn dann startet HBO in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da wird sich zeigen, wie schnell Samsung, LG, Sony & Co. reagieren und die notwendige HBO-App auf ihre Smart-TVs bringen.
Ein Nice-to-have sind außerdem Webbrowser, Musikdienste und Installationsmöglichkeiten für Drittanbieter-Apps.
Alternative Lösungen für den Smart-TV
So vielseitig Smart-TVs heute sind: Gegen externe Streaming-Geräte kommen sie hardwareseitig kaum an. Die stärksten Lösungen wären: Apple TV 4K (Performance-König, bestes Ökosystem), Amazon Fire TV Stick 4K Max, Google Chromecast / Google Streamer 4K. Hat man schon einmal ein Apple TV 4K 128 GB genutzt, fällt es schwer zur trägen All-in-One-Lösung des Fernsehers zu wechseln.
Beim Netzwerkzugriff, App-Wechsel und der allgemeinen Bediengeschwindigkeit spielen externe Geräte in einer anderen Liga. Zusätzlich bietet bspw. der Apple TV 4K (wichtig: die Version mit 128GB, die mit 64GGB kann das nicht) noch umfangreiche Smart-Home-Funktionen zur Steuerung von HomeKit-Geräten. Dank Thread-Unterstützung kann es kompatible Geräte besonders zuverlässig und schnell ins Netzwerk einbinden, was gerade bei der Haus-Automation Vorteile bringt.
Von HDMI bis USB – wie viele Anschlüsse braucht ein TV?
Wer mehrere Geräte nutzt, wie bspw.: einen Apple TV, Fire TV Stick, Blu-ray-Player, Konsole(n), Soundbar, etc. sollte auf mindestens 4 HDMI-Anschlüsse achten. Viele TV-Geräte haben oft nur drei.
Info: Für Gaming sollte ein HDMI 2.1 mit 120 Hz und bestenfalls VRR und Dolby Atmos vorhanden sein. HDMI 2.0 ist auf bis zu 60 Bilder pro Sekunde beschränkt.
Ebenso sollte es ein HDMI eARC geben, denn ohne eARC wird es mit Soundbars unnötig kompliziert. Ein optischer Ausgang reicht im Notfall, bietet aber weniger Komfort und Funktionsumfang.
Für externe Medien wie USB-Sticks oder SSDs braucht es gut erreichbare USB-Ports. Wer den Fernseher an die Wand hängt, sollte direkt ein USB-Verlängerungskabel anschließen – sonst wird jeder Anschlussversuch von USB-Stick oder SSD zur reinsten Fummelei.
Info: Der größte Witz: Selbst im Jahr 2025 verbauen viele Hersteller immer noch USB-A Anschlüsse mit USB 2.0 Geschwindigkeit. Kein USB-C, geschweige denn USB 3.0 oder gar USB 3.1 Gen 2. Besser noch die Hersteller geben gar nichts an, dort steht meist sogar nur USB. Sony fällt hier leider negativ auf: Selbst schnelle SSDs werden gefühlt im Schneckentempo eingelesen – hier sind Samsung, LG oder auch Hisense deutlich flotter.
Welche Features bieten Fernseher noch?
Wer Wert auf dynamisches HDR legt, sollte genau hinschauen: HDR10+ und Dolby Vision werden nicht von allen Herstellern unterstützt. Sony und LG setzen auf Dolby Vision, bieten dafür aber kein HDR10+. Samsung hingegen unterstützt HDR10+, verzichtet dafür auf Dolby Vision. Die Basisstandards HDR10 und HLG sind mittlerweile bei nahezu allen neuen LCD- und OLED-TVs selbstverständlich.
Ein weiterer Trend sind TVs mit KI-Funktionen. Diese sind bisher jedoch eher ein Marketing-Gag anstatt ein echtes Feature. Im Kern passt die Software anhand einer von Euch getroffenen Vorauswahl an gezeigten Bildern, die Bildhelligkeit, Kontrast, Farben automatisch an. Das gleiche gilt für den Ton: hier versucht der Fernseher mittels grober Einmessung des Raumes oder Klangbeispielen, den Ton zu optimieren.
Info: Die Fernseher in unserem Test, scheiterten kläglich an Dachschrägen und verwinkelten Räumen. Sprich egal ob „eingemessen“ oder nicht, der Klang änderte sich nicht wirklich.
Auch die klassischen TV-Anschlüsse spielen nach wie vor eine Rolle und so gibt es immer noch: Antennenbuchsen für digitales TV und Radio, LAN und WLAN, besonders wichtig für Software-Updates, nur klassische Klinkenstecker Kopfhöreranschlüsse bieten nur noch die wenigsten Hersteller
Bei USB- und Festplattennutzung sollte man unbedingt auf die unterstützten Dateisysteme achten. Manche Geräte akzeptieren nur FAT32, andere auch exFAT oder NTFS. FAT32 ist problematisch bei großen Videodateien über 2 GB – viele UHD- oder selbst erzeugte Videos liegen schnell über 2 GB. NTFS wird von MacOS ohne Zusatzsoftware zwar gelesen, aber nicht beschrieben, was für Apple-Nutzer eine Einschränkung darstellt.
Auch bei den Videoformaten gilt: Zwar unterstützen die meisten modernen Fernseher gängige Formate wie MP4. Dennoch gibt es immer wieder Modelle, die Probleme mit mp4 Dateien haben, bzw. dem jeweils verwendeten Codec (bspw. 264 oder 265). Wer also seine eigene Videobibliothek abspielen möchte, sollte dies vor dem Kauf prüfen oder gleich auf ein NAS mit Router Anbindung über den TV nachdenken.
Und welchen Fernseher soll man nun kaufen?
Wer auf der Suche nach einem neuen aktuellen Fernseher mit LCD Technik ist, sollte sich schon vorher seine Gedanken machen: was passt, was nicht, was man braucht und was Sinn macht. Das fängt bereits bei Größe an: x-fach Zoll große TV-Geräte bringen nur bei der entsprechenden Raumgröße etwas. Natürlich ist ein 85 Zoll Fernseher ein nice-to-have, bringt nur alles nichts, wenn man nicht gut 3 bis 4 Meter vor dem Fernseher entfernt sitzen kann. Wer ein Auge auf den Stromverbrauch hat und sich nicht noch ein Atomkraftwerk, eine Solar-Farm in den Garten stellen will, sollte sich auch darüber informieren. Hat man sich nun einige Gedanken dazu gemacht, sollte dem erfolgreichen Fernseher Kauf nichts mehr im Wege stehen.

Ich hoffe ich konnte Euch einen Überblick darüber geben, was es gibt, was man alles kaufen kann und was man beachten sollte und wie versprochen: verrate ich Euch, welchen Fernseher ich nutze.
Nach verschiedenen Tests habe ich mich bereits zum zweiten Mal in den letzten fünf Jahren für einen Sony TV entschieden. Um genau zu sein nutze ich für meine Filmkritiken den Sony BRAVIA, KD-55X85L mit Full-Array-Dimmung, sowie die Sonos Ray für die Dialogverständlichkeit, nachdem zwei getestete Bose Soundbars nach meinem Hörempfinden durchgefallen sind.
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Letzte Tipps zum Fernsehkauf
Tipp 1: Schaut Euch die LCD-TVs / OLED-TVs vorher mal live im Laden an, bedenkt jedoch dass Bildqualität von LCD-Fernsehern in Ladengeschäften, für den Kunden meist bei der Farbwiedergabe über-optimiert sind! Daher gilt: Spielt mal mit den Geräte herum: Bedienung mittels Fernbedienung, dem Klang und geht auch mal die Bildmodi durch und regelt mal selbst Farben, Kontraste, Bildschärfe runter und rauf. Keine Angst, das was ihr verstellt, haben die Verkäufer mit einem Klick wieder zurückgestellt.
Tipp 2: Es gibt zwei Arten von Verkäufern: diejenigen die wirklich bei dem jeweiligen Elektromarkt arbeiten (zu erkennen an der einheitlichen Kleidung) und von Herstellern geschickte Promoter, die auf Provisions-Basis arbeiten. Hier fällt die reelle Beratung recht einseitig und meist nutzlos aus – also Achtung vor Promotern!
Bonus Tipp: Lasst Euch nicht eine teure Kalibrierung für 100 oder 200 Euro verkaufen. Nehmt den Fernseher mit, beschäftigt Euch damit und stellt das Gerät nach Euren Wünschen ein. Das einzige was das kostet ist Eure Zeit und ihr lernt zudem euren neuen TV zu bedienen.
Wissenswertes und weitere Fragen (FAQs)
Wie viel kostet ein ordentlicher Fernseher?
Ein alltagstauglicher Fernseher für gängige abendliche Fernsehunterhaltung, ohne großen Schnickschnack, mit einer TV-Größe von 50 Zoll sollte man für rund 500 Euro bekommen. Wer auf Bild und Ton wert legt und mehr Bilddiagonale will (55 bis 65 Zoll) kommt mit rund 800 Euro bis 1000 Euro hin.
OLED-TVs der Einstiegsklasse mit 55 Zoll, wie der LG OLED B4 und der Samsung S85 (Stand 2025) sind in Angebotsphasen ebenfalls für 800 Euro zu bekommen. Aufgrund der schwächeren Helligkeit von rund 700 Nits (wie bereits erwähnt), würde ich von diesen abraten.
Info: In Samsungs Einstiegsmodel S85 steckt das Panel aus LGs OLEDs Einstiegsreihe dem B4, somit unterscheiden sie sich überwiegend nur in der Hersteller eigenen Optimierung.
Bei Interesse an einem OLED-TV würde ich eher darauf achten, dass die maximale Helligkeit sich um die 1000 Nits bewegt. Diese Geräte liegen jedoch meist bei 1200 bis 1400 Euro aufwärts.
Eine weiter Alternative sind Full-Array-Dimming (Fald) LED-TVs. Dabei gilt je mehr Dimming-Zonnen desto teurer. Hier bekommt man bereits gute Geräte ab 800 Euro in Angebotsphasen. Wobei die Full-Array-Klasse je nach Gerät auch mal schnell 1800 Euro kosten kann. Letztlich entscheiden auch Features wie 120 Hertz, VRR und sonstige Gimmicks über den Preis.
Welche Bildschirmgrößen gibt es und welche sind gängig?
Man kann bereits bei 32 Zoll LEDs anfangen, die eher der Größe alter Röhrenfernseher entsprechen. Die nächsten Größen wären 40 Zoll, 43 Zoll und 48 Zoll / 49 Zoll TVs. Diese haben jedoch einen Nachteil, preislich sind diese meist genauso teuer wie die nächste Stufe der 50 Zoll, 55 Zoll und teils sogar der 65 Zoll Geräteklasse. Wer es größer braucht, der kann zu: 75 Zoll, 80 Zoll oder 98 Zoll greifen. Dazu bieten einige Hersteller auch Zwischengrößen wie 77 Zoll, 83 Zoll, 88 Zoll, 95 Zoll, 102 Zoll und 100+ Zoll an.
Sollte man vorsorglich einen 8K-Fernseher kaufen?
Ich habe zwar schon gehört das manche Verkäufer Kunden darauf ansprechen. Ich persönlich würde davon aber derzeit davon abraten einen 8K-Fernseher zu kaufen. So gibt es eigentlich noch kein wirkliches Angebot an Filmen, Serien oder Sendungen, weder im normalen Fernsehen, noch auf Medien oder beim Streaming.
Was gibt es noch zu den verschiedenen TV-Herstellern zu sagen?
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die LCD-Fernseher von LG, Samsung und Sony meist ordentlich verarbeitete Geräte anbieten. Jedoch kann die Verarbeitungsqualität LG und Samsung aufgrund großer Serienstreuung stark variieren. Wer deswegen nun auf Sony schielt, dem sei gesagt, dass dort Ersatzteile zum Problem werden können oder auch schon Softwarefehler verschleppt wurden. TCL und Hisense hauen im Jahrestakt neue Geräte mit neuen Features raus. Hier ist mir aufgefallen, das manche Gerätereihen teils unfertig und unausgereift wirken.
Hierzu muss ich nochmal etwas zu Sony sagen: diese halten gerne auch mal auch zwei oder gar drei Jahre an einer Gerätereihe fest. Der Vorteil könnte sein, dass die meisten Probleme in diesem längeren Produktionszyklus ausgemerzt sein könnten. Der Nachteil: technische Innovationen kommen dadurch nur sehr spät beim Kunden an.
Weitere erwähnenswerte Hersteller wären noch Philips, Panasonic und Loewe. Wobei Philips aufgrund ihrer Bedienung, Software und mittlerer Qualität, noch nie eine Option für mich war. Panasonic habe ich zu Zeiten von Röhren-TVs bevorzugt, nachdem sich Grundig selbst abgeschafft hatte. Mit ihren LCDs im unteren und mittleren Bereich konnten sie mich jedoch nicht überzeugen. Die Flaggschiffe aus dem Jahr 2024 / 2025 sollen laut Hörensagen top sein. Dennoch hat Panasonic die letzten Jahre ihr Technik-Konzept und die Bedienung immer wieder über den Haufen geworfen. Und so gibt es noch Loewe, die sich im oberen Preisbereich sehen, meiner Meinung nach aber auch nur mit Wasser kochen.
Weitere TV-Geräte, die unter alten bekannten Namen wie Grundig, Nordmende, Saba und Co. verkauft werden, sollte man eher meiden. Meist steckt hinter diesen einstigen Prestigemarken, ein billig Hersteller aus Fernost, der sich einst die Namensrechte gekauft hat.
So steckt bspw. hinter Grundig der türkische Hersteller Beko, was per se nichts schlechtes bedeutet. Dennoch verkauft sich ein TV in Deutschland aus Marketingsicht wesentlich besser, wenn man diesen unter einem alten etablierten Namen anbietet.
