Stallone als Panzerknacker, kann das gut gehen?
Eigentlich ein gewöhnlicher Arbeitstag für Vater und Sohn James und Casey die für eine Geldtransportfirma arbeiten. Bis sie auf einer einsamen Brücke von Rook und seiner Gang überfallen werden. Nicht ein paar tausend Dollar sind das Ziel, sondern Gold eines inhaftierten Drogenbosses. Im Transporter eingeschlossen, beginnt ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel. Nach der Gangster-Serie Tulsa King wandelt Stallone (The Expendables) erneut auf kriminellen Pfaden, wie ihm die Rolle des Panzerknackers steht, verrät das nachfolgende Review.
Worum geht es in „Armor“?
Der ehemalige Cop James Brody (Jason Patric) musste aufgrund von Alkoholproblemen seinen Job an den Nagel hängen. Seither versucht er, den Unfalltod seiner Frau zu verarbeiten, wie auch die Sache mit dem Alkohol in den Griff zu kriegen. Nach außen wirkt es so, als sei er zwischenzeitlich trocken, doch das Gegenteil ist der Fall. Zusammen mit seinem Sohn Casey ist er als Geldtransportfahrer tätig und ist schon froh, wenn nichts aufregendes passiert.

An diesem Tag jedoch werden sie von ihrer üblichen Route abgedrängt und auf einer Brücke eingekesselt. James ist sich sicher, hier geht es nicht nur um ein paar tausend Dollar. So ahnt er schon, dass mehr hinter dieser Sache steckt. Und er soll Recht behalten, der Transporter befördert Koffer voller Gold. Als Casey angeschossen wird, verbarrikadieren sich die beiden im Transporter. Rook (Sly Stallone), der Anführer der Gangster, stellt ein Ultimatum, womit ein Katz- und Mausspiel beginnt.
Gelungene Inszenierung eines Geldtransporter-Überfalls?
Für seinen Film „Armor“ konnte Regisseur Justin Routt die Actionfilm Legende Sylvester Stallone gewinnen, der Ex-Vampir-Jäger Jason Patric („The Lost Boys“) die Hölle heiß macht. So setzt der Filmemacher auf eine gängige Pattsituation, um die Spannung zu steigern, was aufgrund des schwachen Plots nur schwerlich gelingt. Das Drehbuch von Cory Todd Hughes und Adrian Speckert bietet dabei eigentlich interessante Ansätze.

Siehe den Vater der den Verlust seiner Frau im Suff ertränkt, ein Drogenbaron hinter Gittern, eine mysteriöse FBI Agentin, den Gangster oder der verwundete Sohn, der mit seinem Dad eingeschlossen in einem gepanzerten Transporter festsitzt. Das Problem dabei, der Plot wirft mit Logikfehlern um sich. Da wäre der dramatische Verlust der Ehefrau, die in einem Auto sitzend von einem LKW gerammt wird.

An sich kein Problem, wäre das Auto kein Polizeiwagen, der wie ein Weihnachtsbaum leuchtend und blinkend auf gerader Straße steht, während ein LKW Fahrer hupend und ohne auch nur einen Zentimeter auszuweichen direkt in dieses Fahrzeug hinein kracht, ernsthaft? Auch die Geschichte eines Drogenbosses, dessen letztes Kapital in Form von Gold in besagten Fahrzeug transportiert wird, wirkt recht konstruiert. Ebenso ist es überaus verwunderlich, dass selbst nach Stunden kein anderes Fahrzeug diese Brücke überqueren will.

So lebt oder besser gesagt überlebt der Film überwiegend durch die Performance von Sylvester Stallone und Jason Patric, die zumindest für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen. Dieser wird durch die Figuren Casey (Josh Wiggins) und die Antagonisten Tex (Blake Shields), Echo (Josh Whites) und besonders Smoke (Dash Mihok) vorangetrieben. So bietet der Film gängige Unterhaltungskost mit reduzierter Action und konstruierten Twists, welche leider nicht zur Gänze überzeugen können.
Kann die Action in „Armor“ überzeugen?
Entgegen der reißerischen Action, die der Trailer andeutet, bleibt „Armor“ bis auf ein paar Schießereien und eine Verfolgungsjagd überwiegend aktionsarm. Gerade diese leidet extrem an alten Hollywood Tricksereien, sprich schnelle Lenkbewegungen und Fahrbahnwechsel sollen ein irrsinniges Tempo und waghalsige Fahrmanöver vortäuschen. Vermutlich verpufft dieser Effekt durch die Drohnenaufnahmen, die weder Spannung oder Tempo vermitteln.

Ebenso irritieren deren Aufnahmen dadurch dass diese fast schon gespenstisch leere Fahrbahnen, wie in einem Zombiefilm zeigen. Am Ende dieser Verfolgungsjagd steht jedoch der Transporter wie geleckt auf einer einsamen Brücke, trotz dass dieser immer wieder abgedrängt wurde. Ebenso halten sich die Schießereien, wie auch Kampf Einlagen ziemlich in Grenzen. So geht es mehr um die psychologische Kriegsführung zwischen Rook und James, sprich um ein Katz- und Mausspiel.
Die darstellerische Leistung in diesem Heist Movie
Sylvester Stallone (Rambo) als Antagonist ist seit Tulsa King immer eine willkommene Abwechslung. Selbst wenn er als vermeintlicher Bösewicht Rook ziemlich zurückhaltend bleibt. Spoiler: Dies wird auch zum Twist im Film. Info: Auch in diesem Film wird Stallone wieder von Jürgen Prochnow (Das siebte Zeichen: Review) synchronisiert. Jason Patric als gebeutelter Witwer und Vater überzeugt dabei auf ganzer Linie. Josh Wiggins spielt den Sohn Casey dabei ohne Fehl und Tadel.

Neben Patric ist wiederum Antagonist Dash Mihok (Hawaii Five-O: Review) bekannt aus der Serie „Ray Donovan„, der Smoke spielt, auch der durchgeknallte Badass des Films. Diesem traut man im Verlauf alles zu, zudem ist er auch der Trigger für die finale Auseinandersetzung. Seine Mitstreiter Josh Whites als Echo und Blake Shields als Tex, Jeff Chase als Viper füllen, wie auch Erin Ownbey (MacGyver: Review) als Trisha und Laney Taylor als Sara füllen ihre Rollen entsprechend gut aus.
Armor (2024) Kritik & Fazit:

Wertung: 4,5 / 10
Ex-Cop James (Jason Patric), geplagt von Alkoholproblemen durch den Verlust seiner Frau, findet sich in einem Albtraum wieder, als sein Geldtransporter mit Sohn Casey an Bord von Rook (Sylvester Stallone) und dessen Gang auf einer einsamen Brücke überfallen wird. Im Visier der Kriminellen: das Gold eines inhaftierten Drogenbosses. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, während James und Casey im gepanzerten Transporter gefangen sind.
Regisseur Justin Routt setzt auf eine klassische Konfrontation, die jedoch durch einen schwachen Plot und Logikfehler an Intensität verliert. Die Leistung von Sylvester Stallone als zurückhaltender, aber bedrohlicher Antagonist Rook sowie das Zusammenspiel der restlichen Besetzung heben den Film moderat hervor. Dennoch bleiben die Actionsequenzen hinter den Erwartungen zurück und wirken teilweise unfreiwillig komisch.
Fazit: Trotz Starpower und spannender Prämisse bietet „Armor“ nur durchschnittliche Thrillerkost, die durch handwerkliche Schwächen und einen dünnen Plot ausgebremst wird. Obwohl Sly mitspielt, werden Fans und Actionfreunde eventuell nicht auf ihre Kosten kommen. Fans von Heist-Movies können einen Blick riskieren, sollten dabei aber keine neue Genre-Referenz erwarten.
Info: Der Film wird am 07. Februar 2025 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht!
Bilder & Trailer mit freundlicher Genehmigung © 2025 LEONINE STUDIOS – Alle Rechte vorbehalten!



