Return to Silent Hill (2026) – Kritik

Gute Atmosphäre, aber wenig Horror!

Regisseur Christophe Gans kehrt 20 Jahre nach seiner ersten Filmadaption zurück nach Silent Hill und erzählt nun die Geschichte von James Sunderland. Doch während die erste Verfilmung des ikonischen Franchise noch zu überzeugen wusste, sieht es bei der Fortsetzung dieses Mal leider qualitativ ziemlich düster aus. Der Horrorfilm weiß zwar visuell zu gefallen, kämpft jedoch mit einem kruden Plot und ziemlich schwachen Charakteren.

Gemeinsam mit Sandra Vo-Anh und Will Schneider schrieb Gans auch am Drehbuch mit und verpflichtete für die Hauptrollen Jeremy Irvine und Hannah Emily Anderson. Als Vorlage diente das 2001 erschienene Videospiel Silent Hill 2 von Konami. Ob der Film trotz seiner Schwächen dennoch zu gefallen weiß, verrate ich in meiner Kritik zu Return to Silent Hill, inklusive einem kurzen Blu-ray Review.

Worum geht’s eigentlich in Return to Silent Hill?

James Sunderland (Jeremy Irvine) leidet seit dem Verlust seiner Frau an einem schweren Trauma und Albträumen, die er im Alkohol zu ertränken versucht. Eines Nachts erreicht ihn ein mysteriöser Brief, der andeutet, dass seine totgeglaubte Frau Mary möglicherweise noch am Leben sein könnte. Die Unwissenheit lässt ihn nach Silent Hill zurückkehren, die Stadt, in der alles für ihn und seine Frau begann. Doch statt des ihm bekannten Städtchens findet er nur noch einen maroden Ort vor, aus dem so gut wie alle Bewohner verschwunden sind.

Mann schreit hinter rostigen Gitterstäben in dunklem Backsteingewölbe
James Sunderland (Jeremy Irvine) muss hilflos zuschauen was mit Mary geschieht

Auf der Suche nach Antworten verfängt er sich immer mehr in dieser verstörenden, rätselhaft-düsteren Zwischenwelt. Dort wird er nicht nur mit einem unbekannten Grauen konfrontiert, sondern es lauert auch eine nicht greifbare Bedrohung auf ihn. In diesem wahr gewordenen Albtraum kündigen mysteriöse Störfrequenzen eine lauernde Kreatur namens Pyramid Head an, ein Wesen, das irgendwie mit James verbunden scheint.

Wie ist die Inszenierung der Rückkehr nach Silent Hill ausgefallen?

Während Filmemacher Christophe Gans (Pakt der Wölfe) noch mit dem ersten Teil von Silent Hill aus dem Jahr 2006 zu überzeugen wusste, bin ich mir hier nicht ganz sicher, wo dieses Mal die Prioritäten lagen. Visuell weiß der Film eigentlich zu gefallen, egal ob es sich um das albtraumhafte Monsterdesign oder das Set-Design handelt. Kameramann Pablo Rosso gelangen dabei einige starke Bilder, die direkt aus dem Spiel hätten stammen können. Zudem unterstreichen die realen Darsteller der Monster (um genau zu sein: professionelle Tänzer) die beklemmende Atmosphäre. Zu meiner Freude entsprangen diese Kreaturen dieses Mal nicht mittels CGI dem Computer und wirken dadurch herrlich surreal.

Monströses Wesen steht auf nebliger Straße neben Auto
Silent Hill wird von Monstern überflutet

Weniger überzeugend ist das Drehbuch ausgefallen, welches die Szenen wie Stückwerk aneinanderreiht und kein wirkliches Horror-Feeling aufkommen lässt. Eigentlich sorgen nur der Auftritt von Pyramid Head und den säurespuckenden Kreaturen immer wieder mal für Spannung. Zudem wurde der Plot um die Hauptfiguren verändert: Während der Spiel-Charakter James seine Frau Mary vorsätzlich tötete (er konnte mit der Last nicht mehr leben), bittet ihn Mary im Film, sie von ihren Schmerzen zu erlösen. Dies verdreht grundsätzlich seine Figur, seine Intention, sein Leid und passt so gar nicht mehr zur Lore des zweiten Spiels.

Junges Mädchen mit langen Haaren in rotem Horrorlicht
Was macht Laura (Evie Tempelton) an diesem Verdammten Ort

Je länger der Film läuft, desto mehr verliert er sich allerdings in hektisch geschnittenen Flucht- und Actionsequenzen, die wenig mit dem ruhigen, bedrückenden Tempo des Spiels zu tun haben. Die Autoren entschieden sich zudem, James‘ inneren Konflikt durch einen zusätzlichen Okkultismus-Twist rund um „The Order“ zu erweitern – was die Geschichte eher verwässert als vertieft. Meiner Meinung nach wirkt dies nur wie dramaturgisch aufgesetzter Lückenfüller. Statt den Zuschauer wie in der Spielvorlage subtil in den Wahnsinn zu treiben, versucht das Skript zudem mittels Flashbacks Erklärungen zu liefern, die das Mysterium um James und die Stadt dann gänzlich verpuffen lassen.

Rettet das Schauspiel den Film?

Obwohl die Schauspieler bemüht scheinen, bekommt man keinen direkten Zugang zu ihren Figuren. Dabei mache ich den Darstellern keinen Vorwurf, sondern dem Drehbuch, welches besonders bei James und Mary auf jegliche tiefere Charakterentwicklung verzichtet hat.

Jeremy Irvine spielt James Sunderland, der seine vermeintlich verstorbene Frau retten will. So lässt ihn der Filmemacher zwar sichtlich gepeinigt durch seine CGI-Welten irren, dennoch kommen Schmerz und Verzweiflung beim Zuschauer nicht wirklich an. Ebenso schwach wirkt Hannah Emily Anderson in ihrer Dreifachrolle als Mary Crane, Angela und Maria: Ihre Figuren bleiben reine Stichwortgeber und lösen nach James‘ endloser Sucherei zwar eine simple Wendung aus, mehr aber auch nicht.

Verängstigte Frau hält Messer in bedrohlicher Szene
Kaitlyn (Eve Macklin) traut niemandem

Noch unnötiger erscheinen Eve Macklin (Cash Truck: Kritik) als Kaitlyn, die einen überaus nervigen Charakter verkörpert, und Pearse Egan als Eddie. Beide scheinen einzig den Fans des Spiels als Fanservice zu dienen. Ihre Figuren bringen weder den Plot voran noch unterstützen sie diesen. So verhält es sich auch mit den anderen Nebendarstellern, die da wären: Evie Templeton als Laura, Howard Saddler als Cal, Robert Strange (Doctor Who: Kritik) als Pyramid Head, Alana Maria als Mitzy und einige mehr.

Wissenswertes zu Return to Silent Hill (FAQs):

Ja, bei der Spielverfilmung handelt es sich um eine Adaption, die auf dem Videospiel-Klassiker Silent Hill 2 von Konami basiert. Die Handlung und Figurenzeichnung weicht jedoch an mehreren Stellen vom Spiel ab. 

Filmemacher Gans wollte bewusst keine 1:1-Adaption des Videospiels, sondern eine eigene Interpretation der Vorlage, erweitert um den Kult „The Order“ um Marys Leidensweg dramaturgisch zu unterstreichen.

Christophe Gans inszenierte bereits 2006 den ersten Silent-Hill-Film, der bis heute als die beste Videospielverfilmung der Reihe gilt. 2012 folgte mit Silent Hill: Revelation eine von Kritikern deutlich schlechter bewertete Fortsetzung unter der Regie von M. J. Bassett.

Der Score stammt von Akira Yamaoka, der zudem auch die Musik der Spielereihe seit 1999 komponierte. 

Gedreht wurde in Serbien und Deutschland. So fanden die Dreharbeiten in Belgradd, München, Nürnberg wie auch in Penzing bei Landsberg und dem Ammersee statt. Weshalb der Film auch von der bayrischen Filmförderung, FFF Bayern unterstützt wurde. 

  • Feature: Videospiel-Adaption
  • Feature: Kreaturen
  • Feature: World Design & World Building
  • Trailer
  • Trailershow

Fakten zu Return to Silent Hill

  • Regie: Christophe Gans
  • Drehbuch: Christophe Gans, Sandra Vo-Anh, Will Schneider
  • Hauptdarsteller: Jeremy Irvine, Hannah Emily Anderson
  • Vorlage: Silent Hill 2 (Konami, 2001)
  • Genre: Horror
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Laufzeit: 106 Minuten
  • FSK: ab 16 Jahren

Return to Silent Hill (2026) – Mein Fazit:

Return to Silent Hill (Film) Blu-ray Cover
Return to Silent Hill: Blu-ray
Wertung: 4 / 10 ★

Die Filmadaption des Spiels Silent Hill 2 bietet eine verstörend düstere Atmosphäre, wenn Asche vom Himmel regnet und ominöse Wesen durch die Stadt schleichen, während Hauptfigur James auf der verzweifelten Suche nach seiner Frau ist. Leider setzt Filmemacher Gans 20 Jahre später, nach der Verfilmung des ersten Silent Hill Film mehr auf Optik und Effekte. Womit eine dichte Story und die Charakterentwicklung auf der Strecke bleibt.

Dazu folgt der dritte Film einer zunehmenden Unart in der Filmbranche: Die Macher meinen, alles erklären zu müssen, wodurch jegliches Mysterium um das Albtraumstädtchen und seine Figuren im Keim erstickt wird. Durch die Änderungen der Figur James und seiner ursprünglichen Tat, verliert die Geschichte genau den ursprünglichen moralischen Abgrund, den das Spiel ausgemacht hat. Zudem können die Darsteller ebenfalls nicht viel retten, da ihnen das Drehbuch schlicht keinen Raum für ihre Charakterentwicklung lässt.

Fazit: Return to Silent Hill könnte die Fans der Videospielreihe splitten: Wem die Atmosphäre wichtig ist, bekommt eine gehörige Portion Fanservice. Wer die irrsinnige psychologische Tiefe des Spiels erwartet, wird enttäuscht. Für unbedarfte Horrorfilmfans dürfte der Film ein sehenswerter Ausflug nach Silent Hill sein, sofern man seine Ansprüche nicht zu hoch schraubt.

Hinweis: Das Bild- und Trailermaterial sowie das Rezensionsexemplar wurden uns freundlicherweise von LEONINE Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgte unentgeltlich und ohne Einfluss auf die redaktionelle Bewertung – © 2026 LEONINE STUDIOS – Alle Rechte vorbehalten!