Mit Kung Fu in Rome präsentiert der italienische Regisseur Gabriele Mainetti nicht nur ein spannendes, sondern auch ein actiongeladenes Familiendrama. Die Geschichte folgt der Chinesin Mei, um in Rom nach ihrer verschwundene Schwester zu suchen. Als sie diese – gemeinsam mit ihrem älteren Liebhaber – vergraben außerhalb der Metropole findet, beginnt eine gnadenlose Jagd auf die Täter. Dabei stolpert sie über den Pastakoch Marcello, ohne zu ahnen, dass sie eine tragische Gemeinsamkeit verbindet. Ob uns Mainettis neuer Film ebenso wie sein Vorgänger Freaks Out überzeugen konnte, verrät unsere Filmkritik samt Blu-ray-Review.
Mainettis Kung-Fu-Familiendrama im Check
Worum geht’s?
Rückblick 1995: Aufgrund der chinesischen Ein-Kind-Politik mussten die Eltern von Yun (Haijin Ye) die Existenz ihrer jüngeren Schwester Mei (Yaxi Liu) geheim halten. Die beiden wuchsen in völliger Abgeschiedenheit auf, während ihr Vater sie beharrlich in den chinesischen Kampfkünsten unterwies. Jahre später leben die Schwestern getrennt: Während Mei in China blieb, landete Yun in Italien – in der Hand chinesischer Gangster.

Als Mei kein Lebenszeichen mehr erhält, ist die Sorge groß. Die Suche nach ihrer Schwester führt sie nach Italien in die ewige Stadt Rom. Und dort direkt in ein Bordell, das sich hinter der Fassade eines chinesischen Restaurants von Mr. Wang (Shanshan Chunyu) verbirgt – doch Yun bleibt verschwunden. Während ihrer Suche begegnet Mei dem gutherzigen Koch Marcello (Enrico Borello) , der ebenfalls seinen Vater vermisst. Als die beiden Yun und Marcellos Vater schließlich tot und tief vergraben außerhalb Roms finden, gibt es für Mei kein Halten mehr: Mit ihren tödlichen Kampfkünsten begibt sie sich auf einen Rachefeldzug quer durch das Stadtviertel Esquilino, dem pulsierenden Chinatown Roms.
Die Inszenierung eines Kung-Fu-Films in der ewigen Stadt
Gabriele Mainetti (Freaks Out) beweist erneut sein Gespür für bildgewaltiges und doch emotionales Kino, das sich nicht in Klischees verliert. Er zieht die Zuschauer mitten hinein in die ewige Stadt Rom, die hier keineswegs als bloße Postkarten-Kulisse dient. Die Geschichte spielt im Stadtviertel Esquilino, dem Chinatown der italienischen Hauptstadt, wo sich Bordelle als Restaurants tarnen und junge, illegale Einwanderinnen wie Fleisch angeboten werden. Schonungslos zeigt Mainetti gleich zu Beginn die unschönen Schattenseiten der Metropole, wenn sich seine Hauptdarstellerin erstmals durch ein chinesisches Freudenhaus prügelt.

Hintergrund der Story ist die emotionale Suche einer illegal eingereisten jungen Frau nach ihrer Schwester. Für Mei gilt es, Yun zu finden, zu der jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Der Zuschauer wird dabei direkt mit der Brutalität und den unmenschlichen Methoden des Milieus konfrontiert. Meis Weg kreuzt schließlich den des herzensguten Pastakochs Marcello, der wiederum seinen Vater Alfredo vermisst. Damit startet der italienische Filmemacher nicht nur mit knallharten Actioneinlagen, sondern schwingt auch direkt die Dramatik-Keule. Gekonnt spielt Mainetti dabei mit der Rollenverteilung der vermeintlichen „bösen Buben“, namentlich dem Bordellbetreiber Mr. Wang und dem Mafioso Annibale, einem alten Freund Alfredos.

Während Mr. Wang sofort als klassischer Antagonist gezeichnet wird, bleibt die Figur des Annibale lange undurchsichtig. Während die Familie davon ausgeht, dass Vater Alfredo einfach durchgebrannt ist, sieht Annibale seine Chance gekommen, Marcellos Mutter zu erobern. Doch wer glaubt, den Film nun bereits durchschaut zu haben, könnte auf dem Holzweg sein – die verschiedenen Verstrickungen entpuppen sich dank der großartigen Regiearbeit als wesentlich komplexer. Leider verfängt sich der Filmemacher teils in kleinen, unnötigen Nebensträngen, die wenig zur Story beitragen, oder in Logikfehlern, die vom eigentlichen Geschehen etwas ablenken.
Gute Story – starke Action
Neben der überwiegend gelungenen Story sind natürlich die Action-Szenen das i-Tüpfelchen des Films. So prügelt sich Yaxi Liu – die einstige Stuntfrau der „Mulan“-Darstellerin Yifei Liu – in ihrer ersten großen Hauptrolle durch allerlei chinesische Schläger. Die Kampfchoreografie ist äußerst gut gelungen; sie wirkt angenehm bodenständig und verzichtet überwiegend auf sichtbares Wirework. Die Kämpfe sind hart, teils sogar recht brutal.

In diesen Momenten hat „Mann“ – in diesem Fall der herzensgute Pastakoch Marcello, wunderbar gespielt von Enrico Borello – Sendepause. Er übernimmt im Film dafür den Part, sich nicht nur um das leibliche, sondern vor allem um das emotionale und dramaturgische Wohl des Zuschauers zu kümmern.
Die Besetzung & Crew
Hauptdarstellerin Yaxi Liu ist als Mei zu sehen und verleiht ihrer Rolle, neben ihren hervorragenden Kampfkünsten auch die emotionale Tiefe einer verzweifelten Frau, die versucht ihre Schwester Yun zu finden. Yun wird wiederum von Haijin Ye gespielt, die aufgrund der dramaturgischen Wendung jedoch recht wenig Screentime hat. Für spaßige, unterhaltsame aber auch traurige Momente ist Enrico Borello als Marcello zu sehen und die Chemie zwischen ihm und Liu als Mei und Marcello passt wunderbar.
Dessen Mutter Lorella wird von Sabrina Ferilli gespielt, während Vater Alfredo von Luca Zingaretti (Allein gegen die Mafia) verkörpert. Die Antagonisten werden von Marco Giallini (Der Kommissar und die Alpen) als Mafioso Annibela und Chunyu Shanshan als Mr. Wang dargestellt.
Die Regie übernahm Gabriele Mainetti (Jeeg Robot), der neben Stefano Bises (Gomorrha – Die Serie) und Davide Serino auch am Drehbuch schrieb. Kameramann Paolo Carnera ist für die Aufnahmen verantwortlich, während Fabio Amurri die Filmmusik komponierte.
Wissenswertes und Fragen zu Film & Blu-ray (FAQ):
Was ist „Kung Fu in Rome“ für ein Film?
Worum geht es in „Kung Fu in Rome“?
Wie heißt der Film im Original und wieso ist der deutsche Titel englisch?
Wie lang ist der Film, welche FSK-Freigabe hat er bekommen und gibt es Extras?
Kung Fu in Rome (Film 2025) Kritik & Fazit:

Dass Gabriele Mainetti (Freask Out) sein Handwerk versteht, zeigt sich vor allem in der handfesten Umsetzung der Martial-Arts-Elemente, die er organisch in das raue römische Stadtbild einwebt. Auch wenn das Drehbuch an manchen Stellen etwas zu viel will und die Logik hier und da hinterher hinkt, bleibt das Gesamtbild stimmig. Der Film schafft es, die düstere Mafia-Thematik mit dem chinesischen organisierten Verbrechen und Kung-Fu-Action zu vereinen, ohne dabei wie eine billige Kopie zu wirken.
Hin und wieder verliert Mainetti den Fokus auf das zentrale Duo Mei und Marcello, um Nebenplots unterzubringen, die der Geschichte nicht wirklich dienlich sind. Dies sorgt zwar für ein wenig Tiefe, nimmt der rasanten Rachegeschichte aber gelegentlich den nötigen Drive. Dennoch überwiegt der positive Eindruck gegenüber den kleinen Schwächen. Zudem erinnerte mich der Streifen an den Klassiker „Die Todeskralle schlägt wieder zu“ mit Bruce Lee, der Rom ebenfalls als Schauplatz nutzte.
Fazit: Mit Kung Fu in Rome liefert Gabriele Mainetti ein beeindruckendes Stück Genre-Kino ab, das vor allem durch seine starken Darsteller und die kompromisslose Action punktet. Trotz kleinerer Schwächen im Storytelling, überzeugt der Streifen als emotional aufgeladenes Rache-Epos. Meiner Meinung nach ein erfrischender Action-Drama-Mix, nicht nur für Genre-Fans.
Hinweis: Das verwendete Bild- und Trailer-Material sowie das Rezensionsexemplar wurden uns mit freundlicher Genehmigung von © 2026 DCM / LEONINE STUDIOS zur Verfügung gestellt – Alle Rechte vorbehalten!





