Boneyard (2024) – Thriller Kritik

Mel Gibson und das Massengrab tief unter dem Wüstensand!

In der sengenden Wüste von Albuquerque liegt ein dunkles Geheimnis. Die Behörden hält ein freigelegtes Massengrab, in Atem hält und einen Strudel aus Verdächtigungen, Lügen und persönlichen Dämonen entfesselt. Asif Akbars Film verspricht einen packenden Thriller basierend auf wahren Begebenheiten. Ob uns die Jagd nach einem Serienkiller überzeugen konnte oder doch nur heiße Luft serviert wird, erfahrt Ihr in unserem nachfolgenden Review.

Boneyard (Cemitério): Trailer

Worum geht’s

Der Fund eines menschlichen Knochens mitten in der Wüste von Albuquerque lässt die Behörden aufschrecken. Doch nachdem das gesamte Skelett freigelegt wurde, offenbart sich den Ermittlern ein noch grauenhaftes Bild. Sie stehen mitten auf einem Massengrab eines brutalen Serienkillers. Etwas, das selbst Cops überfordert und Chief Carter (Curtis „50 Cent“ Jackson) sofort einen Profiler beim FBI anfordert. Womit sich der altgediente Agent Petrovick (Mel Gibson) auf den Weg in die Wüste macht.

boneyard drei cops presskonferenz
Die Detectives Yound und Ortega mit Chief Carter bei der Pressekonferenz

Diese grausige Entdeckung schreckt Detective Ortega (Brian Van Holt) auf, ist er doch auf der Suche nach seiner verschwundenen Nichte. Dabei möchte er nicht, dass seine Partnerin Detective Young (Nora Zehetner) etwas von seinen Beweggründen erfährt, scheint es doch so, dass seine Nichte auf den Strich geht. Derweil zieht Detective Tate (Michael Sirow) den Verdacht auf sich. Aber auch Caesar Monto (Weston Cage Coppola) zieht nachts durch die Straßen, immer ein Auge auf die Prostituierten.

Die Inszenierung: Kann Asif Akbars Film überzeugen?

Die wahren Begebenheiten der West Mesa Morde (2009) dienten dem Regisseur Asik Akbar als Grundlage für seinen Film „Boneyard“ (Originaltitel: Cemitério). Wer nun glaubt, einen Film im Format eines Titels wie „Monster“ oder „Zodiac – Die Spur des Killers“ zu erhalten, irrt. Akbars Werk greift zwar diese tragischen Ereignisse auf, dennoch dichtete er mit seinem Co-Autoren Hank Byrd, Vincent E. McDaniel und Koji Steven Sakai  eine fiktionale Geschichte rund um die Mordserie hinzu.

boneyard brian van holt als ortega
Ortega (Brian van Holt) ist sich sicher den Täter zu kennen

Was auch das Manko des Streifens darstellt, wirkt dieser doch als würde er aus vier anstatt aus einem Drehbuch bestehen. So gibt es einen Plot um den FBI Agenten Petrovick, den eigene Motive antreiben. Einen um Cop Ortega, der seine verschwundene Nichte sucht, eine Drogeneinheit, die scheinbar geschmiert wird. Sowie zwei Verdächtige, den Cop Tate und den egozentrischen Caesar Monto, womit die gesamte Storyline arg überladen wirkt. Obendrein hat auch Agent Petrovick, stark von Mel Gibson (Hunting Season: Kritik) noch eine Geschichte zu erzählen.

boneyard 50 cent als chief carter
Boneyard Chief Carter (50 Cent) wirkt ratlos

Dabei ist dieser schwache Thriller zu überladen, um langweilig zu sein. Dabei wirkt er zu schwerfällig und teils ungeschickt inszeniert. Es gibt etliche Szenen, die fehl am Platz sind. Beispielsweise weiß man nicht, was eine korrupte Polizei-Abteilung mit den Serienmorden zu tun haben soll. Ebenso die Geschichte rund um den FBI Agent der sich nach einem dramatischen Zwischenfall noch mehr ins Zeug legt.

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Agent Petrovick (Mel Gibson) im Schusswechsel

So wechselt der Film zwischen reißerischer Serienkiller-Ermittlungen und verworrenen Handlungssträngen. So versuchen mehrere Kriminalbeamte den Mörder zu identifizieren womit aber alle Spuren ins Leere führen. Akbars Action-Thriller endet dann mit einem bösen Cliffhanger, dem Fund eines weiteren Massengrabs. Dies ist leider auch das größte Problem des Films, denn er hört ohne weitere Erkenntnisse an dieser Stelle einfach mal so auf. 

Info: Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Morde bisher weder aufgeklärt wurden, noch dass die Polizei bis heute nicht mal Ansatzweise Ermittlungserfolge vorzuweisen hat.

Die Darsteller: Mel Gibson und Brian van Holt retten den Film

Auch wenn die Story wild durcheinander gewürfelt wirkt und manches nicht ganz stimmig erscheint, überzeugt Schauspieler Mel Gibson (Last Looks: Kritik) wieder mit seiner Präsenz. Zu Beginn flachst er zwar rum, aber an seiner Einstellung dieses Monster fangen zu wollen, kommen nie Zweifel auf. Seine Darstellung eines Profilers auf Täterjagd machte regelrecht Lust auf mehr. 

Ebenso überzeugend ist Brian van Holt, der mehr oder weniger die Hauptrolle als Detective Ortega innehat. Dieser hat ein gang persönliches Interesse daran das verschwinden seiner Nichte (ebenfalls fiktiv) aufzuklären. Dass er bei seinen Ermittlungen auch vor Kollegen und vermeintlichen Drohungen nicht halt machte, machte seine Darstellung noch intensiver. 

boneyard weston cage als caesar
Caesar (Weston Cage) macht sich verdächtig

Rapper Curtis „50 Cent“ Jackson, der doch schon sehr oft vor der Kamera stand, enttäuschte dafür etwas. Teils wirkt er bemüht oder gar unbeholfen seiner Rolle. Dass er es jedoch besser kann, hat er bereits bewiesen. Weston Cage (Sohn von Nicolas Cage) ist als Caesar Monto, ein recht verwirrter Charakter, zu sehen. Zusammen mit Michael Sirow als Tate gibt er einen recht glaubwürdigen Verdächtigen ab.

Wissenswertes zu Film & Blu-ray (FAQ)

Boneyard basiert auf den sogenannten „West Mesa Murders“ aus dem Jahr 2009, die sich in der Nähe von Albuquerque, New Mexico, ereigneten. Dabei wurden die Skelette von elf Frauen und Mädchen sowie die Überreste eines Fötus in der Wüste von Nevada gefunden. Der oder die Mörder erhielten in der Presse den Namen West Mesa Bone Collector.

Zu sehen sind Mel Gibson (Bandit: Kritik) als FBI-Profiler, Pete Petrovick, Curtis „50 Cent“ Jackson als Chief Carter und Brian Van Holt als Detective Ortega. Nora Zehetner (Monster Summer: Kritik) als Ortegas Partnerin Young, Gabrielle Haugh als Ortegas Nichte Selena. Weston Cage (Sohn von Nicolas Cage) spielt Caesar Monto.

Die Regie von Boneyard übernahm Asif Akbar. Das Drehbuch stammt von Asif Akbar, Hank Byrd, Vincent E. McDaniel und Koji Steven Sakai.

Der Film hat eine Laufzeit von ca. 96 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren. Das Bonusmaterial hat nur Trailer zu bieten.

Boneyard (2024) Kritik & Fazit:

boneyard bd cover
Boneyard: Blu-ray
Wertung: 4.5 / 10 ★

Auf Basis der realen West Mesa Morder (2009) versuchte Regisseur Asif Akbar, einen Thriller zu inszenieren, dessen Trailer einiges an Spannung versprach. Leider verheddert sich das Drehbuch in einer Vielzahl an Handlungssträngen, die eher verwirren als fesseln. Während Mel Gibson (Hunting Season: Kritik) als FBI-Profiler Petrovick ein Massengrab untersucht, verfolgt Brian Van Holt als Detective Ortega seine eigenen Interessen. Die Handlung wird zusätzlich durch mehrere Verdächtige und eine korrupte Polizei Abteilung verkompliziert.

Die Inszenierung schwankt zwischen klassischer Serienkiller-Ermittlung und verschachtelten Nebenhandlungen, die nicht immer schlüssig mit der Haupthandlung verknüpft sind. Was auch bereits in anderen Rezensionen bemängelt wurde. Während Mel Gibson mit seiner Darstellung überzeugt und Brian Van Holt eine intensive Performance liefert, bleiben andere Charaktere wie der von Curtis „50 Cent“ Jackson gespielte Chief Carter eher blass. Der Film endet leider auch recht abrupt mit einem unbefriedigenden Cliffhanger.

Fazit: „Boneyard“ ist ein ambitionierter, aber unausgewogener Thriller, der trotz starker Hauptdarsteller an seiner verschachtelten Handlung leidet. Die Performance von Mel Gibson und Brian Van Holt heben den Film zwar, können aber die Schwächen des Drehbuchs nicht vollständig ausgleichen. Für Fans des Genres und der Hauptdarsteller dennoch einen Blick wert, auch wenn der unbefriedigende Schluss etwas enttäuscht. 

Bilder und Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2024 LONINE STUDIOS – alle Rechte vorbehalten